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  1. Avatar von Senay
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    Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zur Zeit versuche ich mit einer sehr schmerzhaften, und von mir nicht gewollten Trennung fertig zu werden. Oder in anderen Worten, ich wurde verlassen.
    Diese Trennung soll aber eigentlich gar nicht das Thema sein... die Frage die sich mir in der letzten Zeit immer wieder stellt ist, warum glauben die Menschen, dass man nach einer Trennung möglichst schnell wieder versuchen sollte, sein normales Leben weiter zu führen, sich nach neuen Partnern umzusehen, den alten möglichst schnell zu vergessen, und doch bloß nicht ständig so traurig zu sein.
    Niemals habe ich erlebt, dass sowas an Menschen herangetragen wird, die ihren Partner durch den Tod verloren haben. Diesen Menschen gesteht man zu, zu trauern, auch über einen langen Zeitraum hinweg. Da gibt es eher schräge Blicke, wenn schnell wieder ein neuer Partner präsentiert wird.

    Dabei ist doch das "Ergebnis" eigentlich bei beiden Ereignissen das selbe... der Mensch den ich liebe ist nicht mehr da. Und bei einer ungewollten Trennung muss ich sogar zusätzlich noch die Zurückweisung ertragen, ich quäle mich mit Fragen, ob ich etwas hätte ändern können, oder ob ich einfach grundsätzlich nicht "gut genug" war. Ein Mensch der stirbt, tut das meistens nicht freiwillig, ein Mensch der verlässt aber schon und ich muss den Verlust verarbeiten und die Gedanken darüber, dass der geliebte Mensch sein Leben nicht mehr mit mir teilen will.

    Es fällt mir schwer, meine Gedanken wirklich in Worte zu fassen, aber es kommt mir irgendwie so vor, als wäre der Tod ein "Verlust 1. Klasse" und wenn man verlassen wird, ist das etwas was auch irgendwie selbst verschuldet ist, und da soll man doch bitte nicht so ein Gewese drum machen (überspitzt gesagt) und möglichst schnell wieder zur Tagesordnung über gehen und fröhlich sein...

    Kann das irgend jemand nachvollziehen?
    Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)

  2. Inaktiver User

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Hallo Senay,

    einen derartigen Umgang miteinander in diesem Fall kenne ich so nicht.
    Allerdings muss ich sagen, dass ich eigentlich nur eine Trennung begleitet habe und zwar die meiner langjährigen Freundin. Wir kennen uns aus Kindertagen.

    Letztlich musst Du für Dich ja selbst entscheiden, wie Du (weiter-)leben möchtest. Willst Du immer in Trauer um die Beziehung bleiben oder erkennst Du für Dich auch neue Chancen?

    Wie lange ist es denn her?
    Oder ist es "taufrisch" passiert?

  3. Avatar von Giesskanne
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ich kann das total gut nachvollziehen, was du meinst. Ich denke das kommt durch die heutige Zeit, wo alles ständig perfekt und in Ordnung sein muss. Mich nervt das auch an meiner Generation und die die jetzt Teenie sind, werden noch schlimmer. Alles wird irgendwie schneller und effizienter, und so sollen dann auch Trennungen oder Trauer behandelt werden. Ich find es nicht gut. Wir sind immer noch Menschen, keine Maschinen und brauchen eben einen gewissen Zeitraum um Dinge zu verarbeiten.

  4. Avatar von overknee
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Nein, solche einen "Umgang" von anderen kenne ich nicht. Und hier im Forum schon gar nicht. Da haben alle sehr viel Verständnis mit der Trauer über eine Trennung. Jeder spendet Trost und sagt, es dauert, aber es wird wieder besser.

    Der Trennungsschmerz dürfte doch etwas anderes sein, als die Trauer im Falle eines Todes.
    Da ist vielleicht noch etwas unausgesprochen oder nicht getan, die Chance ist unwiderruflich vorbei.
    Diese Unwiderruflichkeit gibt es bei Trennungen nicht. Man kann die Trauer vielleicht umwandelt in Wut, wie kann ich über einen Gestorbenen wirklich Wut empfinden?

    Liebeskummer ist wirklich sehr, sehr heftig. Wenn Freunde sagen, nun los, mach, bewege dich gehe dagegen an. meinen es wohl alle gut. Kaum einer kennt keinen Liebeskummer. Jeder weiß, dass geht irgendwann vorbei. Es dauert, aber es geht vorbei.

    Über den Verlust meines Bruders komme ich niemals hinweg.

  5. Avatar von Senay
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Es ist alles noch recht frisch, aber was heißt denn "willst Du in Trauer bleiben"?
    Trauer ist doch etwas, was ich mir nicht bewusst vornehme, sicherlich wird sich das Gefühl über die Zeit verändern, aber wann es besser wird kann ich doch nur bedingt beeinflussen.
    Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)


  6. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Hallo Senay!

    Schräge Blicke, weil man nicht schnell genug mit neuem Partner aufwarten kann - das kenne ich GsD aus eigener Erfahrung nicht.
    Aber wenn es Dir so geht, ist das sehr bitter: Du musst nicht nur den Verlust verkraften, sondern auch eine belastende Reaktion Deines Umfeldes. Gibt es denn dort auch Menschen, die sich mitfühlend verhalten?

    Jetzt sehe ich grade, dass die Trennung noch frisch ist - wer trägt denn solche Erwartungen an Dich heran?


  7. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ich kann nur für mich selbst sprechen.

    Auch ich habe meine Zeit gebraucht, um mit der Trennung zurecht zu kommen. Du solltest dich da nicht von außen unter Druck setzen lassen.

    Wenn du erst einmal alleine sein willst, dann ist das vollkommen okay.

    Schau jetzt nach dem, was dir selbst gut tut. Du musst dabei auf niemanden Rücksicht nehmen. Gönn dir jetzt das, worauf du deinem ehemaligen Partner zuliebe immer verzichtet hast.

    Alles Weitere wird sich finden.

  8. Avatar von Senay
    Registriert seit
    01.03.2004
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    223

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Das mit dem neuen Partner war jetzt nur ein Beispiel, vielleicht etwas überzogen formuliert.
    Aktuell erwartet niemand von mir eine neue Beziehung, aber dies ist nicht meine erste Trennung, und ich habe schon öfter auch im Umfeld erlebt, dass nach einer Trennung viel eher wieder "Normalität" erwartet wird als nach einem Todesfall.
    Und das finde ich persönlich seltsam. Ich habe auch schon Todesfälle in der Familie erleben müssen, die für mich sehr schmerzhaft waren, dennoch konnte ich sie fast einfacher akzeptieren als ungewollte Trennungen. Möglicherweise weil ich dabei nicht das Gefühl hatte, dass diese Menschen von mir weg wollten... sie hatten einfach keine Wahl...
    Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)

  9. Avatar von overknee
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    1.905

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    So unterschiedlich ist es eben.
    weil fast jeder Mensch Liebeskummer und Trennungsschmerz hatte, weiß jeder, dass der Schmerz vergehen wird.

    Wenn so Deine Erfahrungen mit der Todestrauer sind, dass sind die eben so.
    Meine sind anders. Mein Bruder ist fast 6 Jahre tot und ich weine noch mindestens jede Woche um ihn.
    Wenn mir da einer sagen würde, ich solle aufhören zu trauern, würde ich sagen, du kannst mich mal.

    Du brauchst eben so lange, wie Du brauchst. Auch über die vergeben Chance, es diesmal zu schaffen.

  10. Inaktiver User

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Doppelt

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