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    Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Ich befinde mich wieder einmal in meinem ganz persönlichen Gedankenkarussell, aus dem ich nur schwer herausfinde...
    Von außen betrachtet, führe ich ein gutes Leben. (Von innen, je nach Tagesstimmung eigentlich auch, aber eben nicht immer).
    Im Prinzip sind alle meine Wünsche, die ich als junges Mädchen so hatte, in Erfüllung gegangen...
    dennoch muss ich jetzt ständig erkennen, dass man eben doch nicht alles unter einen Hut kriegt, irgendwo muss man Abstriche machen.
    Früher habe ich immer mit dem Gefühl gelebt, dass mir ja immer noch die Welt offen steht...
    nun habe ich immer öfter das Empfinden, die Zeit ist ganz schnell vorangerast und ich komme gar nicht mehr hinterher!!!
    In mir bildet sich ein Druck, dass ich mich nun mal für irgendwas entscheiden muss, damit ich es noch schaffen kann, was ich mir mal vorgestellt habe: meine Sprachkenntnisse aufzufrischen, meinen Garten richtig toll anlegen, ganz super sportlich aktiv zu werden, meine Ernährung auf total gesund umzustellen, mich beruflich weiterzubilden, mich persönlich weiterzubilden, mich ehrenamtlich zu engagieren, endlich das Haus "fertig" einrichten, usw.usw.
    Andererseits weiß ich, dass diese Ideen unrealistisch sind.
    Daneben habe ich natürlich meinen ganz normalen Alltag, so dass ich eigentlich sooo viel Zeit sowieso nicht habe.
    Einige meiner Freundinnen bzw. Bekannten haben so richtig dicke Probleme zu fassen, mit denen kann ich dann über "sowas" gar nicht richtig reden...
    Ist das meine Midlife-Crisis? Gibt sich das? Kann ich eher den milden Blick auf mein Leben richten und mir selbst sagen "schön, dass du das geschafft bzw. gemacht hast? So nach dem Motto "besser ein paar Chancen ungenutzt als alle"...

    Grübelnde Grüße blaueshaus

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Gitte - Ich will Alles

    Jetzt leb' ich jeden Tag aus. Jetzt trink' ich jedes Glas leer
    Ich will nicht viel. Ich will mehr. Jetzt bin ich frei und will alles
    Ich lerne Spanisch und Bridge. Ich spiele Schach und Klavier.
    Ich kämpf', gewinn' und verlier'. Und geb' nicht auf. Ich will alles
    Ich sage nie mehr vielleicht. Ich schrei' hinaus was ich fühl'.
    Und setze alles auf's Spiel. Ich will mehr. Ich will mehr. Ich will alles.
    Nie mehr bescheiden und stumm. Nie mehr betrogen und dumm. Nein!

    Ich will alles. Ich will alles. Und zwar sofort.
    Eh' der letzte Traum in mir zu Staub verdorrt.
    Ich will leben. Will mich geben. So wie ich bin.
    Und was mich kaputt macht. Nehm' ich nicht mehr hin.
    Niemand speist mich ab. Niemand macht mich satt.

    Zu lang hab' ich verzichtet. Und mich selber klein gemacht.
    Ich will alles. Ich will alles. Sperr' mich nicht ein.
    Ich will nie mehr. Zu früh zufrieden sein.
    Ich baue Mauern aus Licht. Ich mache Wasser zu Wein.
    Ich fang' den Augenblick ein denn ich bin frei und will alles.
    Ich will kein Zuschauer sein. Ich möchte selber was tun
    Und immer wissen warum. Ich geb' nicht nach. Ich will alles.
    Ich will nie mehr was bereu'n. Will nicht gescheit sein nur klug.
    Will nicht perfekt sein nur gut. Ich will mehr. Ich will mehr. Ich will alles.
    Nie mehr bescheiden und stumm. Nie mehr betrogen und dumm. Nein!

    Ich will alles. Ich will alles. Und zwar sofort
    Eh' der letzte Traum in mir zu Staub verdorrt
    Ich will leben. Will mich geben. So wie ich bin.
    Und was mich kaputt macht. Nehm' ich nicht mehr hin
    Niemand speist mich ab. Niemand macht mich satt.
    Zu lang hab' ich verzichtet. Und mich selber klein gemacht
    Ich will alles. Ich will alles. Sperr' mich nicht ein.
    Ich will nie mehr zu früh zufrieden sein.
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Natürlich kannst du das. Denn es sind deine Gedanken und deine Bewertung deines bisherigen Lebens .

    Und es liegt an dir, mit Freude zu sehen, was du alles von deinen Zielen erreicht hast, oder aber den Blick auf den Dingen ruhen zu lassen, die noch offen sind.

    Ich finde es ist eine recht fette Beute wenn man wie du sagen kann, dass man fast alle Ziele, die man sich als junges Mädchen gesteckt hat, erreicht hat. Eigentlich ist das ein Grund für tiefe Dankbarkeit .

