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  1. Registriert seit
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    44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Hallo zusammen,

    da ich derzeit wirklich nicht mehr richtig weiter weiss, wende ich mich an die große "Schwarmintelligenz"...

    Wie sollte es anders auch sein: Es ist kompliziert.

    Kurzfassung:

    Lebe seit mehreren Jahren mit einem 20 Jahre älteren Mann zusammen, der mir sehr viel liebevolle Zuwendung geschenkt hat (da hatte ich großen Nachholbedarf). Da er kein Geld hatte/hat, konnte er damals nur eine kleine Miete bezahlen, als ich vorschlug zusammen in eine große Wohnung zu ziehen. Den Geldmangel habe ich damals weder gewußt, noch richtig sehen können.

    Er schlug vor, statt einer hohen Miete, für das Geld vernünftigerweise ein Haus zu bauen. Die Idee fand ich nach einer Weile auch gut, da wir ein super Grundstück gesehen hatten, das auf jeden Fall im Wert steigt und immer gut verkaufter sein wird. Das ging dann finanziell auf mich. Er hat wahnsinnig viel am Bau mitgeholfen und auch viel selber gemacht. Währenddessen war er übrigens mittlerweile arbeitslos und ich habe komplett alles bezahlt, auch Urlaube, wobei die dann irgendwann logischerweise nicht mehr möglich waren. Denn ich verdiene auch nicht unendlich viel.

    So. Kinderwunsch war auch da, bereits vor dem Nestbau, da ich diesen Mann geliebt habe und er mir sehr viel Liebe geschenkt hat und für mich da war. Es hat allerdings nicht geklappt. Jahrelang nicht. Er ist nicht zur Untersuchung gegangen, da er bereits mehrere Kinder gezeugt hatte, nahmen wir an, es läge er an mir und dem Stress. Mittlerweile hat er eine Krebserkrankung diagnostiziert bekommen, er ist nicht (mehr) zeugungsfähig, und eine künstliche Befruchtung hat, ausser noch mehr finanzielle Überbelastung, nichts gebracht. Ich bin während dieser Zeit in eine unglaubliche Krise gerutscht, war ein paar Wochen nicht arbeitsfähig.
    Habe gesehen, dass ich mein Leben lang meinen Kinderwunsch nicht gespürt hatte, und jetzt wohl zu spät ist.
    Hab gesehen, dass ich sehr viel Energie und Fokus in meine Ausbildung und Beruf investiert habe.

    Meine Kindheit in "gutem Hause" ist einigermassen gewaltreich abgelaufen (psych. und phys.). Kontakt zu meiner Mutter auf nahezu Null reduziert.
    Beruflich bin ich leistungsstark und erfolgreich, bin sozial kompetent, sportlich, vielseitig.

    In der Beziehung habe ich einigermassen Federn gelassen, weil etliche meiner Bedürfnisse auf der Strecke geblieben sind (Kultur, Reisen, Abenteuer, Ausflüge, Wellness usw. was mir gemacht haben, ging eigentlich immer von mir aus. Kaum Inspiration von ihm, er hat aber immer alles gerne mitgemacht und war sehr fleissig im Haushalt).

    Da er beruflich immer noch nicht richtig wieder auf seinen eigenen Beinen steht (ich rechne damit, dass es in den nächsten Monaten soweit sein könnte), können wir uns nicht "einfach" trennen. Er wohnt also noch mit hier im Haus, wir sind recht harmonisch miteinander und er hat wohl noch Hoffnung, dass wir uns doch nicht trennen.

    Es sind mittlerweile jedoch soviele Belastungen zusammen gekommen, dass ich einfach keine Kraft mehr habe und das Gefühl habe, hier vor die Hunde zu gehen. Ich sehe schon gar nicht mehr richtig durch, ob ich jetzt noch den Kinderwunsch (mal ganz abgesehen davon, ob das noch biologisch funktionieren würde) habe, oder wegrenne vor allem. Ob ich einen jüngeren Mann möchte, ob ich ohne die "Wärme" des jetzigen Mannes sein kann/möchte, ob ich ihm eine Trennung "antun" kann, was ich überhaupt fühle .. ?

