Also, ... ich bräuchte Denkanstösse!
Ich war jetzt nach meinem "Ausbruch" aus meiner Ehe, 12 Jahre in einem sehr verantwortungsvollem Job, der mir sehr grosse Freude bereitete, und in dem ich keinen einzigen Fehltag hatte, tätig.
Ende letzten Jahres wurde dieses Unternehmen verkauft und ich wäre übernommen worden, aber die Fahrzeit zu dem neuen Standort war mir zu lange (1,5 Stunden einfach).
Deshalb habe ich mir ein neues Betätigungsfeld gesucht. Ich hatte jetzt also in meinem "biblischen" Alter von 59 Jahren innerhalb weniger Wochen eine neue Anstellung.
Diese wird sehr hochpreisig vergütet, hat aber den Nachteil, dass ich mindestens jedes 2. Wochenende komplett arbeite und die freien Tage von "oben" diktiert werden, .... d.h., mir wird mitgeteilt, dass ich für das gearbeitete Wochenende z.B. den Dienstag und den Donnerstag frei habe. Diese Voraussetzungen wurden beim Einstellungsgespräch auch nicht so kommuniziert.
Ich habe mir dieses Szenario jetzt ein paar Wochen angesehen, ... festgestellt, dass andere Mitarbeiter in einer Zeit von 6 Monaten z.B. 248 Überstunden angesammelt haben.
Meine Feststellung war: Ich will ein solches Leben nicht!!!
Ich habe in der Probezeit gekündigt.
Meine finanziellen Mittel reichen sicherlich bis knapp zum 80. Lebensjahr.
Die Söhne finden trotz alledem meine Entscheidung nicht gut. Sie meinen, solch eine Anstellung in einem so renommierten Unternehmen schmeisst man nicht einfach so hin.
Ich bin jedoch der Ansicht, dass ich durch diese Arbeitszeiten mein gesamtes soziales Umfeld verlieren würde, da sich niemand um mich "herumbauen" kann, d.h. ich die freien Tage, die ich hätte, alleine verbringen müsste.
Wie denkt Ihr über meine Entscheidung.
Lieben Gruss und einen schönen Sonntagabend
Eva
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09.04.2017, 20:24
"Downshifting", wie seht Ihr das?
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09.04.2017, 20:33Inaktiver User
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
Hallo Eva,
also ich werde jetzt Ende des Jahres auch auf Teilzeit umsteigen (bin Ende 40, ist aber wurscht). Ich muss international viel reisen und das schlaucht mich einfach zunehmend und ich gebe zu, meine Freude hat stark nachgelassen, weil ich die vielen Überstunden überhaupt nicht vergütet bekomme.
Du hast dir sicherlich einiges erspart, in dem du in der Probezeit gekündigt hast. Such dir in Ruhe etwas passendes, auch wenn es nicht der Traumjob ist. Aber einen, der dich zufrieden macht.
Natürlich hast du ein bisserl Angst davor, was kommt, aber ich glaube, das ist in Krisenzeiten / Umbrüchen ganz normal.
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09.04.2017, 20:52
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
Liebste Sommerwind!
Ja, ein bisserl Angst vor meiner eigenen Courage habe ich schon irgendwie. Diese Überstunden, die wie bei Dir auch nicht vergütet werden würden, waren auch mein Problem.
Ich denke einfach, dass ich das in meinem Alter nicht mehr nötig habe.
Dieser Gedanke zum "Downshifting" ist einfach der, das viele Menschen in der letzten Zeit, ... auch durchaus in meinem Alter gestorben sind, und ich überlege, wie ich meine Jahre noch verleben möchte. Und da ist der Gedanke, eine 70 Stunden-Woche zu haben, ganz weit weg.
Zumindest nur des Mammons wegen. Wenn mir eine Arbeit grossen Spass machen würde, wäre das anders.
Lieben Gruss und vielen Dank für Dein Feed-back.
Schönen Abend
Eva
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09.04.2017, 20:53Inaktiver User
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
Lucky Girl ... alles richtig gemacht. Und wenn Deine Söhne diese Entscheidung nicht gut finden - dann dürfen sie das. Hat aber nichts mit Dir zu tun, weil nur du musst sie gut finden.
Genieße jetzt Dein Leben - Du hast die Möglichkeit (finanziell). Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Wer weiß, was Du noch findest - es gibt auch ganz andere Jobs - die z.B. total erfüllend aber ggf. nicht so gut bezahlt sind. Vllt. ist das was für Dich. Ich finde es super, dass Du das gemacht hast! Du sorgst für Dich und kannst es Dir auch leisten. Besser geht nicht. Das Leben ist zu kurz. Das viele Geld auf dem Konto bringt Dir nichts, wenn Du keine Zeit mehr zum Leben und für Freunde hast.
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10.04.2017, 09:53
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
Ich finde auch, dass du alles richtig gemacht hast. Wenn man jünger ist - wie Deine Söhne - ist es vielleicht schwer zu verstehen. Aber ich denke, in einem fortgeschrittenen Alter nach vielen Jahren des funktionierens muss man auch für sich selbst sorgen und das tun, was einem selbst gut tut.
Das Thema Vorankommen und Karriereleiter erklimmen hat sich doch weitgehend erledigt. Und wer, wenn nicht die erfahrene Generation soll den Unternehmen mit unakzeptabelen Bedingungen zeigen, dass es so nicht geht.
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10.04.2017, 09:58Inaktiver User
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
also ich kann Dich verstehen- und wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind- why not?
es ist ideal, nach seinen inneren Überzeugungen leben zu können.....
Was ungeplant kommt und größere Summen verschlingen würde, steht auf einem anderen Blatt- man hofft es nicht..
Habe momentan ähnliche Überlegungen- aber ich muss arbeiten, weil ich kein dickes finanzielles Polster habe, doch bei der Wahl (habe mehre Möglichkeiten) spielt die Lebensqualität/Freizeit/Wochenenddienst oder nicht) auch ein große Rolle..
carpe diem, genieße Dein Leben!
Geändert von Inaktiver User (10.04.2017 um 16:21 Uhr)
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10.04.2017, 10:05
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
Haett ich genauso gemacht, wenn ich das noetige Kleingeld haette.
Lebensqualitaet vs. Arbeit, da ist die Entscheidung klar.Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
Youtas
Das Schönste an mir bin ich.
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10.04.2017, 10:16
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10.04.2017, 13:10
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
Ich finde die Entscheidung auch goldrichtig, zumal Du, so wie ich es verstehe, nicht auf den Job angewiesen bist/warst.
Fremdgesteuert werden ist schrecklich, und umso mehr, wenn es auch noch die Einteilung der Freizeit betrifft. Das würde ich mir ohne Not auch nicht antun.
Genieße die Freiheit, und vielleicht kommt ja noch eine tolle Jobchance für Dich daher.May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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10.04.2017, 13:53
AW: "Downshifting", wie seht Ihr das?
eva ich persoenlich finde du hast es genau richtig gemacht
du hast es nicht noetig gehabt, dein leben von deinem arbeitgeber so beschneiden zu lassen
und wenn es finanziell nicht drueckt ist die entscheidung umso mehr nachvollziehbar
deine kinder geht das gar nichts an
ich denke du wirst in kurzer zeit lernen die freiheiten die du jetzt hast zu genießen und auch genug beschaeftigung haben das du dich nicht langweilst


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