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  1. User Info Menu

    Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Ich, 59, in einem stressigen Medienberuf tätig, brauche wirklich mehr Gelassenheit! Wie schaffe ich das? Ich arbeite in einem netten Team, mit Männern und auch blutjungen Frauen (frisch von der Uni) zusammen. Alle in unserer Abteilung habe ich richtig gehend in mein Herz geschlossen. Und umgekehrt ist es auch so. Ich fühle mich wertgeschätzt von allen in meinem Team.
    Aber so ein tolles Team ist in einem großen Medienhaus natürlich keine „Insel“ - es gibt auch andere Abteilungen mit denen man zusammen arbeiten muss! Andere Mitarbeiter aus anderen Abteilungen bringen mich manchmal „auf die Palme“. Kurz: Ich habe den Eindruck, mein dickes Fell wird immer dünner. Je älter ich werde!
    Wie schafft man das, ein wenig „altersmilde“ zu werden. Kann mir das hier mal jemand verraten?

  2. Inaktiver User

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Zunächst einmal würde ich das, was Du als Positiv assoziierst mit Deinem intakten Team, als Basis sehen. Es funktioniert. Daraus kannst Du ein Stück Stärke und auch Sicherheit ziehen. Im Grunde ist das, was Du schilderst, heute schon sehr wertvoll, weil an vielen Arbeitsplätzen eher keine gute Stimmung gegeben ist.

    Im Job ist es aber nun mal so, dass nicht immer Zuckerschlecken herrscht, was Du weißt, anhand Deiner Lebens- und Berufserfahrung. Man kann nicht jeden mögen und wird nicht von jedem gemocht. Es gibt hier und da immer Reibereien, Unstimmigkeiten, Sympathien und Antipathien.

    Es kommt natürlich immer darauf an, was Du unter "auf die Palme bringen" verstehst. Geht es um Berufliches oder doch eher unter die Gürtellinie/Persönlich zielendes ? Sind die Nerver gleichaltrig oder gar jünger ? Bei Jüngeren ist das so eine Sache.

    Im Zweifel würde ich immer ein zeitnahes Feedback geben bzw. bei ggb. Anlass auch ein persönliches Gespräch suchen. Manchmal hilft aber auch einfach ein Stück Gelassenheit, sofern Dich niemand verletzt. Wo Menschen aufeinander treffen, vor allem im Job, kommt es zu Reibereien. Es ist sehr wichtig, respektiert zu werden und Grenzen zu setzen, mit dem "Risiko" auch mal anzuecken und nicht von jedem gemocht zu werden. Das ist schließlich der Job und kein Freundeskreis.

    Du könntest Dich mit einigen aus Deinem gut funktionierenden Team kurzschließen, wie sie das empfinden. Manchmal ergeben sich Parallelen und halbes Leid ist geteiltes Leid.

    Sofern Du nicht irgendetwas an Entspannung praktizierst, würde ich Dir unterstützend dazu raten. Irgend etwas, woran Du Spaß hast, Yoga, Meditation, etc. Und die Aussicht auf eine Pensionierung bzw. Berentung in nicht mehr all zu weiter Ferne auf sich wirken lassen, das hat doch auch was, oder ?

  3. Inaktiver User

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Wie persönlich nimmst Du das?

    Wir können dann gelassener bleiben, wenn wir nicht zu innig involviert sind.
    Warum bist Du so "nah dran"?

  4. User Info Menu

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Danke für die Tipps!
    Nein, mich persönlich greift niemand an! Es ist ehr der immer stressiger werdende Berufsalltag der jetzt in meinem Alter (?) nervt!

    Hinzukommt, dass in den letzten Jahren immer mehr und immer mehr verschiedene Arbeitsbereiche hinzugekommen sind. Meine eigene Abteilung wurde auch dementsprechend mit jungen, guten Leuten aufgestockt. Das klappt prima! Und wir halten auch zusammen wie Pech und Schwefel! Das ist sehr potitiv!

    Ich beobachte nur, dass die jungen Leute in meinem Team die Anforderungen, die andere an sie stellen leichter wegstecken, alles gelassener sehen und nicht groß rumdiskutieren.

