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  1. Registriert seit
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    Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Habe mich jetzt durch einige Stränge hier gelesen, und anstatt einen der bestehenden wieder aufleben zu lassen, fange ich mal neu an...

    Bin Ü50, Single (hat sich meist wie selbstgewählt angefühlt, war sicher auch oft so, aber ich erkenne, dass es ganz so einfach dann vielleicht doch nicht ist... dazu komm ich gleich noch), Sexuell nicht erfahren und auch nicht interessiert, Vollzeit berufstätig, da kosten- und zeitintensives Hobby - mein Lebensinhalt.

    Wenig Selbstbewusstsein (trotz mehrerer Therapien und vielen Selbsthilfebüchern), sozial etwas 'sperrig' und auch manchmal unfreiwillig unhöflich (ich erkenne irgendwie Leute nicht wieder, auch nicht die, die ich mag), leicht zu stressen, was sich leider oft in (inzwischen zwar reduzierten aber noch vorhandenen) Wut- oder Neidanfällen äußert... - dies sind die Momente in denen ich mich am meisten hasse, weil sie mich noch weiter von dem wegführen, was mir am meisten fehlt: positive soziale Kontakte.

    Aktueller Auslöser: nach längerem (von mir selbst in der Intensität unbemerkten) Verliebtsein in jemanden inzwischen Unerreichbaren ist nun wirklich klar: das kann nix werden! Gleichzeitig ist/war das OdB nun aber bester Freund und beinahe einziger enger Vertrauter... Mit der Situation bricht meine Welt in einem Ausmaß zusammen, der mich einerseits verblüfft, und mich eben andererseits plötzlich in einem Trümmerhaufen stehen lässt, über den ich - völlig gegen meine Natur - auch in meinem zugegeben engen Bekanntenkreis gar nicht reden kann und mag.

    Was ich aktuell schon tue: einen Abend in der Woche freigeschaufelt für 'Neues' - ja, etwas mit Menschen statt was Einsidlerisches, was mein Impuls gewesen wäre... dort stoße ich aber auf das hier schon oft erwähnte: in der Generation um die 50 ist das Einigeln, sich auf das Bestehende konzentrieren, in den geschaffenen Strukturen bleiben, halt sehr üblich... für jemanden Neuen, die nun auch nicht grad vor Charme und Selbstvertrauen sprüht, ist da (erstmal) nicht so viel Platz.

    Das andere was ich - leider erst mit insgesamt mäßigem Erfolg - versuche: mit mir und in mir zufriedener sein (Achtsamkeitsübungen, Tagebuchschreiben, mich hier anmelden und den Austausch suchen...). Klar kenne ich das: auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner... Ja, ich habe viel gut hinbekommen..., ja ich habe einiges nicht so gut hinbekommen, und das ist halt menschlich..., ja, alles hat seinen Preis... ich gebe ehrlich zu: ich zahle ihn in einigen Punkten nicht gern, weil es sich nicht so anfühlt als hätte ich wirklich eine Wahl gehabt..., kurzum: ich hadere... im Wissen, das es blöd ist, finde aber auch dafür den 'Aus'-Knopf nicht...

    Meine Fragen - an mich selbst, aber nun auch mal in die Runde:

    Wie erkenne ich meine 'wahren' Bedürfnisse? Sie überraschen mich leider zu oft noch unerwartet 'von hinten' - ich selbst bin dann recht überrascht, von meinem Umfeld mal ganz zu schweigen... Und woher weiß ich, welche sich unter Umständen widersprechenden Bedürfnisse nun die richtigeren/wichtigeren sind? ... nein, leider spüre ich das eben nicht immer, sonst würde ich ja nicht fragen... ;-)

    Wie schaffe ich, aus sehr lang gefestigten Strukturen im Sinne von Gewohnheiten (in mir) herauszukommen? Geht das überhaupt? Meine Biokenntnisse sagen mir leider: nur begrenzt... Und wenn das so wäre: wie kann ich mit mir selbst damit ins Reine kommen?

