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  1. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ich finde, Ehrlichkeit sich selbst gegenüber kann sehr gut helfen, um das Geschehene zu verarbeiten.

    Wenn man selbst ein Teil des Problems war, dann erleichtert das die Bewältigung.
    Wenn man sich nichts vormacht und dann bei sehr offener Überprüfung zum Ergebnis komnmt, dass es nicht an einem selbst liegt, dann ist auch das eine Erleichterung.


  2. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Der Blick auf die Hintergründe zu einer Trennung, sind sicherlich hilfreich- wenn etwas mehr Zeit vergangen ist.

    Der Schmerz wird, in der akuten Schmerzphase, dadurch nicht weniger, eher kann noch die eigene Verurteilung dazu kommen, weil man es nicht gesehen hat. Wer braucht zum Verlust noch die Selbstanklage?

    Gerne gibt es ja auch den Satz "sei froh, dass du ihn los bist"- was sich noch nie erleichternd angefühlt hat, wenn man noch mitten im Schmerz steckt.
    Es ist wenig empathisch, denn die aktuelle Situation mit ihren Gefühlen wird damit weder anerkannt noch ernst genommen.
    Auch da wieder, zeigt sich, wie schnell wir auch andere aus den "schlechten Gefühlen" herausholen wollen und nicht aushalten oder ertragen, dass es schlicht OK ist, sich für eine Zeit auch einmal richtig schlecht zu fühlen.

  3. Avatar von Apprenti
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Kitty_Snicket Beitrag anzeigen
    Bei einer Trennung - gibt es immer eine Vorgeschichte, Anzeichen, und Verantwortung auf beiden Seiten. Ausnahmen bestätigen die Regel
    Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Satz. Und hat zumindest mir in der Vergangenheit (wenn auch erst nach einiger Zeit) geholfen eine Trennung zu verarbeiten.
    Apprenti


  4. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Der Blick auf die Hintergründe zu einer Trennung, sind sicherlich hilfreich- wenn etwas mehr Zeit vergangen ist.

    Der Schmerz wird, in der akuten Schmerzphase, dadurch nicht weniger, eher kann noch die eigene Verurteilung dazu kommen, weil man es nicht gesehen hat. Wer braucht zum Verlust noch die Selbstanklage?
    In der "Akutphase" gelingt es einem eh nicht, sich selbst konstruktiv kritisch zu sehen. Da wird erstmal der ganze Frust, die Wut, die Enttäuschung auf den anderen "abgeladen". Ist auch vollkommen i.O., so sich ein Beteiligter in der Beziehung als Verlierer auf der ganzen Linie sieht und der Auffassung ist, nichts, aber auch gar nichts getan zu haben, dass es zu dieser Trennung kommt.

    Erst wenn diese Gefühlswallungen sich gelegt haben, wird - wie nach der Verliebtheitsphase - der Blick aufs Wesentliche frei, so der Wille dazu besteht, es für sich auch ordentlich auf die Reihe zu kriegen. Manche schaffen das aus eigener Kraft, manche brauchen professionelle Hilfe, weil sie aus gewissen Endlosschleifen nicht herauskommen.

    Das Umfeld, das nicht in der Lage ist, einen Verlassenen in diesen Phasen zu begleiten, ist sicherlich wenig bis gar nicht hilfreich und wenn abgedroschene Sprüche kommen, sollte schon der Mut vorhanden sein, das auch nett, aber bestimmt zu äußern. Was ist dagegen einzuwenden, in diesem Fall zu sagen: "Hömma Gisela, ich finde es total toll von Dir, dass Du mit mir heute in die Stadt gehst, bummeln, Käffchen schlürfen, damit ich ein wenig abgelenkt werde. Und ich weiß auch, dass Du es gut meinst, aber Deine Botschaften kommen leider bei mir nicht so an, wie Du es gern hättest. Ich würde vorschlagen, wir genießen den Tag und ich werde das schon schaffen."?
    Man lebt nur einmal. Stellt man's richtig an, reicht das auch.

  5. Inaktiver User

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Senay Beitrag anzeigen
    Ja, so in die Richtung gehen die Kommentare... und sie kommen eigentlich nahezu von allen, ausser von den allernächsten Freunden, die was von der Geschichte mitbekommen.
    Kümmere dich nicht um dummes Geschwätz.
    Auf den Tag, an dem du beschließen wirst, dass du genug getrauert hast

  6. Avatar von Senay
    Registriert seit
    01.03.2004
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Danke, ich fürchte, das wird noch etwas dauern...
    Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)


  7. Registriert seit
    27.01.2006
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    345

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Trennungsschmerz wäre "gleichbedeutend" wie die Trauer bei einem Todesfall.

    Nein, ist es nicht.

    Der Tod meines Mannes war der Super-GAU in meinem Leben.

    Liebeskummer ist was ganz anderes. Ich habe immer sehr lange gebraucht, um Trennungen zu verarbeiten - auch, wenn sie von mir ausgegangen sind. Ich habe da teilweise körperliche Beschwerden bekommen. Mit Selbstmitleid hat das nun wirklich nichts zu tun. Die Seele leidet und meldet sich.

