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    Neuanfang wagen?

    Liebe Community,
    ich lese seit einiger Zeit in der BC mit, habe aber bisher noch keine eigenen Beiträge verfasst. Aber nun möchte ich es wagen und eure Meinung zu meiner Situation hören.

    Ich bin 54 Jahre alt, seit gut einem Jahr geschieden und habe zwei Kinder im Alter von 19 Jahren. Meine Tochter studiert im 2. Semester, mein Sohn wird in zwei Monaten sein Abitur machen. Beide Kinder wohnen bei ihrem Vater im gemeinsamen Haus, ich bin vor kurzem ausgezogen, wohne aber im selben Ort. In letzter Zeit merke ich immer deutlicher, dass die Kinder sich allmählich abnabeln, ihre eigenen Wege gehen und mich kaum noch brauchen. Daher fühle mich oft einsam und überflüssig. Dazu kommt, dass ich freiberuflich tätig bin und kaum soziale Kontakte habe. Da ich zwar seit fast 25 Jahren hier lebe, aber nie heimisch geworden bin, stelle ich mir immer öfter die Frage, ob ich nicht vielleicht "auf meine alten Tage" in meinen Geburtsort und damit in die Nähe meiner Eltern und Geschwister zurückziehen sollte. Beruflich sollte das kein Problem sein, da ich meine Aufträge fast ausschließlich über das Internet bekomme. Allerdings wäre ich dann mehr als 600 Kilometer von meinen Kindern entfernt, und das lässt mich im Moment noch zögern.

    Was meint ihr? Soll ich diesen Schritt jetzt in absehbarer Zeit wagen oder lieber noch damit warten, bis die Kinder ihr Studium abgeschlossen haben und finanziell auf eigenen Beinen stehen?

    Ich bin für alle Denkanstöße dankbar.

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    AW: Neuanfang wagen?

    Hallo Eislady,
    das ist keine leichte Entscheidung, die du da treffen willst.

    Hast du denn auch guten Kontakt mit deinen Geschwistern in der alten Heimat? Nicht, dass du aus nostalgischen Gefühlen zurückkehrst und feststellst, dass dich dort keiner großartig vermisst hat und es bis auf eine obligatorische Geburtstagseinladung im Jahr keine gemeinsamen Aktivitäten gibt, weil jeder mit seinem Leben beschäftigt ist?
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  3. Inaktiver User

    AW: Neuanfang wagen?

    Liebe Eislady,

    sicher, ist es nicht leicht für dich. Aber überdenke einmal: Zieh an deinen Geburtsort zurück und schau was passiert. Und wenn es nicht funktioniert, was hindert Dich dann, wieder da hin zurück zu ziehen, wo Du jetzt lebst? Nichts, da dies ja offensichtlich mit Deinem Job funktioniert, was super ist! Ich war auch 1,5 J. in Hamburg - es war klasse. Bin dann aber trozdem wieder in den Süden wg. diversen Umständen. Will aber die Zeit in HH nie missen! Deine Kids können Dich besuchen, Du bist nicht aus der Welt! Schau nach Dir! Die Kids gehen jetzt ihren eigenen Weg! Viel Glück und Mut!

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    AW: Neuanfang wagen?

    Danke Nocturna und Vienna, für eure hilfreichen Antworten. Die Gefahr der Nostalgie und damit der Verklärung der schönen Kinder- und Jugendzeit besteht natürlich, darüber bin ich mir im Klaren. Das Verhältnis zu meinen Brüdern ist so wie es sein kann, wenn man sich höchstens zweimal im Jahr sieht. Jeder lebt sein eigenes Leben. Von daher habe ich allerdings auch keine sehr hohen Erwartungen. Bei mir ist es im Moment wohl eher das Gefühl, irgendwie den Boden unter den Füßen komplett verloren zu haben. Der Auszug aus dem gemeinsamen Haus und der damit verbundene Neuanfang haben mich zu der Überlegung veranlasst, dann vielleicht doch gleich ganz weit weg zu gehen, zurück zu den Wurzeln sozusagen. Die Liste der Gegenstände, die ich mitnehmen müsste, ist im Moment noch sehr übersichtlich. Somit wäre der Umzug auch recht unkompliziert. Für mich ist es eher eine Frage des Zeitpunkts und deshalb würde mich interessieren, ob es hier Frauen gibt, die in einer ähnlichen Situation waren oder sind und ihre Erfahrungen mit mir teilen möchten.

    PS: Vienna, darf ich fragen, wie alt du warst, als du in HH gewohnt hast?

  5. Inaktiver User

    AW: Neuanfang wagen?

    Wenn Du wirklich neu anfangen möchtest - geh nochmal ganz woanders hin und nicht zurück in die Heimat. Oder, vielleicht noch besser, bleib wo Du bist und bemühe Dich um mehr soziale Kontakte.

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    AW: Neuanfang wagen?

    Hallo Kamelie,

    vielen Dank auch dir für deine Antwort. Zu ersterem fehlt mir, glaube ich, dann doch der Mut. Und außerdem wäre mir die Zahl der Möglichkeiten auch zu unüberschaubar, um eine Wahl zu treffen. Also werde ich wohl, zumindest vorerst, die zweite deiner Lösungen wählen und abwarten, wie sich meine Situation weiter entwickelt. Gut Ding will Weile haben und bis zur Rente ist es ja noch ein bisschen.

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    AW: Neuanfang wagen?

    Zitat Zitat von Eislady Beitrag anzeigen
    Daher fühle mich oft einsam und überflüssig.
    Lieb Eislady,

    ich finde man kann immer einen Neuanfang wagen. Machen sollte man es m.E. dann, wenn der Impuls von innen dazu kommt und sich an sich gar keine Fragen "dafür" stellen.

