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    Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Auch wenn das Unterform ziemlich schlecht besucht ist, habe ich, rein aus Neugier, mal die Frage:

    Was sind aktuell so Eure Themen? Worüber denkt Ihr nach, was begeistert Euch, was ändert Ihr, was lasst Ihr, wie es ist?

    Ich bin jetzt Mitte 40 - und habe das Gefühl, immer mehr anzukommen. Mir geht es gut. Besser als vor 10 Jahren. Besser als vor 20 Jahren. Ich habe mich lange Jahre abgestrampelt, und so ganz langsam beginnen sich die Früchte der Strampelei zu zeigen.

    Den Strang "40 und wie lebt ihr?" fand ich sehr spannend, da kamen schon einige Aspekte vor. Was interessant ist, ist dass dieses Alter sehr, sehr heterogene Lebenssituationen zeigt. Die einen haben ihre Schäfchen im Trockenen, die anderen brechen nochmal komplett neu auf, einige haben erwachsene Kinder, andere kleine, andere zu pflegende oder sterbende Eltern. Stabile und zerbrochene Beziehungen, Umzüge, finanzieller Druck, Krankheiten, Pleiten, große Karriere und kleine Jobprobleme, einfach alles schon da gewesen.

    Und womit beschäftigt man sich? Warüber denkt man nach? Eher Zukunft? Oder Vergangenheit? Wollt Ihr noch die Welt verbessern? Rechnet Ihr Eure Rente aus? Wird's Besser? Wird's schlechter? Körperliche Veränderungen?

    Ich merke, dass ich mich viel (soweit mir mein aktuell superstressigges Leben die Luft dazu lässt) damit beschäftige, wie die zweite Hälfte meines Erwachsenenlebens aussehen soll. Die erste war streckenweise mies, wenn auch von außen betrachtet relativ langweilig und geradlinig. Und die zweite soll besser werden. Ich denke viel darüber nach, wie ich im Alter leben will, mit wem, wo. Obwohl ich eigentlich noch mitten in der Familienphase bin (Kita-/Grundschulkind). Ich mache wieder etwas mehr Sport, ernähre mich wenigstens etwas besser, im Bewusstsein, dass Gesundheit in den kommenden Jahren eben keine Selbstverständlichkeit mehr sein wird. Ich beginne, mir mal etwas zu gönnen, ersetze hin und wieder Notwendiges durch Schönes. Ich bin in vielen Punkten noch nicht klar, wohin die Reise gehen soll, ob es noch einmal eine große Veränderung gibt oder eben alles beim Alten bleibt. Aber ich erlaube mir Träume, mehr als früher, wo ich eher so vor mich hingewerkelt habe und der Zeit beim Verstreichen zugeschaut habe. Durch Tod von Eltern, Freunden wird die Begrenztheit der Zeit und die Tatsache, dass ich vieles höchstwahrscheinlich eben nur einmal erleben kann, viel bewusster als früher. Das sehe ich positiv. Und versuche, besser, schöner zu erleben.

    Aber jetzt habe ich ganz viel von mir geschrieben, dabei interessiert mich viel mehr, wie Ihr zu diesen Themen steht!

    Schreibt, wenn Ihr Euch in dieses Unterforum verirrt!

    Ich bin gespannt, Pia

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    AW: Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Hi Pia,

    Ich beschäftige mich gerade auch aktuell damit.....

    Völlig ungeplant bin ich ab nächster Woche "privatier".

    Also finanziell ist zwar alles in trockenen Tüchern und brauch mir keine Gedanken machen.

    Aber mit 40+ ist es einfach viel zu früh um nix mehr zu tun.

    Die Beziehung läuft.... Junior ist bald volljährig und wird dann auch das Nest verlassen.

    Was fange ich also an mit meinem restlichen Leben.

    Ich hab keine Ahnung. Viele Ideen habe ich zwar aber nichts davon "brennt" in mir. Also eher so: ach ja. Solche hundebetten aus alten autoreifen könnte ich auch mal bauen - Recycling und so.....

    Oder mal mit seidenmalerei anfangen wäre auch was....

    Oder nen fotokurs und dann ab in die Welt.
    ........

