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  1. Registriert seit
    18.10.2007
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    Enttäuscht von Menschen!

    Hallo zusammen!

    Mich belastet in letzter Zeit zunehmend, dass ich mich so isoliere ... ich habe einfach keine Lust mehr auf Menschen, weil ich alles so oberflächlich finde. So, als hätte mir just jemand die Augen geöffnet - dabei war ich immer eher ein geselliger Mensch. Aber jetzt bin ich am liebsten allein.

    Ok, ich arbeite noch - und bin verheiratet, habe erwachsene Kinder und auch noch alte Eltern. Also ich vereinsame nicht oder so. Es ist mehr die Einstellung, die ich z.B. zu Freunden und Bekannten habe.

    Es fühlt sich so an, als habe ich alles irgendwie verändert. Alle scheinen im Stress zu sein - STRESS ist ein großes Thema - alle wirken gehetzt und erzählen nur von den vielen wichtigen Dingen, die sie noch zu erledigen haben (wahlweise von Krankheiten). Oft werden lange Monologe geführt, ohne Interesse am Gegenüber. Manchmal denke ich, ich hätte nicht 2 zusammenhängende Sätze gesagt - immer wurde ich wieder unterbrochen und totgequasselt - mit Themen, die mich eigentlich gar nicht interessieren oder berühren. Von Treffen mit "Freundinnen" komme ich dann heim und denke "zuhause wäre es schöner gewesen!" Außerdem hat man eh nicht das Gefühl, dass es irgendwie eine Verbindung wäre, die Bestand hätte.

    Früher war das alles anders. Da hatte ich mehr Freundinnen - und lustigere Themen. Klar verändert sich alles - ich natürlich auch. Ich habe mich schon selbst beobachtet - bin ICH vielleicht anders geworden, bin ich auch nur im Stress?? (nein!) - rede ich nur über Krankheiten?(eher selten) - halte ich auch Monologe und merke es nur nicht (nein, ich habe bewusst drauf geachtet!) - bin ich irgendwie auf irgendeine Weise seltsam geworden? (mir nahestehende Menschen meinen "nein!"). Hm.

    Wenn die Kontakte weniger werden, dann fehlt mir nichts. Ich melde mich immer noch, weil ich das nicht ganz und völlig abreißen lassen will - aber mein Herz hängt nicht mehr dran. Natürlich kann ich mir auch keine neuen Freundinnen backen oder so.

    Ich fühle mich soweit ganz gut - habe aber auch irgendwie Angst, dass ich mich zu sehr zurückziehe. So ganz ohne Freundinnen ist es ja auch doof - und das kenne ich eigentlich auch nicht. Ich habe immer Freundinnen gehabt. Wird das mit dem "Alter" (bin 54) wirklich so viel anders? War früher alles genauso oberflächlich und ich habe es nicht gemerkt? Gut, die Themen waren lustiger - oberflächlich lustig ist immer noch besser als oberflächlich mit frustrierenden Themen ... !

    Wie auch immer ... ich bin irgendwie enttäuscht. Und frage mich, was ich jetzt tun soll ... ohne Freundinnen wohlfühlen ... oder Freundinnen suchen? (Wenn ja, wo und wie? - bislang hat sich das für mich immer automatisch ergeben ....)

    Danke fürs Lesen.
    Liebe Grüße ... von der Nase ...


  2. Registriert seit
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    1.639

    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Das stimmt, was Du sagst. Ich merke das an den Gesprächen. Ich bin auch 50. Allerdings ist es mit meinen Freundinnen trotzdem immer noch lustig. Wir sind öfter in ner Truppe und unternehmen was. Vielleicht fehlt das bei Dir? Mal kleinere Unternehmungen vorschlagen, das entspannt.
    Morgen geh ich in eine Saunalandschaft mit meinen Freundinnen. Das ist immer Wellness mit viel rumkichern


  3. Registriert seit
    20.11.2011
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    12.168

    AW: Enttäuscht von Menschen!

    hast du denn alle möglichkeiten ausgereizt mit deinen freundinnen, 555nase?

    also deine eindrücke mal mit ihnen besprochen?
    oder versucht, einen anderen wind wehen zu lassen - vorschläge für unternehmungen gemacht, andere themen aufgebracht o.ä.?