    Wie kann ich schaffen, in eine Beziehung (generell, also nicht nur speziell Liebesbeziehung) zu treten, ohne mich dabei selbst zu verlieren - was mir leider meist passiert, ich aber erst hinterher bemerke... und inzwischen mich immer schwerer tue, mich überhaupt einzulassen deshalb, was ja nun kontraproduktiv ist... Ich möchte nicht allein (im Sinne von ohne enge menschliche Kontakte) alt werden, und im Moment erlebe ich noch mehr als früher Wegbrechen anstatt Neuaufbau... und meine Kraft wird immer weniger...

    Sorry, viel Gejammere, ich seh auch oft die Sonne, aber im Moment kommt halt mal wieder der innere Winter sehr stark in mir hoch und ich bin des Kampfes so müde...

    Eigentlich bin ich gern 50 geworden, weil ich das mit allmählich kommender Altersweisheit verbinde - aber daran mangelt es mir grad... ;-)


  2. Registriert seit
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Ihr Lieben,

    ... huch..., wenn ich das (von mir oben geschriebene) so lese: so viel Ich Ich Ich..., das ist in diesem Falle auch dem geschuldet, dass ich zuvor in einigen Threads meine, einen 'Vorwurf' an die Fragenden herausgelesen zu haben in der Art: zu wenig Bereitschaft zur Selbstreflektion..., dem wollte ich wohl vorbeugen ;-). (der andere Grund: Ich-Botschaften galten während großer Teile meines Lebens als 'Allheilwaffe' - bin in der Hinsicht recht gut sozialisiert... ;-) )

    Also meine Fragen sind durchaus Fragen in die Runde in dem Sinne: kennt ihr sowas, und wenn ja, wie geht ihr für euch damit um?

    LG,
    die Sommersonnen-Wende (die diesen Namen nur selten untendran schreiben wird weil sperrig, aber das aus Höflichkeit doch wenigstens hier einmal tun möchte ! )


  3. Registriert seit
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    "Es gibt kein Gesetz, das alten Frauen verbietet auf Bäume zu klettern und Spaß zu haben " schreibt Astrid Lindgren. Das ist, was das Alter und das Tun-können angeht mein Lebensmotto.


    1) Wir ( Du und ich ) können in unserem Alter keine Ballettausbildung mehr machen - aber ansonsten sind noch jede Menge Veränderungen möglich. Voraussetzung allerdings - keine Alterdiskriminierung - auch keine Altersselbstdiskriminierung.


    2) Ein neuer - größeren - Bekanntenkreis lässt sich auch mit 50plus erarbeiten. Ja es stimmt - etliche unserer Altersgruppe haben sich eingeigelt - ich habe da auch Frauen gesehen die plötzlich eine symbiotische Ehe leben und für weitere Kontakte "keine Zeit" mehr haben. Ich habe die mit Nachdruck und Spaß mit einem Fußtritt aus meinem bisherigen Bekanntenkreis rausgekickt. Denen laufe ich nicht nach, indem ich ihnen Aufmerksamkeit gebe ( Geburtstagskarte) oder sie anrufe, und dann reden sie drei Stunden lang mit mir, weil man ja mit mir über so vieles reden kann, aber schaffen es drei Jahre lang nicht, eine einzige Rückantwort - Mail - Anruf- Postkarte - zu machen. Also das Ausmisten ist Schritt eins.


    3) Zunächst mal in den potentiellen "Altkontakten" suchen, ob da jemand zu finden ist, der Interesse an einer engeren Bekanntschaft hat. Das heisst, über einen längeren Zeitraum immer mal wieder anrufen - und zwar immer andere, nicht die eine !! , ggf. auch Grüppchen zusammentelefonieren - gemeinsam (wir die Berufsausbildungklasse vom jahr xxx) Essen gehen - und dann nach einem Jahr Bilanz ziehen, was dabei rausgekommen ist. Wenn es eine gute Bekannte ist, die mich aus anruft, oder die mal sagt gehen wir doch zu der Veranstaltung xx - das ist gut. Dann das nächste Jahr so weitermachen. Ich gehöre zu den Menschen, die der erfahrungsbestätigten Glaubensüberzeugung sind, dass es drei bis fünf Jahre dauert, um einen Bekanntenkreis neu "aufzubauen"


    4) Kannst du innerhalb deines Hobbys über ehrenamtliche Arbeit mit anderen Hobbymenschen in Kontakt kommen ??


