Antworten
Seite 4 von 13 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 124
  1. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    war es sicher traumatisch für die betroffenen Kinder.
    Ich denke das war sehr unterschiedlich. Ich wurde als spindeldürres Flüchtlingskind im Alter von 4 Jahren 1947 für 3 Monate in die Schweiz verschickt. Eine junge schweizer Familie hatte nach Aufruf des Schweizer Roten Kreuzes sich bereit erklärt Flüchtlingskinder aus Deutschland für 2 bis 3 Monate aufzunehmen und aufzupäppeln. Sie hatten selbst zwei kleine Kinder, die etwas älter waren als ich. Ich habe mich dort sehr geborgen gefühlt. Der Kontakt hielt bis zu deren Tod an. Wie sich meine Mutter dabei fühlte, weiß ich nicht. Sie wird aber nicht glücklich gewesen sein, aber sie hatte die Weitsicht, dass ihren Bengel irgendwie durchbringen musste.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Meine Geschwister wurden zur Kur geschickt.
    Meine Schwester ca. 1972 an die Nordsee (wegen Keuchhusten) und mein Bruder ca. 1985 (wegen Pseudo Krupp) nach Oberbayern (die Küste war leider ausgebucht). Hustenanfälle sind noch heute ein furchtbares Geräusch für mich, ich dachte oft genug, dass die beiden wegen der Luftnot sterben.
    Das war beide Male sehr erfolgreich für die Atemwege und fand während der Sommerferien statt. Organisiert und bezahlt hat es die Krankenkasse.
    Beide waren danach deutlich seltener krank als vorher.
    Am Ende meines Lebens will ich nicht sagen: Allen hat mein Leben gefallen, nur mir nicht!

  3. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Zitat Zitat von Tabea57 Beitrag anzeigen

    Genutzt hat mir diese Kur bestimmt nicht, und im Nachinein gesehen: es ist eine Grausamkeit, so kleine Kinder alleine wegzuschicken. Diese Kuren waren unnütz und schädlich . .
    Unbedingt!

    Ich hab 3 ! Freundinnen, die wurden in dieser Zeit ins Kinderheim gesteckt, damit die Eltern urlauben konnten.

    Man solle sich nicht verabschieden, um den Kindern den Trennungsschmerz zu ersparen

    Furchtbar!

    Zudem war es eh üblich, dass Eltern ausgingen und die Kinder allein abends zuhause blieben

    Unfassbar, ich könnte ko.....
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

  4. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Als 10 jährige wurde ich im Jahr 1958 auf die Insel Juist "verschickt". Ich hatte Keuchhusten gehabt und sollte mich dort erholen. Es waren die schlimmsten 6 Wochen meines Lebens. Das Erlebnis mit der Suppe, welches Tabea beschreibt, hatte ich ebenfalls. Bis heute kann ich keine Quarkspeise essen, die wurde uns auch rein gezwungen. Wenn ich einen schwarz angelaufenen Blech-Löffel sehe, wird mir schlecht. Von dem gab es den Lebertran, für alle Kinder von einem Löffel.

    Um diese Zeit war es wohl wirklich üblich die Kinder aus dem Ruhrgebiet zur Kur zu schicken. Ich erinnere mich, dass der Zug voller Kinder war. Das Kinderheim gehörte unserem Kreis.

    Trotz der schlechten Erfahrungen liebe ich die Nordsee und mag auch die Insel Juist sehr.
    Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
    Gustav Heinemann

  5. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Neulich haben sich zwei ältere Damen in der S-Bahn unterhalten, beide so zwischen 60 und 70 schätzungsweise. Die eine berichtete, dass sie für mehrere Wochen oder gar Monate als kleines Kind verschickt wurde und es dort für jedes Kind pro Toilettengang nur zwei Blatt Klopapier gab, sodass die Kinder sich von der Familie Pakete mit Klopapier wünschten und sich darüber wie Bolle freuten.

    In meinen Kinder- und Jugendjahren in den 1970ern/1980ern gab es keine Kinderverschickungen mehr oder sie hießen nur anders: Kinderkuren. Ich selbst oder mein Bruder waren nicht auf Kur.

