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    Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Hallo zusammen,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich hier in diesem Forum richtig bin, aber ich versuch´s einfach mal.

    Bin jetzt fast 37 und plane gerade, meinen Arbeitsplatz zu wechseln. Bisher habe ich immer hier in der gleichen Region gelebt, studiert u. gearbeitet, und jetzt habe ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in einer Stadt, die einige hundert Kilometer (ca. vier Zugstunden) entfernt liegt und in der ich niemanden kenne. Es war immer meine Traumstadt, aber aus immer wieder verschiedenen Gründen bin ich hier hängengeblieben u. habe es nie dorthin geschafft. Jetzt würde sich vielleicht endlich die Möglichkeit ergeben, aber ich frage mich, ob ich mich mittlerweile nicht zu alt für so eine Veränderung fühle. Andererseits denke ich mir, wenn ich es jetzt nicht mache, dann nie mehr.

    Gebunden bin ich hier nicht, d.h. ich bin Single, und mein Freundeskreis ist zum Teil eh über ganz Deutschland verteilt, den andereren (hier ansässigen) Teil sehe ich auch eher selten... Fasse nur gerade nach einer etwas schwierigen Zeit (Trennung etc) wieder Fuß, und der Wechsel in die andere Stadt würde (schon) wieder einen Neuanfang bedeuten.

    Von der beruflichen Qualifikation her bin ich hoffentlich (war jetzt die erste Bewerbung) in der Lage, nicht das erstbeste Stellenangebot annehmen zu müssen, von daher besteht kein Zwang zum Wegziehen.

    Habt Ihr Erfahrungen im Ortswechsel im Alter von 30++, und zwar allein? Wie war das für Euch? Ich finde, in diesem Alter ist es sowieso nicht so einfach, Freundschaften zu schliessen, mit Mitte 20 war das leichter...

    Freue mich über Antworten und Denkanstöße
    Rosa

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    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Hallo Rosa,


    Erfahrungswerte hab ich zwar (noch) keine, denke aber auch darüber nach - vielleicht hast Du ja Lust Dich mit mir austauschen… Ich hatte auch schon überlegt, hier ein Posting zu schreiben.


    Was Du schreibst kann ich gut nachvollziehen. Auch ich wollte immer aus meiner Heimatstadt weg… und dann hab ich doch das ganze Studium und mein bisheriges Berufsleben hier verbracht. Dafür gibt’s viele Gründe, würde hier zu weit führen. Mit alledem hatte ich mich ganz gut eingerichtet / abgefunden. Aber seit kurzem geistert mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich mit meinen 33 Jahren in eine andere Stadt ziehen möchte. Plötzlich kommt mir hier alles klein und eng vor. Sch habe sogar 3 Traumstädte, mit zwei von ihnen liebäugle ich schon seit zehn Jahren.


    Ich finde, man ist nie zu alt für einen Neuanfang. Kennst Du in Deiner Traumstadt denn irgendwelche Leute (und wenn es nur entfernte Bekannte sind)? Das kann am Anfang sicher hilfreich sein um soziale Kontakte zu knüpfen.


    Um mal Erfahrungswerte anderer zu sammeln, hab ich in den vergangenen Monaten „Ü30“er in meinem Umfeld befragt die allein in eine fremde Stadt gezogen sind. Einige von ihnen sagen, sie haben sich problemlos akklimatisiert weil sie Glück hatten und über die Arbeit private Kontakte aufbauen konnten. Sie haben sich schnell mit gleichaltrigen Kollegen angefreundet. Aber ich finde, auf so was sollte man nicht zu sehr bauen, schließlich bekommt nicht jeder Kollegen die sympathisch genug sind dass man sie noch nach Feierabend sehen möchte.


    Andere „Umzügler“ erzählen, ihre Freizeitaktivitäten hätten ihnen sehr geholfen in der neuen Heimat Wurzeln zu schlagen. So Sachen wie Sportverein und VHS-Kurse; eine Bekannte ist in einer Partei und ist gleich zum Treffen ihrer Stadtteilgruppe gegangen. Und zwei Leute, die dieses Jahr aus meiner Stadt weggezogen sind, haben sich entschlossen zum Einstieg in einer WG zu wohnen. Natürlich keine mit partyfreudigen Erstsemester-Studis, sondern zusammen mit anderen Berufstätigen. Sie erzählen, darüber hätten sie schnell Leute kennengelernt und sich in der fremden Stadt bald heimisch gefühlt.


    Es stimmt, dass es mit 30+ ein großer Schritt ist wenn man vorher noch nie die Heimat verlassen hat. Aber vielleicht ist das ja genau die Chance für Dich. Wie ist es mit Deinem jetzigen Job, würdest Du ihn sehr vermissen? Ich finde, wenn Du nach dem Vorstellungsgespräch das Gefühl hast dass der Job in der Traumstadt der bessere ist, dann ist es eine tolle Chance.