    5) BriCom finde ich gut - da schreibe ich auch in verschiedenen Strängen. Manchmal um eine Sache abzuklären - bei meinem Chrysanthementhema muss ich den lieben Schreiberinnen, die so tolle Anregungen gegeben haben noch eine Antwort schreiben, aber ich habe die Antwort im kopf, und dieses Schreiben dauert länger - oder auch um meine Meinung zu sagen. Das Schreiben in BriCom ist ja keine zwei-Personen-Kommunikation. Ich finde es immer wieder erfreulich, wenn man plötzlich von einer TE als dumm dargestellt wird und diese Darstellung auch allen anderen Schreiberinnen in dem Strang passiert.


    6) Kannst Du Dir für dich selbst klarer machen, wie dein Wunschbeziehungsnetz aussieht ? Zunächst mal rumspinnen - ja da darf auch der tolle Freund, der immer für mich Zeit hat dabei sein - und dann konkrete Ideen entwickeln. Ein Satz von mir ist: Ich hätte gerne jemand - oder mehrere - Menschen, mit denen ich gemeinsam zu Vernissagen uä gehen kann. Hab ich nicht, deshalb gehe ich derzeit alleine zu allen Vernisagen, die mich interessieren - und wenn ich da schon rumstehe rede ich mit anderen Gästen über Kunst und Kitsch und manchmal ergibt das auch ein Gespräch beim Kaffee am Stehtisch. Und ich erzähle meinen jetzigen - nicht Vernissage-affinen - Bekannten, wie toll oder wie scheusslich die Ausstellung war.

  4. Avatar von Suzie Wong
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Schönes Posting, Allesch! Was ich auch für mich (und für dich, TE) rausziehe: Komfortzone verlassen, raus(!)gehen und die Angst vor Zurückweisung zurücklassen.
    Wenn man nur fest daran glaubt, kommt bald der Frühling.



  5. Registriert seit
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Hallo Sommersonnen-Wende,
    wie definierst du "Altersweisheit"? Was verstehst du darunter?

  6. Avatar von Galah
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Zitat Zitat von Sommersonnen-Wende Beitrag anzeigen
    Meine Fragen - an mich selbst, aber nun auch mal in die Runde:

    Wie erkenne ich meine 'wahren' Bedürfnisse? Sie überraschen mich leider zu oft noch unerwartet 'von hinten' - ich selbst bin dann recht überrascht, von meinem Umfeld mal ganz zu schweigen... Und woher weiß ich, welche sich unter Umständen widersprechenden Bedürfnisse nun die richtigeren/wichtigeren sind? ... nein, leider spüre ich das eben nicht immer, sonst würde ich ja nicht fragen... ;-)

    Wie schaffe ich, aus sehr lang gefestigten Strukturen im Sinne von Gewohnheiten (in mir) herauszukommen? Geht das überhaupt? Meine Biokenntnisse sagen mir leider: nur begrenzt... Und wenn das so wäre: wie kann ich mit mir selbst damit ins Reine kommen?

    Wie kann ich schaffen, in eine Beziehung (generell, also nicht nur speziell Liebesbeziehung) zu treten, ohne mich dabei selbst zu verlieren - was mir leider meist passiert, ich aber erst hinterher bemerke... und inzwischen mich immer schwerer tue, mich überhaupt einzulassen deshalb, was ja nun kontraproduktiv ist... Ich möchte nicht allein (im Sinne von ohne enge menschliche Kontakte) alt werden, und im Moment erlebe ich noch mehr als früher Wegbrechen anstatt Neuaufbau... und meine Kraft wird immer weniger...
    Liebe Sommersonnen-Wende,

    Altersweisheit hat für mich mit genau diesen Fragen zu tun. Wer bin ich, was will ich wirklich und was nicht, was brauche ich noch und was nicht, wohin will ich noch, worauf habe ich Einfluss und worauf nicht, worauf kommt es mir wirklich an in meinem Leben? Wenn das beantwortet ist, relativiert sich vieles, weil man sich keinen Kopf mehr wegen Unwichtigem oder Unabänderlichem macht.

