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  1. Avatar von herbst51
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    ...es hagelt ja nur so von rechtschreibfehlern...entschuldigung dafür, aber ich war und bin sehr aufgewühlt!...
    .


  2. Registriert seit
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Wenn Berge sich ins Unermessliche türmen, ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Und das, was erst mal nicht Priorität ist, sein zu lassen.

    meine Reihenfolge ist da etwa:

    1. das Lebensnotwendige.
    die Miete ist bezahlt, es rennen keine Kakerlaken durch die Küche und auch der Strom wird nicht nächstens abgestellt? - gut! darauf kann man aufbauen

    2. Was fürs Gemüt
    zu Zeiten, als ich sehr wenig Geld hatte, an den Tagen, wo ich mich speziell arm fühlte - bin ich ins beste Hotel der Stadt gegangen, einen Kaffee trinken. Die haben dort einen riesigen Saal, Ledermöbel, Kronleuchter, geschniegelte Kellner, die Sahne für den Kaffee wird im Silberkännchen serviert... und ja klar, dieser Kaffee war etwas teurer als der von der Tankstelle, aber nach wie vor sehr viel Luxusempfinden für sehr kleines Geld! Etwas zu tun für sich selbst, sich was Liebes zu tun - das ist speziell dann wichtig, wenn's einem schon dreckig geht. Es gibt auch viele Dinge, die wenig bis gar nichts kosten, von Spaziergängen an der Sonne über Gratis-Sonntage in Museen, Vernissagen, Veranstaltungen...

    3. was aufbauen
    Sobald 1. und 2. einigermassen vorhanden sind, und etwas Luft zum Atmen, versuche ich Dinge zu finden, die mir das Leben leichter machen. ein Paar trockener Winterschuhe, ein Bild abhängen und wegwerfen, das mich schon länger nervt, endlich mal das Gewürzregal durchsehen und Abgelaufenes fortwerfen, die kaputte Hose flicken... es ist egal, wenn es nur kleine Dinge sind, es summiert sich mit der Zeit und gibt Stabilität und bessere Lebensqualität.

    4. über die Krankheit/Störung nachdenken und was dahinter steckt. Massnahmen entwickeln.
    ich war mal Raucherin, und das ziemlich heftig, ein paar Jahre lang. Irgendwann begann es mich zu stören (30jährig und ich komme keine Treppe hoch ohne zu schnaufen wie eine Dampflok? - nein!), aber eben, Zigaretten sind auch so eine Sache, die man nicht leicht los wird. Ich habe mich dann zu fragen beginnen, welche Bedürfnisse erfüllt mir das Rauchen? - und kam mit der Zeit auf auf verschiedene Ideen, wie zum Beispiel, wenn ich ohne Zigarette atme, atme ich recht flach - mit Zigarette und Rauch aber richtig tief! - vielleicht sollte ich einfach mal ohne Zigarette tief durchatmen? - so fügte sich ein Puzzlestein an den andern. Vielleicht findest du für die kds ähnliche Ideen, ähnliche Dinge, die du aktuell von der Störung bekommst, die du dir aber auch auf andere Weise besorgen könntest? - oft sind das sehr simple Dinge, eben wie zB ein Atemzug.

    5. alles hilft, auch was nicht direkt mit der Störung zu tun hat.
    Du kriegst ein Paar selbst gestrickte Socken als Geschenk und kannst zuhause nun kuschelig warme Füsse haben auf dem Sofa? - jede Steigerung von Wohlbefinden, egal wie klein sie sei, gibt dir mehr Energie, mehr Boden. und ist wichtig und relevant.

    ***

    Das ist so ungefähr, was mir jeweils aus einem Schlamassel hilft. Vielleicht hat's die eine oder andere Idee, die du für dich verwenden, ausprobieren kannst?


    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  3. Avatar von herbst51
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    ..ach, in der ganzen aufregung vergessen!...den schritt gehe ich auf jeden fall...und auch it mut!...obwohl ich angst habe was da auf mich zukommt!...

    vorher muss ich allerdings noch irgendetwas wieder mit meinem gesicht machen lassen....ich habe hier im forum soviele dinge gelesen, da wurde ich blass!...für ganz viele frauen scheint es eine selbstverständlichkeit zu sein alle paar monate sich "optimieren" zu lassen...ich kann und will das jetzt auch garnicht hinterfragen warum!...ich mache das aus anderen gründen!...

