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  1. Registriert seit
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    Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Wie ehrgeizig seid Ihr in Eurem Job, wie viel Wert habt Ihr auf Einkommen und Aufstieg/Führungsposition gelegt?
    Ist Euch das wichtig, oder steht eher der Spaß im Vordergrund?
    Wo steht Ihr jetzt?

    Mich würden Eure Erfahrungen und Gedanken interessieren, wenn Ihr Lust habt, was dazu zu schreiben - weil ich voraussichtlich bald eine Entscheidung treffen muss.

    Bisher waren mir eher zeitliche Selbstbestimmung wichtig, und dass mir die eigentliche Arbeit Spaß macht. Geld ist nicht egal, aber auch nicht das wichtigste.

    Jetzt denke ich drüber nach, ob ich die Prioritäten im jetzt folgenden Abschnitt mal ändern soll... Eine erfüllende Tätigkeit ist fein, aber wie lange?

    Und ich ertappe mich dabei, dass ich mich mit anderen vergleiche mit dem, was ich erreicht habe oder auch nicht.

    Wie ist das bei Euch?
    Geändert von ambiva (22.05.2019 um 17:04 Uhr)

  2. Avatar von Opelius
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Ich habe nie eine Führungsposition im klassischen Sinne angestrebt. Mein Job war mir wichtiger. Und da ich eh im quasi öffentlichen Dienst gearbeitet habe, war klar kalkulierbar, was ich verdiene.
    Ich bekomme bei meinen erwachsenen Kindern mit, was die sich krummbuckeln, um ja aufzusteigen.


    Und da fällt mir ein altes Buch aus dem Jahre 1969 ein. "Das Peter-Prinzip" von Laurence J. Peter,

    "Peters These ist, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in der Regel das persönliche Maximum der Karriere*leiter markiert und weitere Beförderungen ausbleiben lässt. Peter: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen."
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Avatar von Kikiri
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Wie ehrgeizig seid Ihr in Eurem Job, wie viel Wert habt Ihr auf Einkommen und Aufstieg/Führungsposition gelegt?
    Ist Euch das wichtig, oder steht eher der Spaß im Vordergrund?
    Priorität war: Soll mir liegen und ein gutes Einkommen (auch im Rentenalter) bieten. Ich wollte allein durch mein Gehalt immer selbstständig und unabhängig von einem Partner leben können. Eine abwechslungsreiche Tätigkeit war mir am liebsten.

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Wo steht Ihr jetzt?

    Geschafft!


    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Bisher waren mir eher zeitliche Selbstbestimmung wichtig, und dass mir die eigentliche Arbeit Spaß macht. Geld ist nicht egal, aber auch nicht das wichtigste.
    Da mir eine Vorgesetztenposition weder zeitlich, noch ausbildungstechnisch, noch verantwortlich liegt, bin ich sehr zufrieden. Mein Beruf erfüllt mich deutlich, und ich bin auch nach 33 Jahren noch sehr innovativ und engagiert. Nur so macht es mir Spaß!

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Jetzt denke ich drüber nach, ob ich die Prioritäten im jetzt folgenden Abschnitt mal ändern soll... Eine erfüllende Tätigkeit ist fein, aber wie lange?
    Bei mir: wenn es so weitergeht, erfüllt es mir bis zur Rente in 18+x-Jahren

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Und ich ertappe mich dabei, dass ich mich mit anderen vergleiche mit dem, was ich erreicht habe oder auch nicht. Wie ist das bei Euch?
    Ich habe alles in meinen Möglichkeiten erreicht. Neue Herausforderungen nehme ich gerne an. Es ist nie langweilig geworden, und trotz des gleichen Berufs ist die Tätigkeit heute fast komplett verändert und anders gewichtet.
    Wenn ich mich mit anderen vergleicht, bin ich sehr froh, mich für dieses Leben entschieden zu haben, es war aber auch viel Glück dabei.


