Hallo zusammen!
Mit jetzt 50 erlebe ich merkwürdig negative Veränderungen in Bezug auf die Gespräche mit meinen Freundinnen und frage mich ernsthaft, ob es vielleicht etwas mit dem Alter zu tun hat? Nachdem die ersten Huch-ich-bin-jetzt-alt-Krisen bei uns allen überwunden sind (hoffentlich!) und wir wieder etwas gestärkter durchs Leben gehen, bemerke ich eine Zunahme an Ich-Konzentration, die mir fremd und unangenehm ist.
Zwei Frauen ganz speziell sind schon seit Jahrzehnten sehr gute Freundinnen und wichtige Menschen für mich. Unabhängig voneinander haben beide leider in letzter Zeit die unangenehme Eigenschaft entwickelt, ausführlich von sich und ihren Befindlichkeiten zu berichten, mir aber nur dann zuhören, wenn sie mein Thema gerade interessiert und das gab es bis vor Kurzem nicht! Heute habe ich mich mit einer von ihnen in der Kneipe getroffen und der Abend drehte sich ganz speziell um ein Problem, dass sie derzeit hat. Nachdem wir das erörterten, wollte ich etwas für mich Wichtiges erzählen. Mittendrin griff sie z.B. zum Handy, schaute drauf und sagte "Oh, Tina hat gerade angerufen". Wie bitte? Noch während ich erzähle, gibt sie mir diese völlig unwichtige Information, die ich als extrem respektlos und kränkend empfand.
Da wird es jetzt definitiv eine Aussprache geben müssen, aber ich bin sehr frustriert darüber, dass es überhaupt dazu kommen muss.
Liegt das am Alter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Kennt ihr das?
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25.10.2016, 22:47Inaktiver User
Nur noch Monologe bei Freundschaften?
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25.10.2016, 23:32
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Live-now, ich kann Dich da gut verstehen.
Du musst da was sagen und zwar deutlich. Ich kann dass auch nicht leiden, wenn solche störenden Aktionen stattfinden. Ich hab dann das Gefühl mein Gegenüber sucht nach Ablenkung, ist nicht bei der Sache. Unter Freunden erwarte ich, dass ich auch Gehör finde und nicht nur der Abladeplatz für die Anderen bin.
Ich habe eine Bekannte, da ist es genauso. Es war früher zwar schon so, dass Sie immer die Entertainerin war. Immerhin kam man aber zu Worte. Mittlerweile ist es aber so, dass jedes Thema was von Anderen aufgebracht wird, regelrecht von ihr zerredet wird. Alles was getan wird, würde sie anders(besser) machen. Und dann geht es zu ihren Themen.
Es ist auch nicht geduldet, wenn wir in einer grösseren Runde sind, dass sich im Laufe des Abends kleinere Gesprächsgruppen mit eigenen Themen bilden.
Da wird dann ihrerseits stets von der Seite hineingefunkt und ihre Themen reingetragen. Oft gibt es dann betretene Gesichter.
Ich hab es jetzt letzlich sattgehabt und hab sie neulich brutal in der Runde auflaufen lassen.
Ich bin jetzt einfach nichtmehr gewillt mir diesen Egoismus bieten zu lassen.
Ich hatte Sie in den vergangenen Wochen nämlich mehrfach unter 4 Augen auf dieses nervige Verhalten angesprochen. Hätte sie gar nicht gemerkt, sagte sie.
Nix hat sich aber geändert.
Jetzt plane ich nur noch ganz kurze Treffen. Wenns genug ist, gehe ich. Du sorry, aber ich muss los.
Geht mir besser damit.
Sie hat jetzt aber scheinbar endlich verstanden. Manchmal muss es erst rummsen.
Schade eigentlich, aber Taktgefühl und Empathie gehen scheinbar verloren
Wenn diese Freundin dass jedesmal macht und auf jede kleine Ablenkung reagiert, dann würde ich auch mal fragen:Warum sagst Du mir dass jetzt mit Anruf?
Uuups hab viel geschrieben.Geändert von Beachnoodle (26.10.2016 um 01:36 Uhr)
Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer
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26.10.2016, 13:23
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Das hat meines Erachtens rein gar nichts mit dem Alter zu tun. Ich bin fünfzig Jahre alt und habe das mit sehr viel jüngeren Frauen erlebt, die mich m.E. als Müllabladeplatz für ihre Probleme benutzt haben.
Die eine hat mir immer wieder ihre Männerprobleme erzählt, der Mann mit dem sie als 27 Jährige zusammen war oder auch noch ist, war 57 Jahre alt, geschieden und wollte sie nicht heiraten und auch keine weiteren Kinder mehr ( er hatte zwei Kinder etwa in ihrem Alter aus seiner gesch. Ehe).
