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  1. Registriert seit
    09.10.2018
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Ja, aber solchen prekären Jobs wird hier ja nicht das Wort geredet. Das sind ja Jobs, die in der Regel nicht aufgenommen werden, weil sie so toll sind, sondern weil die Arbeitnehmer keine anderen Möglichkeiten haben.


  2. Registriert seit
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Die Opposition "schön, aber schlecht bezahlt" vs. "gut bezahlt, aber ätzend" wird nach meiner ERfahrung meistens dann hervorgeholt, wenn man Leuten klarmachen will, dass es keine Gehaltserhöhung gibt, weil "wir ja hier wie in einer Familie sind und es so ein gutes Betriebsklima gibt", während das anderswo vielleicht höhere Gehalt mit Ellenbogenmentalität etc. einhergeht.
    Was mich betrifft, gibt's die interessanten aber wenig/gar nicht bezahlten Tätigkeiten nicht am selben Ort wie die annehmbar oder gut bezahlten, aber öden Jobs. Sind andere Institutionen.

    Ich mach halt einfach gern Dinge, die mich interessieren, ich bin ungebunden und genügsam, ich hab geringe Fixkosten, das gibt mir einigen Spielraum. Und da ich immer wieder gern Dinge mache, die ich vorher nie gemacht hatte, fehlt es mir meist an den notwendigen Papierchen (Diplomen, Ausbildungsbescheinigungen etc.), um in diese Tätigkeiten zu einem branchenüblichen Lohn reinzukommen, oder überhaupt reinzukommen.

    Aber ich kann sie ehrenamtlich machen und hab jede Menge Spass dabei, lerne enorm viel, und hoffe auch, dass auch ein ehrenamtlich erfolgreich abgeschlossenes Projekt mir womöglich die eine oder andere neue Tür öffnet, auch zum Geld reinholen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  3. Moderation
    Registriert seit
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    34.236

    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Man kann ja, wenn man sich das leisten kann, auch ehrgeizig in Fertigkeiten sein. Ganz unabhängig vom Geld bin ich sehr zufrieden mit mir, wenn ich nachweislich gut bin und darüber geredet wird. Aber wenn die Kasse nicht stimmt, habe ich dazu nur eingeschränkt Gelegenheit, weil ich ja noch Geld verdienen muß...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Vielleicht, weil jemand, der "wirklich" Karriere gemacht hat, zumindest tagsüber kaum Zeit haben dürfte, hier regelmäßig zu posten. Die meisten Posten dieser Art sind doch eher arbeitsintensiv.
    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Ich sach jetzt mal lästerlich, da die meisten das eben nicht können, machen sie vermutlich zurzeit eher ihre Arbeit.
    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    die meisten Chefs haben doch eine ganze Reihe Aufgaben, die ihnen niemand abnehmen kann.
    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Ansonsten bezweifle ich einfach, dass die tollen Karrieretypen ihre freie Zeit dann in der Bri verdaddeln.
    Hm, meine Realität (oder Wahrnehmung) sieht anders aus.
    Karriere wird aus den verschiedensten Gründen gemacht, aber nicht, weil man mehr als andere arbeitet, und auch wenn man dann Karriere gemacht hat, arbeitet man nicht zwangsläufig mehr.
    Entscheidend sind vielmehr (- hier in willkürlicher Reihenfolge genannt): Begabung, politisches Geschick, kontextkompatible Charaktereigenschaften (z.B. Durchsetzungsfähigkeit oder Integrative Wirkung auf's Team), Zufall/Glück, erklärter Karrierewillen, Nasenfaktor, Ähnlichkeit mit dem Chef, Willen zur Anpassung und Einordnung in Hierarchie (also z.B. nie Vorgesetzte infragestellen), effizientes Zeitmanagement, usw. usw.

    Wenn ich mich so umschaue, wird in unteren Rängen mindestens genausoviel, oft sogar mehr gearbeitet als in höheren. V.a. von den jungen Kollegen wird in meiner Branche überdurchschnittlicher Einsatz verlangt, nicht etwa von deren Chefs.
    Die am schlechtesten bezahlten Leute in meinem Bekanntenkreis arbeiten am meisten.
    Usw.

    @carassia, darf ich fragen, aus welchen Branchen sich Deine Erfahrung primär speist?
    Ich frage mich nämlich, ob ich entweder in einem ganz anderen Umfeld arbeite und lebe, oder ob ich hier eine Wahrnehmungsverzerrung habe.


  5. Registriert seit
    09.10.2018
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Dazu kann ich leider nichts sagen, da ich ein Orchideenfach studiert habe, in dem ich auch arbeite.
    Aber natürlich sind unterschiedliche Bereiche mit unterschiedlichen Typen ausgestattet, und sicher arbeiten viele schlecht bezahlte Leute auch mehr als hochbezahlte.
    Von den Karrieretypen, die ich kenne, sitzt aber keiner den ganzen Tag vorm Rechner und tippt nebenbei in der Bri (oder sonstigen Foren).
    Davon ab, glaube ich auch so manches nicht, was hier teilweise sehr übertrieben dargestellt wird.

    Aber das ist würde jetzt komplett /ot ... wie kamen wir eigentlich darauf?