    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich bekomme bei meinen erwachsenen Kindern mit, was die sich krummbuckeln, um ja aufzusteigen.
    Aufsteigen muss man echt wollen.
    Ich will es nicht. Ich vermute mal, dass ich einen ähnlichen Stundenlohn wie meine Vorgesetzten hätte, wenn diese ihre Stunden mal umrechnen würden. Zusätzlich habe ich einen besseren Kündigungsschutz und weniger Druck als diese. Mein Feierabend, Wochenende und Urlaub findet 100% außerhalb der Firma und deren E-Mails statt. Ausnahmen gibt es eher von meiner Seite, als dass sie angeordnet werden. Wenn ich krank bin, bin ich krank und muss nicht noch irgendwelche Präsentationen fertig machen und fiebrig im Büro hocken. Super!


    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Und da fällt mir ein altes Buch aus dem Jahre 1969 ein. "Das Peter-Prinzip" von Laurence J. Peter,"Peters These ist, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in der Regel das persönliche Maximum der Karriere*leiter markiert und weitere Beförderungen ausbleiben lässt. Peter: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen."
    Unterschreib!!!
    Am Ende meines Lebens will ich nicht sagen: Allen hat mein Leben gefallen, nur mir nicht!

  4. Inaktiver User

    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Wie ist das bei Euch?
    Mein beruflicher Ehrgeiz beschränkte sich meist darauf, überhaupt einen Job mit einigermaßen sicherem und gutem Einkommen zu haben. Ehrgeizig im Sinne von "auf Ziele hinarbeitend" war ich fast ausschließlich bei privaten Themen.

    Jetzt mit Ü50 (- und fast immer mit Ü50, wenngleich es bei Dir, ambiva, offenbar anders ist) sind die Karrieremöglichkeiten, wenn ich sie denn wollte, weitaus geringer als zwischen 30 und Anfang/Mitte 40.
    Mir macht das nichts aus, denn gerade jetzt ist mein Bestreben entgegengesetzt, nämlich beruflich zurückzurudern.
    Ich phantasiere tatsächlich schon über Ausstiegsszenarien, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Bezogen auf temporären Ausstieg aus dem Berufsleben (- bereits realisiert), bezogen darauf, meinen Job zu kündigen und stattdessen in meinen letzten Berufsjahren "Spaß-Jobs" anzunehmen (mittelfristig), und bezogen auf den kompletten Ausstieg aus dem Berufsleben (langfristig).

    Die Vergleiche, die Du erwähnst, würden bei mir, wenn ich sie anstellen würde (bzw. beim unbewussten Anstellen), dazu führen, dass ich jeglichen Respekt vor unserem Arbeitssystem verlieren würde, denn in meinem Umfeld gibt es bei gleichem Einsatz Gehaltsspreizungen, die kein Mensch versteht, aber offensichtlich systembedingt sind. Je nachdem, mit wem ich Umgang habe, bin ich entweder Großverdiener oder Geringverdiener. Das kann ich nicht ernst nehmen.


  5. Registriert seit
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    ich bin zunehmend ehrgeizig, ich bin gern die Chefin und ich mag es, inhaltlich und menschlich herausgefordert zu werden.

    und das bitte in einem Umfeld, das mir gefällt. (hab ich gefunden, was für ein Glück)

    Geld ist mir nicht wichtig. manchmal denke ich, ich sollte mehr Wert darauf legen, aber es gelingt mir nicht. :-/

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  6. Avatar von brighid
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    mein ehrgeiz hat sich immer darauf beschränkt: das bestmögliche ergebnis abzuliefern.

    ich glaube, es kommt auch darauf an: gibt mir diese tätigkeit etwas?

    karriere- nein, danke. ich war schon immer mehr beim fussvolk und ganz nah dran am patienten. bürokram, administratives und co? habe ich ein paar jahre als nicht-freigestellte betriebsrätin ausgetobt.

    und jetzt bin ich wieder an der basis. und ich merke: das ist was ich will. was mir mehr gibt als es mir nimmt.
    (und seien die schichten noch so herb)
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  7. Inaktiver User

    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ich bin gern die Chefin und ich mag es, inhaltlich und menschlich herausgefordert zu werden.
    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    mein ehrgeiz hat sich immer darauf beschränkt: das bestmögliche ergebnis abzuliefern.
    ich glaube, es kommt auch darauf an: gibt mir diese tätigkeit etwas?
    Das trifft alles auch auf mich zu. Es gelang mir allerdings noch nie, solche Qualitäten mental primär mit dem Beruf zu koppeln, da sich das Genannte ja auch im Privaten umsetzen lässt.