    .

  4. Avatar von herbst51
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    ...bae...ich danke dir, für deine schnelle antwort...und auch das du hast soviel geschrieben!...wie soll ich darauf nur antworten?...was für eine seele dich hinter dir versteckt, sie muss gut sein!...wahrscheinlich habe ich mich jetzt etwas ungeschickt ausgedrückt, danke für deine antwort...


  5. Registriert seit
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Zitat Zitat von herbst51 Beitrag anzeigen
    .wie soll ich darauf nur antworten?..
    Falls du das Eine oder Andere als hilfreich empfindest und umsetzen kannst, ist das mehr als ausreichend es braucht keine spezielle Antwort.

    was für eine seele dich hinter dir versteckt, sie muss gut sein!.
    danke sehr, was für ein schönes Kompliment!

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  6. Avatar von Simpleness2
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Zitat Zitat von herbst51 Beitrag anzeigen
    .ich habe mich heute auf einem dsymoforum angemeldet und warte auf die freischaltung...
    Ist es hilfreich?

    Das Dein Freund sich das Leben nahm tut mir leid. Das war sicherlich ein Schock für Dich.

    Da Du erst in einigen Monaten einen Platz in der Klinik bekommst, könntest Du Dich zwischenzeitlich um einen ambulanten Therapieplatz kümmern. Du brauchst auf jeden Fall nach der Klinik noch Therapie und Begleitung. Die Klinik kann nur ein Anfang auf einem langen Weg sein.
    Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz betragen mind. 6 Monate, was ich so höre. Wenn Du diesbezüglich jetzt in die Gänge kommen würdest, könntest Du evt. bereits etwas in Aussicht haben, wenn Du die Klinik verlässt.

    Alles Gute für Dich!

  7. Inaktiver User

    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    @FAP

    ich bin nicht so der Freund von "was uns nicht umbringt..."

    Wenn du, wie ich herauszulesen glaube, selber eine Erkrankung im psychischen Bereich hast, müsstest du die allfälligen Kommentare "mach halt, lass halt" doch kennen?
    Nein, ich habe keine psychische Erkrankung und nie gehabt, aber wurde durch schwere Schicksalsschläge an den Rand davon gebracht, diese durfte ich jahrelang ausbaden oder auffangen, war da sehr eingebunden. Deshalb wetteten die Fachleute darauf, wann ich zusammenbreche. Das hätte schon manchmal passieren können . Da hätte nur noch was zusätzlich dazu kommen müssen. Mehr kann ich aus verschiedenen Gründen nicht dazu schreiben, aber es war schwer und hat viel Köpfchen erfordert für alle gangbare Lösungen zu finden und selbst sich zu stärken, dass man es schafft.

    Was geholfen hat? Das Ziel da raus zu kommen und beharrliche kleine Schritte über Jahre, Selbstreflektion, Verzeihen, Verarbeiten, Aufdröseln, das Leben trotzdem in die eigene Hand nehmen, anerkennen dass es auch anderen schlecht geht, Mitgefühl auch für andere, Verbindung zu anderen und vieles mehr. Ich halte solch ein Syndrom wie eine Flucht in eine mini Nische. Und ich denke, dass es wie einen bunten Blumenstrauß an Lösungen, Sichtweisen, Verarbeitungsstrategien brauchen wird sich da rauszuarbeiten vermutlich kontinuierlich über Jahre und mit Unterstützung. Ich hatte im Prinzip diese Unterstützung jemandem gegeben neben natürlich Fachleuten und klar, da bin ich auch manchmal angeeckt, wenn der jenige wieder im Tunnel war und einen Stubs brauchte.


  8. Registriert seit
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich halte solch ein Syndrom wie eine Flucht in eine mini Nische.
    Ich halte das, was man dann hat oder nicht hat für Zufall. Also, ob man jetzt KdS kriegt, oder säuft oder Bulimie oder Depressionen, Panikattacken (oder alles zusammen) oder gar nichts und statt dessen Magenkrebs für Zufall.

