Hallo, ich suche jetzt einfach mal Hilfe und Tipps bei Euch.
Kurz mein jetziger Lebensstand. Alter ist ja bekannt, da ich hier im Forum schreibe. Ich bin sehr lange, jetzt unglücklich verheiratet, habe 2 erwachsene Kinder, wovon mein Jüngstes unheilbar vor 4 Jahren an Krebs erkrankte ( Habe es hier mal geschrieben, jetzt wieder neue Metastasen hat, also wieder Behandlungen anstehen) und ich hatte längere Zeit Kontakt zu einem verheirateten Mann, den ich sehr liebe ( wir hatten vor 30 Jahren schon mal sehr engen Kontakt und ihn beendet, weil wir Beide in festen Händen waren), der aber meine Liebe nicht erwidert und sich nun zurückgezogen hat. Ich leide sehr darunter, weil es auch eine sehr vertraute Person in all der schweren Zeit für mich war.
Hinzu kommt nun, dass ich ständig von Heulattacken heimgesucht werde. Mein jetzigen Gefühlszustand beschreibe ich so:
Es ist ein gerader Weg, ich funktioniere sehr gut im Alltag, aber es gibt keinerlei positive Höhen, aber ständig unendliche Tiefen.
Mein Problem ist nun, dass ich abends hundemüde bin, zeitig dann ins Bett gehe, vielleicht 3 Stunden schlafe und dann wachliege und denke, denke, denke, denke........... Ich kann meinen Kopf einfach nicht ausschalten. Am meisten schweifen meine Gedanken bei meinem Bekannten, der sich einfach von mir abgewendet hat. Mir gehen all die negativen Dinge durch den Kopf, die er zu mir sagte. Ich hatte ja gehofft, dass würde mich auch auf Abstand, zumindest gedanklich, zu ihm bringen. Nichts. Ich rede ständig in Gedanken mit ihm. Dann sehe ich meine Ehe, die ich aber nicht so einfach beenden will,hoffe immer noch, dass sie vielleicht irgendwann, wenn ich wieder zu mir selbst finde, vielleicht noch zu retten ist. Ich mag keinerlei Berührungen seinerseits mehr und sehne mich doch so sehr nach jemanden, der mich einfach mal nur in den Arm nimmt. Ich habe die 4 Jahre, wo meine Tochter jetzt Chemos, Bestrahlungen und eine große OP hinter sich hat, ganz alleine durchgestanden. Mein Mann ist ein Typ, der leider wenig Eigeninniziative zeigt. Und ich konnte nicht mehr sagen, nimm mich in den Arm.
Hat jemand eine Ahnung, wie ich es schaffen kann, nachts meine Gedanken zu vertreiben und endlich nochmal zu schlafen. Ich denke, da spielt mein Alter wohl auch eine Rolle. Ich habe mir was Pflanzliches gekauft um zu den Tiefs entgegen zusetzen. Mal sehen, ob es hilft.
Ich hatte jetzt 2 Sitzungen bei einer Therapeutin, habe alles erzählt, aber auf das, worauf sie mich stieß, ist das, was ich eigentlich für mich selbst weiß. Ob mir das wirklich hilft, weiß ich nicht.
Hat Jemand ähnliche Erfahrungen und kann sich ein bisschen mit mir austauschen. Vielleicht macht es dann Klick in meinem Kopf und ich kann mal wieder schlafen.
Liebe Grüße Traumengel
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Thema: Schlaflosigkeit
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11.01.2015, 10:20
Schlaflosigkeit
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11.01.2015, 10:29Inaktiver User
AW: Schlaflosigkeit
Hallo Traumengel!
Oh je, das hört sich ja furchtbar an!
Ich denke, dass deine Schlafprobleme nur die Spitze deiner Probleme sind - und du die schwer in den Griff bekommst mit all den vielen schlimmen Dingen, die um dich herum sind, allen voran die Krankheit deiner Tochter.
Deshalb solltest du der Therapie eine Chance geben - nach 2 x kann man noch nicht viel sagen.
Ansonsten solltest du mit einem Arzt besprechen, ob vielleicht ein leichtes Schlafmittel für dich eine Option wäre. Beim Gyn solltest du auch vorstellig werden - vielleicht kann man auch den Wechseljahren mit Hormonen etwas unter die Arme greifen, was die Schlafprobleme auch lindern könnte.
Denn es ist ja ein Teufelskreis: unausgeschlafen kann man den Problemen des Alltags noch schlechter gegenübertreten als sowieso schon.
Alles Gute!
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11.01.2015, 10:37Inaktiver User
AW: Schlaflosigkeit
Traumengel, willkommen zurück!

Ich möchte mich meiner Vorschreiberin eigentlich anschließen. Du kannst das Ganze nicht allein wuppen!
Dass der Liebhaber, ich nenns jetzt mal so, sich zurückgezogen hat, ist zwar schmerzhaft, aber es war doch nur eine Art Fluchtpunkt, finde ich.
Die Schlafproblematik kann auf eine depressive Phase hindeuten.
Und dass du nach zwei Sitzungen ein Urteil über die Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten einer Therapie fällst, ist sicher voreilig. Auch ein guter Therapeut kann dir nur helfen, dir selber zu helfen. Und dafür, wenn die probatorischen Sitzungen klappen, sind mindestens! 25 Stunden notwendig, meist eher 50. Ist das eine "richtige" Psychologin? Bitte niemand aus dem VHS-Anlern-Psychokurs. Dann stürz dich da nochmal rein und guck, was passiert.
Manche Probleme sind für einen einzelnen Menschen einfach zuviel! Und da ist ein außenstehender, kein nahestehender Gesprächspartner bestimmt sehr hilfreich und kann dir einen eigenen Weg aufzeigen.
Mal von der Möglichkeit einer Paartherapie abgesehen, käme die nicht infrage?
Dir alles Gute!
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11.01.2015, 10:59Inaktiver User
AW: Schlaflosigkeit
Hallo Traumengel,
ich finde auch, du solltest deiner Therapie eine Chance geben und sehen wie sich dein Leben weiter entwickeln wird.
Hast du dir schon überlegt was du dafür tun kannst um wieder Schwung in deine Ehe zu bringen bzw. sprichst du mit deinem Mann darüber was ihr beide dafür tun könnt, damit ihr euch wieder näher kommt. Von alleine wird das wahrscheinlich nicht passieren.
Was ich noch wichtig finde, hast du irgendwas, was dir Freude macht, ein Hobby oder eine gute Freundin mit der du Zeit verbringst, oder dein Job?
Falls dem nicht so ist solltest du was für dich finden, damit du ein bisschen eine schöne Ablenkung kriegst wo du wieder Kraft tanken kannst außerhalb der ganzen Sorgen und Probleme.
Karla
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11.01.2015, 11:08
AW: Schlaflosigkeit
hallo Traumengel,
ich kenne deine anderen Threads nicht und ich lese jetzt auch bewusst nicht nach, weil ich es manchmal ganz gut finde, nur das wiederzugeben, was der Inhalt eines geschriebenen Fensterchen in mir auslöst.
Meine zentrale Frage zu deiner Situation ist: was würdest du tun bzw hättest du schon längst getan, wenn dein Kind nicht so krank wäre?
Ich vermute, dass hier das Kernproblem ist, das all deine Energien bindet und dich in dieser hilflosen und handlungsunfähigen Position hält. Den Liebhaber sehe ich da auch in erster Linie als Fluchtpunkt, wie Anemone schrieb.
Dein Schlafproblem wird deshalb vermutlich zu allerletzt ein Altersproblem sein. Wenn das alles wäre, dann könntest du dem Herrin werden, indem du z.B. am frühen Abend Sport treibst, oder direkt vor dem Schlafen gehen Entspannungssachen machst (PMR, Autogenes Training, bestimmte Formen von Yoga etc), und hin und wieder vll ne Sauna am Abend einschiebst.
Aber das ist es doch nicht wirklich, oder? Dein Schlafproblem ist doch lediglich ein Wasserstandsanzeiger für deine tiefunglückliche Lebenssituation. Und wenn die Schlafprobleme hier nichts bringen, dann kommen vielleicht noch andere psychosomatische Symptome dazu usw usw.
Es ist ja auch wirklich sehr schwierig, was tun?
Ich vermute auch, dass es für dich eine riesige Entlastung wäre, wenn du das Gefühl hättest, nicht allein mit der Last zu sein. Aber du suchst hier Erlösung vergeblich bei den Männern. Beide sind nicht gewillt, dich hier zu entlasten. Der Liebhaber zu Recht, er kann dich nicht entlasten, er könnte dir höchstens "helfen" zu kompensieren, aber das wäre keine wirkliche Hilfe. Und es ist im Grunde sehr gesund von ihm, sich hier zu verweigern und bei sich und dem zu bleiben, wo er Verantwortung trägt.
Und der Vater könnte dich zwar entlasten, aber ob er dies nun nicht will oder nicht kann, weil er für sich selbst keine Möglichkeit findet, mit der Situation umzugehen, das wissen wir nicht, und beides führt zum selben Ergebnis: du wirst bei ihm keine Entlastung finden. Aber du könntest ihm eine Paarberatung / Paartherapie vorschlagen. Denn eure Probleme haben ja wahrscheinlich nicht wenig mit der Erkrankung eures Kindes zu tun oder? Bzw damit emotional und auch praktisch umzugehen, vor allem mit der Angst, das Kind zu verlieren?
Was bleibt? Gibt es Selbsthilfegruppen? Kliniken oder Beratungsstellen können dir da sicher Adressen nennen. Evtl sind sie auch behilflich, wenn du selbst eine Selbsthilfegruppe gründen willst z.B. für Eltern/Angehörige schwerkranker Kinder, oder krebserkrankter Kinder.Auch die Hospizbewegung bietet Begleitung für Eltern schwerkranker Kinder an.
Therapeutische Begleitung für dich ist ebenfalls eine gute Sache. Aber da brauchst du einfach mehr Geduld. So eine therapeutische Beziehung muss sich erstmal aufbauen.
Es geht darum, dass du dir möglichst eine Struktur schaffst, in der du Entlastung und Verständnis findest und dich ausdrücken und austauschen kannst. Dann brauchst du dich nicht in unglückliche amoröse Abenteuer stürzen oder sonst irgendwelche Baustellen bearbeiten (Ehe), für die im Moment vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt ist.Geändert von Amelie63 (11.01.2015 um 11:15 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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11.01.2015, 12:24
AW: Schlaflosigkeit
Danke für Eure schnellen Antworten.
Mit der Therapie ist es so, dass ich 2 Sitzungen hatte, und eine um 7 Uhr morgens mußte ich absagen wegen eines Termins mit meiner Tochter. Die nächsten Termine kann die Therapeutin mir erst im März geben. Ich finde, dass ist sehr lange hin.
Ich weiß ja selber, dass das Verhältnis zu meinem Bekannten nicht gerade das ideale ist, aber dort bekam ich wenigstens hin und wieder mal ein bisschen das Gefühl, dass da jemand ist, dem ich wichtig bin. Wenn ich zurück denke allerdings, ich muss dabei sagen, dass er selber phychisch krank ist, in Behandlung seit Jahren ist und er mich auch brauchte, um Kontakt zur "Aussenwelt" zu üben. Er ist verheiratet, arbeitet nicht mehr, ist sozial nicht eingebunden und hat sonst keine Freunde. All seine Probleme ließ er an mir aus. Das war oft die Hölle, aber es lenkte mich von der Krankheit meiner Tochter ab und ich liebe diesen Mann trotz allem. Wie kann man so blöd sein, jemanden zu lieben, der einen so behandelt. Ich verstehe mich selbst nicht. Aber ich habe immer das Gefühl, wenn ich ihn nicht sehe und höre, das es mir das Herz zerreisst. Und so etwas in meinem Alter. Ich habe auch gedacht, ich mache mir das vor, ich rede mir das ein. Aber es scheint leider so zu sein. Vielleicht macht er aus diesem Grund auch einen Rückzug. Ich habe 3 Jahre versucht, es in Freundschaft ausgehen zu lassen. Aber wenn ich ihn mit seiner Frau sehe, wir kennen uns, dass schmerzt es so schlimm und das nächste Tief kommt.
Mit meinem Mann ist es so, er ist der liebste Mann den man haben kann. Aber, er ist halt zu lieb. Er macht alles was ich will. Mein Bekannter ist genau das Gegenteil. Mein Mann hat keinerlei Interessen und Hobbys. Mir ist das alles zu langweilig. Ich hätte gerne einen Mann, mit dem man etwas unternehmen kann, Städte besichtigen, spazieren gehen usw. Er lebt zurück gezogen ( auch schon vor der Karnkheit von meiner Tochter) ohne Freunde.
Früher fuhr er Slalom mit dem Auto und durch unsere Kinder waren wir ständig unterwegs.
Gut, ihr werdest jetzt sagen, dann suche du dir was, was dich zufrieden macht. Mein Bekanntenkreis ist für mich da, ohne die vielen Unterhaltungen mit Ihnen und Unternehmungen wäre ich vereinsamt. Beruflich habe ich auch mehr Verantwortung bekommen. Hobbys habe ich mir auch zugelegt.
Aber trotz allem fühle ich mich schrecklich allein.
Das schlimme ist, und das verstehe ich an mir überhaupt nicht. Ich will irgendwie gar nicht die Nähe zu meinem Mann. Es könnte doch alles wieder gut werden, wenn ich es zuließe. Ich weiß einfach nicht, warum ich es nicht zulasse. Was hindert mich daran. Der Wunsch nach einem Mann der weiß was er will, Klingt jetzt wohl böse, ist sehr groß. Meine Therapeutin hat meinen Mann so beschreiben wie die 3 Affen. Augen, Ohren und Mund zu. Und so ist er. Immer den unteren Weg gehen. Er kann sich schlecht mit Menschen unterhalten. Ihn interessiert nichts. Computer und Fernsehen sind wohl ausreichend. Er macht zwar alles mit, wenn ich es vorschlage. Aber ich bin es so leid, dass immer alles von mir aus kommt. Das kommt jetzt sehr ungerecht rüber. Aber unsere Probleme fingen schon früher an, als mein Mann sich selbstständig machte, dies aber alles hinschmiss, weil er sich nicht durchsetzen konnte. ich hätte so gerne mehr Sex mit ihm gehabt, er nicht und da kippte bei mir ein Schalter um und nun kann ich nicht mehr mit ihm schlafen. Und ich habe noch soviel Lust auf Sex.
Die Therapie werde ich weitermachen, aber ich finde den Zeitraum dazwischen viel zu groß. Es war eh schon schwierig, diesen Platz zu bekommen.
Amelie63, Du hast sehr deutlich geschrieben. Vieles davon weiß ich ja selbst, aber ich kann es nicht umsetzen.
Der Freund meiner kranken Tochter hat sie auch verlassen und da sie neben uns wohnt, bin ich für sie auch wieder da, obwohl mir manchmal die Kraft dazu fehlt. Aber sie schlägt sich ganz tapfer.
Die letzten Monate haben mir auch gezeigt, dass ich immer wieder Ruhe und Zeit für mich brauche. Die nehme ich mir, ob mein Mann das versteht weiß ich nicht. Er ist ziemlich verletzt, weil ich kaum noch normal mit ihm rede. Er bekommt alles von mir ab, sagt nichts dazu und ich fühle mich total beschissen dabei. Er läßt ja alles zu. Auch ein Punkt, den mein Bekannter mitbekommen hatte, wir waren zusammen mit ihm und seiner Frau auf einem Weihnachtsmarkt, ich hatte mir etwas zu essen geholt und wurde von meinem Bekannten dumm angemacht, warum ich denn meinem Mann nichts mitgebracht hätte. Ich antwortete darauf, dass er groß genug sei, sich selbst das zu holen, worauf er Hunger hat. Auch etwas was mich an meinem Mann stört. Er läßt sich alles mitbringen. Holt nicht mal für mich was. Isst und trinkt dann alles, was ich ihm mitbringe. Ich hasse das.
Oje, ich habe soviel geschrieben. Es muss mal raus.
Lg Traumengel
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11.01.2015, 14:35Inaktiver User
AW: Schlaflosigkeit
Ich kann das gut nachvollziehen Traumengel, ich hatte auch schon mal einen Partner, der so war, wie du hier deinen Mann beschreibst. Das hat mich richtig aggressiv gemacht. Somit habe ich ihn immer mehr provoziert in der Hoffnung, dass er endlich mal auf den Tisch knallt und sagt: "so jetzt reichts aber", das war einer, der immer lieb war, man konnte sich überhaupt nicht mit ihm reiben; schlimm ist das Traumengel, ich weiß. Ich habe mich seinerzeit getrennt.
Da du jedoch an deiner Ehe arbeiten willst würde ich ihm einfach sagen, dass du dir mal mehr Elan und Einsatzbereitschaft von ihm wünscht für dich und eure Ehe. Aber das wirst du bestimmt schon getan haben und trotzdem tut sich nichts.
Wie wärs mit Paarberatung? Oder du forderst ihn auf mal mit dir in einen Swingerclub zu gehen
oder halt was, was ihn aus der Reserve lockt.
Den Bekannten glorifizierst du Traumengel nach meinem Gefühl, da du alle Wünsche und Träume in ihn reinlegst und die kurzen Momente, die ihr hattet, die angenehm waren hochlobst. Es kling so, als wäre es ein Egoist.
Nun wirst du abwägen müssen, wenn du dich nach Sex und Männern sehnst. Du könntest dich zumindest ein bisschen umsehen.
Ich wünsche dir viel Kraft, dass du deiner Tochter eine gute Stütze sein kannst und es dir gut tut, dass du ihr beistehen darfst,
Karla
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11.01.2015, 17:17
AW: Schlaflosigkeit
Hallo Karla_1963,
tut das gut, dass Du mich verstehst mit meinem Mann und meiner Situation. Du hast recht, es macht mich richtig wütend mit ihm und ich provoziere ihn immer mehr. Aber er hat eine unglaubliche Ausdauer. Was ich an mir nicht verstehe, ist auch, dass ich es ihm nicht sagen kann. Es ist so verletzend, die Fehler des Anderen, auch wenn man es nett verpackt, ihm zu sagen.
Wir haben mal über unsere Situation gesprochen, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich das Ganze nur herausgezögert, indem ich ihm sagte, dass vielleicht nach meiner Therapie alles anders wird. Warum mache ich mir selbst etwas vor. Ich kann einfach nicht mit ihm darüber reden. Warum sage ich es ihm nicht. Vielleicht denke ich, dass dann seine Veränderungen so gestellt sind. Andererseits sollte ich ihm die Möglichkeit zu einer Veränderung geben. Aber gewisse Eigenschaften eines Menschen kann man nicht mehr verändern, schon gar nicht in unserem Alter.
Mit meinem Bekannten da hast Du gar nicht so unrecht. Er hat eine dermaßen große Macht über mich. Er selbst deutete sogar schon mal an, er könne mich auf den Strich schicken, ich würde es machen. Ja, ich hätte fast alles für ihn gemacht und habe viel mit mir machen lassen. Ihn sollte ich zum Teufel schicken, aber es fällt mir sehr schwer. Vielleicht erledigt er das gerade für mich.Er meinte schon, er sei nicht gut für mich. Frauen sind schon ganz schön manipulierbar, ich zumindest in meiner jetzigen Situation. Das hätte ich früher nie mit mir machen lassen.
Ich danke Dir für Deine Worte. Es gibt mir Kraft hier all diese Meinungen zu lesen.
Danke Traumengel
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11.01.2015, 18:03
AW: Schlaflosigkeit
Traumengel, ich kann deinen Frust wegen deinem Mann schon nachvollziehen.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass mich ein passiver Partner vor allem dann agressiv macht, wenn ich in einer Zeit bin, in der ich besonders aktiv sein muss. Weil ich mir dann logischerweise wünsche, der würde mich mal mit irgend ner Initiative entlasten.
Aber im Grunde wussten wir es doch schon von Anfang an, dass der Mensch passiv eher ist, oder war das bei dir anders? Nur haben wir anfangs da noch eine andere Gelassenheit und können den Anderen so annehmen, wie er ist.
Obwohl ich mit dem Thema auch regelmäßig hadere, versuche ich daraus die Lehre zu ziehen, dass ich im Ungleichgewicht bin, wenn an Stelle der Gelassenheit die Agression gegen den Partner tritt. Folglich muss ich gucken, dass ich bei mir wieder den Aktionismus zurück schraube. Wenn das anhand der Umstände nicht geht, dann brauche ich vielleicht eine Auszeit und mehr Abstand vom Partner, damit der mich nicht noch mit seiner Passivität zusätzlich belastet und ich in Gefahr komme, dass ich seinen Krempel auch noch mitmache, nur damit endlich mal was vorwärts geht.
Wenn es aber irgendwie geht, fahr ich meinen Aktionismus zurück und kümmere mich nur noch um das allernötigste. Das ist für mich eine echte Lernaufgabe, aber wichtig. Ich weiss ja nicht, wie du tickst, vll wäre das für dich auch mal ein Versuch wert? Grundsätzlich können sich ein aktiver und ein passiver Mensch schon ganz gut ergänzen. Aber beide müssen dabei auf das Gleichgewicht achten. Wenn sich einer zu sehr in sein Extrem gehen lässt, also zu aktiv und damit übergriffig, oder zu passiv und daher dem anderen aufbürdend, dann klappt das nicht.
Wenn du dir vorstellst, du und dein Mann würdet nicht mehr zusammen wohnen - findest du diese Vorstellung eher entlastend oder belastend? Ich meine damit nicht gleich Trennung - sondern erst mal Abstand. Wäre für ihn vll ja auch vll eine Chance, die ihn wieder mehr in die Aktion bringen würde?Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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11.01.2015, 19:31
AW: Schlaflosigkeit
hallo Amelie63,
wenn Du mich fragst, ob ich es mir vorstellen könnte, getrennt von meinem Partner zu leben. Da kann ich Dir sagen, dass habe ich fast 10 Jahre gehabt. Schiebe auch ein bisschen unsere Situation auf die Selbstständigkeit meines Mannes damals. Da begann mein Problem langsam. Das heißt, mein Mann ging morgens um 7 Uhr aus dem Haus und kam vor 20 Uhr nicht nach Hause.
Ok, jetzt mag man sagen, er arbeitet für seine Familie. Aber dies war auch so, als die Firma mal nicht so gut lief und man viel früher hätte nach Hause kommen können. Und mein Mann hatte eine liebe Frau Zuhause. Die ersten 3 Jahre war ich mit in der Firma tätig, müßte aber wegen Ärgernissen mit seinem Partner die Firma verlassen. Ein Grund, warum mein Mann die Firma dann vor 2 Jahren auch verlassen hat.
Was ich aber sagen wollte ist, dass ich ab da schon mein eigenes Leben gelebt habe. Leben mußte. Ob Haushalt, Kindererziehung usw. da war ich schon alleine. Dazwischen kam die Krankheit meiner Tochter, der Ärger in der Firma. Es war einfach alles zu viel. Leider halte ich meinem Mann (aber nur gedanklich) die Abgabe seiner Firma vor. Er ist jetzt wieder angestellt, Arbeiter in einer Firma, wo er auch sehr unter seinem Chef leidet. Mit ein bisschen mehr Egoismus, die Vorteile der eigenen Selbstständigkeit sehen und mehr eigene Interessenvertretung in seiner früheren Firma hätten einiges verändert.
Jetzt bekomme ich zu hören, wenn er aber doch nicht glücklich war...... Das ist er jetzt auch nicht. Mit viel weniger Annehmlichkeiten als früher. Damals konnte er sich Urlaub nehmen, wenn Arzttermine oder Op`s unserer Tochter anlagen. Das geht jetzt nicht mehr so einfach.
Vielleicht bin ich ja zu ungerecht. Ich weiß es nicht. Aber das Leben ist kein Ponyhof und er hätte mit einer anderen Einstellung seine Firma weiterleiten können. Ist vorbei. Hinzu kommen jetzt seinerseits Krankheiten, was mir mittelerweile alles zuviel ist. Ich bin froh, dass es mir im Moment bis auf dieses all, noch gut geht. Meine Eltern wohnen auch direkt neben uns und die benötigen ebenfalls meine Hilfe. Unter normalen Umständen bekäme ich das prima hin, aber so.
Mein Aktionismus. Ich beschreibe mich so. Ich habe Monate hinter mir, in denen ich am liebsten nur auf der Couch lag und grübelte. Null Energie, null Power. Darum bin ich jetzt froh, dass ich wieder genügend Energie habe, um viele Dinge zu machen. Ich arbeitete auf 450€ Basis. Teile mir aber ab Januar eine Filialleitung mit einer Kollegin. Gehe jetzt einen Tag mehr arbeiten und das mit Begeisterung. Hin und wieder gehe ich mal mit Freundinnen Kaffee trinken oder tanzen. Wühle im Garten rum. Aber das sind Dinge, die ich nicht unbedingt als überaktiv bezeichne.
Schlimm sind nur die Wochenenden, da mein Mann keinerlei Ideen für die Gestaltung zeigt und ich möchte noch so viel von Deutschland sehen. Sollte die Krankheit meiner Tochter schlimmer werden, dann ist es vorbei mit Kurzurlauben oder Ausflügen. Ich habe das hinter mir. Ich möchte einfach nur raus und mal was anderes sehen.
Ich habe aber auch begriffen, dass man sein inneres Gleichgewicht finden muss, um wieder positiv dem entgegen zu gehen. Ich lasse an meinem Mann all das aus, was mich selbst stört. Wäre ich selbst nicht so unzufrieden mit mir ( und dass hat mein Bekannter sehr gefördert, nur negatives, verbesserungswürdiges an mir gesehen), dann ginge ich vielleicht mit meinem Mann anders um. Ich war früher auch etwas zurück haltender, aber habe an mir gearbeitet und bin seeehr froh darüber.
Ab einem gewissen Alter sollte man das geschafft haben.Man fühlt sich viel besser dabei und ich liebe den Kontakt zu Menschen und lerne sehr gerne immer wieder Neue dazu. Das Leben ist dabei so interessant und es gibt einem sehr viel. Die Erfahrungen habe ich auch oft in Krankenhäusern gemacht, wo man sehr viel positives trotz allem erfahren konnte.
Lg Traumengel


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