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  1. Inaktiver User

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Senay Beitrag anzeigen
    Möglicherweise weil ich dabei nicht das Gefühl hatte, dass diese Menschen von mir weg wollten... sie hatten einfach keine Wahl...
    Ist natürlich eine Gefühlsgemengelage, die da ausgelöst und verarbeitet werden muss.

    Leider kannst Du die Menschen um Dich herum nicht ändern. So sie sich zu vorschnellen Äußerungen Dir ggüber hinreißen lassen, musst Du schon den Mut haben, das auch zu sagen, dass diese Art für Dich wenig (bis gar nicht?) hilfreich ist. Aber ich weiß nicht, in welchem Verhältnis die Menschen zu Dir stehen, ob es Dich verletzt oder Du es als "unqualifizierte" Meinung anderer so stehen lassen und Dir Deinen Teil denken kannst?

    Und wie Wolfgang schon schrieb: Denk an Dich, versuch Dinge zu tun, die Dir gut tun und nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.

  2. Avatar von twix25
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Von plötzlichen und "zu frühen" Todesfällen komplett abgesehen, finde ich eine Trennung auch echt schwer zu verarbeiten.

    Auch als ich mich nach vielen Jahren getrennt habe, hatte ich richtiggehende Amputationsschmerzen.

    Und es hat Jaahre gedauert, obwohl ich weiterhin der Meinung war, die gesunde Entscheidung getroffen zu haben

    "Duu wolltest das ja so" bekam ich z.T zu hören-DAS aber von Menschen, von denen ich mich dann gleich noch mit getrennt habe

    Ein zugewandtes Umfeld und viel Selbstfürsorge wünsche ich Dir
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"


  3. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Kann das irgend jemand nachvollziehen?
    Ich bin nicht ganz deiner Meinung, aber ich kann deinen Gedankengang gut nachvollziehen.

    Ich bin ebenfalls nach einer ganz schlimmen Trennung seit drei Jahren Single. Dein Beitrag berührt mich sehr. Ich freue mich, dass du hier schreibst. Du musst da nicht alleine durch.

    ... die Frage die sich mir in der letzten Zeit immer wieder stellt ist, warum glauben die Menschen, dass man nach einer Trennung möglichst schnell wieder versuchen sollte, sein normales Leben weiter zu führen, sich nach neuen Partnern umzusehen, den alten möglichst schnell zu vergessen, und doch bloß nicht ständig so traurig zu sein.
    Mich trifft das auch, sehr. Zunächst mal, was ist heutzutage normal? Die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte jedenfalls steigt und steigt, und doch nehme auch ich einen ständigen Rechtfertigungsdruck wahr, dass ich alleine lebe. Die Wahrheit kann ich auch nicht sagen, zu sagen, was sich Schluss in der Beziehung abgespielt hat, berührt gleich mehrere gesellschaftliche Tabus. Ich weiß nicht mal, ob ich noch eine Beziehung noch wollen soll.

    Niemals habe ich erlebt, dass sowas an Menschen herangetragen wird, die ihren Partner durch den Tod verloren haben. Diesen Menschen gesteht man zu, zu trauern, auch über einen langen Zeitraum hinweg. Da gibt es eher schräge Blicke, wenn schnell wieder ein neuer Partner präsentiert wird.
    In dem Punkt verstehe ich dich nicht. Die schrägen Blicke würden mich in dem Fall allenfalls amüsieren.

    Dabei ist doch das "Ergebnis" eigentlich bei beiden Ereignissen das selbe... der Mensch den ich liebe ist nicht mehr da. Und bei einer ungewollten Trennung muss ich sogar zusätzlich noch die Zurückweisung ertragen, ich quäle mich mit Fragen, ob ich etwas hätte ändern können, oder ob ich einfach grundsätzlich nicht "gut genug" war. Ein Mensch der stirbt, tut das meistens nicht freiwillig, ein Mensch der verlässt aber schon und ich muss den Verlust verarbeiten und die Gedanken darüber, dass der geliebte Mensch sein Leben nicht mehr mit mir teilen will.
    Für mich sieht es so aus: stirbt der Partner, ist er tot. Als sich mein Partner von mir getrennt hat, war ich es, die auf eine Art starb. Keine Gewissheit der vergangenen Jahre war mehr wahr. Mein altes Ich ist vergangen und seitdem nicht wieder gekommen. Es war seinerseits der perfekte Mord: ich war erledigt, aber es gab keine Leiche und er konnte in keiner Hinsicht zur Rechenschaft gezogen werden. Er ritt dann mit seiner Kollegin in den Sonnenuntergang, ich blieb zerstört zurück, zutiefst verwirrt, alleine und zu mindestens einigen Jahren Einsamkeit verurteilt.

