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  1. Registriert seit
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    Umzug in die Heimat??

    Ich bin 48, geschieden, Mutter von 4 Kindern, freiberuflich. Mein jüngstes Kind lebt noch bei mir( 16), alle anderen sind volljährig und aus dem Haus. Seit knapp 20 Jahren lebe ich in einer Großstadt, damals der Liebe gefolgt, da unser 3. gemeinsames Kind unterwegs war. Trennung in 2006, seitdem alleinerziehend.

    Seit einiger Zeit beschleicht mich eine Art Heimweh. Ich sehne mich nach meiner Heimat zurück, nach der Mentalität, den Menschen, nach Ruhe und Landleben. Ich muss dazu sagen, dass ich mich "hier", am anderen Ende Deutschlands noch nie sooooo richtig wohlgefühlt habe, bzw. noch nie so richtig "angekommen" bin, auch wenn ich hier ein gutes soziales Umfeld habe.

    Mein Traum war immer eine große Familie, das war mein Plan und jetzt fühle ich mich immer öfter einsam. Die Trennung/ Scheidung sitzt mir bis heute in den Knochen, auch wenn es ziemlich doof klingt. Ich habe das bis heute nicht richtig verwunden, mein Traum ist wie eine Seifenblase zerplatzt, auch wenn ich mich damit arrangiert habe.

    Plötzlich habe ich Sehnsucht, wieder in einem Haus zu leben, nah bei den Eltern, alte Freundschaften wiederzubeleben( auch wenn ich nicht sicher bin, ob das funktioniert), einfach in die "alte" Welt zurückzugehen. ( Mir ist natürlich klar, dass es die nicht gibt)

    Hinzu kommt, dass ich Einzelkind bin und ich meine Eltern mit über 80 Jahren immer öfter beäuge, was deren Gesundheitszustand betrifft. Sie sind noch fit, aber wer weiß wie lange noch. Ich habe das Bedürfnis, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Lange Zeit war es so, dass ich froh war, dass sie weit weg waren ;-), jetzt ist wieder mehr Nähe entstanden.

    Mein 16-jähriges Kind besucht die 10. Klasse und will natürlich hier nicht weg. Es besteht aber natürlich die Möglichkeit, mitzukommen oder beim Vater leben zu können. Wobei ich mich da wieder frage, ob ich dann eine Rabenmutter wäre?

    Ich stelle fest, dass ich mir andere Gedanken als noch vor 2 Jahren mache. Zeit hab ich jetzt auch mehr und einen Job, wo ich ungebunden frei arbeiten kann. Bin also tatsächlich frei, bis auf mein Kind, das natürlich klar im Fokus ist.

    Mir geht es richtig schlecht. Seit einiger Zeit habe ich körperliche Symptome, Schlafstörungen, Herzklopfen etc. Habe immer den Alltag geschafft mit 4 Kindern, durchgepowert... jetzt fühl ich mich oft nur noch Sch....... Ausgebrannt? Hänge nur noch am PC rum, hab zu nichts richtig Lust. Vielleicht auch noch die Wechseljahre? Bin grundsätzlich ein offener Mensch, aber wenn es um große Veränderungen geht bin ich sehr vorsichtig bei Entscheidungen.

    Habt Ihr einen Rat?

    Lieben Dank

  2. Inaktiver User

    AW: Umzug in die Heimat??

    Die wichtigste Frage vorab - kannst Du in Deiner Heimat arbeiten?

  3. Avatar von schafwolle
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    AW: Umzug in die Heimat??

    Zitat Zitat von MrsJ Beitrag anzeigen
    Ich sehne mich nach meiner Heimat zurück, nach der Mentalität, den Menschen, nach Ruhe und Landleben.
    Diese Sehnsucht finde ich sehr legitim und ich verstehe das gut, MrsJ!
    All die Jahre vorher waren wahrscheinlich vorherrschend durch die
    Kinder und deren "Aufzucht" geprägt, sodass Du die Heimat gar nicht
    so bewusst vermisst hast.

    Kompliment übrigens dafür, dass Du vier Kinder alleinerziehend
    groß bekommen hast.