Sie kam nicht von ihm los, heulte mich ständig voll.
Als mein Vater dann an schwer Krebs erkrankte, was ich ihr mitteilte und starb, hörte ich mehrere Wochen lang- auf einmal gar nichts mehr von ihr.
Nach paar Wochen dachte sie wohl, sie kann mich wieder mit ihren Männerproblemen voll nölen und meinte, sie habe nicht angerufen, damit der Tod meines Vaters bei mir, " erst mal sacken könnte."
Den Kontakt habe ich komplett abgebrochen.
Eine andere, die auch jünger als ich war, Studentin jammerte ständig über ihre Prüfungsängste an der Uni. Bin sogar noch an meinem freien Nachmittag mit ihr zu einer mündlichen Examensprüfung im Lehramt gefahren, weil sie mich darum gebeten hat.
Sie hatte diese Prüfung schon zwei Mal mit einem ärztlichen Attest beim Prüfungsamt abgesagt und jetzt musste sie ran. Sonst hätte sie zum Amtsarzt gemusst.
Nach der bestandenen Prüfung habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ihre eigene Mutter wollte sie schon nicht mehr zur Prüfung begleiten, die war bei vorherigen Prüfungen schon zum Händchen halten mit und von ihrer eigenen Tochter völlig genervt.
Das war jetzt etwas ausführliche Beispiele, aber die beiden Frauen waren knapp unter 30 Jahren alt.
Da habe ich mich gefragt ob egozentrisches Verhalten in dieser jüngeren Generation stärker ausgeprägt ist, als bei uns Älteren.
Meine Erfahrung ist das nicht, dass dieses Verhalten gerade bei Frauen um fünfzig Jahre so ausgeprägt ist. Ich sehe da eher die jüngeren, die nicht zuhören können oder wollen und sich nur für sich selbst interessieren.
Bei den älteren Frauen ist eher Gesundheit ein Thema, die Zipperlein nehmen halt zu und andere Probleme.
Wechseljahre und so weiter. Aber die schütten mich nicht mit ihren Sorgen zu, sondern hören auch mir zu.
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26.10.2016, 13:34
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Mir ist das bei einigen Leuten aufgefallen, daß die nur noch darüber redeten, wie gräßlich ihre Arbeit ist.
Nachdem die drei Wochen zur Kur waren, was das wie abgestellt.
Seither theoretisiere ich, daß dieses Reden vielleicht von einem Leidensdruck kommt.
Hilft natürlich auch nix, man kann die Leute ja nicht einfach zur Kur schicken.
Was hilft ist nmE ein entschlossener Themawechsel.
Statt Handygegucke gibt's bei uns Tiergegucke. Die Katzen putzen sich, wenn ihnen was peinlich oder zu anstrendend ist oder sie eine kurze Auszeit brauchen. Die Menschen gucken Katzen an. Als Kind hat mich das zur Raserei getrieben, wen meine Mutter das machte, während ich etwas erzählte, was mir wichtig war. Heute tut das jeder. Ich vorneweg.
Gegen Handygegucke kann ich vorgehen, Gegen Katzengegucke bin ich machtlos, weil sich die Katzen nicht stummschalten und in die Handtasche stopfen lassen.
Die reine ADS-Selbsthilfegruppe ist das manchmal. Wahrscheinlich liegt's doch am Alter.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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26.10.2016, 14:42
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26.10.2016, 16:28Inaktiver User
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Ich halte das auch nicht für alterspezifisch, die meisten meiner Freundinnen und Bekannten waren gute Zuhörerinnen, und sind es noch.
Bei manchen Leuten habe ich nur den Eindruck, dass ihnen Gesprächsgelegenheiten fehlen, und sie deshalb Gespräche, so sie mal welche haben, mit ihren Themen dominieren.
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26.10.2016, 16:34Inaktiver User
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Willkommen im Club!
Ich beobachte das schon seit Jahren. Zuerst vorwiegend bei unseren Außendienstmitarbeitern und da dachte ich noch, dass das am Job liegt. Tut es aber nicht.
Es gibt immer weniger Menschen die zuhören können und wollen, die bei denen das in meinem Freundeskreis geht, kann ich an einer Hand abzählen.
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26.10.2016, 17:26Inaktiver User
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Ich finde, das war in jüngeren Jahren schlimmer. Mit Männer-Geschichten gab es öfter Geschwätz-Diarrhoe. Das gibt sich im Alter zum Glück.
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27.10.2016, 03:50
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27.10.2016, 07:31
AW: Nur noch Monologe bei Freundschaften?
Ja, man hat aber mehr Erfahrung und muss nicht jede Kleinigkeit stundenlang durchdiskutieren.


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