Das ist sehr situationsabhängig. Meine Erfahrung. In einer angesagten Szenekneipe mit sehr gemischtem Publikum, gehts halt anders zu, wie im Landgasthof beim Sonntagsbraten. Ich mag beides sehr gerne, in angenehmer Begleitung oder auch solo. Das kann ich mittlerweile, war aber nicht einfach aus der Rolle der langjährigen Ehefrau zu entwachsen.
Antworten
Ergebnis 101 bis 110 von 149
Thema: Geht es nochmal aufwärts???
-
06.11.2016, 05:26
AW: Geht es nochmal aufwärts???
-
06.11.2016, 06:17Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Ich will um Gottes Willen nicht von viel jüngeren Männern oberaffengeil gefunden werden.
Auch nicht situationsbedingt - weshalb ich mich dann auch nicht madamig fühle.
Rainbowkid, seinen neuen Standpunkt zu finden ist echt manchmal irritierend.
Es ist letzlich aber auch ein Neuanfang. Dieses immer wieder Neue strengte mich wahnsinnig an.
Nie hätte ich aber tauschen mögen oder zurück gewollt.
-
06.11.2016, 07:45
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Ich finde mich hier in vielen Antworten wieder, auch wenn sie kontrovers sind.
Es ist eben nicht alles schwarz und weiß.
Auf der einen Seite geht es mir ähnlich wie Phyllis, ich creme auch Hormone, weil ich noch einige Jahre im Berufsleben "funktionieren" muss und bin andererseits der Meinung, dass unsere Gesellschaft gerade den Frauen hier vorschreibt, in einer Phase, die besonders sensibel ist, wie ein Roboter funktionieren zu müssen.
Meine Entscheidung für die HET war allerdings auch durch Überlegungen, was das Privatleben betrifft, beeinflusst.
Ich hätte mich im Prinzip nur entscheiden können für entzündungshemmende Mittel gegen die durch das Hormondefizit verursachten Dauer-Gelenksentzündungen (Variante ohne HET) oder eben Hormone, die nicht nur bewirkten, dass es psychisch wieder bergauf ging, sondern auch diese fiesen und ständigen Gelenkschmerzen zum Verschwinden gebracht haben.
Die Entzündungshemmer hätte ich genauso ständig nehmen und ebenfalls (teils schwere) Nebenwirkungen in Kauf nehmen müssen.
Von daher war die HET für mich die erste Wahl.
Eine gleich alte Bekannte von mir, die die HET kategorisch ablehnt, hat inzwischen verdickte Fingergelenke, einige Endglieder der Finger sind bereits seitlich verbogen.
Und trotz meiner Entscheidung für die HET finde ich es nicht fair, dass die Gesellschaft von einer Mittfünzigerin erwartet, nach wie vor die Powerfrau zu sein, die gleich viel wie (oder noch mehr als) eine 30jährige schafft.
Die Frage ist: Was kann ich beeinflussen?
Im Prinzip kann man meistens nur bei sich selbst ansetzen. Die Möglichkeiten (in meinem Fall) sahen so aus:
Ich creme Hormone und funktioniere, habe ein gutes Einkommen und keine Schmerzen mehr oder
ich verzichte darauf, verliere unter Umständen meinen Job und nehme finanzielle Probleme damit in Kauf und bin auch unabhängig vom Job von Schmerzen geplagt.
Ich bin mir dessen bewusst, dass alles im Leben seinen Preis hat.
Ich bezahle irgendwann dafür. Später, wenn ich die Hormone völlig ausgeschlichen habe (ich nehme nur noch ein Viertel der Mindestdosis, weiter runter komme ich nicht), werden die Probleme wieder da sein. Ich denke, man schiebt die psychischen und körperlichen Erscheinungen mit Hormonen nur vor sich her, irgendwann "muss" man durch.
Meine Hoffnung ist jedoch, dass ich in der Rente zumindest nicht mehr so viel Power haben muss, da fällt ein Großteil der Nebenwirkungen des Wechsels dann nicht mehr so ins Gewicht.
Das Problem mit der Unsichtbarkeit habe ich nicht wirklich, aber ich sehe, dass sich der Blick auf mich geändert hat. Ich bin nicht mehr das junge Mädchen, auf das die Männerwelt mit Beschützerinstinkt oder sexuellen Gedanken reagiert hat, sondern eher die (klingt jetzt übertrieben) Autorität, zu der man kommt, wenn man Probleme besprechen möchte oder die man auf einer ernsteren Basis wahrnimmt und schätzt. Tut gut, finde ich.
Wenn sich hie und da ein Mann "verirrt" und mir ein unmoralisches Angebot macht, reagiere ich verwirrt. Weil es mir komisch vorkommt und auf eine seltsame Art und Weise "nicht passt". Schwer zu beschreiben.
Liebe Grüße
Zio
-
06.11.2016, 07:51Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Ich finde es ganz fürchterlich, was Du da schreibst, denn damit tutest Du genau ins Horn der AG die Frauen 50+ gerne los werden wollen, da vermeintlich nicht belastbar.
Also, ich laufe nicht weinend aus Meetings, und bin arbeitsmässig genauso belastbar wie früher auch.
Eher mehr, weil ich mich über Dinge nicht mehr so schnell aufrege und die Ruhe bewahre, wenn andere in Panik verfallen.
Der Job ist kein Ponyhof und natürlich müssen Ältere die gleiche Leistung bringen wie Jüngere - sonst sind sie da falsch.
Und bei Bürojobs sehe ich da auch kein Problem.