  8. Inaktiver User

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Senay Beitrag anzeigen
    Danke, ich fürchte, das wird noch etwas dauern...
    Ja dann dauert es halt, es ist recht frisch, hast du geschrieben und es es ist sowieso dein gutes Recht, genau so lange zu trauern wie du es brauchst. Immer diese Hetzerei Du bist NIEMANDEM Rechenschaft schuldig. Deine Freunde verstehen dich, sagst du, die anderen sollen sich in Geduld üben.
    Ich wurde nach so einer Verlassenssituation irgendwann (nach 2 Jahren) mit mir selbst ungeduldig und fand, langsam könnte es endlich vorbei sein mit dem Unglücklichsein. War es zwar nicht, aber weil mich dann das Unglücklichsein per se auch noch unglücklich machte, habe ich begonnen, vor mir so zu tun als wäre alles wieder gut. Das war wahrscheinlich der Zeitpunkt, auf den alle warten: wo man wieder beginnt, aktiv zu werden und wo eine glückliche Zukunft ohne den Ex vorstellbar wird und es nach außen hin scheint, als ginge es bergauf. In Wirklichkeit war noch längst gar nix gut.
    Aber mich hat damals niemand sonst angetrieben! Wenn mir da einer zu früh gekommen wäre, hätte ich was Bissiges gesagt-so in der Richtung, er soll schweigen, wenn er nichts von der Sache versteht- und Abstand genommen.

    Bei einer ungewollten Trennung von einem Menschen, den man sehr geliebt hat, stirbt er in mir und es sterben Teile von mir. Es handelt sich somit um einen psychischen Todesfall.
    Vergleichend will ich das nicht bewerten.


  9. Registriert seit
    11.06.2019
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Senay Beitrag anzeigen
    Ich glaube auch wirklich, dass der Tod meines Expartners für mich eher zu ertragen wäre... wenn er tot wäre, könnte ich die Dinge die mich an ihn erinnern, die Bilder von ihm, seine Geschenke an mich, in liebevoller Erinnerung behalten und ansehen. Ich könnte, zwar tieftraurig, aber auch voller Liebe an ihn zurückdenken.
    So ist da einfach nur das Gefühl, dass alles falsch war, was ich geglaubt habe... ein Bild von ihm anzusehen ist nur schrecklich und Dinge die mich an ihn erinnern machen nur traurig.

    Es ist schwer für mich das in Worte zu fassen, ich will auch niemandem zu nahe treten, der das anders empfindet, und das sind ja offenbar die meisten.

    Ich denke auch, dass Overknee recht hat, es hat sehr viel mit der Zurückweisung zu tun, das tut einfach doppelt weh. Der Mensch ist weg und zusätzlich will er mich einfach nicht mehr.
    auweia, das mag ja stimmen. Aber, ich würde nicht wagen das so zu schreiben.

    Es gab ne Zeit da hatte ich glühend die Witwen beneidet.
    Und heutzutage traue ich mich das sogar - in Watte gepackt - auszudrücken.
    Einer ehemals sehr guten Freunding gegenüber zum Beispiel - die sich so richtig in ihren Status eingerichtet hat.
    Der ich ihr aber nicht streitig machen will.

    Bei mir kommt ja noch hinzu - dass ich gegangen bin.
    Weil ich musste. Man geht ja in der Regel nicht aus einer Laune heraus - oder weil man was Besseres getroffen hat.

    Heute gestehe ich mir einfach zu: nicht so modern zu sein - und ihn so locker auf Familienveranstaltungen - mit neuer Frau - sehen zu wollen. Nein, ich will das nicht, basta.

    Was die Trauer betrifft: die würde ich raten bis auf den Grund zu erleben.
    Dann taucht man wie Phönix aus der Asche wieder heraus.

    Heute denke ich: es gibt Zeiten der Gemeinsamkeit wie Ehe und Beziehung - und eben Zeiten des Alleinseins.
    Vielleicht wusste ich insgeheim schon immer darum. So eine Patchwork-Situation hätte ich nie, niemals gewollt.

    Da suchen sich dann meist alle die Rosinen heraus.
    Bei erwachsenen, auf eigenen Beinen stehenden Kindern ist das noch was Anderes.

    Senay, mir scheint es liegt auch an der Tiefe deiner Gefühle - dass du diesen Verlust eben so betrauern muss.
    Ich finde das gesund. Höre auf dich, dein Herz.

    Und wenn du auch gegen den Zeitgeist schwimmst.
    Als überwunden gilt, was Neues zumindest am Start und sich munter wieder mit der alten Konstellation tummeln zu können.

    Alles Andere gilt manchmal sogar als verbittert.
    Na und?

    Ich zwinge mich auch nicht zu einem Verhalten was mir eben nicht gut tut.
    Für keinen.

    Du bist die Hauptfigur in deinem Leben - und auch der Regisseur.
    By the way, manchmal bewundere ich fast Menschen wie die sich immer wieder was Neues suchen können - wie einen unserer Altkanzler. Ich würde da regelrecht durcheinander kommen, würde die Namen verwechseln oder was....

    Alles Gute wünscht die Scheherezade
    Man weiß selten, was Glück
    ist, aber man weiß meist,
    was Glück war.
    Francoise Sagan

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