    Die Trennung/ Scheidung sitzt mir bis heute in den Knochen, auch wenn es ziemlich doof klingt. Ich habe das bis heute nicht richtig verwunden, mein Traum ist wie eine Seifenblase zerplatzt, auch wenn ich mich damit arrangiert habe.
    Auch das kann ich absolut nachvollziehen, ich empfinde das nach
    ähnlich langer Zeit genauso. Dass man sich mit dem Leben jenseits
    der Seifenblase arrangiert, trifft es gut.


    Mein 16-jähriges Kind besucht die 10. Klasse und will natürlich hier nicht weg.
    Dein Kind hat ebenfalls mein vollstes Verständnis - wer möchte gerade
    in dem Alter aus seiner Schule und aus seinem sozialen Umfeld gerissen
    werden?!

    Würde Dein Kind denn gerne beim Vater leben?

    Sonst fällt mir nur ein, Dein Vorhaben um rund zwei Jahre zu verschieben,
    bis die Schule beendet ist. Danach beginnt auch für Deine(n) Tochter/Sohn
    ein neuer Abschnitt, im Rahmen dessen Veränderungen in alle Richtungen
    normal sind.


  4. Registriert seit
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    AW: Umzug in die Heimat??

    Ja, kein Problem! Ich arbeite freiberuflich und bin total ortsunabhängig.

  5. Avatar von Roundabout
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    AW: Umzug in die Heimat??

    Ich habe immer mal wieder ähnliche Gedanken wie du, allerdings wäre bei mir auch noch ein Jobwechsel nötig.
    Aber, ich stelle bei Besuchen in der alten Heimat immer wieder fest, dass man doch sehr vieles verklärt. Beziehungen und Menschen haben sich verändert, auch das Umfeld, das man von früher in Erinnerung hat, ist oft deutlich anders.
    Die Nähe zur Kernfamilie kann sich besser anfühlen, birgt aber auch Konfliktpotential. Das muss man sich vorher wirklich sehr sehr gut überlegen.
    Es ist, so denke ich, doch wieder ein Neuanfang, bei dem man sich vielleicht schneller zurecht findet, aber verlassen würde ich mich darauf nicht.
    Deshalb konnte ich mich auch noch nicht zu weiterführenden Schritten entschließen.
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."


  6. Registriert seit
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    AW: Umzug in die Heimat??

    @ Schafwolle:

    Vielen Dank für Dein Feedback! Für Dein Verständnis und Deine Anerkennung

    Es ist doch schön zu lesen, nicht alleine zu sein mit diversen Gedanken.

    Du hast völlig Recht, dass all die Jahre sehr ausgelastet waren mit den Kindern, der Organisation usw. und jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Das kommt noch dazu und fällt mir grad schwer. Die beiden jüngeren Kinder sind gleichzeitig ausgezogen und das Älteste ist ins Ausland gegangen. Somit quasi von 100 auf 25 %. Der Jüngste ist sehr flügge und hat eine Freundin, d.h. den sehe ich kaum noch ;-)- außer zum Schlafen ist er meistens unterwegs.

    Ich hab auch schon darüber nachgedacht, ob mich Langeweile plagt .... Auf der einen Seite genieße ich meine neu gewonnene Freiheit, auf der anderen vermisse ich meine Routine. Ich fühl mich, als wär ich in ein Loch gefallen.

    Ja, mein Kind steht schon allem voran. Er würde hier nie weg wollen, jetzt auch noch gerade frisch verliebt. Er ist oft bei seinem Vater und ich hab auch schon mit ihm darüber gesprochen, was er sich vorstellen kann. Der Gedanke, zum Papa ziehen zu MÜSSEN, findet er doof. Er würde das schon freiwillig machen WOLLEN. Tja..... Ich glaub aber, dass es kein Problem wäre. Vielleicht eher für mich? Dann wären alle weg.... und ich könnte nicht mehr an seinem Alltag teilnehmen.

    Das mit dem Verschieben- JA. Das ist wahrscheinlich die gnädigste Variante für alle.

    Mir wird beim Schreiben noch mal Vieles klarer.....


