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  1. Avatar von herbstblatt7
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    AW: Alleine bleiben

    Ach so, was hast Du gemeint, was ich nicht treffe?



    Also ich habe jedenfalls Angst davor. Das ist sicher.
    Nyd din læring, sagde silden.


  2. Registriert seit
    11.06.2019
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    AW: Alleine bleiben

    Liebe Herbstblatt,
    das zu beantworten wäre mir jetzt zu persönlich.

    So richtig Angst habe ich nicht, sollte ich vielleicht.
    Alleine zu leben ist ja sowieso so ne Art Überlebenstraining. Man muss sich immer selber motivieren.
    Und, dass man vorher vielleicht ne ganze Familie motivieren konnte heißt noch lange nicht dass man das auch für sich gut hin kriegt. Das ist ne ganz andere Baustelle.

    Da bedarf es wohl auch vor allem ner anderen Motivation. Das muss mehr als Überleben wollen sein.
    Ich habe für mich das Lernen und die Kreativität entdeckt - und ehrlich gesagt auch die Lust am Abenteuer.

    Das kann doch kein Zufall gewesen sein, dass ich als Kind alle, wirklich alle Kart-May-Bücher verschlungen habe.

    So zu sorgen und versorgen war was Tolles, ich bin immer gerne für meine Familie einkaufen gegangen.
    Die leben ja jetzt ganz anders. Was mir geblieben ist: Struktur

    Ich glaube, das ist sowieso der größte Schatz den ich aus meiner Familienzeit gewonnen habe, Und Ausdauer.
    Aber, das allein wäre freudlos.

    Wenn man Kreativität leben möchte macht man sich irgendwie nackig finde ich.
    Ich zeige meinen Kern, und muss den auch verteidigen.
    Aus meiner Gesprächsgruppe die ich gegründet hatte, (Englische Konversation) bin ich ausgestiegen. Ich überlasse den Anderen gerne das Feld. Das hatte sich in eine Richtung entwickelt die ich weder wollte noch die ich brauche.

    Das wurden zu viele und auch zu selbst darstellerisch.

    Also, das war einfach mal ein kleines Beispiel zu meiner Alleine-leben-Qualität.
    Es gibt noch soo viel zu entdecken und zu erleben. Und ich will nicht aufgehalten werden.

    Meine Hausarbeiten habe ich erledigt. Jetzt kommt die Kür, na ja, blöder Vergleich.

    Und ich glaube, dadurch nur gewinnt Frau auch an neuer Stärke und Kraft.
    Anfangs tappte ich nur im Dunkeln, jetzt lichtet sich das Gestrüpp.

    Liebe Herbstblatt, ne gewisse Angst ist klug.
    So zu tun als ob man keine Angst hätte wäre verlogen und würde keinem was bringen.

    Zuversichtlich kann man doch aber trotzdem sein.
    Und das bin ich - und du auch, schätze ich mal.

    Such dir einfach die richtigen Quellen dazu.
    Eine meiner Quellen sind eben auch die Nachrichten, wie erfindungsreich die Wirtschaft und die Politik agiert.

    Und, ich traue es mich gar nicht zu schreiben: in meiner Isolation hier lese ich mir laut was vor und singe auch.
    Anfangs hatte ich Angst die Nachbarn würden sich beschweren.

    Aber, was solls - dann singt da eben mal jemand.
    Es gibt Schlimmeres. Auf die Idee hatte mich so insgeheim ne frühere Freundin gebracht. Die hatte mehrsprachig gearbeitet und um das zu pflegen sagte sie eben übt sie so.

    Singen ist ja auch soo gut für die Lungen, wenn bloss die schiefen Töne nicht wären, jedenfalls bei mir - so da oben.

    Lass dich nicht unter kriegen
    Alles Liebe von mir
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre

  3. Avatar von herbstblatt7
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    AW: Alleine bleiben

    Ich liebe es, Persönliches zu schreiben. Was anderes schreibe ich gar nicht.

    Ich bin jedenfalls Vielleserin und zunehmend Vielinternetkuckerin im Internet und im Laufe der Coronakrise zunehmend Vielschläferin.

    Gestern bin ich gegen 4 von Arbeit nach Hause gekommen, nachdem ich den Tag weniger am Objekt Pflanzen als dem Objekt Menschen gearbeitet hatte, die wahrscheinlich aus Einsamkeit sich oft und lange beraten ließen. Manche mehrmals am Tag. Ich kann das gut verstehen.