  5. Inaktiver User

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Ich brauche Trubel im Job. Ich langweile mich sonst...je mehr desto besser.

    Aber Gelassenheit, dieses in-sich-Ruhen, das findest du nur in dir, das ist eine Frage der Einstellung.

    Und ja - nicht alles nah an dich ran lassen. Wenn ich hier im Büro den ganzen Tag "Hölle" habe, ist das weg sobald ich den Laden verlassen...

  6. Inaktiver User

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    [QUOTE
    Ich beobachte nur, dass die jungen Leute in meinem Team die Anforderungen, die andere an sie stellen leichter wegstecken, alles gelassener sehen und nicht groß rumdiskutieren.[/QUOTE]
    Ich beobachte eher das Gegenteil, das gerade viele junge Leute überhaupt nicht mehr belastbar sind und beim kleinsten Stress sofort mit dem KS wedeln.
    Ich denke, es ist eine Sache der inneren Einstellung wie man damit umgeht. Langeweile oder nicht gefordert sein am Schreibtisch wäre auch nichts für mich. Kommt auch bissel auf meine Verfassung an...hab ich eh schon Stress, darfs auch bisserl ruhiger sein
    Aber dünnhäutiger im _Alter...DAS geht mir definitiv so. Traurige Filme z.B. sind bei mir zu ner echten Belastungsprobe für den jenigen geworden, der neben mir sitzt.

  7. Inaktiver User

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Zitat Zitat von klaucki3 Beitrag anzeigen
    Ich beobachte nur, dass die jungen Leute in meinem Team die Anforderungen, die andere an sie stellen leichter wegstecken, alles gelassener sehen und nicht groß rumdiskutieren.
    Warum diskutiert man denn rum?
    Weil es einem wichtig ist oder weil man unsicher ist oder weil man um Boden kämpft oder oder oder......
    Es IST persönlich und sie mögen Dich nicht persönlich angreifen- das meine ich auch nicht- dennoch kannst Du die Anforderungen als persönliche Leistungserwartung einstufen und damit verliert man dann ganz logisch an Gelassenheit.

    Gelassenheit- gerade im Job- hat doch damit zu tun, dass man alles nicht mehr so ernst, so wichtig, so sehr als Ausdruck des eigenen Seins empfindet.
    Das bedeutet dann jedoch nicht, dass man seine Arbeit weniger genau oder unzuverlässig durchführt.

    Die Frage ist also- wo genau docken die Anforderungen in Dir an?

  8. User Info Menu

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Ich denke schon, dass es eine Generationenfrage ist. Ich bin 56 und gerade ausgestiegen aus einem extrem stressigen Job.
    Wir die Generation von 50+ und mehr haben noch eine ganz andere Grundlage von Elternhaus und Schule eingebläut bekommen. Da wurde Treue zum Lehrer, zur Schule zur Familie und später zum Arbeitgeber infiltriert. Wir mussten lernen, zu strampeln und dabei zu bleiben und ja nicht aufzubegehren, wie Hamster im Rad. Wenn ich die Jahre zurück blicke, sind in die jungen Mitarbeiter, die in den letzten Jahren kamen, mit klaren Vorstellungen eingetreten. Klar, die Arbeit wird gut erledigt, aber Überstunden nicht um jeden Preis. Freizeit und Beruf müssen ausgewogen sein. Auch halten sie nicht so an ihrem Stuhl fest. Sie gehen recht schnell wieder, wenn ihnen etwas nicht passt. Unsere Altersgruppe hat die Jahre der mangelnden Lehrstellen Ende der 70ziger, dann die Arbeitslosigkeit ab Ende der 90ziger und schließlich wieder die Einstellungsstopps vor 10 Jahren hinter sich. Das prägt, da ist im Kopf der Schalter auf durchhalten. Ich habe die Jungen oft bewundert und wäre auch gelassener an die Arbeit gegangen. Aber mich hat manches fast zerfressen, selbst heute noch, nach einem halben Jahr, denke ich noch an Terminabgaben zum Jahresende, wird das erledigt...... Blöd, bezahlt keiner, gibt mir auch keiner eine Belobigung, aber so ist man halt gestrickt. Pflichtbewusst, treu... das ist eine Maschinerie, die abläuft und die einfach nicht zu stoppen ist.