    Irgendwie fehlt mir die berühmte Karotte vor der Nase, die mich antreibt.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Hallo Pia1976, was für ein toller Strang!!

    Lufti, wäre nicht so was wie Businessangel was für Dich? Beratung von Junggründerinnen?

    (ich war früher schon mal da und kann mich an Deinen alten Nick erinnern)

    Ich, 46 Jahre. Tatsächlich mit traumwandlerischer Sicherheit und ohne große mich anzustrengen das erreich, wofür andere richtig kämpfen müssen - daher auch unendlich dankbar für die Fairness des Leben, ich hatte nämlich die ersten 20 Jahre meines Lebens genau das nicht, was andere ohne sich anzustrengen hatten - Liebe, Respekt, Unversehrtheit, ein Recht auf meine Geschichte und meine Identität.

    Jetzt sind meine Themen: ich. Ich räume auf mit Dingen, die ich seit zig Jahren mit mir rumschleppe und die mir nicht gut tun. Ich werfe alt antrainierte Verhaltensweisen über Bord, beginne kritisch zu hinterfragen und bemerke eine gewisse Zickigkeit, was in mein Leben kommt und was nicht.
    Also: meine Themen sind: ich. Mich lieb gewinnen und für mich zu sorgen.
    Dazu gehört bei mir auch wie bei Dir, dass ich wieder mehr mich damit beschäftige, wie ich Gesundheit erhalten kann - von meiner Autoimmunerkrankung mal abgesehen, bin ich ziemlich gesund. Mehr Sport, weniger essen, gesünder für mich essen, mehr positiven Umgang, mehr Kultur (geht gerade nicht), mehr gute und gesunde Nahrung für mich und meinen Geist.
    Weniger Praktisches, mehr Schönes.
    Weniger Kompromisse, mehr "ich will genau das".
    Und auch viel mehr " ich möchte Frau sein" - ich war die letzten Jahre schon arg im Mamischick.
    Ich sehe das auch positiv, weil es auch dazu führt, dass ich anfange, klar Stellung zu beziehen. Ich sage jetzt wesentlich deutlicher, was ich denke. Meine Umgebung stört's furchtbar, weil ich so aus der Rolle falle - da muss ich noch viel intensiver in mir ankommen und mehr durchdenken, damit ich wirklich stabil bleibe und nicht in alte Rollenmuster zurückfalle.

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    AW: Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Zitat Zitat von torty1945 Beitrag anzeigen
    Lufti, wäre nicht so was wie Businessangel was für Dich? Beratung von Junggründerinnen?
    Mmmh, danke. Ich weiß es ist naheliegend aber darauf hab ich gar keine Lust.

    Da überkommt mich beim Gedanken daran schon eine innere abwehrhaltung.

    Ich tobe mich dann kreativ aus ;)

    Alles worauf ich seit guten 2 Jahrzehnten verzichtet habe, weil ich Verantwortung für andere übernehmen musste.

    Jetzt kommt ein reiner ego Trip. Klingt furchtbar und fühlt sich aber super an.... Sehr merkwürdig.

    In der früh stehe ich auf, bin dann zwar noch im gewohnten Muster und plötzlich fällt mir ein:

    Ich muss keine Emails checken, Probleme lösen, organisieren und planen.....

    Mache mir einen Kaffee, setze mich auf die Terrasse und hör den Vögeln zu.

    Ich aktiviere alte vernachlässigte Kontakte.... Backe wie ein Weltmeister...


    Und erwische mich immer noch dabei wie ich ans Handy gehe um zu checken wie es in der Firma läuft..... Und da ist nix mehr.

    Ich hab die Woche schon Rotz und Wasser geheult. Aber es ist ok.

    Neuer Abschnitt und eigentlich sehr froh diesen Abschnitt bereits mit 40+ zu machen.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Hallo liebe Mitvierzigerinnen,

    ich fühle mich mit 43 endlich viel freier. Freier ich selbst zu sein. Jahrelang dachte ich schüchtern zu sein, dabei bin ich das gar nicht.

    Vielmehr bin ich forsch, manchmal zu gerade heraus, dann wieder harmoniebedürftig, ich will im Job noch was erreichen und nicht in der zweiten Reihe stehen,....

