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  1. Avatar von AweSomeOne
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ja, das sehe ich auch so.

    Völlig unterschiedliche Dinge, die nur schwer miteinander vergleichbar sind.

    Vielleicht ein bisschen irritierend, weil die TE eben eine "grundsätzliche Frage zum Thema Verlust" gestellt hat.

    Gemeint hat sie aber wohl tatsächlich das, was du geschrieben hast.

    So wie ich es verstanden habe, ob ihr Umfeld mehr Verständnis für ihre "Trauer" hätte, wenn sie verwitwet wäre.

    Und das kann ich aus meinem Erleben so nicht bestätigen, weil das eben jeder individuell aus der Beziehung heraus zu dem "Verlorengegangenen" empfindet.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —


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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ich kann nicht beurteilen, ob der Verlust einer Beziehung genauso schlimm ist, wie ein das Sterben des Partners.
    Und ich glaube auch, dass man das nicht sagen kann.
    Jede Beziehung- zu jedem einzelnen Menschen- ist einzigartig und damit ist es unmöglich ein Urteil über die Gefühle in einem Menschen abzugeben.

    Wenn man verlassen wird und der andere hat die Verbindung zu 100% gekappt, dann IST es ein 100%tiger Verlust und der ist selbstverständlich gleichzusetzen mit einem Sterben.
    Ich kann eben nicht mehr Kontakt aufnehmen - das, was war, ist Vergangenheit.
    Und es durchläuft genau dieselben Phasen, wie bei einem richtigen Tod.

    Und ich habe schon die Sätze gehört, dass der Tod leichter gewesen wäre- denn dann wäre das Ende besser zu verkraften gewesen.
    In einem Fall, hatte der Getrennte kurz drauf eine neue Freundin und präsentierte stolz sein neues Glück- während seine Ex noch in der absoluten Fassungslosigkeit der Umstände stand.
    Ja- ich glaube sofort, dass sowas als unerträglich empfunden wird.

    Zu sagen "Tod ist schlimmer" - ist also in meinen Augen nicht zu sagen- wir können nicht beurteilen, wie sich ein anderer fühlt!

    Dass unsere Gesellschaft weder mit Abschied noch mit Trauer oder gar Tod zurecht kommt- ist traurige Wahrheit.
    Bei Trauer kann man nichts "machen".
    Fehlt dir Mehl zum Backen, kaufe ich dir ein Pfund Mehl- hast du Rückenschmerzen, massiere ich dich, nenn dir einen Arzt oder gebe dir eine Tablette........bei fast allem können wir etwas "tun"- bei Trauer nicht.

    Nur dasein, nur zuhören, die Tränen des anderen aushalten- ist für sehr viele Menschen unglaubliich schwer und unerträglich.
    Auch deshalb, weil fast jeder von uns eine "Kammer der Tränen" in sich hat und mit den Tränen des Gegenüber, das eigene dicke Vorhängeschloss aufgelöst werden kann als wäre es Salzsäure. Die gut geschützten eigenen Tränen, könnten so einen Weg "nach draußen" finden. Das möchte keiner, nicht umsonst gibt es dieses Vorhängeschloss

    Trauer braucht Zeit und damit hält sowas auf- wie wenig passt das in unsere Zeit?

    Liebe TE, halte dich einfach an die Menschen, die dir Verständnis entgegen bringen.
    Wer das nicht kann, kann es nicht besser und meint es auch sicher nicht böse - die Angst vor eigenen Gefühlen ist nunmal groß. Je nach Situation können wir uns dort alle wieder finden

    Trauerverarbeitung bleibt letztlich bei demjenigen, der sie hat- keiner kann einem die Trauer wirklich abnehmen.
    Kümmere dich gut um dich selbst- das Lesen von Büchern über Trauerverarbeitung, würde ich sehr empfehlen- denn der Grundprozess ist tatsächlich derselbe.