    Zu Deinen Fragen:

    Frage 2 ist die leichteste. Gewohnheiten kann man ändern, indem man sich neu programmiert. Neue Nervenverbindungen werden durch (Um-)Gewöhnung aufgebaut, d.h. man muss eine Zeitlang Dispziplin und Überwindung aufbringen, bis die neue Gewohnheit die alte abgelöst hat und zum Selbstläufer wird. Das weißt Du allerdings sicher selbst, weswegen ich annehme, dass Deine Frage doch eher auf Charakterstrukturen abzielt. Eine leicht zu ändernde Gewohnheit wäre z.B., abends nicht mehr als erstes mit Schokolade auf die Couch zu fallen. Eine Charakterstruktur wäre, abends Zeit für sich alleine zu benötigen, um "runterzukommen". Möchtest Du konkreter auf die Art der Gewohnheiten, um die es Dir geht, eingehen?

    Frage 1 und 3 zielen m.E. auf das Gleiche: Auf das Ankommen bei/in Dir selbst. (Das sollte m.E. erstes Thema in einer Therapie sein. War das in Deinen Therapien der Fall?) Wenn Dich Deine "wahren Bedürfnisse von hinten überraschen", wie Du schreibst, dann meine ich, dass Du diese als Erstes erkunden solltest.
    Dass sich Bedürfnisse widersprechen (z.B. Freiheit vs. Beziehung, Routine vs. Abenteuer, usw.), ist ganz normal. Da müssen die entsprechenden inneren Anteile in einen Dialog treten mit dem Ziel, dass ein Kompromiss gefunden wird, in dem sich beide wiederfinden. Das kann angeleitet durch Coach oder Therapeuten erfolgen, oder alleine, indem man beiden Anteilen eine Stimme gibt; wichtig dabei ist, beide Seiten gleichermaßen anzuerkennen.

    Du schreibst, dass Dir am meisten positive soziale Kontakte fehlen.
    Jetzt werden viele Bri-Schreiberinnen Dir nahelegen, diese durch Vereins-Aktivitäten, etc., aktiv zu suchen.
    Meine Sicht ist: Erfüllende soziale Kontakte kann man nur führen, wenn man sich selbst gefunden hat.

    Ich habe das latente Gefühl, hier ist der Punkt, an dem ich Dein Posting nicht verstehe. Willst Du denn etwas dafür tun, Dich selbst zu finden? Und nochmal: Warum wurde das nicht in den Therapien adressiert?
    "When nothing is sure, everything is possible." (Margaret Atwood)

    "There is a crack in everything, that's how the light gets in." (Leonard Cohen)

    "He just rather liked being at Shangri-La. Its atmosphere soothed while its mystery stimulated, and the total sensation was agreeable." (James Hilton, "Lost Horizon")

  7. Moderation
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Sommersonnen-Wende,

    Altersweisheit kommt, wenn man realisiert, was man sich alle am Allerwertesten vorbeigehen lassen kann. Dabei helfen Lebenserfahrung und altersbedingtes Abklingen hormoneller Aktivität.

    Für mehr Selbstbewußtsein braucht es mMn a) daß Leute, deren Urteil und Ehrlichkeit man vertraut (wobei Wohlwollen und Respekt keinen Schatten auf jemands Urteilsvermögen oder Ehrlichkeit werfen -- jedenfalls nicht mehr und eher weniger als der Mangel daran, und b) die Haltung, als habe man es bereits (Fake it till you make it).

    Die sozialen Auswirkungen von Gesichtsblindheit kann man dadurch umgehen, daß man zu jedem, der einen anguckt als könnte er einen kennen, heiter "Hallo" sagt, oder einen Ruf für Gedankenverlorenheit kultiviert.

    Wut und Neid sind erst mal Gefühle. Die sind so. Nicht schön, aber das ist ein Pups auch nicht, und wie bei diesem gibt es Momente, um sie rauszulassen und Momente, es sich zu verkneifen, auch wenn dann der Darm grummelt und der Gesichtsausdruck etwas angespannt wird. Zu viel über negativen Gefühlen zu brüten ist ein Energieräuber (deswegen sind negative Menschen solche Energieräuber, sie laden einen ein, mit über ihre Gefühle zu brüten, und wenn man annimmt, geht's einem bald genau so schlecht wie ihnen). Ehe man sein eigner schlimmster Freund wird, ist es noch besser, die Gefühle zu integrieren: "Ich bin leider launisch" und Rituale zu finden, einen "Anfall" abzubiegen.