    Mich beschäftigt auch, inwiefern ich überhaupt eine gefestigte Beziehung will. Meine Beziehungsbiografie ist geprägt von kurzen Sachen, oft Geliebte oder Übergangsfrau. Und die Frage ist: Was will ich denn? Will ich einen Partner für den Rest meines Lebens? Ist das wirklich das Beziehungsmodell, das ich suche und das mich glücklich macht?

    Ich bin im Herzen eine Romantikerin, habe auch die sehr romantische Liebesbeziehung meiner Eltern immer im Hinterkopf und versuche herauszufinden, ob ich das so leben will. Oder ob ich quasi etwas zu kopieren versuche, was nicht meines ist.

    Meine Tochter ist in ca. 1,5 Jahren aus dem Haus. Ich kann so viel freier leben als die letzten Jahre (Corona macht uns da allen natürlich einen Strich durch die Rechnung) und ich genieße das.

    Seit einigen Monaten kümmere ich mich ganz gezielt um meine Gesundheit und Schönheit. Das tut mir sehr gut und wenn die Fitnessstudios wieder aufmachen, fange ich endlich mit Krafttraining an. Irgendwann möchte ich zum Gewichtheben übergehen, das fasziniert mich irgendwie.
    Never be afraid, never.

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    AW: Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Zitat Zitat von torty1945 Beitrag anzeigen
    Dazu gehört bei mir auch wie bei Dir, dass ich wieder mehr mich damit beschäftige, wie ich Gesundheit erhalten kann - von meiner Autoimmunerkrankung mal abgesehen, bin ich ziemlich gesund. Mehr Sport, weniger essen, gesünder für mich essen, mehr positiven Umgang, mehr Kultur (geht gerade nicht), mehr gute und gesunde Nahrung für mich und meinen Geist.
    Weniger Praktisches, mehr Schönes.
    Weniger Kompromisse, mehr "ich will genau das".
    Das könnte 1:1 von mir stammen!
    Zitat Zitat von torty1945 Beitrag anzeigen
    Und auch viel mehr " ich möchte Frau sein" - ich war die letzten Jahre schon arg im Mamischick.
    Das wiederum ist bei mir genau andersherum. Früher habe ich mich durchaus zu Herzen genommen, wenn diverse Leute, Zeitschriften, usw meinten, mir sagen zu müssen, dass ich weiblicher gekleidet viel schicker aussähe. Ja, es stimmt, es steht mir besser, passt besser zu meiner Figur. Aber ich fühle mich nicht wohl darin. Also trage ich einfach das, was mir gefällt. Und wenn das zerrissene Jeans und Gummistiefel sind, dann ist das eben so.
    Zitat Zitat von torty1945 Beitrag anzeigen
    Meine Umgebung stört's furchtbar, weil ich so aus der Rolle falle
    Deine Umgebung stört sich daran, dass Du anders bist als vorher? Inwiefern? Wie schaffst Du die Veränderung, also z.B. das Ablegen doofer Verhaltensweisen?

    Alles spannend.

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    AW: Was sind Eure Themen? Jetzt, in den 40ern?

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen
    versuche herauszufinden, ob ich das so leben will.
    Das ist doch der aktuell spannende Teil.

    Meine Kinder sind noch klein. Das hat für mich den Vorteil, dass es Druck aus beruflichen Entscheidungen nimmt. Ich arbeite zwar viel, aber große Änderungen, fachlich wie räumlich kann ich gerade eh nicht angehen, dafür werde ich familiär zu sehr gefordert. Also ist da noch ein paar Jahre Ruhe. Gleichzeitig sind, so traurig es ist, in der Generation meiner Eltern weniger Baustellen als früher zu beackern, da die meisten inzwischen gestorben sind Acuh das ist wensentlich ruhiger als in den letzten 5, 6 Jahren. Und da die Kinder eben auch nicht mehr ganz klein sind, habe ich das erste Mal wieder etwas Luft, mal eine halbe Stunde nachzudenken oder einen Abend in Ruhe am Schreibtisch zu verbingen. Ich genieße das!

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