  9. Inaktiver User

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber dünnhäutiger im _Alter...DAS geht mir definitiv so. Traurige Filme z.B. sind bei mir zu ner echten Belastungsprobe für den jenigen geworden, der neben mir sitzt.
    DAS war bei mir schon immer mein Mann kann gut damit umgehen...

  10. User Info Menu

    AW: Hilfe! Ich wünsche mir mehr Gelassenheit!

    Zitat Zitat von smilla60 Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass es eine Generationenfrage ist. Ich bin 56 und gerade ausgestiegen aus einem extrem stressigen Job.
    Wir die Generation von 50+ und mehr haben noch eine ganz andere Grundlage von Elternhaus und Schule eingebläut bekommen. Da wurde Treue zum Lehrer, zur Schule zur Familie und später zum Arbeitgeber infiltriert. Wir mussten lernen, zu strampeln und dabei zu bleiben und ja nicht aufzubegehren, wie Hamster im Rad.
    das stimmt zum Teil. Aber nicht alles lässt sich meiner Meinung nach aufs Alter schieben. Es gibt auch noch die nicht zu unterschätzende Komponente, dass sich der Arbeitsalltag massiv verändert hat, alleine schon durchs Internet, wenn ich da an die tägliche Informationsflut der Emails denke. Oder der viel höhere Dokumentationsaufwand und die komplexeren Informationswege usw.

    Jedenfalls hatte ich letztes Jahr mal wegen der Arbeitsbelastung ziemlich geplärrt und schob das auch erst auf geringere Belastung aufgrund des fortgeschrittenen Alters. Ein paar Monate später mit viel Abstand dachte ich mir dann aber, ich hätte auch als junge geplärrt, hätte ich diesen Druck damals gehabt.

    Das Problem dabei ist, dass unsere Sozialisierung zum radfahrenden Hamster hier nicht mehr hilft. Es sind heute sog. "softskills" gefragt. Es ist auch nicht mehr diese Obrigkeitshörigkeit aus den Zeiten meiner Ausbildung die Regel, sondern alles ist flachhierarchischer und teamorientierter geworden. Und eben auch (selbst-)verantwortlicher. Sicher variiert das in den unterschiedlichen Branchen. Aber die Arbeitswelt ist heute eine andere, das Rad dreht sich schneller, da kommst du als Hamster nicht mehr mit. Insofern hat die junge Generation schon die richtigen Strategien:
    Zitat Zitat von smilla60 Beitrag anzeigen
    Wenn ich die Jahre zurück blicke, sind in die jungen Mitarbeiter, die in den letzten Jahren kamen, mit klaren Vorstellungen eingetreten. Klar, die Arbeit wird gut erledigt, aber Überstunden nicht um jeden Preis. Freizeit und Beruf müssen ausgewogen sein. Auch halten sie nicht so an ihrem Stuhl fest. Sie gehen recht schnell wieder, wenn ihnen etwas nicht passt. .
    Im Grunde müssen wir "Alten" auch lernen, mehr auf uns zu achten, also als Hamster wieder unsere menschlichen Anteile mehr zu pflegen, und unsere (heute kompliziertere und umfangreichere) Arbeit selbst mehr wertzuschätzen und entsprechende Wertschätzung auch zu erwarten. Natürlich kleben die meisten von uns mehr an ihrem Stuhl als die Jungen, denn so viele Alten-Stühle gibts halt nicht. Aber trotzdem ist die Frage nach Balance und Kommunikation generell eine andere geworden, völlig generationenunabhängig.

    Die Anforderungen in der Kommunikation empfinde ich heute als höher, eben weil man mehr miteinander anstatt übereinander arbeitet und weil alles viel vernetzter ist. Ich habe nicht nur lernen müssen klarer und deutlicher zu kommunizieren und auch Widerspruch zu geben und zuzulassen, sondern auch es auszuhalten, wenn die Kommunikation halt auch mal in die Hose geht.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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