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  1. Registriert seit
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    Plötzlich alles in Frage stellen

    Hallo,
    ich würde gerne wissen, wie es bei euch war, als sich die Hormone umgestellt haben.
    Zur Erklärung eine kurze Beschreibung zu dem was ich meine. (Vorsicht länger und vielleicht verwirrend)
    Ich eine verheiratete Frau,die eigentlich mit beiden Beinen im Leben und Beruf steht. Habe/ hatte immer klare Meinungen und Lebensvorstellungen.
    Bis vor 1-1,5 Jahren hätte ich mich auch als sehr belastbar, strukturiert und organisiert bezeichnet.
    Seit etwas mehr als einem Jahr bemerke ich schleichende Veränderungen, die ich zunächst ignorierte und nicht näher hinterfragte.
    Es fing damit an, das ich immer unkonzentrierter wurde. Ok, dachte ich du schläfst z. Zt. schlecht.
    Dieses hat sich nicht gebessert. Im Gegenteil. Es gibt seit ein paar Monaten keine Nacht mehr, die ich durchschlafe. Wache meist gegen 2-3 Uhr auf und schlafe nicht mehr ein.
    Dazu kommen mittlerweile Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche.
    Anfang des Jahres war ich für fünf Wochen schwer krank außer Gefecht gesetzt und seitdem hinterfrage ich, rückblickend betrachtet, noch mehr als sonst. Aber zunächst auch eher unbewusst.
    Im Sommer hatte ich eine schlimme depressive Phase, in der ich mich dann auch krankschreiben lies, da nix mehr ging. Ich war richtig nah am Wasser gebaut und alles machte keinen Sinn mehr.

    In dieser Phase kam mir das erste mal in den Sinn, das es vielleicht die Hormone sein könnten. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich zwar noch die Pille, aber ich glaube, die Dosierung nicht mehr passte.
    Also setzte ich diese ab und nach ein paar Wochen war diese tiefe Traurigkeit weg. (Und nebenbei kam meine Libido auch wieder...)

    Das Hinterfragen und Grübeln blieb.
    Ich sage jetzt mal, ich bin gefühlt nicht mehr die, die ich vor 1-2 Jahren war. Es fühlt sich an, als ob ich mich verloren hätte.
    Hinzu kommen starke Selbstzweifel und Unsicherheiten.
    Mein Mann und ich haben z. Zt. eine schwierige Zeit, aufgrund meiner Veränderungen und einiger Dinge, die in den letzten Monaten waren.

    Ich weiß, das es alles durcheinander und verwirrend klingt. Vielleicht erging es jemanden von euch ähnlich und kann mir sagen, wie man da rauskommen kann.

  2. Avatar von hexe-38
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Viele der Frauen meiner Bekanntschaft haben um die Zeit "über 40" diese Phase durchgemacht. Und bei vielen endete das mit einem Radikalschnitt, meist beziehungstechnisch...

    ..,man kann nirgends reingucken, klar, aber im ein oder anderen Fall war es aus meiner Außensicht eher "ich fühl mich nciht mehr wohl mit mir, also muss es an meinem Mann liegen" - sehr simplifiziert.

    Für mich kann ich sagen, nein ich kenne diese Phase SO nicht. Die Wechseljahre haben sich bei mir mit rein körperlichen Veränderungen angemeldet und bis heute ist das auch die Hauptveränderung geblieben. Probleme mit dem Gewicht, hin und wieder Gelenkschmerzen, Schlafprobleme (hatte ich aber schon immer) und Hitzewallungen - die finde ich allerdings wirklich mistig und die verderben mir hin und wieder auch gehörig die Laune.

    Das Hinterfragen etc. ist dagegen etwas, das ich eigentlich schon immer mach. Eine gewisse Grundabstimmung, nach dem Motto "passt das noch alles so". Diese Zweifel und schwierigen Zeiten, die waren bei uns eher früher, bedingt teilweise durch familiäre Umstände ausserhalb unserer Kontrolle, teilweise einfach der ganz normale Familienalltag mit zwei Teenagern (reicht eigentlich alleine schon für Nervenzusammenbruch an manchen Tagen gg) und teilweise auch diese blöden Phasen in einer Beziehung wos einfach HAKT, ohne dass der ein oder andere sagen könnte weswegen eigentlich.

    Rauskommen geht - wenn der Grundstock stimmt - ganz gut über gelebte Toleranz.. nn du nen spinnerten Tag hast, versucht er dir drüber weg zu helfen und umgekehrt, Wenn helfen nicht geht, ist in Ruhe lassen auch ne gute Lösung gg.