  8. Moderation
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    Wie ist das bei Euch?
    Durchwachsen.

    Ich wollte von meinem Job immer, daß ich (für mich!) interessante Themen bearbeite und eine gewisse Autonomie habe, und nicht "Lückenbüßer" bin. Es gab einen Moment in der Vergangenheit, wo ich davon so weit weggedriftet war, daß ich mir einen Termin gesetzt habe, bis zu dem ich entweder erfolgreich durchgestartet sin wollte oder Teilzeit machen würde (da meine Tätigkeit gut bezahlt ist, hatte ich den Spielraum). Da war ich sogar bereit, eine Führungsposition zu nehmen, obwohl "Leute organisieren" etwas ist, das ich lieber in meiner Freizeit mache. Es hat sich aber etwas in eine mehr technische Richtung ergeben, woran ich viel Spaß (und womit ich viel Streß und Überstunden) hatte.

    15 Jahre und ein sehr besch***n gelaufenes Projekt (verstieß gegen das, was ich als die zentrale Aufgabe meiner Tätigkeit sehe, und einiges andere) später fühle ich mich ein bißchen ausgepowert und habe derzeit keine großen Ambitionen. Wenn der Laden trotz aller neuen Regelungen und Richtlinien läuft, bin ich zufrieden mit mir, und die Leute, von denen ich vielleicht noch mal möchte, daß sie gut von mir denken, wenn eine interessante Aufgabe zu vergeben ist, sind es auch.

    Wenn ich mich mit denen unter meinen Freunden vergleiche, die die gleiche Ausbidung (oder sogar das gleiche Studium gemacht und dann auch abgeschlossen haben) stehe ich gar nicht so schlecht da. Vermutlich hatte ich mehr Glück, vielleicht hatte ich mehr Mut oder bessere Taktik, oder ich mußte ein paar Stufen höher kommen, um das zu tun zu finden, was ich wollte.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (26.05.2019 um 18:32 Uhr) Grund: ein Wort zuviel

  9. Moderation
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das trifft alles auch auf mich zu. Es gelang mir allerdings noch nie, solche Qualitäten mental primär mit dem Beruf zu koppeln, da sich das Genannte ja auch im Privaten umsetzen lässt.
    Ein Studienkollege von mir hat immer unheimlich was losgemacht. Sozialtier, Orga-guru, wo der war, passierten Dinge und es ging voran. Dann hat er eine Firma gegründet, und von da an in seiner Freizeit genetworkt und zu Hause vor allem gegrillt und Serien geguckt. So kann's gehen, wenn man ein besonderes Talent voll in den Beruf steckt.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Avatar von Spadina
    Registriert seit
    02.11.2011
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    3.885

    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Ich bin durch Krankheit, sehr schwere Krankheit damals aus meinem Job rausbefördert worden. Meine Welt brach zusammen. Bis dahin war ich ein gutes Pferd im Stall, wie man so sagte....

    Eine Umschulung wurde abgelehnt, weitere Krankheiten verhinderten dies auch.

    In dieser Zeit machte sich eine Begabung breit, wo ich sehr erfolgreich wurde, die Ergebnisse überstiegen bei weitem jegliche Vorstellungen von mir. Ich war zu Hause in Funk und TV.

    Das ist ewig her, aber noch heute kann ich sagen, ich habe mehr erreicht im Leben, als ich je zu träumen gewagt habe.

    Und nun, endlich, kann ich dort anknüpfen, wo ich damals wegen Krankheit abbrechen mußte. Ich habe im Moment ein Projekt, wo ich erst einmal Klinken putzen muß, aber wenn da einer drauf anspringt, wird es das Highlight meines Lebens.

    Und ja, im Moment verbeiße ich mich im Projekt Ehrgeiz. Wäre zu schön, wenn es wahr werden würde, könnte.
    Würde auch eine Minimalrente sehr erfrischend aus den Angeln heben.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

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