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  1. Registriert seit
    03.08.2005
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    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Hallo Hillary,

    ich lese immer in Diefrucht's Thread mit und wundere mich jetzt eigentlich, dass Du tatsächlich doch noch ernsthaft überlegst, für ihn alles aufzugeben.
    Er stellt Dir ein Ultimatum, macht per SMS Schluß und sein bisheriges kindisches und gekränktes Verhalten nicht außer acht lassend, hätte ich nichts mehr zu überlegen.

    Ich glaube tatsächlich, dass er ein Problem mit Deinem Erfolg und Deiner Stärke hat.
    Er versucht, Dich in seine Stadt zu locken, um Dich zu "entmachten".
    Dann bist Du abhängig von ihm - so wie er sich immer abhängig von Dir gefühlt hat.

    Ich glaube, das Fundament, das ihr hättet, wäre alles andere als stabil!

    Sei vorsichtig und handele wohl überlegt!!! Paß auf Dich auf!!!

    Liebe Grüße

    S.

  2. Avatar von JanaFreese
    Registriert seit
    09.12.2004
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    3.114

    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Liebe Hillary,

    ich habe inzwischen den Strang einmal quer gelesen und habe doch sehr bestimmt den Eindruck, dass dieser Mann Dich in eine Sache verstricken will, die Du auf keinen Fall zulassen darfst. Leider scheint er ein paar gravierende charakterliche Defizite zu offenbaren, die geeignet sind die Beziehung insgesamt in Frage zu stellen.

    Unabhängig davon: Auch ich habe einmal viel investiert, in den Mann den ich geliebt und geheiratet habe. Ich habe unser gemeinsames Leben bezahlt, ein Auto, dass er überwiegend genutzt hat und so ziemlich alles was sonst so anfiel. Er hatte begonnen, sich mit minimalen Möglichkeiten selbständig zu machen. Seine Einnahmen reichten gerade so, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Wenn dort etwas angeschafft oder vorfinanziert werden musste bin ich auch da noch eingesprungen, soweit mein kleines Gehalt das zugelassen hat.

    Ich habe nicht gezweifelt, ich habe nicht geprüft. Ich habe gliebt und geglaubt und war überzeugt, dass dies die Grundlage einer guten gemeinsamen Zukunft schaffen würde. Abgesehen davon, dass ich damals etwa Zwanzig war, habe ich ähnlich gehandelt, wie Du bis vor kurzem auch. Irgendwie scheint es in dem Moment mormal, gut, richtig und vollkommen selbstverständlich. Andere mögen sagen, es sei dumm, riskant naiv oder was auch immer.

    Ich weiß nicht wie weit ich damals gegangen wäre, wenn er danach gefragt hätte. Aber ich bin relativ sicher, ich hätte einiges aufgegeben für ihn. Zumindest war ich bereit, meinen damals langweiligen aber sicheren Behörden-Job aufzugebe, um bei ihm die Sekräterin zu geben. Dazu ist es allerdings nicht gekommen. Was ich sagen will, ich verstehe das was Du getan hast. Bis zum Letzten. Ich hatte genau so wenig Zweifel wie Du. Auch ich war bereit, jeden Weg mizugehen. Alles erschien volkommen richtig, egal was Andere gedacht oder gesagt haben.

    Im Nachhinein habe ich recht behalten. Die Firma lief mit der Zeit besser und hat sich vergrößert. Keine Reichtümer, aber es trug sich, warf etwas ab und ich konnte nach der Geburt unserer Zwillinge auf Halbtagsarbeit reduzieren. Und es gab immerhin ein Büro, in dem u.a. die Kinder betreut werden konnten während ich arbeiten (später zusätzlich studieren) war. Leider ist er etwa zehn Jahre später gestorben. Allerdings hat er eine gewisse materielle Sicherheit für die Familie hinterlassen.

    Heute, mit mitte vierzig und in Deiner Situation würde ich allerdings anders handeln. Ich würde meinen heutigen Job und mein Umfeld nicht verlassen. Ich würde beides, den Mann und das Umfeld, behalten wollen. Ich würde ihn solange zutexten, bis ich beides bekäme und ich würde keinen Millimeter zurück weichen.

    Wenn mein Freund ein Dasein als Lebenskünstler versuchen wollte, gar auf meine Kosten, dann allerdings auch zu meinen Konditionen. Wenn er das nicht wollte, dann wäre das aber einzig und allein seine Entscheidung. Jeglichen Druck seinerseits würde ich aushalten oder -wahrscheinlicher- zurück weisen. Nichts anderes kann ich Dir raten.


    All the Best
    Jana

  3. Avatar von Bava
    Registriert seit
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    1.225

    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Er versucht, Dich in seine Stadt zu locken, um Dich zu "entmachten".
    Dann bist Du abhängig von ihm - so wie er sich immer abhängig von Dir gefühlt hat.
    Dieser Satz, hier von Sweety zitiert, aber schon mehrfach ähnlich in Hillarys Strang aufgetaucht, macht mir Angst.