    Dabei habe ich mir sämtliche hier kursierenden Coronaviren aufgeladen.

    Da habe ich erstmal bis Mitternacht geschlafen, nach ein bisschen Hausputz (ist zwar fast immer schnuckelig bei mir), meine alte Nachbarin, mit der ich mit 5 m ausgehen wollte, war nicht da (sie hat auch einen Ehemann, der noch arbeitet, aber der geht nicht gerne spazieren, also habe ich mich da nicht beunruhigt). Nach Mitternacht habe ich "Die Heiden von Kummerow", eine westdeutsche Verfilmung des nach dem 2. Weltkrieg DDR-Schriftstellers Ehm Welk gesehen, die den Roman, wie ich ihn aus meiner Kindheit in Erinnerung hatte, 1 : 1 sehr schön und romantisch und idyllisierend abgebildet hatte, dann 2 Serien Barnaby, was einem ja auch romantisierend die Sinne vernebelt, und dann weitergeschlafen.

    (Nein, habe gerade nachgesehen: Die Verfilmung war eine DEFA-Verfilmung von 1982, übrigens sehr schön und liebevoll und eigentlich auch tolerant). Das Buch selbst wurde 1937 im inneren Exil (bedingtes Berufsverbot aufgrund offen geäußerter kritischer Standpunkte) geschrieben und während der DDR-Zeit verändert, man weiß nicht, ob von ihm oder durch DDR-Zensur(?). Jedenfalls war es ein von mir innig geliebtes Buch mit schönen Illustrationen.

    Ich frage mich immer, was machen in den Barnaby-Filmen die Witwen der vielen Ermordeten, die ja kaum zu arbeiten scheinen, sondern ihr Leben mit dem Garten, dem kitschigen Ausgestalten der Wohnungen und sozialen Quereleien verbringen.

    Wovon leben die weiblichen Hinterbliebenen dann?

    Mein heutiger Tag war: 2 Serien Barnaby, ein Freundinnengespräch, viel Schlaf, Tee, Salat, bisschen Haushalt, Spaghetti mit Tomatensoße. Jetzt ist es gleich 13 Uhr.

    Eine meiner Theorien ist: Frauen lesen viel Romane und meinetwegen Poesie seit ihrer Kindheit, weil sie weniger aus ihrem Leben machen. Das macht ihnen ihre Sozialisierung möglich und hält sie davon ab, wirklich der Gesellschaft nützliches Geld zu verdienen. Sie verbergen sich im Lesen, leben in den Romanhelden und vermeiden das Risiko einer eigenen Lebensführung (z.B., dass eine Brücke hält, die sie selbst geplant und ausgeführt oder repariert haben ...) und die Literaturindustrie hat ihnen eingeimpft, dass sie dadurch gesellschaftlich notwendig den Bildungsindex der Gesellschaft heben. Dass sie meist in entscheidungsarmen Berufen leben, unterstützt diese Theorie noch, finde ich.

    Sie haben sich auf das angeblich Soziale und Gefühlsleben verlegt, wo sie sich und ihre Umwelt über alle Generationen hinweg kräftig stressen, und ins Unglück bringen, was jedoch materialistisch gesehen nicht messbar ist.

    Männer surfen auf der Gefahrenwelle des Lebens, ob nun genetisch oder sozialisierungsbedingt. Da sie die Vorlagen für Romane gestalten, brauchen sie nicht im Gefühlssumpf klebenzubleiben, weil sie auch so beschäftigt sind.

    Wie alle Theorien ist diese meine Theorie eine Theorie. Sozusagen unter anderem mit mir als Studienobjekt.

    Allen einen schönen Sonntag.

    Mein Ziel heute: Praktisch: Viel Schlafen, Spaziergang, wenn es geht, mit Nachbarin, die nicht ans Telefon geht, und Fernstudium. Haare waschen. Klavier geübt habe ich schon.

    Seelisch: Ich bin nicht das Zentrum der Welt, die an sich unabhängig von mir schön ist.
    Das Sein bestimmt das Bewusstsein, es gibt jedoch positiv oder negativ kritische Situationen, in denen es dem Individuum Ich überlebungsfreudiger erscheint, es umgekehrt zu sehen.
    Nyd din læring, sagde silden.
    Geändert von herbstblatt7 (29.03.2020 um 13:12 Uhr)

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