    Hormone sind ne mistige Sache. Wenn alles so bleibt und du der Meinung bist, es stimmt bei euch im Grunde und DU kommst nur aus dem Tal nicht raus, dann wäre ein Gespräch mit der Gynäkologin angebracht Vielleicht gehörst du zu den Frauen, wo es ohne Hormonersatztherapie nicht geht.
    Ich verliere nicht. Entweder ich gewinne oder ich lerne.

  3. Moderation
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Hast du mal Hormonstatus machen lassen?

    Man kann zwar Körper und Geist nicht trennen, aber man kann Ursachenforschung betreiben und dann entscheiden, ob man sein Leben komplett umkrempeln muß, oder nur einen fehlenden Betriebsstoff ergänzen. Hinterfragen kann man dann immer noch.

    So mit 40 bis 50 merkt man nach meiner strikt persönlichen Erfahrung, daß man nicht mehr alles auf eine beliebig lange Bank schieben kann. (Kann man vorher auch nicht, aber da weiß man's nicht.) Das allein kann schon zu ernsthaftem Hinterfragen führen, und das ist gut so. Die Hormone werden wieder (die Pubertät hat man ja auch überstanden), aber ob man angekommen ist oder noch unterwegs, und ob das gut ist oder schlecht, das Thema bleibt.

    Wenn man sich fragt "paßt alles so" sollte man nicht vergessen, daß nie *alles* paßt und manche Änderungen sehr kostspielig sind. Was sieht man, wenn man sich sich selber in 10 Jahren vorstellt?

    Bei mir hat sich in den 40ern so viel geändert, zum Guten und zum nicht-so, daß ich gar keine Ahnung habe, was woher kommt, aber da ich die meisten Sachen entweder annehmen oder ändern kann (ein bißchen was zum Hadern bleibt immer), ist mein Gesamteindruck, "keine Probleme".
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (23.11.2017 um 13:43 Uhr)


  4. Registriert seit
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Ich Danke euch beiden.

    Vieles an den Problemen zwischen meinem Mann und mir liegen an mir, das weiß ich.
    Jedoch sind es keinen neu aufgetretenen Probleme, sondern eher Dinge, die mich schon immer störten, jedoch nie so deutlich bzw. heftig geäußert habe.
    In vielen Dingen hatte ich resegniert und mir gesagt, es ist dann eben so.
    Aber „eben so“ will ich nicht mehr.

    Und da kommen jetzt wieder mein Gedanken- und Gefühlschaos ins Spiel.

    Einerseits will ich was verändern, andererseits weiß ich gar nicht so genau was und wie.
    Eben verwirrt und verloren.

    Kleinigkeiten habe ich begonnen und hoffe es ausbauen zu können. So gehe ich nun öfter alleine in die Sauna oder verabrede mich mit einer Freundin. Letzte Woche habe ich mir eine Konzertkarte gekauft, da niemand sonst mit hingehen wollte.
    Aber wie gesagt, das sind Kleinigkeiten.

    Was ich in zehn Jahren sehe kann ich nicht sagen, da ich noch nichtmal sagen kann, was nächsten Monat ist.

    Die größte Frage, die ich mir stelle ist, war es das jetzt alles oder kommt noch was???

  5. Avatar von overknee
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Kenn ich. Hatte ich. Bei mir so furchtbar schlimm, da war die Pubertät ein Klecks dagegen. Man stellt alles in Frage und sieht es mit anderen Augen. Hinterfragt, ob das jetzt genauso bis ans Lebensende so bleiben wird. Unzufrieden, unruhig. Nicht umsonst trennen sich sehr viele in dieser Zeit von ihrem Mann. Weil der behäbig und selbstzufrieden auf der Couch sitzt. Nein, nicht alle, aber doch ein großer Teil. Für die bleibt es gut, weil es schon immer so war.
    Ich habe mich letztendlich getrennt und habe so richtig aufgedreht.
    Im Nachhinein war diese ganze hormonelle Unruhephase mein Glück, da habe ich die Kraft und den Schwung gewonnen zu gehen.
    Vielleicht kann es auch den Schwung bringen, die Partnerschaft, wenn sonst nicht so schlecht, auch in Schwung zu bringen.

    Ansonsten Traubensilberkerze nehmen, die haben mir uns meinen Freundinnen sehr gegen die körperlichen beschwerden geholfen.
    Und das Leben leben, in vollen Zügen.

  6. Moderation
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Zitat Zitat von TheBeautyandTheBeast Beitrag anzeigen
    Was ich in zehn Jahren sehe kann ich nicht sagen, da ich noch nichtmal sagen kann, was nächsten Monat ist.
    Ein Bild der Zukunft zu konstruieren, geht nicht von heute auf morgen. Das muß man ausbrüten.