    Mir haben die Erfahrungen anderer gezeigt, dass das auch mit Ü30 gut gehen und ein tolles neues Leben eröffnen kann. Einer der o.g. „WG-Fälle“ hat 15 Jahre in meiner Stadt gewohnt bis er mit 35 ein Jobangebot in den USA bekam. Er hats gewagt, und es hat sich gelohnt! Nach seinem Zeitvertrag kam er hierher zurück. Jetzt, mit Anfang 40, hat er sich wieder getraut und ist von Nord- nach Süddeutschland gezogen. Neulich erreichte mich eine fröhliche Mail, wie wohl er sich da fühlt.


    Dass ich noch nicht weggezogen bin, liegt daran dass ich in einer beruflichen Umorientierungsphase bin. Ich möchte aus meiner Branche raus und muss mich dafür weiterqualifizieren, wahrscheinlich über nebenberufliches Studium oder Berufsakademie. Erst wenn geklärt ist, was genau und wie/wo das geht kann ich das mit der Stadt entscheiden. Ich bin mir aber ziemlich sicher dass ich in eine meiner Traumstädte ziehe wenn das jobmäßig geht. Ich möchte diese Erfahrung einfach machen und glaube sie wird mir gut tun.


    Puuh, das ist jetzt echt lang geworden…


    Ich drücke Dir die Daumen für das Bewerbungsgespräch und Deine weitere Enscheidungsfindung!

    LG, Frl. Schoko

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    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Zitat Zitat von Rosa
    Habt Ihr Erfahrungen im Ortswechsel im Alter von 30++, und zwar allein? Wie war das für Euch? Ich finde, in diesem Alter ist es sowieso nicht so einfach, Freundschaften zu schliessen, mit Mitte 20 war das leichter...
    Hallo Rosa,

    ich möchte Dir Mut machen!
    Ich habe zwei Wechsel mit 30+ hinter mir und keinen davon bereut. Wie Frl. Schoko schon geschrieben hat, kann man über Arbeit und Hobbies schnell neue Leute kennenlernen. Mein Arbeitsplatz ist sicher eine positive Ausnahme, weil hier ohnehin kaum Leute direkt aus der Stadt arbeiten und viele gerne etwas mit Kollegen unternehmen. Aber ich habe auch über die VHS und eine neue Sportart schnell Anschluß gefunden.

    Gerade wenn Du im Moment ungebunden bist, ist die Gelegenheit doch klasse. Wenn man einen Partner zurückläßt ist alles viel schwieriger.

    LG
    Polarstern

  4. Inaktiver User

    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Ich bin mit 31 nach Köln gezogen. Allein und ohne Job. Und ich habe es nie bereut, auch wenn es am Anfang ziemlich hart war, weil ich keine Menschenseele kannte.

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    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Generell würde ich auch sagen: he, es ist nie zu spät! zumal dir die stadt gefällt.

    ich habe schon mehrere orts- (und länder-)wechsel hinter mir und hab es nie bereut. einer meiner neuen wohnstätten hat mir dann auch nicht so toll gefallen, dann bin ich von dort eben wieder weg (was als student zugegebenermaßen einfacher zu entscheiden ist).

    was für dich schwierig sein könnte, ist die erfahrung, von heute auf morgen "neu" zu sein, keinen zu kennen, den man mal schnell treffen könnte, sich einsam zu fühlen, sich orientieren zu müssen. wenn du mit mitte dreissig dieses gefühl noch nie hattest, kann dich das ganz schön runterziehen.
    dennoch: ich bin der festen überzeugung, dass, wenn du deine neue stadt wirklich magst, du dich auch schnell eingewöhnen wirst, weil die neugier siegt!
    wenn du ein offener, neugieriger typ bist mit hobbies (sportclub, vhs, bricomstammtisch, wasauchimmer) wird der neuanfang sicher gelingen.

    es drückt die daumen und fragt, wo's denn hingehen soll

    wr.
    "ne te queseveris extra" - suche nicht ausserhalb dir selbst (sagt herr emerson)

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    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Hallo Rosa!

    Für einen Neuanfang ist es meiner Meinung nach nie zu spät. Ich war bereits 30 als ich alleine nach Venezuela ging. Ich hatte keine Arbeit und konnte auch die Sprache nicht. Die Zeit war manchmal hart, aber ich habe gemerkt, was man alleine alles leisten und erreichen kann. Sprache gelernt, gejobbt und so folgte ich weiter dem Lockruf des Auslands. Danach bin ich in die Karibik übergesiedelt und nun lebe ich glücklich und zufrieden seit einiger Zeit in Spanien. Ob es mein letzter Neuanfang war? Das kann ich nicht sagen... es war jedes mal sehr spannend und ich habe mich selbst kennengelernt. Vielleicht ist es sogar besser schon etwas Lebenserfahrung zu haben, da man vieles gelassener sieht.
    Also nur Mut und keine Angst