    Im Prinzip gäbe es die Option das Haus zu verkaufen, da möchte er dann einen Teil ausbezahlt haben.
    Aber eigentlich möchte ich das Haus nicht verkaufen.
    Ich kann mir andererseits aber auch nicht wirklich vorstellen, hier alleine drin zu wohnen, das alles selber zu bewirtschaften, oder geschweige denn mit einem anderen Mann hier in all den Erinnerungen zu verbringen...

    Ich fühle mich völlig durcheinander und sehe keine klaren Bilder mehr.
    Da ich das Gefühl habe, in der Vergangenheit Entscheidungen nicht gut gefällt zu haben, traue ich meinen jetzigen Ansätzen gar nicht...

    Eigentlich bin ich ein sehr aktiver, lebensfroher Mensch, aber es ist alles soviel geworden, dass ich das alles nicht mehr richtig verarbeiten kann. Bei einer Psychologin war ich auch schon.


    Ich weiss nicht, was ich machen soll, da ich auch nicht so richtig an meine eigenen Gefühle rankomme und denen auch nicht so richtig traue...

    lieben Gruß,
    Adesina

  2. Inaktiver User

    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Angenommen, er würde beruflich wieder auf festen Beinen stehen, würdest Du Dich dann trennen?

    Wie realistisch ist es denn, dass das in den nächsten Monaten eintritt, mit Mitte 60 und nach längerer Arbeitslosigkeit?


  3. Registriert seit
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Ich kann Deine Erschöpfung gut verstehen und auch den Wunsch, Dich zu trennen, um zur Ruhe zu kommen und Deine Bedürfnisse wieder spüren. Bei mir tut sich beim Lesen aber auch der Eindruck auf, dass seine Motive überwiegend wirtschaftlicher Natur sein könnten. Du hast das Grundstück gekauft, bist für ihn und seinen Unterhalt aufgekommen, hast Urlaube bezahlt etc. Das würde alles bei einer Trennung für ihn wegfallen. Und er möchte auch noch ausbezahlt werden, wenn das Haus verkauft wird. Hat er denn einen Anspruch? Steht Ihr gemeinsam im Grundbuch? Oder wie habt Ihr das gemeinsame Haus geregelt?

  4. Avatar von luftistraus
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Hallo Adesina

    ich finde deine Gedanken völlig normal.

    Aber ich finde wichtig das du dich momentan an Stelle 1 stellst denn es geht dir nicht gut.

    Du musst sehen, das du wieder Kraft bekommst. Du solltest jetzt nicht wirklich auf seine Bedürfnisse eingehen (auch wenn es dich ehrt). Nur aus Mitleid oder Sorge um ihn, eine Beziehung aufrecht erhalten? Das kostet Kraft.....die du nicht hast.

    Es geht auch nicht darum, das du dich sofort trennst. Aber du brauchst mal dringend eine Auszeit um dich auf dich allein zu konzentrieren.

    Kinderwunsch....schwierig. Das weißt du selbst mit dem Alter.

    Vielleicht hast du eine Midlifecrisis , da du gerade an der Schallmauer wegen Kinder bist.

    Auch der Partner.... ohje. Das er beruflich nichts auf die Reihe kriegt und auf deine Kosten lebt, halte ich für sehr schwierig.
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)


  5. Registriert seit
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Liebe Adesina,

    wow das klingt nach einer veritablen Krise...fühl Dich mal , wenn Du willst.