  4. Inaktiver User

    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Das kann ich nachempfinden, 555nase, da es mir mit manchen Menschen in meinem Umfeld ganz genauso geht. Es sind zwar eher die älteren Personen wie zum Beispiel meine Schwiegereltern (67/79), die nur noch von sich oder dem Gesundheitszustand anderer (meist mir unbekannten) Menschen reden und wenig echtes Interesse an ihrem Gegenüber haben. Aber auch Abende mit Bekannten unseres Alters verlaufen ähnlich - sie senden, wir/ich empfangen und das Thema Krankheit steht auch hier immer öfter im Vordergrund.

    Mit meinem und unseren gemeinsamen Freunden mache ich - zum Glück - andere Erfahrungen.

    Die gute Nachricht ist - du bist mit deiner Wahrnehmung nicht alleine, denn solche Abende lassen mich auch äußerst unzufrieden zurück und ich denke hinterher auch oft, dass ich mir das sparen hätte können.
    Die schlechte Nachricht ist - das wird nicht besser. Meiner Mutter ging es lange schon so wie dir und auch mir mit ihren Freundinnen und Bekannten. Die sind zum Teil nur unwesentlich älter als ich es bin (von Mitte 50 bis gleichaltrig - sie ist 81 - ist alles dabei). Auch sie kennen keine anderen Themen als sich selbst und ihre diversen Mißbefindlichkeiten, wer schwer krank und wer gestorben ist.

    Meine Mutter hat inzwischen anscheinend eine neue Strategie, damit umzugehen: Sie macht mit. Sie hat wirklich lange durchgehalten, aber in letzter Zeit ist es auch bei ihr das zweitwichtigste Thema - nach ihrem Hund.

  5. Avatar von Hair
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    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Hm, wenn ich mir das so recht überlege, meine Mutter hat mich noch nie gefragt wie‘s mir geht. Meinen Vater hat das sowieso nie interessiert.
    Seit einigen Jahren vermeide ich den Kontakt so gut es geht. Wenn ich dann doch mal da bin, werd ich mit einem Schwall Erlebnisse mir völlig Fremder überzogen, oder es geht um eine ihrer vielen Krankheiten.
    Das brauche ich ihr mit fast 80 aber nicht mehr unter die Nase zu reiben.

    Da sprichst du echt mal etwas Wahres aus.
    Danke dafür, ein kleiner Trost, dass es anderen auch so geht, da kann ich ja nicht völlig falsch sein.

    Es geht aber auch anders, ich kenne auch Menschen, die Interesse an mir zeigen. Das ist aber nicht weniger anstrengend.
    Wo ich bei anderen abschalte und alles durchrieseln lasse, ist hier eben meine volle Aufmerksamkeit gefragt.
    Danach bin ich auch erschöpft.

    Alleinsein genieße ich sehr. Aber ab jnd zu Austausch muss sein. Da würde ich mir die Freundinnen für leichte Unterhaltung erhalten.


  6. Registriert seit
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    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Meine Mutter ist 72 und redet kaum über Krankheiten. Eine kleine Anekdote: ich hab ihre Schulfreundin kennengelernt, von der 1.Klasse an und sie ist total offen und witzig. Wir hatten einen super Tag. Gerade ältere Freundschaften, da hab ich sehr viel Spass.

  7. Avatar von linsemo
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    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Ich bin auch nicht mehr an Menschen interessiert, mich langweilt das zu sehr. Kennt man die Leute nicht, wird man mit ellenlangen Lebensläufen zugetextet, die mich überhaupt nicht interessieren, weil sie immer gleich sind. Böse sind immer die anderen, man selber ist der Engel. Ich frage mich was sich jemand dabei denkt, einem wildfremdem Menschen sein Leben zu erzählen, würde mir im Traum nicht einfallen. Manchmal denke ich, das machen Leuten, die mit sich nicht im reinen sind. Letztens eine 92jährige, sie hat mir erzählt, daß sie nie ihre Meinung gesagt hat, ich habe ihr gesagt, was ich davon halte, ich hatte so eine Mutter, da hat sie aber handtellergroße Augen bekommen.

    Keiner hört zu, oberflächliches Gequatsche. Humor, den ich nicht verstehe. Frauenthemen interessieren mich sowieso nicht. Bin lieber alleine als mich im Zusammensein mit anderen zu langweilen.

