Hallo zusammen!
Ich bin hier noch neu, und möchte mich nun mit einer Frage den Weisen dieses Forums zuwenden.
Ein bisschen Intro: Bin 50, lebe in den USA, bin geschieden, Kinder aus dem Haus. Lebe allein, in einer kulturell recht armseligen Gegend. Letztes Jahr lernte ich einen Mann kennen, der mein Leben ziemlich durcheinander brachte. Um es kurz zu fassen, wir sind dennoch, und trotz allem gut befreundet. Platonisch. Nun will dieser Mann, nachdem er sein Haus verkauft hat (es geht hier nur noch um Formalitäten), seinen Job hinschmeissen, und für vier Monate in Mexico überwintern, was am anderen Ende des Kontinents liegt. Der Erlös des Hausverkaufs ist nicht überwältigend, und er hat auch sonst keine Altersversorgung, und dann auch keine Krankenversicherung mehr, wenn er kündigt. Er wollte diese Gegend schon seit Jahren verlassen, und nimmt das jetzt alles zum Anlass. Wenn er zurück kommt, will er in einer mehr bevölkerten Gegend im selben Bundesstaat ansiedeln, und sich dann auf Stellensuche machen. Er wird bis dahin nicht mehr viele Reserven übrig haben.
Das Problem: er erwartet, dass ich mich zu dieser Thematik enthusiastisch aeussere, was ich aber gar nicht so empfinde. Ich habe nichts gegen das Überwintern an sich, aber er riskiert praktisch alles, um für vier Monate der coole Mann am Strand zu sein, um an seiner Bräune zu arbeiten. Ich finde das eher kurzsichtig, denn er ist praktisch obdachlos. Ohne feste Adresse. Wir sind befreundet, und ich möchte ihm der Freund sein, den er braucht. Es fällt mir aber recht schwer, denn es dreht sich alles irgendwie nur um ihn. Ich habe mich mittlerweile emotional etwas distanziert, was er natürlich zur Kenntnis nahm, und denkt, dass ich sauer mit ihm bin. Das bin ich nicht, und teilte ihm mit, dass ich nicht vorhätte, ihm und seinen Plänen im Weg zu stehen. Er braucht sich auch nicht zu rechtfertigen. Aber was soll ich ihm sagen, wenn er davon anfängt, wie furchteinfloessend das alles für ihn sei? Ich lies ihn bereits wissen, was ich von dem Plan halte.
Ist das eine midlife crisis?
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
Thema: Midlife Crisis mit 53
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26.11.2015, 14:35
Midlife Crisis mit 53
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26.11.2015, 14:50Inaktiver User
AW: Midlife Crisis mit 53
Spielt es eine Rolle wie es heißt?
Ihm fällt die Decke auf den Kopf und er will raus - verstehen kann ich ihn gut.
Und er wird wissen was er macht - das ist aber sein Problem...
Ihr seid nur befreundet, er will nicht, dass du mit gehst.
Wenn du ihm schon gesagt hast was du davon hälst ist doch alles gut.
Wenn er Angst bekommt - auch da muss er ja im Endeffekt allein durch oder?
Du solltest dich nicht ganz so einbringen, finde ich, der Mann ist alt genug!
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26.11.2015, 15:04
AW: Midlife Crisis mit 53
Das ist es ja gerade, er fängt dauernd mit diesem Thema an, zu dem ich meine Meinung bereits kundgetan habe. Ich möchte nicht mehr dazu sagen, und tue es auch nicht.
Ich hoffe auch mal, dass er seine Schulden bei mir abgleicht. Ich lieh im das Schulgeld für seine Töchter, weil weder er noch seine Exfrau mit Geld umgehen können. Seine groesste Furcht ist, wieder einen grossen Fehler zu begehen. Diese ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Abenteuer dafür qualifiziert, es besteht aber durchaus die Möglichkeit. Er handelt oft impulsiv und unüberlegt. Ich sehe es aber nicht als meine Aufgabe, sein Babysitter zu sein.
Mitgehen steht überhaupt nicht zur Debatte. Ich gehe einem geregelten Job nach. Mehr als einender zwei Wochen Urlaub geht hier nicht, von Monaten ganz zu schweigen.Geändert von Triscuit (26.11.2015 um 15:10 Uhr)
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26.11.2015, 15:57
AW: Midlife Crisis mit 53
Ich finde auch egal wie man es nennt, midelife crisis oder Lebenstraum oder Eselei.
Ich würde ihn allerdings an die Schulden bei dir erinnern und dass er das Geld für deren Abzahlung ja jetzt durch den Hausverkauf hat.
Auf Nachfrage würde ich nochmal erwähnen, dass ich seine Auszeit für einen Fehler halte, aber das das vermutlich viel mit meiner deutschen Herkunft zu tun hätte, dass ich meine soziale Absicherung nicht für einen längeren Urlaub riskieren würde, aber dass ich wüsste, dass es da sowohl Unterschiede zwischen Menschen aber auch nationale Eigenheiten gäbe und dass ich ihm von Herzen alles Gute wünsche.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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26.11.2015, 17:14Inaktiver User
AW: Midlife Crisis mit 53
Ihr seid ja sehr unterschiedlich.
Was zieht dich zu solch einem Abenteurer, wenn ich mal so fragen darf?
Ich wage mal zu behaupten, da wird es schon was geben.
Und das würde ich an deiner Stelle einfach geniessen und ihn machen und ziehen lassen.
Ohne dein Geld selbstverständlich!!!!
Sorry für die Kurzdiagnose.
Solche Menschen können sehr kurzweilig sein. Die gehen auch selten unter. Ich krieg ja schon das Kreischen wenn ich nur daran denke ohne Krankenversicherung zu leben....
Alles Gute für dich
Mary
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26.11.2015, 17:33
AW: Midlife Crisis mit 53
Ich finde es auch egal wie man es nennt.
Aber mit den Schulden solltest Du schauen dass Du das regelst!


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