    Das bedeutet ja nicht, dass du nicht noch weitere Ziele haben darfst. Du bist um die 40, nicht um die 90 . Aber sei liebevoll mit dir und deinem Leben, wenn manches nicht gelingt, wenn du manches nicht mehr in dein Leben reinpacken kannst. Oder wenn es doch mal richtig haarig werden sollte. Kein Leben ist 100 %. Was sollte man aus solch einem Leben auch schon lernen. Zufriedenheit sicher nicht .

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Danke Meatloaf!

    das tut gut!!!

    Will ich mir jetzt mal anhören und mir öfter mal vorlesen...

  5. Inaktiver User

    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Ich finde das kindisch, dieses "Ich will alles".

    Ich will auch alles: Ein Roggenbrot backen, Erdbeeren ziehen, ein Sonnensegel spannen und mich darunter setzen und endlich mal Thomas Mann lesen. Viel Sport treiben und täglich die Füße eincremen, ein Buch schreiben und alte Freundinnen besuchen. Im Beruf gut sein, mit Zeit nehmen, um sorgfältig zu sein - und in der Hängematte liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

    Ist das nicht ein zwar schmerzlicher, aber ganz natürlicher Prozess, einzusehen, dass die Zeit auf Erden beschränkt ist und man nun mal nicht alles zugleich tun kann? Dass man überhaupt nicht alles erreichen kann, was man gern erreichen würde?

    Wenn man eine Geigenvirtuosin werden möchte, muss man sehr früh anfangen und sehr zielstrebig sehr viel links liegen lassen. Alles, alles hat seinen Preis!

    Wenn man viele verschiedene Ziele hat, kann es gut sein, dass man kein einziges davon erreicht. Ich will nicht "zu früh zufrieden" sein? Und dann? Dann bin ich bleibend unzufrieden. Ich kämpfe immer wieder mit der Erschöpfung, weil zu vieles zu schnell auf einmal auf mich einstürzt. Dies muss ich noch tun und jenes. Denn ich möchte ja hier und dort gut sein, und das Ganze bei blank geputztem Küchenboden und perfekt gestylter Frisur.

    Sich von diesem Druck, alles zu wollen (eine Zeitkrankheit, dieser Machbarkeitswahn) zu lösen wäre die wirkliche Befreiung. Das hat doch nichts mit "betrogen und dumm" zu tun.

  6. gesperrt

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sich von diesem Druck, alles zu wollen (eine Zeitkrankheit, dieser Machbarkeitswahn) zu lösen wäre die wirkliche Befreiung. Das hat doch nichts mit "betrogen und dumm" zu tun.
    Ich bin auch Mitte 40 und schaue auf die letzten 20zig Jahre, nach der Wende, als ehem. Ossi zurück.

    Mir geht es gut, war 1991 das letzte Mal arbeitslos, bin gesund, habe keine Zipperlein, außer ne Macke , aber wer hat die nicht, hab ne gesunde Tochter, genug Geld, habe keine schlimme Scheidung hinter mir, lebe in der schönsten Stadt der Welt , kann nicht gut backen und kochen, aber dafür andere Sachen gut, mag mich und freue mich auf die nächsten 5 Jahre, dann ist mein Kind 18 und wieder ist was gutes geschafft und dann schaue ich weiter .

    Ich freue mich auf jeden Tag, auf jedes Abenteuer und habe keine Angst vor dem Älterwerden, denn je älter ich wurde, um so besser geht es mir.

    Ich verspüre keinen Druck, noch dieses oder jenes lernen oder machen zu müssen. Ich fließe mit dem Leben mit und genieße guten Tag, den schlechte Tage können schnell genug kommen.

    Ich denke, dass meine innere Ausgeglichenheit auch daher kommt, dass ich beruflich seit Jahren mit wirklich armen Menschen zu tun habe und den Vergleich habe, der mich realistisch hat werden lassen. Ich freue mich über Kleinigkeiten und jeden schönen und erfolgreichen Tag, den ich gehabt habe.

    Schön wäre es, wenn ich die nächsten 20 Arbeitsjahre, die ich wohl noch zu leisten habe , weiterhin so arbeiten und leben könnte. Dann kann ich mit meinem Leben wirklich noch mehr zufrieden sein.

    Wildblume

  7. Inaktiver User

    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Zitat Zitat von Wildblume2008 Beitrag anzeigen
    Mir geht es gut, war 1991 das letzte Mal arbeitslos, bin gesund, habe keine Zipperlein, außer ne Macke , aber wer hat die nicht, hab ne gesunde Tochter, genug Geld, habe keine schlimme Scheidung hinter mir, lebe in der schönsten Stadt der Welt , kann nicht gut backen und kochen, aber dafür andere Sachen gut, mag mich und freue mich auf die nächsten 5 Jahre, dann ist mein Kind 18 und wieder ist was gutes geschafft und dann schaue ich weiter .

    Das meinte ich.

    So ein entspannter und auch dankbarer Blick auf das, was man hinter und vor sich hat - das macht einem das Leben merklich leichter.

