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  1. Registriert seit
    13.06.2017
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    154

    Wo geht es hin?

    Liebe Forumsmitglieder,

    eigentlich habe ich heftige Beziehungsprobleme, Beziehungsdurcheinander, dort im Forum schon einige Stränge mitgelesen.
    Hab dort auch schon von anderen lernen können.

    Im Moment habe ich mich aber erstmal entschlossen, hier zu schreiben. Mag an die Beziehungsprobleme, die schon viele Jahre andauern, "chronisch" sind, noch nicht so öffentlich ran.

    Tatsache ist aber, dass mein Leben jetzt mit 56 Jahren nicht in ruhigen, "geordneten" Bahnen verläuft. Nicht privat und auch nicht beruflich. Es läuft so wie es läuft, aber alles etwas zweifelhaft und improvisiert. In Veränderung, aber was sich ändern wird und wie ist nicht klar.
    Nur das meine Tochter jetzt erwachsen ist und die meiste Zeit in einer anderen Stadt verbringt.
    Inzwischen habe ich erstmal gelernt zu akzeptieren, dass ich meine weitere Zukunft nicht sehen kann. Aber es ist nicht leicht, fühlt sich eben für mich in diesem Alter nicht normal an.

    Ich habe grad keine spezielle Frage an euch, möchte erstmal dieses Unsicherheitsgefühl beim Schreiben sortieren.

    Hat jemand Erfahrung damit oder ist auch gerade in einer sehr ungewissen Situation in diesem Alter?

  2. Inaktiver User

    AW: Wo geht es hin?

    Liebe Alina,
    darum heißt es ja Wechseljahre. Die Kinder sind groß, das Leben ist anders, man stellt vieles in Frage. Darum reichen auch viele Frauen in dem Alter die Scheidung ein. Weil sie lieber allein leben, als weiter in dieser Beziehung zu bleiben, die wie eingeschlafene Füße ist.
    Man schwankt lange, weil man die Familie ja zerreißen wird.
    Aber sehr viele bereuen den Schritt nicht. Ich kenne einige, die sich jeden Tag freuen, endlich zu machen, wonach ihnen ist.
    Auch wenn es erhebliche finanzielle Einschränkungen bedeutet.


  3. Registriert seit
    13.06.2017
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    154

    AW: Wo geht es hin?

    Danke für deine Antwort Verunsichert 🌷

    Ja, ich gehe auch seit einigen Jahren verstärkt eigene Wege nach meinen Interessen und genieße das.
    Die Interessen meines Mannes sind anders, Probleme gab es damit bei uns schon immer.
    Allesdings wohnen wir noch zusammen und es ist auch nicht alles schlecht.
    Aber keine richtige Ehe mehr.
    Ob es das nochmal werden kann?
    Ganz unsicher. Sind mehr Verbundenheitsgefühle ect.

    Allerdings fallen mir heftige Änderungen sehr schwer.
    Und meinem Mann noch mehr.


  4. Registriert seit
    18.05.2017
    Beiträge
    221

    AW: Wo geht es hin?

    Sind es Verlustängste-deine Tochter betreffend-die dich belasten?


  5. Registriert seit
    13.06.2017
    Beiträge
    154

    AW: Wo geht es hin?

    Liebe Downtown,
    eigentlich hast du richtig vermutet, dass das Gefühl, meine Tochter zu verlieren, ganz viele Ängste bei mir ausgelöst hat.

    Vor einigen Jahren, die Tochter ein Jahr vor dem Abitur und mir gegenüber immer noch eher abweisend-pubertär, kam das Thema Trennung akut auf den Tisch.
    Es gab viel Drama, wohl auch, weil ich im Begriff war, eine andere Beziehung einzugehen. Aber in dem Wirrwarr konnte man schlecht unterscheiden, was woran lag.

    Meine Tochter war mir gegenüber in diesen Jahren sowieso sehr kritisch eingestellt.
    Und mein Mann hat das Thema Beziehungsschwierigkeiten seit jeher ignoriert, sich jahrelang geweigert, darüber zu reden.

    Es ist weiterhin alles beim Alten geblieben.
    Wir haben uns erstmal wieder irgendwie arangiert. Wobei ich oft Zeit für mich allein verbracht habe.