  7. Inaktiver User

    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    @rosa
    ...die Einstellung, dass es mit 20 leichter als mit 30 ist, kannst du beliebig auf weitere Jahrzehnte einsetzen, es kommt dasselbe heraus. Es ist wichtig, dass du dir selbst genug bist und zwischen allein sein aufgrund einer aktuellen Siutation und sich einsam fühlen unterscheidest.
    Letztendlich mußt du abwägen, ob dein jetziges Umfeld für dich so stimmig ist, dass du es nicht ausschließlich vom Berufswechsel abhängig machst. Beim einen Menschen geht der häufige Standortwechsel, der andere braucht die Beständigkeit mehr.
    Ab Mitte vierzig spürte ich, dass es mir nicht mehr guttut, meine Wurzeln immer wieder herauszureissen. Nun bin ich mitte fuffzich und habe im letzten Jahr meinen 21. Standortwechsel gemacht. Nach vielen Veränderungen in großer Weite verteilt über Europa habe ich nun meine Dimension von Überschaulichkeit gefunden und bin ich bei mir angekommen ...

  8. Inaktiver User

    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Ich bin mit 19 alleine und ohne Job nach Berlin gegangen. Die Einzigen die ich kannte, war ein Mitbewohner und entfernte Verwandte... Das war streckenweise sehr hart, aber auch sehr schön und intensiv. Und wenn ich heute nochmal (mit Ende 20) so einen Schritt machen würde, würde ich mir auf jeden Fall bessere Rahmenbedingungen schaffen:

    Wenn möglich vorher Job

    mindestens einen festen Termin in der Woche, z.B. Sport

    für den Anfang häufiger Besuch aus der Heimat (was bei beliebten Städten ja kein Problem sein sollte)

    Sonst kann man sich schrecklich einsam fühlen. Aber sich auch sehr für Neues öffnen. Ich war in Berlin auch sehr, sehr viel alleine unterwegs, was total spannend war. Und habe zusammen mit neuen Bekannten das kulturelle und gastronomische Angebot erkundet. Es gibt tolle Parks dort, Ausstellungen, Parties etc.

    Aber ich bin irgendwann wieder über Umwege (erst weg, dann für ein Jahr wieder hin) in meine Heimatstadt gezogen. Grund dafür war mein Studium, aber auch dass man ohne "feste Rahmen" manchmal sehr ungewisse Zeiten erleben kann und das ist mit Kohleofen im Winter nicht immer leicht...

    Und das ist doch eigentlich das Schöne, dass man wenns mal nicht geht, man einfach wieder wegziehen kann...

    Und ich spiele immer noch mit dem Gedanken vielleicht mit Mitte 30 wenn ich beruflich schon mehr angekommen bin etc. doch noch mal wieder dort hinzugehen, dann allerdings ohne Kohleofen

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    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Hallo,

    Ich bin mit 23 von Hessen nach Hamburg gezogen, kannte keine Menschenseele und damals war Handy und Internet noch kein Thema.
    Mit 35 bin ich dann arbeitstechnisch von Hamburg nach Köln gewechselt.
    Mit 23 hab ich mich echt allein und abgeschnitten gefühlt, aber schon flott neue Leute kennengelernt.
    Mit 35 war das Umziehen weit weniger tragisch, kannte schon ein paar Leute. Der Unterschied ist irgendwie, daß man sich selbst vielleicht ein wenig schwerer tut neue Leute kennenzulernen.
    Jetzt also 1 Jahr später hab ich mich gut eingelebt und so laaangsam baut sich der Bekanntenkreis auf (is bei mir vielleicht auch schwierig, weil ich immer im Aussendienst unterwegs bin und meine Kollegen nur 1 mal pro Woche sehe). Ansonsten versuch ich es halt mit VHS-Kursen (da wo ich jetzt wohne ist es sehr ländlich, da ist die Trefferquote nicht so hoch wie in der Stadt) und hab da auch schon nette Leute getroffen.
    Also wenn du in deine Traumstadt ziehen kannst und schon nen Job hast, ansonsten nicht grossartig gebunden bist, dann nix wie rein ins Abenteuer!!

    Viel Glück wünscht Dir
    Mephisto

  10. Inaktiver User

    AW: Neue Stadt mit Mitte dreissig?

    Wenn du da immer hin wolltest und du ungebunden bist, dann wäre es sicher eine tolle Veränderung.

    Aber ich kann auch deine Bedenken verstehen. Ich hab auch immer gesagt, ich würde gerne in Wien wohnen. Aber wenn das nun so plötzlich auf mich zukäme, würde ich nicht wissen, ob ich die 500 km Wohnortswechsel wirklich wagen würde. Ich hätte bestimmt sehr viele Bedenken.

    Aber keinesfalls ist man über 30 zu alt dafür. Und was das Kennenlernen betrifft ist der Arbeitsplatz immer schon ein Anfang und über Kollegen lernt man wieder Leute kennen.
    Auch über Sport und VHS - das mach ich auch so

    Ich wünsch dir jedenfalls viel Glück und bin gespannt auf deine Entscheidung

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