    Ich arbeite daran

  8. gesperrt

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Zitat Zitat von blaueshaus Beitrag anzeigen
    Ich befinde mich wieder einmal in meinem ganz persönlichen Gedankenkarussell, aus dem ich nur schwer herausfinde...
    Von außen betrachtet, führe ich ein gutes Leben. (Von innen, je nach Tagesstimmung eigentlich auch, aber eben nicht immer).
    Im Prinzip sind alle meine Wünsche, die ich als junges Mädchen so hatte, in Erfüllung gegangen...
    dennoch muss ich jetzt ständig erkennen, dass man eben doch nicht alles unter einen Hut kriegt, irgendwo muss man Abstriche machen.
    Früher habe ich immer mit dem Gefühl gelebt, dass mir ja immer noch die Welt offen steht...
    nun habe ich immer öfter das Empfinden, die Zeit ist ganz schnell vorangerast und ich komme gar nicht mehr hinterher!!!
    In mir bildet sich ein Druck, dass ich mich nun mal für irgendwas entscheiden muss, damit ich es noch schaffen kann, was ich mir mal vorgestellt habe: meine Sprachkenntnisse aufzufrischen, meinen Garten richtig toll anlegen, ganz super sportlich aktiv zu werden, meine Ernährung auf total gesund umzustellen, mich beruflich weiterzubilden, mich persönlich weiterzubilden, mich ehrenamtlich zu engagieren, endlich das Haus "fertig" einrichten, usw.usw.
    Andererseits weiß ich, dass diese Ideen unrealistisch sind.
    Daneben habe ich natürlich meinen ganz normalen Alltag, so dass ich eigentlich sooo viel Zeit sowieso nicht habe.
    Einige meiner Freundinnen bzw. Bekannten haben so richtig dicke Probleme zu fassen, mit denen kann ich dann über "sowas" gar nicht richtig reden...
    Ist das meine Midlife-Crisis? Gibt sich das? Kann ich eher den milden Blick auf mein Leben richten und mir selbst sagen "schön, dass du das geschafft bzw. gemacht hast? So nach dem Motto "besser ein paar Chancen ungenutzt als alle"...

    Grübelnde Grüße blaueshaus

    Hi, blaueshaus. Ich bin auch 40+ und weisst Du, was für mich eine der schönsten Erkenntnisse dieser Zeit ist? Das alles kann, aber nichts muss.
    Geniess Dein Leben, anstatt krampfhaft Bilanzen zu ziehen und Dich am besten noch für früher geplantes und nicht umgesetztes zu geisseln (womöglich noch Dinge, die im Grunde gar nicht mehr wichtig sind, aber man MUSS ja alles umsetzen, was man sich vornimmt).

    Gelassenheit ist ein wunderbares Lebensmotto :-)

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Es tut mir gut, von Euch zu lesen.

    Das Stichwort "fette Beute" sollte ich mir wohl fett über meine Gedanken schreiben, ja, es ist wohl nicht immer so, dass man von sich sagen kann, dass sich die meisten Wünsche erfüllt haben!

    Den Gitte-Titel finde ich auch sehr anregend, es zeigt ja, dass sie sich wahrscheinlich auch ähnliche Gedanken gemacht hat...!

    Leider kann ich in meinem derzeitigen Alltag nicht immer gelassen bleiben (oder sein?) Ich fühle mich fahrig, unruhig und konfus und bin unausgeglichen und auch mal ungerecht zu meinen Lieben.
    Ich finde mich momentan auch nicht immer schöner werdend, sondern muss mich leider mit einigen Alterungsvorgängen beschäftigen. Gehört ja auch zum Leben dazu, finde ich aber auch nicht leicht.

    Vielleicht schreibe ich mal alle "anscheinend nicht genutzten Chancen" auf kleine Zettel und vergrabe diese im Garten.

    Naja, und wesentlich ist wohl auch der Blick auf das Ist und sich daran zu freuen. Alles kann, nichts muss, gefällt mir auch.


    LG blaueshaus

  10. gesperrt

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    AW: Mitte 40 und all die ungenutzten Chancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das meinte ich.

    So ein entspannter und auch dankbarer Blick auf das, was man hinter und vor sich hat - das macht einem das Leben merklich leichter.

    Ich arbeite daran

    Diesen entspannten Blick habe ich aber auch durch meine erste Therapeutin bekommen. Sie hat mir beigebracht, dass zu sehen, was ich an gutem habe und nicht das zu sehen, was ich nicht habe.

    An diese Therapiestunde denke ich heute noch zurück . Diese Stunde und diese 3-4 Sätze meiner Therapeutin haben sehr viel zu mehr Eigenwahrnehmung, Steigerung meines Selbstbildes und meines Selbstbewußtsteins beigetragen. Es war, also ob ein Groschen gerutscht wäre . Es hat Klick gemacht und vieles war klar und viel deutlicher.

    Ich wende jetzt so eine ähnliche Methode bei meiner Nichte an, um ihren Blick und ihre Eigenwahrnehmung zu stärken und in die positive Richtung zu lenken.

    Wildblume

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