  6. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Das kenne ich auch noch.
    Auch ich wurde ins Kinderheim gesteckt,damit meine Eltern Urlaub machen konnten.
    Alleine zu Hause gelassen wurde ich schon mit 6 Monaten,damit meine Eltern z.B. in "vom Winde verweht " gehen konnten
    Als Erwachsene hatte ich Panik vor dem Alleine sein und erst die langjährige Putzhilfe meiner Mutter,die mich mit 2 Jahren kennengelernt hatte,brachte Licht ins Dunkel.Das war im Jahr 2000,als ich selbst schon Mutter war.Durch eine ambulante Psychotherapie konnte ich viele meiner Probleme dann bearbeiten.
    LG Beate

  7. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    l...Aber wenn es genau so furchtbar war, wie ein 3 wöchiger Krankenhausaufenthalt den ich mit 5 Jahren in einem Nonnengeführten KH hatte, dann war es sicher traumatisch für die betroffenen Kinder.
    Sowas habe ich auch erlebt, grausam. Wenn ich an dem KH vorbeifahre (nur ein paar mal im Jahr) sind mir sofort die damaligen Erlebnisse und die Nonnen präsent, die damals in Krankenhäusern und Schulen oft anzutreffen waren und die ein eisernes Regiment führten. Das wurde auch von niemandem in Frage gestellt. Diametral anders als heute. Leider war ich dann später auch auf einer Nonnenschule, da war’s ähnlich. Nicht schön. Die mildtätigen und gütigen Nonnen müssen alle woanders gewesen sein.

    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
    .

  8. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ah... siehste - ich dachte „Haline“, aber das war dann nur knapp vorbei.
    verständlich, bei Salzschmerzen soll Gurgeln mit Halzwasser helfen Salzwasser

  9. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Ich habe bis heute ein gestörtes Verhältnis zu Nonnen... nicht das ich welche kennen würde, aber ich bin da echt traumatisiert.
    Eine Userin schrieb, das es üblich war, Kinder alleine zu lassen oder alleine in Urlaub zu fahren. Beides kenne ich nicht und auch niemandem, dem das passiert ist. Wir haben immer Familienurlaub gemacht, da denken wir alle gerne zurück. Obwohl es aus heutiger Sicht, sehr einfach war. Aber das war jetzt OT

  10. User Info Menu

    AW: Kinderkuren, damals

    Ich wurde mit 4 oder 5 also um 1970 in "Erholung" an den Lago Magiore nach Brisago geschickt, weil ich wohl zu zart oder zu dünn war (bin ich immer noch). Ein ganzer Zug voller Kinder fuhr quer durch Deutschland, jeder bekam eine vorsorglich Spuktüte .
    Im nach hinein empfinde ich die Zeit gar nicht mal so unschön. Ich erinnere mich, dass wir bei der Ankunft total versalzene Nudelsuppe bekamen und als Nachtisch einen roten Apfel. Einen solch guten Apfel hab ich nie mehr gegessen. Milchsuppe liebte ich , die gab es auch reichlich meist zum Abendbrot.
    Zweimal wurde ich genötigt aufzuessen was ich nicht mochte, nämlich verkrustetes Spiegelei und einmal Käsebrot, danach erbrach ich im Bett. Wobei das Käsebrot musste ich essen, weil eine der "Großen" mein Leid mit dem Spiegelei sah und es für mich auf aß, dabei wurden wir ertappt und dann gab es das leidige Käsebrot
    Ja und Mittagschlaf mussten wir auch halten, dabei wurde ich einmal vor die Tür gestellt, weil ich wohl zu viel schnatterte
    Ansonsten war es eine sehr schöne kontrastreiche Gegend ....Palmen zum einen aber auch hohe Schneeberge über die ich nicht hinwegsehen konnte. Bei dem Schneeausflug wurden meine Wildlederstiefelchen so nass, dass ich mir dann eine dicke Erkältung ein fing und meine Heimreise in Frage gestellt wurde , aber zum Glück durfte ich dann doch nach 4 Wochen wieder nach Hause, allerdings kein Gramm schwerer.

Antworten
Seite 4 von 13 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •