@Traumengelich bin nicht ganz einfach.
Wer ist schon einfach?
Frau weiß ohnehin meist selbst, was ihr guttut. Insofern hast du natürlich recht, dich deinen Freundinnen zuzuwenden und dich bei ihnen auszusprechen.
Nur wenn die Schmerzgrenze erreicht ist, finde ich es ganz gut, sich professionelle Hilfe zu holen.
Klar ist jedoch, gute TherapeutInnen sind nicht häufig zu finden, im Fall des Falles ist es wohl am besten, sich umzuhören und auf Mundpropaganda zu vertrauen.
Liebe Grüße
Colonna
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 21
Thema: Totales Chaos
-
15.05.2012, 16:34Inaktiver User
AW: Totales Chaos
-
15.05.2012, 18:03
AW: Totales Chaos
Also es alleine probieren,
das klingt für mich ungefähr so, als würde ich versuchen, ab sofort Wiener Würstchen selbst herzustellen. I
ch hätte keine Ahnung, wie das geht.
Nochmal: Wovor hast du Angst?
Na und , dann betrifft es eben viele Leute, das ist halt so, und wieso magst du keiner von denen sein, belächelst du die insgeheim vielleicht?
Einfach so, als Vorurteil, ohne genügend "Wissen" kann man jeden bewerten, abwerten.
The original Karla
est. 2006











-
16.05.2012, 12:24
AW: Totales Chaos
Hallo, Karla48,
nein, um Gottes Wissen, ich belächle diejenigen bestimmt nicht.Es gibt so viele Personen, die mit ihren Problemen alleine nicht fertig werden. Ich glaube auch, dass es heute viel an unserer Gesellschaft liegt. Wenn ich so im Bekanntenkreis mich umhöre, wie einsam viele nach einer Trennung sind,und die sind um etliches jünger als ich, dann bekommt man schon Angst. Da wir in einer kleinen Stadt wohnen, ist die Chance, dort jemanden kennenzulernen eigentlich gleich null. Bekomme das hier so mit. Und viele von Ihnen sind aus diesem Grund in Therapie. Ich bin nur halt der Typ, der meint, alles alleine bewältigen zu können. Habe mir jetzt vorgenommen, ein Problem nach dem Anderen in Angriff zu nehmen. Und wenn mein Arzt wieder aus seinem Urlaub zurück ist, werde ich mit ihm darüber sprechen. Ich habe sehr viel Vertrauen zu ihm.
Danke Euch
Lg Traumengel
-
16.05.2012, 13:41Inaktiver User
AW: Totales Chaos
Kann es nicht auch sein, dass heute evt. freier damit umgegangen wird, wenn man alleine nicht so richtig klar kommt? Nicht so sehr um jeden Preis die Fassade gewahrt werden muss? Nur so eine Überlegung.
Und zu Therapien: Natürlich! geht man nicht zu einer Beratung, nur weils einem nähere oder fernere Bekannte oder Freunde dazu raten, sondern weil man mit sich selber zum Schluss gekommen ist, sich allein zu schwer zu tun und sich lieber mal an die Hand nehmen lassen will. Wobei die wirkliche Arbeit beim/bei der Betroffenen liegt. Eine gute therapeutische Begleitung kann es nur einfacher machen, die Arbeit muss man selber leisten.
Ein kleines Beispiel von mir: ich hatte zeitlebens Probleme mit meiner Mutter, die nicht besser wurden, als sie krank und pflegebedürftig wurde. Da kamen dann noch Schuldgefühle dazu, die bohrende Frage, warum mich über ihren Tod hinaus das nicht in Ruhe lässt, kurz: meine Gedanken kreisten sehr oft um unsere Beziehung. Im Rahmen einer Therapie (aus ganz anderen Gründen damals begonnen) kam das zur Sprache, es waren etliche sehr schmerzhafte anstrengende Stunden, ich verstand plötzlich vieles besser und jetzt kann ich beruhigt sagen, dass ich meinen Frieden mit meiner Mutter gemacht habe.
Ebenso habe auch ich eine längere sehr schmerzhafte Phase allein durchgestanden. Und es ist mir auch bestätigt worden, wie gut ich das geschafft habe. Und weißt du, warum ich mit keinen Rat geholt hab? Weil ich damals furchtbare Angst davor hatte, unkontrolliert loszuheulen. Das hab ich mir damals nicht zugestanden, stark wie ich sein wollte...
Freundinnen sind sicher gut. Aber sie sind nie objektiv. Ein Außenstehender eher.
-
16.05.2012, 13:53
AW: Totales Chaos
Stimmt, Freunde sind gut und schön. Aber erstens nicht objektiv und zweitens überfordert. Lieber den Fachmann besuchen. Mit einem kaputten Auto gehe ich ja auch nicht zu meiner Freundin, sondern zum Fachmann.

Das mit dem weinen, das stimmt genau. Ich wollte auch immer nicht weinen. Noch heute schluchze ich oft "Entschuldigung!", wenn ich weine. So ein Quatsch!
In meiner Therapie war es manchmal so, allein schon deshalb, weil mal jemand nett und liebevoll mit mir umging, dass mir die Tränen kamen. Das war mir so peinlich! Aber das sollte es nicht sein. Weinen ist gesund und die Tränen müssen rausdürfen. Sie kommen sowieso, und das dann lieber an geeigneter Stelle als völlig unvermittelt an unpassender Stelle. Ich bin z.B. mal fürchterlich in Tränen ausgebrochen, als jemand mir erzählte, er sei schwer krank. Meine Güte, sowas von Sturzbach, das war in dem Moment überzogen und peinlich. Das kommt dabei raus, wenn man nie weinen zulassen mag.
Mit allem selber zurechtkommen können? Mit Verlaub, das ist ein ziemlich vermessener Anspruch. Warum sollte man das können bzw. können müssen? Wir alle funktionieren nur in der Gemeinschaft. Alle.The original Karla
est. 2006











-
16.05.2012, 13:57Inaktiver User
AW: Totales Chaos
DAs erinnert mich grad an was: meine ältere Tochter hat mir mal erzählt, da war sie Anfang 20!, dass sie zu einer Therapie (25 STunden, also Kurztherapie) gegangen ist. Ich hab soMit einem kaputten Auto gehe ich ja auch nicht zu meiner Freundin, sondern zum Fachmann
geguckt und wähnte Schreckliches im Hintergrund. Da reagierte sie völlig cool: wenn sie Bauchschmerzen habe, ginge sie ja auch zum entprechenden Doc, wenn sie Probleme mit ihrer Lebensplanung habe, dann eben auch, nur zur anderen Adresse. Also völlig unverkrampft, so kann man das auch sehen. Ist doch eigentlich gut, oder?
-
16.05.2012, 15:42
AW: Totales Chaos
Ja, das ist gut. Und sollte so gesehen werden.
The original Karla
est. 2006











-
16.05.2012, 20:07Inaktiver User
AW: Totales Chaos
mal ganz off topic - ich habe neulich losheheult, die Tränen flossen, weil mir jemand vom Tod der Schwiegermutter berichtete und wie schwer es für ihr Kind war: nie mehr Leberwurst vom Löffel, der Löffel mit der Leberwurst - nie mehr. Und dabei hatte sie mir vorher viel, viel tragisches anvertraut, aber der Leberwurstlöffel machte, dass ich weinte.
-
18.05.2012, 19:20
AW: Totales Chaos
Hallo, Ihr Drei,
ich glaube, da habt Ihr mich an der richtigen Stelle erwischt. Das mit dem Heulen ist ein wichtiger Punkt bei mir. Habe es vor einiger Zeit selbst heraus gefunden, dass ich mich nicht vor Anderen gehen lassen kann, nicht mal vor meinen Freundinnen oder meinem Bekannten, der sehr viel für mich da ist, zuhört. Aber ich möchte mal in den Arm genommen werden, jetzt heul ich schon,aber ich bin ja sooooo stark. Ich habe die Krankheit schon über 2 Jahre überwiegend mit meiner Tochter alleine durchgestanden. Möchte meinen Mann aber nicht schlecht machen, aber bei langen Krankhausaufenthalten, die weiter weg von uns waren, reichte es ja, wenn einer bei ihr war. Man muß ja auch seinen Lebensunterhalt verdienen. Die Chemotherapien waren bei uns in der Nähe, und da fahre ich immer noch mit ihr alleine hin. Mein Mann würde aber sofort mitfahren, wenn ich ihn bitten würde. Aber so muß man halt stark sein, wenn auch Arztgespräche und viele negative Sachen passieren. Ich war der Meinung, dass steh ich schon durch.
Dazwischen war ein Schlaganfall bei meinem Vater und eine schwere Krankheit bei meiner Mutter. Beide wohnen direkt neben mir und ich bin dann auch für sie da gewesen. Jetzt sind sie aber wieder soweit selbstständig, aber ich habe immer ein schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht mehr um sie kümmere. Aber ich habe genug mit mir zu tun und bin froh, wenn ich Ruhe für mich habe um alles zu sortieren. Möchte meine Mutter nicht noch mit anderen Sachen belästigen. Da mein Mann und ich schon seit ein paar Jahren keinen körperlichen Kontakt mehr zueinander haben (ich hoffe, es ändert sich wieder, geb meine Ehe nicht so einfach auf, aber muß erst mal mit mir ins Reine kommen), merke ich jetzt, dass es mir sehr fehlt.
Meine Bekanntschaft,den ich all die 25 Jahre, die wir uns nicht mehr gesehen haben, immer noch sehr mag (weiß leider selber nicht, wieviel) ist immer für mich da, aber er will nur eine Freundschaft, da er verheiratet ist und dies nicht aufgeben will. Darum nimmt auch er mich nicht mal in den Arm.
Jetzt werdet ihr sagen, die spinnt mit dem. Aber es ist auch eine Art von Liebe, wie stark kann ich nicht sagen. Er hat mir nur mal gesagt, er hätte vor 25 Jahren um mich kämpfen sollen. Gut, nun ist viel passiert in dieser Zeit, wir haben uns verändert und wir versuchen nun, eine gute Freundschaft bei zu behalten. Ist schwer, da ich mehr empfinde, aber ich nehme das lieber in Kauf als ihn wieder zu verlieren. Ich rede mit ihm über Dinge von mir, die nicht mal mein Mann weiß.Er versteht viele Gedanken von mir, weil er sich auch mit so Dingen besschäftigt. Nun gut, dass ist eine Sache, die ich noch regeln muß.
Aber ihr habt Recht, ich meine immer, stark sein zu müssen, gerade in meinem Alter. ich weine zwar auch schon mal, wenn ich alleine bin, aber ob dass hilft. Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber hol ich mir Hilfe, heul ich dort das ganze Arztzimmer voll und renne mit dicken Augen dort hinaus. Auch nicht gerade prickend.
Freue mich, dass ich hier meine Sorgen besprechen kann und auch Antworten bekomme.
Vielen Dank für Alles
Lg Traumengel
-
19.05.2012, 11:39
AW: Totales Chaos
Hallo Traumengel,
habe eben deine Beschreibung zu deiner momentanen Lebensituation gelesen.
Das ist schon sehr viel und nicht einfach, was dich beschäftigt und was dich und deine Familie derzeit umgibt.
Das frau dann auch mal einknickt, ist nur zu gut nachvollziehbar.*
Einiges, das du beschreibst, kannst du leider nicht verändern. Es ist eine schwere Zeit.
Ich vermute, deine gesamte Familie befindet sich derzeit in einer Depression (Druck).*
Wie geht ihr damit um, wer ist mit wem im Austausch,*wer*könnte*was zur Entlastung beitragen?
Mein Eindruck ist, dass du einiges an Möglichkeiten hast und nutzt (Freunde, Ex-Affaire, Reisen, ..., Ordnen deiner, eurer Themen nach Priorität, Lebenskraft, gute Einschätzungsgabe, du bist in der Lage deine Situation einzuschätzen und darüber zu sprechen, zu schreiben).
Du weisst, was dich zeitweise entlasten kann und dabei bist du in dieser Lage noch gut für dich zu sorgen.
Gibt es noch Menschen, die dich entlasten könnten, was könnten diese konkret für dich tun?
(Diese Fragen sind für dich :)
Ob Therapie oder nicht, Entlastung, Verbesserung deiner Lebensqualität schaffen könnte, kannst nur du entscheiden.
Es wäre allerdings eine Möglichkeit, von vielen, sich einer "neutralen" Person, die einen Teil deines Lebens begleitet, anzuvertrauen und*Kraft gewinnen.
Ich teile deine Sicht, und frage mich, warum Menschen in unserer heutigen Gesellschaft immer häufiger auf professionelle Hilfe angewiesen sind.*
Sicher ein wichtiges Thema, das aber an anderer Stelle besser diskutiert werden könnte.
Ich wünsche dir alles Gute
Kekole


Zitieren