  6. Inaktiver User

    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Aber das ist würde jetzt komplett /ot ... wie kamen wir eigentlich darauf?
    Weil Du "keine Zeit für die Bri" als Grund genannt hattest, weshalb hier keine Karrieremenschen schreiben. Und weil einige hier das Zeitthema als Grund aufführten, weshalb sie keine Karriere möchten.
    Mein Statement ist, dass Karriere und Zeitaufwand nicht so viel miteinander zu tun haben.

  7. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: das war in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich.

    Ich bin ehrgeizig, was Leistung betrifft. Und interessiere mich für viele Bereiche und Fächer. Das hat zu einem entsprechenden Abi geführt und mir ermöglicht, mein Studium nach Neigung zu wählen.

    Besonders nach vorne geschaut und mein berufliches Fortkommen geplant, habe ich im Studium dann nicht. Ich war auf die Inhalte und meine persönliche Entwicklung fokussiert. Was allerdings zu einer Dissertation geführt hat und auch zu einem guten Abschluss.

    Zu der Zeit bekamen angehende Medizinerinnen die ermutigende Botschaft mit auf den Weg, daß wir uns ohnehin zwischen Karriere und Familie entscheiden müssten. Beides zusammen: nicht möglich. Auch kursierte die Story vom Berliner Chefarzt, der im Vorstellungsgespräch sagte, legen Sie mir Ihren Uterus in Spiritus auf den Tisch, dann stelle ich Sie ein. Im damaligen Klima und Desinteresse am beruflichen Fortkommen von Ärztinnen absolut glaubhaft (obs nun stimmt oder nicht).

    Ich lasse mir ungern vorschreiben, wie ich zu leben habe. Außerdem schlug dann die Liebe in mein Leben ein und das war für mich zentral. Fortan mussten zwei Leute mit ihrem beruflichen Weg unter einen Hut gebracht werden. Auch wenn ich in einer renommierten Klinik anfing, hat mir damals meine Vielseitigkeit ein Schnippchen geschlagen und mich von meinem persönlichen Weg weggeleitet. Den habe ich dann nach dem zweiten und dritten Kind wieder aufgenommen, das war an sich schon zielstrebig. (Denn, wie gesagt, im System nicht vorgesehen).

    Das ging, weil wir uns abgewechselt haben mit dem Fortkommen. Und dann das Land gewechselt, was vieles erleichtert hat. Hier habe ich dann zügig meine Weiterbildung durchgezogen und in meiner Abteilung Pflöcke eingeschlagen, was ich als Spezialgebiet machen und entwickeln will. Außerdem ein relativ gutes Gehalt verhandelt und durchgesetzt, dass ich ein Forschungsprojekt aufbauen kann. Mir macht mein Beruf Spaß und ich finde ihn sehr interessant.

    Ich erkenne mich am meisten in den bisherigen Beiträgen wieder, in denen Ehrgeiz bei Kenntnissen und Fähigkeiten beschrieben wurde. Fachlicher Einfluss ist mir wichtig, nicht Personalverantwortung. Aber manchmal geht das eine nicht ohne das andere, und da werde ich demnächst vielleicht stehen und sehen müssen.

    Daher: nicht so planmäßig wie manche andere, und mir geht es nicht um eine nominell angesehene oder hochrangige Stellung. Sondern um Inhalte und Entscheidungsmöglichkeiten, da bin ich sowohl ehrgeizig als auch lustbetont.

  8. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Ein wunderbares Thema - leider im 50 plus-Bereich - da bin ich erst in einigen Jahren und scheue noch vor der Zahl.
    Ehrgeiz ist irgendwie ein Lebensthema bei mir. Ich lese weiter zu....
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  9. Avatar von agathe13
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm, meine Realität (oder Wahrnehmung) sieht anders aus.
    Karriere wird aus den verschiedensten Gründen gemacht, aber nicht, weil man mehr als andere arbeitet, und auch wenn man dann Karriere gemacht hat, arbeitet man nicht zwangsläufig mehr.
    Entscheidend sind vielmehr (- hier in willkürlicher Reihenfolge genannt): Begabung, politisches Geschick, kontextkompatible Charaktereigenschaften (z.B. Durchsetzungsfähigkeit oder Integrative Wirkung auf's Team), Zufall/Glück, erklärter Karrierewillen, Nasenfaktor, Ähnlichkeit mit dem Chef, Willen zur Anpassung und Einordnung in Hierarchie (also z.B. nie Vorgesetzte infragestellen), effizientes Zeitmanagement, usw. usw.

    Wenn ich mich so umschaue, wird in unteren Rängen mindestens genausoviel, oft sogar mehr gearbeitet als in höheren. V.a. von den jungen Kollegen wird in meiner Branche überdurchschnittlicher Einsatz verlangt, nicht etwa von deren Chefs.
    Die am schlechtesten bezahlten Leute in meinem Bekanntenkreis arbeiten am meisten.
    Usw.
    Das erlebe ich genauso - danke für die gute Zusammenfassung.

  10. Avatar von agathe13
    Registriert seit
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    AW: Wie ehrgeizig wart oder seid Ihr, beruflich?

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Von den Karrieretypen, die ich kenne, sitzt aber keiner den ganzen Tag vorm Rechner und tippt nebenbei in der Bri (oder sonstigen Foren).
    Hm, da ich den Leuten nicht auf den Monitor schaue in der Regel, mag ich mir darüber kein Urteil erlauben ;-)

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