  7. Registriert seit
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    AW: Umzug in die Heimat??

    @ Roundabout

    Aber, ich stelle bei Besuchen in der alten Heimat immer wieder fest, dass man doch sehr vieles verklärt. Beziehungen und Menschen haben sich verändert, auch das Umfeld, das man von früher in Erinnerung hat, ist oft deutlich anders.
    Die Nähe zur Kernfamilie kann sich besser anfühlen, birgt aber auch Konfliktpotential. Das muss man sich vorher wirklich sehr sehr gut überlegen.
    Es ist, so denke ich, doch wieder ein Neuanfang, bei dem man sich vielleicht schneller zurecht findet, aber verlassen würde ich mich darauf nicht.

    YES! Genau so sehe ich es auch. Deswegen bin ich auch unsicher, ob es wirklich ein so befriedigender Schritt wäre. Immer diese Unsicherheit

    Schöner Spruch auf deinem Profil!

  8. Avatar von Roundabout
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    AW: Umzug in die Heimat??

    Also, wenn du keinen inneren Zeitdruck verspürst, MrsJ, dann würde ich das ganze tatsächlich noch ein bisschen aussitzen. Wenn dein "Kleiner" flügge geworden ist, kannst du den Umzug nochmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."

  9. Avatar von Limonadenbaum
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    AW: Umzug in die Heimat??

    Hallo MrsJ!

    Lustig, ich schreibe gerade in den Strängen „Landleben oder Stadtleben“ und. „Ist das Leben gescheitert“ – und da entdecke ich Deinen Strang, der eigentlich auch ziemlich genau in mein Leben passt.

    Ich bin nämlich auch nach Scheidung und nach flüggen Kindern in die Gegend meiner alten Heimat gezogen, wo noch ein Teil meiner Herkunftsfamilie wohnt, allerdings nicht an dieselbe Stelle, und wissend, dass sich in den Jahrzehnten der Abwesenheit hier sehr vieles verändert hat.

    Ich glaube, das ist etwas, was Du unbedingt realisieren solltest: Nichts ist mehr, wie es früher war, auch in den sozialen Strukturen. Bereite Dich besser darauf vor, eine „Fremde“ zu sein, und wenn Du auf Bekanntes triffst, ist das sicherlich ein Grund zur Freude, aber Du musst Dir alles neu erarbeiten und erforschen.

    Für Dein Kind ist die Sache natürlich ein andere, und wenn es nicht gern und freiwillig beim anderen Elternteil bleibt, würde ich die Sache auch verschieben, bis es aus der Schule ist. Vielleicht ist die Zeit, die verbleibt, auch ganz gut für Dich? Du hast Gelegenheit nochmal in Ruhe zu durchdenken, was Du für Dich für die nächsten Jahre erwartest, und wenn Du Dir sicher bist, kannst Du den Umzug in Ruhe planen, Geld beiseite legen, Gegenden angucken, den Wohnungsmarkt beobachten, Kontakte knüpfen usw. Ich habe dafür auch rund 2 Jahre gebraucht, aber dann hat mich auch genau die richtige Wohnung angesprungen, die ich wollte, ich konnte ratzfatz zusagen, und den Umzug binnen 2 Monate in die Wege leiten.

    Viel Glück!
    Viele Grüße vom Limonadenbaum

    "Lass Dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!"
    - Astrid Lindgren -

  10. Inaktiver User

    AW: Umzug in die Heimat??

    Zitat Zitat von MrsJ Beitrag anzeigen
    Ja, mein Kind steht schon allem voran. Er würde hier nie weg wollen, jetzt auch noch gerade frisch verliebt. Er ist oft bei seinem Vater und ich hab auch schon mit ihm darüber gesprochen, was er sich vorstellen kann. Der Gedanke, zum Papa ziehen zu MÜSSEN, findet er doof. Er würde das schon freiwillig machen WOLLEN. Tja..... Ich glaub aber, dass es kein Problem wäre.
    Warten, bis die Schule zuende ist. Einen Teenager in diesem Alter und Zustand (verliebt) zu solchen Umbrüchen zu zwingen, und das ganz ohne Not (!), fände ich komplett daneben. Und zwei Jahre sind ja für eine Erwachsene keine Zeit.

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