    Ich bin in einer Freizeitgruppe, die viel verschiedene Unternehmungen planen und durchführen. An den Sachen, an denen ich interessiert bin, muß ich mich nicht viel mit anderen abgeben und habe doch etwas davon. Genauso gefällt es mir.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
    Geändert von linsemo (21.04.2018 um 16:35 Uhr)

  8. Moderation
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    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Angeblich gesehen sind Leute um die 50 am unglücklichsten (und damit vielleicht auch am langweiligsten?). Danach geht's wieder aufwärts. Ich würde eine Doppelstrategie fahren: Thematisieren, daß wir am Tisch klingen wie (was auch immer, was wir nie werden wollten), und gucken, daß ich ein paar neue Sache mit neuen Leuten anfange. Vielleicht mit älteren oder jüngeren...

    Mir fällt schon auf, daß elendiglich viel über Arbeit und Krankheiten geredet wird, und zu viel über Dinge, für die man Geld ausgegeben hat oder ausgeben will, und zu wenig über ... tja über was?

    Einige unserer Lieblingsthemen haben wir durch, da gibt's nicht mehr viel zu zu sagen. Große Entdeckeungen in der Welt oder in der Nabelschau werden rar. Die Geduld mit Nabelschau nimmt ab. Die kleinen Probleme sind gelöst. Die großen lassen sich nicht lösen. Tratschen tun wir nicht mehr, weil jeder davon ausgeht daß jeder dank elektronischer Kommunikation eh schon alles weiß -- das reduziert auch das Mitteilen von eignen Plänen, wenn man es schon auf Facebook geschrieben hat, wozu soll man noch drüber reden? Politik ist depremierend. Bleiben Sport, Kunst, Wissenschaft und die S-Bahn, und davon hat nur zur S-Bahn jeder was zu sagen.

    Manchmal muß man einfach zusammen schweigen. Oder lieber was spielen als zu reden.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Avatar von Alwa
    Registriert seit
    29.08.2016
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    519

    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Mir geht es auch so, ich bin enttäuscht . Ich finde irgendwie auch niemanden mehr mit dem ich eine Freundschaft aufbauen könnte. Alle Versuche in den letzten Jahren sind gescheitert. Vielleicht bin ich zu uninteressant und mit meinen Projekten zu unattraktiv. Aber gut, den Preis muß ich dann zahlen und allein bleiben.
    Andererseits habe ich Familie und bin nicht wirklich allein. Nur manchmal, manchmal wünschte ich mir schon sehr eine Freundin zum Quatschen, Herumtrödeln, Bummeln gehen, Kaffeeklatsch, Lachen und Spaß haben.

  10. Inaktiver User

    AW: Enttäuscht von Menschen!

    Zitat Zitat von Alwa Beitrag anzeigen
    Mir geht es auch so, ich bin enttäuscht .
    Dann stimmt etwas mit der Erwartungshaltung nicht?

    Freunde (ich rede noch nicht einmal von guten) oder auch verlässliche Bekannte zu finden ist genauso schwierig/leicht, wie einen neuen Partner zu finden. Und da spielt noch nicht mal das Bett ne Rolle.

    In dem Kreis, in dem ich mich aufhalte, gibt es von allem etwas und - je nach meiner Laune und Befindlichkeit - weiß ich, wem ich mich mehr oder wem ich mich weniger zuwende.

    Krankheiten, ja, die sind auch in meinem Kreis eines der Top-Themen, aber ich lasse dies nur begrenzt zu. Wenn es mir zuviel wird, lasse ich den Fleischerhund von der Leine, nicke nur noch artig und irgendwann fange ich etwas vollkommen anderes an und dann ist das Thema auch vom Tisch. Soweit klappt das auch noch.

    Ansonsten muss ich zugeben, dass ich auch oberflächlicher werde und erstmal schaue, was so vom Gegenüber kommt.

    Nun habe ich meine Sportart d.J. wieder begonnen und 2 zaghafte Kontakte geknüpft. Schau ich mal, wie sich das weiterentwickelt.

    Ansonsten komme ich sehr gut mit mir selbst klar, aber das schon immer, auch als junge Frau. Ich merke da keinen wirklichen Unterschied.

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