    Hallo übrigens.

    Ohne nah vor einer Entscheidung zu stehen, kenne ich die Debatte ums Zusammenziehen in ganz unterschiedlichen Varianten bei meinem Freund und mir.
    Ich identifiziere mich insofern mit Hillary, indem ich sowohl eigenes Haus, Kinder und zur Zeit gesicherte Finanzen habe. Ich fühle mich ortsgebunden, vor allem der Kinder wegen, aber nicht nur. Ich bin unsagbar oft umgezogen, habe superstressige Jahre hinter mir - und ich will endlich mal Wurzeln schlagen.
    Mein Freund argumentiert hypothetisch ähnlich wie Hillarys. Er würde gerne bei mir sein, theoretisch eigentlich fast überall hin, nur nicht hier in "meine" Stadt. Er wirft mir vor, "keinen Raum" bei mir zu finden. Zur Bekräftigung führt er noch an, er sei jetzt ein "Stadtmensch". Räusper, groß geworden ist er in einem winzigen Dorf... Na ja. Das Stadtleben gefällt ihm jetzt und ich wohne nur in einer Kleinstadt.
    Ist das vielleicht kein Entmachtungsversuch, sondern einfach die Angst, noch mehr "Macht" zu verlieren, wenn er (Hillarys oder meiner) z. B. zu ihr(Hillary)/zu mir ziehen würde? Angst davor, als "Eindringling" keinen Stellenwert zu bekommen gegen die "Übermacht", die ihn erwartet: Frau und Kinder, die Nachbarn, die Kassiererinnen im Supermarkt... Peanuts im Prinzip, aber könnte das nicht auch ein Grund sein? Kleine Machoallüren, wenn auch im akzeptablen Rahmen, habe ich bei meinem Schnuppel auch schon entdeckt. Lassen sie sich damit vereinbaren, der Frau zu "folgen"?
    Sicherheiten kann auch meiner mir keine bieten. Seine Finanzlage ist grausig, einen Job hat er zur Zeit nicht, bemüht sich aber kräftig.

    Hillary, meine Notbremsenfunktion arbeitet einwandfrei, aber ich merke, dass mich dieses Dauergetrenntsein auch nicht glücklich macht. Entweder haben wir Stress - oder wir verstehen uns herrlich, aber dann vermisse ich ihn. Die glücklichen gemeinsamen Momente sind so rar. Es scheint keine Lösung zu geben.

    Liebe Grüße, Bava


  4. Inaktiver User

    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Bava - ob es nun die Angst vor Machtverlust ist oder der Entmachtungsversuch - ist eine Beziehung jetzt ein Schlachtfeld? Egal wie hier die Macht reinspielt - eine solche Beziehung wuerde ich nicht (mehr) fuehren wollen und fuehre ich auch nicht. Wenn eine Beziehung in Machtspielchen ausartet, dann ist das fuer mich keine Beziehung mehr, oder besser gesagt - eine Kampfbeziehung. Solche Spielchen spiele ich nicht mehr mit - dafuer ist mir mein Seelenfrieden zu wertvoll.

  5. gesperrt Avatar von SpezialEdition
    Registriert seit
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    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Bluebonnet... eine kluge Aussage.. nur... zu DER Erkenntnis muss Frau erst einmal kommen. Wieviele Tage und Nächte hat es gebraucht bis Du das erkannt hast? Und wieviele Tränen hast Du dafür vergossen? Ich weiss, das hört sich jetzt ziemlich pathetisch an ... aber trifft es das nicht?

    Den Zustand "mit ihm kann ich nicht und ohne ihn auch nicht" ... ich kenne ihn nur zu gut ... und viel zu lange.... aus meiner Vergangenheit. Und selbst heute.. nachdem ich erkannt habe, dass sobald Machtspielchen in irgendeiner Form Einzug in die Beziehung nehmen diese im Grundsatz zum Scheitern verurteilt ist (zumindest mit mir als "Gegenspielerin" ) hadere ich doch mit mir und brauche länger als tatsächlich notwendig um den endgültigen Schnitt zu tun. Ich kann deshalb dieses Zaudern sehr gut nachvollziehen... auch wenn ich denke, dass genau solche Aussagen wie Du sie getroffen hast notwendig sind um Frauen zum Hinterfragen anzuregen. Vielleicht gibt das ja den Mut die Sehnsucht nach "endlich anzukommen" nicht überzubewerten und vor allem zu erkennen, dass das kein "ankommen" im eigentlichen Sinne ist. (na... ob das eine versteht *grübelundamkopfkratz*

    Spezial


  6. Registriert seit
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    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Hallo Hillary,

    wie die meisten meiner Vorrednerinnen finde auch ich, dass die Voraussetzungen um "mit über 40 noch mal alles zu riskieren" in deinem Fall denkbar ungünstig sind.