    Sich selber zu hassen ist zwar auch nur ein Gefühl, aber völlig unbrauchbar: Haß bindet alle mentalen und emotionalen Ressourcen. Mit jemandem, den man haßt, auch nur in einem Raum zu sein, macht blind für alles andere. Da du dich aber überall hin mitnimmst, wohin du gehst, bleibt nur, den Haß etwas runterzufahren und zu integrieren "Ich mag mich nicht besonders, aber man arbeitet mit dem, was man hat" oder abzutrennen: "Gustav, mein Wuthamster, du nervst. Ich weiß, daß du nervst. Du weißt, das du nervst. Sei ein braver Wuthamster und reg dich über was anderes auf." Oder so.


    Zitat Zitat von Sommersonnen-Wende Beitrag anzeigen
    Aktueller Auslöser:
    Du hast dich in den einzigen erreichbaren Typen, dem du traust und der dich mag verknallt?
    Das erscheint, wenn jemand nicht gerade aromantisch ist, unvermeidlich.

    Was machst du mit der Situation, außer in Panik geraten?


    Zitat Zitat von Sommersonnen-Wende Beitrag anzeigen
    Was ich aktuell schon tue: einen Abend in der Woche freigeschaufelt für 'Neues'
    Das ist ein guter Anfang, bleib dran. Zeit ist Leben, etwas, für das du keine Zeit hast, fehlt in deinem Leben.
    Daß es ein bißchen dauert, die richtigen Leute zur richtigen Zeit bei den richtigen sachen zu finden ist normal.

    Wenn etwas zielführend erscheint -- also wenn da leidlich sympathische Menschen sind, die interessante Sachen machen und die man immer wiedertrifft und wo Austausch stattfindet -- kann man weitermachen. Wenn es an etwas davon fehlt (keiner ist symptahisch, die Sachen sind fade, man sieht niemanden zweimal (für Gesichtsblinde: Notizen machen: "Gaby ist die mit den roten Haaren in den Alternativklamotten, sie fährt Motorradrallyes und ihr ältester Sohn lebt in einer Landkommune in Niederbayern") oder kein Austausch (über "Ist dieser Platz frei?" hinaus) stattfindet... dann versuch was anderes.


    Zitat Zitat von Sommersonnen-Wende Beitrag anzeigen
    Wie erkenne ich meine 'wahren' Bedürfnisse?
    An ihrer Stetigkeit und an dem Preis, den du (stetig) bereit bist zu zahlen, um sie zu erfüllen.

    Tagebuch schreiben hilft, Intensität von Stetigkeit zu unterscheiden. Wenn ein Verlangen einen überrollt, rekonstruiert man seinen Biographie schnell so, daß man das "schon immer" wollte (und erzeugt so Stetigkeit), aber in Gedanken zu der Person zurückzugehen, die z.B. vor einem Jahr einen Tagebucheintrag geschrieben hat, zeigt oft, daß diese Person nicht das geringste Verlangen nach einer Dampforgel hatte.

    Und du kannst gucken, wie wäre dein Leben, wenn du das Bedürfnis erfüllt hättest? Wenn es voller glitzernder regenbogenspeiender Einhörner ist, stimmt was nicht. Wenn es rundum netter als jetzt und nachhaltig (also: netter bleibend, ohne daß du dir ein Bein ausreißt) wäre, überleg dir, wie du da hinkommst und überleg dir dann, ob du in die Richtung aufbrechen willst.

    Zitat Zitat von Sommersonnen-Wende Beitrag anzeigen
    Wie schaffe ich, aus sehr lang gefestigten Strukturen im Sinne von Gewohnheiten (in mir) herauszukommen?
    Indem du dich aus den Umständen entfernst, zu denen diese Gewohnheiten gehören:
    Wer raucht, hat die Gewohnheit, Kippen zu kaufen.
    Wer Spätschicht arbeitet, hat die Gewohnheit, den Vormittag zu verschlafen.
    Wer von Leuten umgeben ist, denen er nicht trauen kann, hat die Gewohnheit, von jedem das schlimmste anzunehmen.
    Wessen Existenz sich um ein Etwas dreht, hat die Gewohnheit, Panikanfälle zu kriegen, wenn das Etwas in Gefahr scheint.