    Zitat Zitat von TheBeautyandTheBeast Beitrag anzeigen
    Die größte Frage, die ich mir stelle ist, war es das jetzt alles oder kommt noch was???
    Nach aktuellen Statistiken kommen da noch etwa 45 Jahre.
    Das ist ein bißchen viel, um nur am Kamin zu sitzen und zu stricken.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  7. Registriert seit
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Kenn ich. Hatte ich. Bei mir so furchtbar schlimm, da war die Pubertät ein Klecks dagegen. Man stellt alles in Frage und sieht es mit anderen Augen. Hinterfragt, ob das jetzt genauso bis ans Lebensende so bleiben wird. Unzufrieden, unruhig.Nicht umsonst trennen sich sehr viele in dieser Zeit von ihrem Mann. Weil der behäbig und selbstzufrieden auf der Couch sitzt. Nein, nicht alle, aber doch ein großer Teil. Für die bleibt es gut, weil es schon immer so war.
    Ich habe mich letztendlich getrennt und habe so richtig aufgedreht.
    Im Nachhinein war diese ganze hormonelle Unruhephase mein Glück, da habe ich die Kraft und den Schwung gewonnen zu gehen.
    Vielleicht kann es auch den Schwung bringen, die Partnerschaft, wenn sonst nicht so schlecht, auch in Schwung zu bringen.

    Ansonsten Traubensilberkerze nehmen, die haben mir uns meinen Freundinnen sehr gegen die körperlichen beschwerden geholfen.
    Und das Leben leben, in vollen Zügen.
    Du beschreibst es sehr treffend!!!

    Und auch das Thema Trennung stand/steht hier im Raum! Mehr von mir als von ihm.
    Wir wollen es nochmal versuchen. Wollen "was", wollen "uns" ändern. Nur sehe ich da gerade kein Vorankommen.
    Mein Mann ist ein enger Vertrauter, ein sehr guter Freund, aber mehr kann ich im Moment nicht in ihm sehen...

    Ich denke, das ich mich besonders im letzten Jahr von ihm weg"entwickelt" habe. Unsere Ansichten sind oft nicht mehr die selben. Unser Humor ist nicht mehr der gleiche. Was er lustig findet, finde ich albern. Was ich urkomisch finde, findet er gar nicht zum Lachen. Das sind nur ein paar Kleinigkeiten und es sind noch viele andere Dinge.

    Werde früher oder später meinen Weg gehen oder meinen Frieden damit schliessen müssen.


  8. Registriert seit
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ein Bild der Zukunft zu konstruieren, geht nicht von heute auf morgen. Das muß man ausbrüten.



    Nach aktuellen Statistiken kommen da noch etwa 45 Jahre.
    Das ist ein bißchen viel, um nur am Kamin zu sitzen und zu stricken.

    Ja, da hast du vollkommen recht. Nur war es bis vor einiger Zeit so, das wir/ich schon ein Bild von der Zukunft hatte. Zumindest vage...Das ist aber nun alles irgendwie weg... wie in einem dichten, dunklen Nebel


  9. Registriert seit
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Ich war heute Mittag bei der Gynäkologin, habe ihr meine Symptome geschildert. Sie hat einen vaginalen Ultraschall gemacht und siehe da....

    ....keine Schleimhaut (letzet Periode vor 3 Monaten), keine Eibläschen....


    Willkommen in der MenoPause


    Sie meinte sogar, ich sei so weit in der Menopause, das ich noch nicht mal mehr verhüten muss
    Wurde bis dato nur durch die Pilleneinnahme verschleiert...

  10. Avatar von hexe-38
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    AW: Plötzlich alles in Frage stellen

    Vielleicht wars bei mir deswegen nicht schlimm, weil ich seit Jahrzehnten die Pille nicht mehr nehme und auch sonst keinen Eingriff in den Hormonhaushalt aushalten musste. Da konnte sich das alles aussortieren, wie der Körper es wollte. Kann natürlich ne Rolle spielen, muss ich mal meine Gynäkologin fragen...

    Ich würde mir an deiner Stelle Zeit lassen - keine Ahnung, wie lange du hormonell verhütet hast, aber ich denke, da muss sich das Gleichgewicht ja auch erstmal einpendeln. Vor den Wechseljahren hatte ich mir fest vorgenommen, ich bin IN den Wechslejahren sehr geduldig mit und gut zu mir. So GANZ hab ich das natürlich nicht hinbekommen, aber meine Erfahrung (auch in der Beobachtung und dem Austausch mi Freundinnen und Bekannten) ist wirklich, am Besten kommt durch die Wechseljahre, wer sich selbst eigentlich ganz gut leiden kann gg.
    Ich verliere nicht. Entweder ich gewinne oder ich lerne.

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