    Nach dem Abitur war meine Tochter im Ausland und studiert jetzt in einer anderen Stadt. Die Semesterferien verbrachte und verbringt sie aber immer hier im alten Zuhause (Wir haben ein Haus).

    Nun kommt allerdings glücklicherweise die Zeit, wo sie erwachsener und reifer wird.
    Gerade vor zwei Tagen hat sie uns einen langen Brief geschrieben.
    Sie kann uns beide akzeptieren, auch unsere Unterschiedlichkeit und liebt uns beide. Sie will akzeptieren, dass wir vielleicht nicht für immer zusammen bleiben werden.

    Diese Haltung ist aber noch ganz "neu" für mich. Habe es jahrelang anders erlebt.
    Hatte Angst davor. Auch kam und kommt immer noch dazu, dass ich ihr kein finanziell schwieriges Leben bereiten wollte.

    Da ein junges Mädchen in unserer Verwandtschaft schwer psychisch erkrankt ist ( aber nicht aufgrund von Trennung), wollte ich sie erst recht immer beschützen.

    Trotzdem ändern sich jetzt langsam die Gegebenheiten und die Probleme und Gedanken sind nicht verschwunden.
    Mir bleibt es nicht erspart mich weiter damit auseinander zu setzen.
    Lese auch gerade im Strang "allein bleiben".
    Seit einem Jahr befasse ich mich mit diesem Gedanken. Das war früher für mich gar nicht vorstellbar.

  6. Avatar von SibylVane
    Registriert seit
    28.07.2006
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    101

    AW: Wo geht es hin?

    Hallo Alina,

    Dein Thema berührt mich. Ja, auch bei mir geht es seit Jahren nicht in geordneten Bahnen, weil ich dann doch alles umschmeiße und wieder neu anfange, manchmal gewollt, manchmal ungewollt. Ich bin jetzt 54. Mit anderen Worten: mir geht es auch so, dass ich in meinem "hohen" Alter noch nicht alles in Sack und Tüten haben. Manchmal denke ich, dass ich das gar nicht wirklich will, sonst wäre es ja vielleicht in Sack und Tüten. Nichts ist so beständig wie der Wandel.

    Aber wenn das bei Dir zu Hause nicht hinhaut in Deiner Beziehung, wäre es denn eine Option, auszuziehen und eine eigene Wohnung zu nehmen und Dich und Eure Beziehung von da aus mal zu sortieren? Manchmal findet man dann wieder neu zusammen.

    Viele Grüße von Sibyl
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen,
    Zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
    (Faust. Der Tragödie erster Teil)


  7. Registriert seit
    13.06.2017
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    154

    AW: Wo geht es hin?

    Liebe Sibyl,
    an der Wohnung bin ich dran.
    Wir haben da eine recht ungewöhnliche Situation.
    Früher, als es akut um Trennung ging, war es immer Thema, dass wir uns eine zweite Wohnung nicht leisten können.
    Finanziell bin ich inzwischen von meinem Mann recht abhängig, was sich wohl nicht mehr großartig ändern wird, da es mir auch gesundheitlich nicht so gut geht und ich 56 J. alt bin.

    Vor einiger Zeit ist mir dann erst "bewusst" geworden, dass im Haus meines Vaters nebenan ja eine kleine Wohnung leer (mit älteren Möbeln möbliert) steht.
    Ich habe mich da langsam mit Putzen ect. vorgearbeitet und angefangen mich öfter dorthin zurückzuziehen.
    Mein Mann fand das nicht toll.
    Ja , nun haben wir da auch so eine halbe Sache.
    Ich bin inzwischen sehr dankbar, diese Möglichkeit zu haben. Ein wirkliches getrennt wohnen, wie du es vorgeschlagen hast, fand aber (noch?) nicht statt.

    Wie ist es bei dir?
    Veränderst du dich beruflich oft oder privat?
    Oder beides?

  8. Avatar von SibylVane
    Registriert seit
    28.07.2006
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    101

    AW: Wo geht es hin?

    Klingt spannend. Wohnt Dein Vater noch in dem Haus oder wohnen da noch andere Leute?

    Bei mir ist es beides. Ich bin von Berlin nach Unterfranken gezogen, weil wir Fernbeziehung auf Dauer doof fanden. Zeitgleich habe ich hier einen neuen Job angefangen.