    Also, welche Symptome eine Ursache verursacht ist meiner Meinung nach auch den gesellschaftlichen, sozialen und gendertypischen Gelegenheiten geschuldet.

    In Saudi-Arabien wird man eher nicht Alkoholiker. In Niederbayern eher schon.
    Frauen haben bei Essstörungen, Körperbildstörungen, die sich dann z. B. in Plastischer Chirurgie niederschlagen und Medikamentenabhängigkeiten einen gendertypischen Überhang.

    Männer bei Alkohol, sog. "harten Drogen" und Gewalt (was auch oft ein Ventil zu sein scheint).

    Klar gibt es auch Frauen, die gewalttätig sind und Männer die magersüchtig werden. Aber die Zahlen zeigen schon Trends.
    Und diese illustrieren auch Rollenerwartungen, die sich sogar in der Krankheit, in der Not niederschlagen.

    Frauen haben dieses "Schönheits-Dings": Schlank, glatt, jung, unauffällig, sozial erwünscht. Viele sehr problematische Verhaltensweisen werden gesellschaftlich ja sogar unterstützt, durch lange Zeit erstmal sehr positives Feedback und Akzeptanz (Riesenproblem bei Essstörungen, das zu erkennen, wenn alle um einen herum nur wenige Stunden am Tag was essen und eh nie Kohlenhydrate )

    Das meine ich mit Zufall. Bewusste! Flucht sicher nicht. Destruktive Kompensation auf jeden Fall.

    @FAP - da hast was mitgemacht


  9. Registriert seit
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    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich halte solch ein Syndrom wie eine Flucht in eine mini Nische.
    Wenn mich ein böser Hund angreifen würde, würde ich auch mal in höchstem Tempo auf den nächsten Baum fliehen.

    Eine Flucht ist nichts Schlechtes und hat meist gute, sehr gute Gründe! Es würden ja wohl die wenigsten kommen und finden, ich hätte das Vieh doch mit blossen Händen erwürgen sollen, was bin ich doch für ein Weichei und klettere auf Bäume. Manchmal ist Flucht eben das einzig Richtige. Nicht jeder Mensch ist immer stark, weise und hat die Übersicht.

    Wahr ist dann allerdings oft auch, dass man sich in der Situation der Katze wieder findet, die es zwar geschafft hat, weg vor dem bösen Hund auf den Baum zu klettern... aber dann nicht mehr runter kommt!

    Es ist auch wichtig, anzuerkennen, dass man nicht immer alles alleine schafft. Dass man ratlos ist, Hilfe braucht. vielleicht jemanden, der die Feuerwehr ruft und eine Leiter hinstellt...

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  10. Inaktiver User

    AW: kds -körperdysmorphe störung erst spät erkannt

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn mich ein böser Hund angreifen würde, würde ich auch mal in höchstem Tempo auf den nächsten Baum fliehen.

    Eine Flucht ist nichts Schlechtes und hat meist gute, sehr gute Gründe!
    Nicht jeder Mensch ist immer stark, weise und hat die Übersicht.
    Es ist auch wichtig, anzuerkennen, dass man nicht immer alles alleine schafft. Dass man ratlos ist, Hilfe braucht. vielleicht jemanden, der die Feuerwehr ruft und eine Leiter hinstellt...

    gruss, barbara
    Das sagt ja auch keiner, aber irgendwann ist der Hund weg und man sitzt so lange auf dem Baum bis niemand einem mehr gut zureden will und niemand mehr die Geduld hat das so zu akzeptieren.

    Hilfe gibt es genug, aber man muss dranbleiben. Dazu muss man auch nicht immer weise sein. Da zählt oft Ziel und Ausdauer. Ziel könnte hier heißen: Ich nehme mich an, ganz egal wie ich gerade aussehe und geh raus ins Leben.
    Nur ist das eben ein Weg und nicht ein Schalter, der sich umlegt selbst wenn das Ziel klar wäre.

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