    Zitat Zitat von Sommersonnen-Wende Beitrag anzeigen
    Wie kann ich schaffen, in eine Beziehung (generell, also nicht nur speziell Liebesbeziehung) zu treten, ohne mich dabei selbst zu verlieren
    Indem du, wenn du das Gefühl einer Grenzverletzung hast, auf die "Pause"-Taste drückst (wie auch immer) kurz überlegst, ob du das wieder so haben willst oder nicht, und dann klarstellt, wer du bist und wo du stehst. Grundlegender: Indem du dir klarmachst, daß du kein Symbiont sein mußt, um Beziehungen zu haben.


    Überleg mal, wogegen du eigentlich kämpfst, was die Gewinnkriterien sind und wer die aufstellt. Dann prüfe deine Strategie (richtiger Gegner? richtiges Schlachtfeld? richtige Siegbedingungen? richtiger Krieg?) und danach deine Taktik. Wenn du nicht gewinnen und dem Kampf nicht ausweichen kannst, bleibt immer noch "eine verdammte Sache nach der anderen."
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (03.11.2018 um 09:44 Uhr)

  8. Avatar von Galah
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Altersweisheit kommt, wenn man realisiert, was man sich alle am Allerwertesten vorbeigehen lassen kann. Dabei helfen Lebenserfahrung und altersbedingtes Abklingen hormoneller Aktivität.

    Welche Hormone meinst Du?
    Mir ist schon klar, dass sich mit den Wechseljahren der Hormonhaushalt verändert, aber der Zusammenhang mit Altersweisheit erschließt sich mir dabei nicht.
    "When nothing is sure, everything is possible." (Margaret Atwood)

    "There is a crack in everything, that's how the light gets in." (Leonard Cohen)

    "He just rather liked being at Shangri-La. Its atmosphere soothed while its mystery stimulated, and the total sensation was agreeable." (James Hilton, "Lost Horizon")

  9. Avatar von Nocturna
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Zitat Zitat von Galah Beitrag anzeigen

    Welche Hormone meinst Du?
    Mir ist schon klar, dass sich mit den Wechseljahren der Hormonhaushalt verändert, aber der Zusammenhang mit Altersweisheit erschließt sich mir dabei nicht.
    Wahrscheinlich die Sexualhormone, unter deren triebgesteuerten Auswirkungen man in früheren Jahren eventuell die eine oder andere nicht so ideale Entscheidung getroffen hat. Wenn dieser Drang nachlässt, kann das Gehirn leichter die Steuerung übernehmen und mehr rationale Entscheidungen treffen.

    Das (meistens) letzte Aufbäumen dieser Hormone findet übrigens während der bekannten Midlife-Crisis statt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”


  10. Registriert seit
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    AW: Wann kommt sie endlich - die Altersweisheit?

    Ich glaube nicht, dass es Altersweisheit gibt.

    Zumindest nicht geschenkt und flächendeckend.

    Es gibt kluge, souveräne sehr junge und strunzdumme, unbelehrbare Alte.

    Du wünscht dir, so lese ich das zumindest, Souveränität und ein Leben, das dir gut tut.
    Ehrlich, auf die gelassene Souveränität warte ich auch.

    Ich glaube, man erkennt seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche manchmal auch im Umkehrschluss.
    Und durch Trial and Error.

    Ich versuche immer reinzuhören, wie ich mich fühle. Wie ich mich in Echt fühle. Nicht wie ich es nach außen transportiere.
    Ich bin innerlich oft unsicher und habe Angst oder ich bin zu Tode gelangweilt und genervt.

    Das sind immer Anzeichen, dass etwas nicht "mein Ding" ist - auch wenn es das sein sollte
    Wenn ich mich innerlich frei fühle, für mich selber lustig und fröhlich bin und an Dingen Spaß haben kann, dann sind das Zeichen, dass es mir gut tut.

    Das kann sich alles auf Jobsituationen beziehen, auf Wohnungen, Hobbys und natürlich auf andere Menschen.

    Hör in dich rein. Braucht oft etwas Übung und Mut.
    Benutze diese inneren Eindrücke als Kompass. Nicht als "Bibel" aber als Trend

    Hormonell ist diese Lebensphase natürlich eine Herausforderung für die gesamte Frau. Das sollte man auch immer im Hinterkopf haben, dass manche Dramen und Gefühlsstürme oft einfach ein abkackender Östrogenspiegel ist....

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