    Auch ich stand vor ein paar Jahren vor dieser Entscheidung. Nur hätte ich zusätzlich noch eine langjährige Ehe hinter mir gelassen. Ich habs nicht getan. Allerdings machte der damalige Geliebte den Rückzieher. Dafür bin ich ihm aus heutiger Sicht sehr dankbar!

    Aber ich kann mich sehr gut in deine Situation einfühlen. Ich empfand das Verliebtsein als großes Geschenk und eine Art "letzte Chance", denn ich war mir sicher in meinem "hohen Alter" dies niemals mehr erleben zu dürfen.

    Ich wünsche dir alles Liebe
    Mutus



  7. Registriert seit
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    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    @hillary:
    Zu Deiner Geschichte faellt mir ein Bestseller aus den 80-igern ein: "Wenn Frauen zu sehr lieben". So weit ich mich erinnere werden in diesem Buch hauptsaechlich Lebensgeschichten von Frauen beschrieben, die fuer Maenner, die es "nicht verdienten" ziemlich viel bis alles aufgegeben/getan haben. Vielleicht lohnt es sich ja fuer Dich da mal reinzuschauen.

  8. Avatar von Woodstock62
    Registriert seit
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    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    das ist ein super tipp mit dem buch. hab es auch gelesen, vor einiger zeit und hab mich erschreckend oft wieder gefunden...

    woodstock

  9. Inaktiver User

    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Bluebonnet... eine kluge Aussage.. nur... zu DER Erkenntnis muss Frau erst einmal kommen. Wieviele Tage und Nächte hat es gebraucht bis Du das erkannt hast? Und wieviele Tränen hast Du dafür vergossen? Ich weiss, das hört sich jetzt ziemlich pathetisch an ... aber trifft es das nicht?
    Ja, natuerlich trifft es das. Ich habe diese Erkenntnis gewonnen, als mein erster Mann und ich uns getrennt haben - und die Tage und Naechte mag ich gar nicht nachrechnen. Ich bin jetzt wieder (gluecklich) verheiratet, aber ich kann Dir sagen, die Schwelle, was geht, und was nicht, liegt jetzt entschieden hoeher als frueher, und ich aeussere meine Grenzen sehr artikuliert. Hinzu kommt, dass mein Mann und ich uns ideal ergaenzen - wir sind ein Team und absolut gleichberechtigt in unserer Beziehung - obwohl ich mehr verdiene, den anspruchsvolleren Job habe (noch) und das bessere und groessere Auto fahre Nur hat mein Mann soviel Selbstwertgefuehl, dass er eben ob dieser Dinge kein Ego-Problem hat, und daher auch keine Machtkaempfe stattfinden. IMHO sind Machtkaempfe in einer Beziehung der Ausdruck von niedrigem Selbstwertgefuehl einer oder beider Partner. Und der "Witz" ist auch noch: Selbst wenn man in diesem Machtkampf nachgibt (eben wie Hillary fragt, alles fuer ihn aufgeben) und man meinen sollte, dass damit nun alles erledigt ist - noe, im Gegenteil. Dann faengt es naemlich erst richtig an, weil der "Feind" das Nachgeben als Zeichen von Schwaeche sieht, und sich dann ermutigt fuehlt noch einen drauf zu setzen, und so weiter, und so weiter.

  10. Inaktiver User

    Re: Mit über 40 noch mal alles riskieren?

    Hallo Hillary,

    "Ich denk, ich ärgere mich eben sehr über meine Dummheit, darüber das die Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit und was weiß ich noch, mir das Hirn vernebelt hat."

    Bei mir war es die Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit gepaart mit der Angst vor dem "Alleinsein" welche mich gehindert hat mich früher von meinem Mann zu trennen. Ich hatte Horror vor der Vorstellung "allein" zu leben und war davon überzeugt, dass ich nach einiger Zeit schon wieder einen festen Partner finden würde.

    Seit fast 4,5 Jahren lebe ich nun mit meinen Kindern "allein" und habe bislang - von einigen Affären abgesehen - keine feste Beziehung zu einem Mann.

    Dabei geht es mir viiiieeeel besser als in der Ehe!!!

    Wenn mir das jemand allerdings zum Zeitpunkt der Trennung prophezeit hätte, wäre ich wohl durchgedreht und hätte es mir überhaupt nicht vorstellen können, dass ich das überlebe.

    Ich habe mir inzwishen ein gutes Netz von Freundinnen, Schwester, Nachbarin und Kumpel aufgebaut, segle gerne und häufig, bin in einer Städtepartnerschaft aktiv und lebe ein schönes Leben!
    In den Jahren habe ich mich sehr viel mit mir auseinandergesetzt, zwischendurch auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen und lebe mein Leben selbständig mit viel Optimismus.

    Wenn du dir DEINE Beiträge selbst nochmal durchliest und tust als sei es eine entfernte Bekannte die einen Rat von dir wünscht - vielleicht kommst du dann etwas weiter.
    Du wirst schon zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung treffen!

    Liebe Grüße, Anne

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