    Alles Gute für dich
    lg kenzia

  3. Avatar von Senay
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ich glaube auch wirklich, dass der Tod meines Expartners für mich eher zu ertragen wäre... wenn er tot wäre, könnte ich die Dinge die mich an ihn erinnern, die Bilder von ihm, seine Geschenke an mich, in liebevoller Erinnerung behalten und ansehen. Ich könnte, zwar tieftraurig, aber auch voller Liebe an ihn zurückdenken.
    So ist da einfach nur das Gefühl, dass alles falsch war, was ich geglaubt habe... ein Bild von ihm anzusehen ist nur schrecklich und Dinge die mich an ihn erinnern machen nur traurig.

    Es ist schwer für mich das in Worte zu fassen, ich will auch niemandem zu nahe treten, der das anders empfindet, und das sind ja offenbar die meisten.

    Ich denke auch, dass Overknee recht hat, es hat sehr viel mit der Zurückweisung zu tun, das tut einfach doppelt weh. Der Mensch ist weg und zusätzlich will er mich einfach nicht mehr.
    Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)

  4. Avatar von overknee
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Hallo Senay, kannst Du vielleicht versuchen, ein bisschen Wut zu entwickeln? Dir auch schlimme Momente während der Partnerschaft in Erinnerung zu rufen? Als meine Freundin nach 4 Jahren total plötzlich "abserviert" wurde und sie in eine Depression gerutscht ist, hat es ihr geholfen, wenn ich bei ihr war mit mir zusammen sich über das negative so richtig "auszukotzen" und nicht alles rosarot in der Erinnerung stehen zu lassen.
    Ich möchte nicht in Deiner Haut stecken. Es ist so schwer, sich wieder "aufzubauen".

  5. Avatar von AweSomeOne
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Senay Beitrag anzeigen
    Ich glaube auch wirklich, dass der Tod meines Expartners für mich eher zu ertragen wäre... wenn er tot wäre, könnte ich die Dinge die mich an ihn erinnern, die Bilder von ihm, seine Geschenke an mich, in liebevoller Erinnerung behalten und ansehen. Ich könnte, zwar tieftraurig, aber auch voller Liebe an ihn zurückdenken.
    Aber nur weil jemand tot ist, muss man nicht zwingend in Liebe an ihn zurückdenken.

    Wie gesagt, es hängt stark davon ab, wie das Verhältnis zu demjenigen war. Und wenn "man" dann nicht angemessen oder wie erwartet trauert, kommen noch massive Schuldgefühle dazu, weil man anders trauert.

    Es ist schlimm, was dir passiert ist. Und du darfst traurig, wütend oder enttäuscht sein.
    Letztendlich wird dir wohl nur die Zeit über den Verlust hinweghelfen.

    Und ansonsten kann ich mich nur overknee anschließen. Besonders Wut kann sehr hilfreich sein.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —


  6. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Eine Beziehung ist ja auch mehr als ich+du. Abgesehen davon, was der Verlust bei mir selbst ausgelöst hat, habe ich es so empfunden, dass er das WIR brutal gemeuchelt hat. Ich habe dieses WIR jahrelang gehegt und gepflegt und von vollem Herzen geliebt. Man kann seine Gefühle und Gedanken zwar noch an den Partner heften, man kann ihn ja auch immer lieben, egal wo er ist und ob tot oder lebendig. Aber das WIR war zu Ende, so plötzlich und für immer. Um den Mann konnte ich nicht trauern, dafür war das Ende zu brutal. Aber das tote WIR, das hat weh getan.

  7. Avatar von AweSomeOne
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von spreefee Beitrag anzeigen
    Eine Beziehung ist ja auch mehr als ich+du.
    [...]
    Aber das tote WIR, das hat weh getan.
    für den ersten Satz

    für den letzten Satz
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

  8. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    kenzia


  9. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von AweSomeOne Beitrag anzeigen
    für den ersten Satz

    für den letzten Satz
    Danke.

    Aber nochmal: der Mann war nicht gut für mich. Ich bin gespannt, was Senay für sich erkennt mit der Zeit...


  10. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Als mir nach der Trennung gesagt wurde: SUPER jetzt kriegst du ein funkelnagelneues Leben und kannst es genau so einrichten, wie du willst, war ich echt sauer. Ich wollte kein funkelnagelneues eigenes Leben, ich wollt WIR zurück.

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