    Dadurch aber, das sich bei dir Fragen stellen, hält dich "etwas". Das dies bei Dir jetzt erstrangig nicht die Kinder sind hast du ja schon für dich klar gestellt.

    Darum empfehle ich Dir, schau ganz genau hin, was es ist das was dich HÄLT oder was es ist das dir FEHLT?
    An dieser Stelle, kommst du dann wirklich weiter...Tiefer und ganz zu Dir. Das kann natürlich in dir mit unangenehmen Gefühlen einhergehen, doch gerade das anzusehen...bringt dich näher zu DIR und somit dann auch zur Lösung.

    Wenn du da dran gehst und es löst, wirst du feststellen, das nach dieser inneren Auszeit, die dich jetzt inne halten läßt, Lebendigkeit zurückkehrt, die gelebt werden will und dieses ganz automatisch tut.
    Dabei wirst du feststellen, das es egal ist, wo du bist oder hingehst - Dein Leben lebt sich dann wieder wie von selbst.

    Deshalb denke ich, das es nicht das "weg" gehen wo auch immer ist, das Dich wieder erfüllen wird, sondern genaue die andere Richtung. Also das zu dir kommen, das dich kennenlernen. Dich finden um dann....zu wissen wie DU leben willst. Was die Inhalte sind damit du von JETZT an, dein Leben NEU gestaltest, so das es dazu wird, das es ist was Dich wirklich erfüllt.
    "Denke das Unmögliche und du kommst der Wahrheit am nächsten" - Che Guevara

  8. Inaktiver User

    AW: Neuanfang wagen?

    Zitat Zitat von Eislady Beitrag anzeigen
    Daher fühle mich oft einsam und überflüssig (...) Da ich zwar seit fast 25 Jahren hier lebe, aber nie heimisch geworden bin, stelle ich mir immer öfter die Frage, ob ich nicht vielleicht "auf meine alten Tage" in meinen Geburtsort und damit in die Nähe meiner Eltern und Geschwister zurückziehen sollte.
    Meiner Meinung nach sollte eine solche Entscheidung immer auf dem Wunsch nach "hin zu ..." und nicht einem "bloß weg von ..." beruhen. Ich sehe das "weg von" bei dir in deinem Gefühl, überflüssig zu sein. Und als "hin zu" konstruierst du dir eine Nähe zu deiner Herkunftsfamilie, die aber vielleicht gar nicht groß genug ist für einen solchen Schritt. Oder ist in nächster Zeit damit zu rechnen, dass du bei der Pflege deiner Eltern helfen musst?

    Ein Ziel für dich könnte sein, herauszufinden, welche sozialen Kontakte du dir wünschst: Freunde, Kollegen, mit denen du dich austauschen kannst, eine neue Beziehung? Wenn du dir klarer bist darüber, was du suchst, wirst du auch eine Idee davon bekommen, wo du das finden kannst. Und vielleicht wünschst du dir dann einen ganz anderen Ort zum leben?

    Wenn du beruflich nicht ortsgebunden bist und nicht aus familiären Gründen in der Nähe deiner Eltern sein willst - wo würdest du leben, wenn du es dir ganz frei von finanziellen und sonstigen praktischen Überlegungen aussuchen könntest? In die Richtung würde ich überlegen. Spür mal deinen Sehnsüchten nach: Gibt es etwas, das du dir in jüngeren Jahren, als du noch Verantwortung für deine Kinder trugst, versagt hast? Gibt es Träume, die du noch verwirklichen willst in deinem Leben? Wohin würden die dich führen?

    Was wäre anders, wenn du mit deinen Träumen wartest, bis deine Kinder mit dem Studium fertig sind? Du wärst älter und hättest vielleicht Jahre mit Warten verbracht darauf, dass sie fertig werden. Finanziell für sie sorgen kannst du von überall, und in Kontakt bleiben mit ihnen auch. 600 Kilometer lassen sich leicht überwinden. Das halte ich für ein vorgeschobenes Argument gegen möglichen Umzug von dir.

    Lass mal deine Phantasie schweifen: Wenn du ganz ungebunden wärst, ganz frei und unabhängig - wo möchtest du leben, wie möchtest du leben, mit wem möchtest du leben? Und was hindert dich daran, es zu tun?

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    AW: Neuanfang wagen?

    Vielen Dank euch allen für eure Ratschäge und Denkanstöße. Ihr habt mir sehr geholfen. Ich habe beschlossen, jetzt erst einmal Gelassenheit zu üben und abzuwarten, weil ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass die Zeit noch nicht reif ist.

    Langfristig wird es mich vielleicht doch irgendwann wieder in die alte Heimat ziehen, einfach weil es dort landschaftlich viel schöner ist als hier, wo ich jetzt lebe. Aber meistens kommt es ja sowieso anders als man denkt.

  10. Inaktiver User

    AW: Neuanfang wagen?

    Hallo zusammen,

    ich bin ganz neu hier und habe den Beitrag von Eislady gelesen und natürlich auch die Antworten.

    Vor fast zwei Jahren habe ich diesen Schritt auch gewagt und bin nach über 30 Jahren in meine Heimatstadt Berlin zurückgezogen.
    Leider hat es gar nicht funktioniert, alles war irgendwie gleich wie früher, aber auch wieder ganz anders. Kontakte habe ich gar keine knüpfen können.
    Dann bin ich ganz woanders hin gezogen, wo ich noch nie war. Naja, hier bin ich auch komplett einsam. Leider so wie überall.

    Ich denke, wenn Du an Deinem Heimatort gute Kontakte hast (soziales Umfeld), kann es gut werden.

    Versuche es doch einfach, da Du doch beruflich flexibel bist.

    LG Mairegen58.

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