    Was mich betrifft, kann ich inzwischen sagen, dass mich die Trennung vor Schlimmeren bewahrt hat. Solange wir nah und gut waren, konnte ich nicht erkennen, dass wir nicht gut füreinander waren. Keine Ahnung, ob man das verallgemeinern kann.

    Was die Trennung durch physischen Tod angeht, da wird wohl oft unterschätzt, was da oft an Schuld, Reue, Selbstmitleid etc mit einhergeht.

    Die Fragen, die du dir stelltst, finde ich gut und sinnvoll. Du musst sie dir ja nicht stellen...

  4. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    spreefee, das ist eine sehr extreme Sicht- und Ausdrucksweise - Mord, Zerstörung, Rechenschaft, zu Einsamkeit 'verurteilt' -
    er hat sich für eine andere Frau von dir getrennt?


  5. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Kitty_Snicket Beitrag anzeigen
    spreefee, das ist eine sehr extreme Sicht- und Ausdrucksweise - Mord, Zerstörung, Rechenschaft, zu Einsamkeit 'verurteilt' -
    er hat sich für eine andere Frau von dir getrennt?
    Es geht hier nicht um mich. Und ich darf meine Ansichten und Worte immer noch selbst wählen, ja? Oder?

  6. Avatar von Kitty_Snicket
    Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ja, klar


  7. Registriert seit
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Arme Senay

    das tut weh. Solange es weh tut.

    Ich kenne die von dir geschilderten Reaktionen aber auch nicht

    Ich schätze, das soll so ein verkappter Trost sein - "andere Mütter..." - nicht nur Handvoll, ganzes Land voll" in der Richtung.

    Wer kommt dir denn so?

    PS
    .... also ich finde tatsächlich, der Tod eines Partners ist ein anderes Kaliber...

  8. Avatar von Senay
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    223

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ja, so in die Richtung gehen die Kommentare... und sie kommen eigentlich nahezu von allen, ausser von den allernächsten Freunden, die was von der Geschichte mitbekommen.
    Einmal werden Träume wahr... (Felix de Luxe)

  9. Moderation
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    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Zitat Zitat von Senay Beitrag anzeigen
    warum glauben die Menschen, dass man nach einer Trennung möglichst schnell wieder versuchen sollte, sein normales Leben weiter zu führen, sich nach neuen Partnern umzusehen, den alten möglichst schnell zu vergessen, und doch bloß nicht ständig so traurig zu sein.
    Das sagen dir Leute, weil es *für sie* bequem ist, wenn du dich "normal" verhältst.

    Klar. Es ist immer angenehmer, wenn Leute sich verhalten, wie man sie kennt, als wenn sie sich verhalten, als hätten sie gerade vom Leben eine gußeisesrne Bratpfanne über den Scheitel gezogen bekommen und man keine Ahnung hat, was sie jetzt von einem brauchen und ob sie gleich auseinanderfallen und man dumm und hilflos daneben steht.

    Das ändert aber nichts daran -- im Gegenteil, das ist eine (wenn auch nicht sehr schöne) *Reaktion* darauf, daß einem schwere Erschütterungen im Leben eben nicht im Fell hängenbleiben, daß man Zeit braucht, um sich wieder zusammenzusammeln, daß Emotionen passieren und ge- und erlebt werden müssen, und daß man ein bißchen jemand anders wird.

    Bei allen Abschieden bleibt irgendwas offen und muß erst mal heilen.

    Verlier vor lauter Verlust nicht aus den Augen, was du noch hast, aber nimm dir die Zeit, die du brauchst. Und wenn die Leute sinnlose Tipps geben: Das tun sie für sich, für ihren Seelenfrieden, für ihr Gefühl von Kontrolle über das Leben und seine Tiefschläge. Ich empfehle Nachsicht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Avatar von overknee
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    1.912

    AW: Eine grundsätzliche Frage zum Thema Verlust

    Ich habe auf dem Heimweg von der Firma nochmal überlegt, was mich an dieser Aussage stört: Trennungsschmerz wäre "gleichbedeutend" wie die Trauer bei einem Todesfall.
    Nicht dass es jemand falsch versteht, ich empfinde volles Mitgefühl mit Liebeskummergeplagten.

    Aber das mit Trauer bei Tod zu vergleichen, ist für mich sehr unangenehm. Wenn jemand mir sehr naher Mensch stirbt, bin ich voller Trauer, weil derjenige nicht mehr am Leben ist, nicht mehr am Leben teilhaben kann. Unaussprechlich, wie ich ihn bedaure und betrauere. Ich betrauere den Gestorbenen.
    Liebeskummer ist meiner Meinung nach Selbstmitleid. Verständlich. Und vergänglich.

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