-
06.11.2016, 07:59
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Bei mir ist beides gleichzeitig. Auf der einen Seite bemerke ich, dass ich nicht mehr so belastbar bin wie früher, auf der anderen Seite bewahre ich mehr Ruhe und bin dadurch eine geschätzte Anlaufstelle für alle.
Ich glaube auch, dass der Wechsel bei jeder Frau anders verläuft. Manche Frauen werden sogar aktiver als früher, andere verlieren plötzlich die Energie.
Liebe Grüße
Zio
-
06.11.2016, 10:06Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Der Umgang zwischen jüngeren Männern und mir ist ein anderer als mit etwa gleichaltrigen (+/- 10 Jahre). Mich locker unterhalten, scherzen, diskutieren kann man mit allen. So ein bestimmter Flirtton kommt aber nur mit den Männern in meinem Alter auf. Ich flirte nun jüngere auch nicht hemmungslos an, das fände ich unpassend und übergriffig. Wenn's passt kann mal eine freche Bemerkung fallen, aber das ist es dann auch.
Es ist eben doch anders als noch vor 10/15 Jahren. Wäre aber auch schlimm, wenn die Zeit stehenbleiben würde.
-
06.11.2016, 10:32Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Ich bin durch meinen Jobverlust wieder einmal in einer komplett anderen Branche gelandet, einen "ohne Verantwortung", außer für das, was ich tue.
Von den Kollegen bin ich mit Mitte 50 eine der älteren, das Gros bewegt sich um die 30, oft jünger.
Ich bin weder langsamer, noch begriffsstutziger
und merke, das mir die Berufserfahrung, auch die der Teamführung, enorm zu pass kommen. Das hat bereits nach 3 Wochen zu einer Anfrage, ob Interesse an Festanstellung besteht, geführt.
Ist aber eben kein gutbezahlter Bereich und dürfte dann beim Erreichen der 60er, körperlich belastend werden, falls man nicht fit wie ein Turnschuh ist. Der Job eines Kommissionärs besteht in der Hauptsache aus Laufen, Bücken, Strecken und Heben, auch über Kopfhöhe. Rücken - und Fußschmerzen anfangs garantiert. Von den jungen Mitarbeitern, die mit mir begonnen haben, haben schon einige das Handtuch geworfen, allerdings ist mir bis jetzt ist mir auch keine Angestellte begegnet, die älter als 62 Jahre ist.Geändert von Inaktiver User (06.11.2016 um 11:00 Uhr) Grund: war ein das zuviel
-
06.11.2016, 10:55Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Zio - das hast Du sehr gut geschrieben, kann ich 100%ig unterschreiben ....danke - ich hatte auch Gelenkschmerzen, die leider nur unwesentlich besser geworden
Lorelei, was heist vermeinlich nicht belastbar? Das ist bei jeder Frau anders ...und es kommt auf die Branche und die Firma an - ich habe nicht ohne Grund im Großkonzern weil da mittlerweile unmenschlich zugeht, gekündigt und fange nach einem 6 wöchtigen Zwischenstep bei einer Firma wo ich hoffnungslos unterfordert war - (und ja hier wäre es egal gewesen ob ich belastbar bin, aber das ist nicht meines) noch mal mit einem neuen Job an und das mit 51
Im Großkonzern ist Erfahrung nicht gewünscht, die Veränderungen gehen so rasant schnell das die einen nicht weiterbringt. Wir Älteren sind zu teuer, man will sie loswerden - ich habe die Konsequenzen gezogen...
-
06.11.2016, 10:59Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
Ist nur die Frage, wie man Leistung misst.
Meine Erfahrung ist, dass ich in manchen Sachen besser bin als früher, mich dafür aber andere mehr anstrengen, ich dort auch weniger bringe als früher. Meine Bürotür stand absichtlich fast immer weit offen, jeder mit einem Anliegen war jederzeit herzlich willkommen, im Vorbeigehen mit einem Anliegen einfach hereinzuschneien. Nur in ganz seltenen Arbeitsphasen war die Tür mal zu und das Telefon umgestellt, weil Störungen den Arbeitsfluss stark behindert hätten.
In der Firma, in der ich seit ein paar Jahren arbeite, ist dasPrinzip der jederzeit offenen Türen grundsätzlich gewollt, was ja eigentlich zu meinem Arbeitsstil passt.
Als die Heizung jetzt mal etwas träge anlief und wir deshalb die Türen ausnahmsweise mal angelehnt hatten, bemerkte ich auf einmal, dass das sehr entspannend war, nicht alles mitzubekommen, was sich auf dem Gang abspielte. Meine Fähigkeit Störeinflüsse zu ignorieren, hat sich offensichtlich verringert. Ich bemerke das auch, wenn die Kollegin in meinem Büro ein Gespräch führt oder telefoniert, ich kann das schwerer ausblenden und konzentriert bei meiner Sache bleiben. Und ich denke, das hat schon etwas mit dem Alter zu tun, mag es nun am Gehör oder am Gehirn liegen.
Die Bedürfnisse an den Arbeitsplatz ändern sich mit steigendem Alter offensichtlich. Wenn darauf überhaupt keine Rücksicht genommen wird, kann es für Ältere schwierig werden.
-
06.11.2016, 11:52Inaktiver User
AW: Geht es nochmal aufwärts???
@lea,
hm... an der Sache mit der Konzentration und der Störanfälligkeit ist etwas dran.
Ich merke, dass mir das Multitasking verloren geht. Drei Sachen zu gleich, werden nicht mehr gleich gut.
Und das war im alten Job eine meiner Stärken.



Zitieren