    Das mit dem Zusammenwohnen hat erst mal überhaupt nicht geklappt und wir hatten uns nur in den Haaren. Letztendlich bin ich ausgezogen in eine Wohnung einen Ort weiter.

    Die Firma ist inzwischen in die Insolvenz gegangen.

    Unsere Beziehung hat sich inzwischen extrem gebessert und wir haben gelernt, einander zu lesen. Und wir überlegen, ob wir es noch mal miteinander versuchen unter einem Dach.

    Und ich bin auf der Suche nach einem neuen Job. Wird wahrscheinlich wieder alles gleichzeitig passieren, Umzug und neuer Job.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen,
    Zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
    (Faust. Der Tragödie erster Teil)


  9. Registriert seit
    18.10.2007
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    AW: Wo geht es hin?

    Hallo Alina!

    Du warst also vor einigen Jahren in der Situation, dich fast getrennt zu haben - und eine neue Partnerschaft eingehen zu wollen - und hast darauf verzichtet, weil du das deiner Tochter "ersparen" wolltest!?

    Kann es nicht sein, dass du das jetzt bitter bereust?
    Dass du merkst, dass das ein großer Fehler war?

    Die Tochter lebt ihr eigenes Leben - und dein Mann ist immer noch da und die "alte" Ehe somit auch.
    Deiner Tochter wäre es sicherlich nicht schlechter ergangen - und psychisch krank wird wohl auch niemand, wenn die Eltern sich fair trennen. Wer sagt denn auch, dass es den Kindern besser geht, nur weil die Ehe der Eltern fort besteht - diese aber unglücklich sind und sich gegenseitig evt. angiften, nicht konsequent sind und nicht zu ihren Gefühlen stehen!? Ob das gut für die Kinder ist - das mitzuerleben!? Da ist doch eine Trennung oft besser!?

    Ich habe mich damals getrennt - in genau so einer Situation, Kinder noch jünger, neuer Mann. Das war nicht einfach - ich habe im Nachhinein vieles unterschäftzt - aber ich habe nie bereut, diesen Schritt gegangen zu sein. Es gab einfach keine Alternative für mich!

    Ich kann mir vorstellen, dass du gerade sehr wackelig auf den Beinen bist. Von deiner Tochter musst du dich lösen, sie lebt ihr eigenes Leben - deinen Mann musst du gefühlsmäßig unter die Lupe nehmen, ob du den Rest des Lebens mit ihm verbringen willst!? Einsamkeit ist auch nicht schön - aber nur weil man allein ist, ist man ja nicht einsam!? Und auch wenn einem gefühlt mit 56 viele Kräfte vielleicht schon fehlen, so hält das Leben doch noch einige Überraschungen bereit ...!? Nur den Mut, einen Schritt aus deiner Komfortzone zu gehen, den musst du selbst aufbringen - und dazu kann dir auch keiner raten oder abraten!

    Alles Gute!
    Liebe Grüße ... von der Nase ...


  10. Registriert seit
    13.06.2017
    Beiträge
    154

    AW: Wo geht es hin?

    @ Sibyl

    Mein Vater (82) wohnt in dem Haus im Erdgeschoss.
    Wir hatten immer ein etwas distanzierteres Verhältnis - deshalb habe ich nicht gleich an diese Wohnung gedacht- aber kein schlechtes. Es ist schon auch gut, dass wir jetzt mehr Kontakt haben.
    Als mein Zuhause kann ich die Wohnung aber noch nicht richtig sehen.
    In unserem Haus wohne ich jetzt schon 30 Jahre, es ist auch mein Elternhaus aus der Kleinkindzeit.
    Das Haus meines Vaters mein Jugendzuhause. Macht schon alles merkwürdige Gefühle.
    Ich habe aber im letzten Jahr ganz bewusst einen Nachmittag und eine Nacht pro Woche in der Wohnung verbracht, weil mir bewusst ist, welche große Rolle auch Gewohnheiten spielen.

    Kann es sein, dass es dich bedenklich stimmt, wenn du daran denkst, neuen Job und Zusammenziehen gleichzeitig stemmen zu müssen?
    Ich habe mir immer viel Gedanken gemacht, welche Auswirkungen Arbeitsstress auf Partnerschaft und Familie hat.

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