    Ich kann im Moment nicht erkennen, dass Du so viele falsche Entscheidungen gemacht haben sollst. Im Gegenteil, mir kommt der Gedanke, dass Du es toll hinbekommen hast, in den vergangenen Jahren für Dich gut zu sorgen und die Lieblosigkeit Deiner Kindheit ein wenig auszugleichen, um funktionsfähig zu sein und Dich vielleicht auch weiterentwickeln zu können.
    Du hast, wie ich es sehe, daran gearbeitet, selbst stabil zu werden, und ich sehe das als eine gute Fähigkeit an!

    Vielleicht kommt aus diesem Grund auch jetzt der Kinderwunsch so spät, weil Du nun erst in der Lage wärst, einem Kind gerecht zu werden?
    Wer weiss.
    Ich hatte auch einen späten Kinderwunsch, habe sogar dran gearbeitet, (keine Details) und bin heute HEILFROH, dass er nicht Realität wurde. Es kann sein, dass es nur eine Phase ist.

    Ich denke, Du hast Dein gutes emotional versorgt sein ziemlich gut bezahlt in den letzten Jahren, wenn Du, wenn ich das richtig verstehe, Deinen Partner zum guten Teil mitfinanziert hast.

    Du merkst jetzt, es ist mal gut, jetzt ist was anderes dran.

    Wie wäre es für Dich, einmal Dich aus dem Alltag zurückzuziehen und in Dich zu gehen, zu erkunden, was Du "wirklich" möchtest.
    Oder hast Du den Eindruck, Deine Gedanken sind derzeit diffus, kreiselnd, grübelnd und mit Schlafstörungen etc verbunden? Dann liegt der Gedanke nahe, dass Du eine depressive Phase durchlebst und Dir Unterstützung organisieren solltest.

    Ich bin überzeugt, dass aus einer Krise, wie Du sie derzeit erlebst, etwas sehr Gutes erwachsen kann. Du hast eigentlich alle Möglichkeiten, Deinem Leben nochmals eine ganz neue Zielrichtung zu geben, du bist erst Mitte 40!

    Ich kann verstehen, dass Du nicht Deinen Partner völlig aus dem Blickfeld verlieren möchtest, aber er hat auch Verantwortung für sich selbst.
    Seine Möglichkeiten, wieder einen Job zu bekommen, siehst Du erstaunlich positiv. Davon würde ich an Deiner Stelle eine Entscheidung nicht abhängig machen.

    Du hast die Chance, zu der zu werden, die Du bist!


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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    @ Stadtvogel

    Danke... ja ist glaube ich wirklich Erschöpfung... ich sehe/fühle gar nicht mehr richtig klar.
    Und nein, er steht nicht mit im Grundbuch. Ging alles auf mich, aber er hat eben wirklich sehr viel selber gemacht und dadurch auch den Wert des Hauses deutlich gesteigert und mir auch gewisse Kosten erspart.
    Klar, für ihn wäre es insgesamt viel besser, die Beziehung zu bewahren. Jüngere Frau, Inspiration, wirtschaftliche Unterstützung, Miterziehung seines jüngsten Sohnes (wohnt nicht bei uns, nur jd.2 Woe, und Ferien), Haus, Auto etc.

    Ich weiß nicht mal mehr, ob ich ihn liebe, oder nur seine Wärme so "brauche".
    Es wäre sicher einfacher rauszufinden, wenn man sich mal eine Zeit lang räumlich trennen würde. Aber das geht für ihn finanziell im Moment noch nicht.

    Im Übrigen habe wir es unserem Freundeskreis schon gesagt, dass wir uns getrennt haben. Aber wir teilen trotzdem noch eine gewisse Nähe, umarmen/streicheln uns, diese warme Zärtlichkeit ist noch da. Von ihm aus würden wir uns sowieso nicht trennen. Er würde sogar akzeptieren, dass ich versuche von einem anderen Mann schwanger zu werden (...).
    Es ist alles so verrückt, deswegen weiss ich auch gar nicht mehr wo mir der Kopf steht.


