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Thema: leeres Nest

  1. Avatar von Opelius
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    AW: leeres Nest

    Ja, ich kann die bange Frage der TE gut verstehen. Es ändert sich vieles. Wobei man das eigentlich von Anfang an gewußt hat, dass es irgendwann einmal passieren wird.

    Es ist genauso, wie man es weiß mit dem Ruhestand. Jahrelang träumt man davon, dass man endlich aus dem Hamsterrad rauskommt und malt sich das berufsfreie Leben in wunderschönen Farben aus.

    Es ist in beiden Fällen ein Bruch und fast alle Menschen haben damit zu kämpfen. Die ausgeflogenen Kinder berichten viel von ihrem neuen Leben, manchmal fragen sie auch etwas, tun aber wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem, was man ihnen rät. Da lernt man halt, sich zurückzunehmen, sie aber zu stützen und ihnen Mut zu machen.

    Ich hatte mir für den Ruhestand vorgenommen, alle aufgeschobenen Dinge endlich mal anzugehen. Meine Frau beklagte sich, dass ich mich viel zu sehr in ihren Aufgabenbereich einmischte. Das war ein langes Lernen für mich. Und plötzlich, aber ja nicht völlig unvorbereitet, füllte sich mein Konto nicht gewohnter Weise. Das hieß einschränken ohne darüber unglücklich zu werden.

    Man kann dann mehr reisen. Manche werden dann Globetrotter. Trifft auf Kreuzfahrten mit Ebensolchen zusammen, die jedes Tischgespräch mit ihrer bedeutsamen Beruf füllen. Da hält man eben mit oder schweigt, weil's einen sowieso nicht interessiert. Und sehr schnell lernen muss, wie man zu zweit zusammenlebt, ohne die Möglichkeit mal 8 Stunden am Tag zu verschwinden.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


  2. Registriert seit
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    AW: leeres Nest

    Natürlich hat frau das gewusst, dass die lieben Kleinen eines Tages groß sein werden und ihre eigenen Wege gehen. Das erste hat mich auch schon vor 24 Jahren verlassen, zog zuerst zur Oma wegen der Ausbildung und dann in eine neues Leben mit Mann und später Kind/er.


    Aber das letzte ist schon etwas anderes, zumal wir sehr gut zusammen lebten und meine Partnerschaft in keinsterweise darunter litt. Ich fühlte mich nicht eingeengt.


    Ich muss mich nicht jetzt nicht neu erfinden.

  3. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: leeres Nest

    Zitat Zitat von joringel Beitrag anzeigen
    Natürlich hat frau das gewusst, dass die lieben Kleinen eines Tages groß sein werden und ihre eigenen Wege gehen.
    Klar.
    Und trotzdem fühlt es sich dann keinen Funken besser an, wenn es soweit ist...
    Die bloße Tatsache, dass man das ja gewusst hat, ändert an der Situation jetzt auch nichts.

    Jetzt nützt wohl nur, ein bisschen traurig zu sein und die Gefühle einfach zuzulassen. Ohne den ganz großen Plan B, was man jetzt unbedingt alles anders und neu machen muss.
    Du bist traurig, du darfst traurig sein. Finde ich zumindest.

    Ob du jetzt was Neues daraus machst oder nicht, das ergibt sich vermutlich ganz von selbst.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  4. Avatar von overknee
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    AW: leeres Nest

    Ja, kann ich verstehen, ich hatte auch 38 Jahre lang mindestens 1 Kind im Haus.
    Und auf einmal kriegt man nicht mal ne Maschine mit Feinwäsche zusammen :-).

    Erst war ich traurig, aber dann habe ich aufgedreht.
    Habe gemerkt, dass meine Ehe schon lange nicht mehr stimmte, jetzt ohne Ablenkung wurde es sichtbarer.
    Habe mich getrennt. Und bin nun ständig auf Achse. Mein Terminkalender ist viel voller geworden. Endlich Sport machen ohne Druck. Abends kurz entschlossen ins Kino. In Urlaub fahren, ohne zu schauen, ob es dort auch interessant für Kinder ist. Keine Elternabende. Kein Kieferorthopäde. Keine Handballspiele zu denen man die Jungs kutschieren muss.
    Keine leeren Joghurtbecher mehr im Zimmer, keine Flaschen, in denen immer eine Neige zurückbleibt.

    Wenn jetzt die Kinder zu Besuch kommen, ist das schon seltsam. Man hat so seine Ordnung und auf einmal liegt wieder so viel rum!
    Also hat alles Vor- und Nachteile.
    Ich hatte sehr gern Kinder im Haus. Und genieße jetzt endlich mal meine Zeit.


  5. Registriert seit
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    AW: leeres Nest

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Bei aller Liebe zu meinen Kindern, aber ist man denn nicht froh, endlich mal wieder unabhängig zu sein?
    Wenn man denn erst mal Enkel hat, ist das Nest schneller voll als man gucken kann
    Das kann ich nur bestätigen. Meine Kinder wohnen alle um mich herum, also in der Nähe, da war nie "leeres Nest". Und erst recht, seit sie selbst Kinder haben.
    Mein Mann und ich genießen es, dass wir wieder mehr Zeit füreinander haben und auch mal spontan verreisen können.

  6. Avatar von InspectorColumbo
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    25.11.2016
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    AW: leeres Nest

    Zitat Zitat von Sahari Beitrag anzeigen
    Mein Mann und ich genießen es, dass wir wieder mehr Zeit füreinander haben und auch mal spontan verreisen können.
    Aber kann man das nicht auch, wenn die Kinder oder das Kind noch im Haus sind?
    Wenn sie natürlich nicht mehr so klein sind, heißt das.

    Unser Sohn ist 20, lebt bei uns, braucht mich / uns aber nicht mehr zur Bespaßung, so dass mein Partner und ich ganz unabhängig unsere Freizeit und Reisen planen können.

    Wenn Sohnemann allerdings gar nicht mehr da wäre, würde mir etwas fehlen.
    Ich bin froh, dass er in der nahen Großstadt studiert und noch etwas im Hotel Mama bleibt. :)

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