  7. Registriert seit
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Um zur Ruhe zu kommen empfehle ich Dir eine Reha einzureichen, 3 Wochen wird Dir dort alles abgenommen, Du kümmerst Dich nur um Dich selbst...

    ist eine Möglichkeit um zur Ruhe zu kommen und mehr Klarheit zu gewinnen
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  8. Registriert seit
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Könntest Du vielleicht verreisen? Alleine an einen unaufgeregten Ort. Wo Du mal richtig Ruhe und Abstand hast und Dir überlegen kannst, ob und wie Du Dir dieses Gefühl von "Wärme brauchen" selbst geben könntest? Ich habe den Eindruck, wenn Dir das gelingen würde, wärst Du einen großen Schritt weiter.


  9. Registriert seit
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    @ free spirit

    das hast Du glaube ich ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Aber wenn ich versucht habe, stabil zu werden, und das von früher auszugleichen, warum bin ich dann jetzt so unglaublich orientierungslos.. ist das vielleicht "nur" Überlastung ?

    Irgendwie fühlt es sich auch so an, als wenn ich mit diesem Schritt jetzt "alles kaputt" machen würde und ich eine offizielle Bescheinigung bekomme, mein Leben in den Sand gesetzt zu haben, das was anfangs gut aussah, ist jetzt nach hinten raus völlig in die Hose gegangen. Als ob ich "alles falsch" gemacht habe. Ein ganz seltsames Gefühl.

    Das kannte ich so niemals in meinem Leben. Ich bin immer irgendwie nach vorne gegangen, habe versucht weiterzukommen, war zufrieden mit mir, stolz auf was ich geschafft habe, hatte irgendwie gute Ideen, und jetzt erscheint mir das alles, wie ein Witz. Als ob ich das Wesentliche gar nicht gesehen hätte.

    Ich habe meine Beziehungen nie unter dem Aspekt gesehen/gesucht, dass ich eine Familie gründen möchte.
    Andererseits war es mir wie selbstverständlich klar, dass ich einmal Kinder/Familie haben werde.
    Die Beziehungen waren jedoch mehr das Ergebnis meiner notwendigen Verarbeitungen. Habe ich jetzt erst verstanden.. leider "zu spät". Es ist eigentlich total normal, jemanden zu suchen, mit dem Mann gerne Kinder haben möchte. Ich habe diese Sichtweise allerdings erst mit ca. 40 bekommen. Mit dem jetzigen Gefühl/innere Reife würde ich mir wünschen ca. 30 Jahre zu sein. Dann würde das noch gerade so passen mit der Lebensplanung... Aber so, erscheint es mir, als wäre ich jetzt plötzlich aufgewacht und die Zeit ist um.
    Ist denn bei Dir der Wunsch nach einem Kind dann einfach irgendwann versiegt ? Machen das die Hormone ?
    Ich fühle mich so dumm, dass ich das nicht in jüngeren Jahren gespürt habe ...
    Verstehe die Welt nicht.

    Die Chance mit seinem Job sehe ich deswegen so positiv, weil er tatsächlich schon Fuß gefasst hat und jetzt eigentlich "nur" noch die Früchte abwarten muss. Das sieht wirklich nicht schlecht aus.


  10. Registriert seit
    04.02.2013
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    AW: 44, stelle mein Leben/Entscheidungen komplett in Frage

    Zitat Zitat von Stadtvogel Beitrag anzeigen
    Könntest Du vielleicht verreisen? Alleine an einen unaufgeregten Ort. Wo Du mal richtig Ruhe und Abstand hast und Dir überlegen kannst, ob und wie Du Dir dieses Gefühl von "Wärme brauchen" selbst geben könntest? Ich habe den Eindruck, wenn Dir das gelingen würde, wärst Du einen großen Schritt weiter.

    Die Idee ist glaube ich sehr gut, wenn auch ein bisschen beängstigend, aber ich habe derzeit keine Möglichkeit Urlaub zu nehmen (und ausserdem kostet das auch wieder...).

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