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    midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    bei mir ist es zur zeit so dass ich das gefühl habe das leben läuft mir davon. zuwenig zeit für alles, zuviele dinge die man machen muß od. möchte. ich frag mich ständig wie ich alles unter einen hut bringen soll.
    gleichzeitig komm ich mir dabei dumm vor, denn ich habe nicht mal kinder, also wahrsch. weniger verpflichtungen als andere. trotzdem hat sich die letzen jahre das gefühl verstärkt von den täglichen "verpflichtungen" aufgefressen zu werden.
    wo bleibt da zeit für einen selbst, für gedanken, entwicklung od. nur die frage "hab ich mir mein leben so einrichten wollen?"

    all meine hobbies (malen, lesen, radfahren, kurzurlaube, etc...) sind quasi weg. die arbeit frisst schonmal fast den ganzen tag (mind. von 8-18 uhr, manchmal auch we) u. nebenbei soll man noch alles private regeln, sms, mails beantworten, zeit für treffen haben... von haushalt, auto, einkaufen, etc... noch garnicht zu reden.
    ich frag mich immer wie das früher war, denn da hatte ich noch zeit für hobbies (zumindest erinnere ich mich dass es so war, sogar ins fitnesstudio bin ich gegangen). heut kommt ich oft erst um 21 od. 22 uhr dazu mal "ab" zu schalten u. mich mir mir zu befassen, dann bin ich aber meist schon so müde od. der kopf schon so zu, dass ich mich zu kaum noch was aufraffen mag (bzw. um die zeit auch nicht zu vielem könnte).

    ich bin nicht direkt unglücklich, aber ich frage mich immer öfter "soll dass alles sein u. noch wichtiger, soll das jetzt so bleiben?". ist mir wirklich der wunsch nach meinen hobbies abhanden gekommen od. einfach die zeit u. wenn die zeit, warum war die früher da?

    od. ist das genau das was man als midlife crisis definiert, wenn man sich fragt "wo steht ich, wollt ich da hin u. wenn nein, wie komm ich dahin wo ich eig. hin wollte?" es ist eine innere unruhe die größer wird, manchmal auch einfach der wunsch die welt könnte mal 1 woche stehen bleiben u. ich dann alles machen, ausprobieren od. nachholen wozu sonst nie zeit ist.

    od. ist das keine midelife crisis sondern einfach der beginn der erkenntnis dass ich über meinem niveau lebe u. zurückschalten sollte? aber wie genau, wenn sich die situation, so wie sie ist sich eingespielt hat, u. alle von einem erwarten dass man dieses niveau hält?
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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    nun, bei den Arbeitszeiten käme ich auch nicht dazu, mich um Dinge zu kümmern, die mich interessieren.

    st das genau das was man als midlife crisis definiert, wenn man sich fragt "wo steht ich, wollt ich da hin u. wenn nein, wie komm ich dahin wo ich eig. hin wollte?"
    Das ist schon so, wenn man endlich mal nicht mehr ganz jung ist, einen Beruf gelernt hat, diesen Beruf ausübt, finanziell auf eigenen Beinen steht... ist das oft die erste beste Gelegenheit, sich die Frage zu stellen "wozu mach ich das eigentlich alles?" Das ist normal und gesund, und wenn man es akzeptiert, muss die Krise auch nicht besonders schwer ausfallen.

    es ist eine innere unruhe die größer wird, manchmal auch einfach der wunsch die welt könnte mal 1 woche stehen bleiben u. ich dann alles machen, ausprobieren od. nachholen wozu sonst nie zeit ist.
    bei nächster Gelegenheit eine Woche Urlaub nehmen und genau das machen.

    Aber es könnte gut sein, dass während der ersten drei, vier Tage die Energie für nichts anderes ausreicht als schlafen udn faul rumhängen. Das ist auch in Ordnung.

    aber wie genau, wenn sich die situation, so wie sie ist sich eingespielt hat, u. alle von einem erwarten dass man dieses niveau hält?
    Schrittweise, wo immer es geht. Eine Liste aller regelmässigen Tätigkeiten machen und anfangen mit abbauen.

    Welche sind am leichtesten abzubauen? Also ohne dass etwas Wichtiges verloren geht? --> die betreffenden Leute informieren "hört Leute, ich mach das noch bis Ende Monat, aber nachher nicht mehr. Ich kann nicht mehr." Das wird bestimmt hochgezogene Brauen verursachen und vielleicht ein paar Kommentare, aber da muss man durch. Wenn man sich nicht beirren lässt, geht das ziemlich schnell, und die Leute gewöhnen sich an die neue Person, die sich nicht alles aufbürden lässt.

    Bewusst Ruhezeiten einbauen und planen und dann auch ausruhen.

    keine neuen Pflichten übernehmen.

    Beharrlich dein eigenes Wohl im Auge haben und verbessern. Schrittchen für Schrittchen.

    grüsse, barbara

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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    nun, bei den Arbeitszeiten käme ich auch nicht dazu, mich um Dinge zu kümmern, die mich interessieren.
    das ist zum teil sicher ein großer zeitfresser, aber der wird von jahr zu jahr größer u. nicht kleiner. wennst am we auch arbeitest dann hast quasi 14 tage am stück keinen tag an dem sich was erledigen liese das in die "normalen" öffnungszeiten fällt und nach einem 10-12 std. arbeitstag ist es mit der lust nach hausarbeit od. hobby auch nicht mehr so weit her.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    bei nächster Gelegenheit eine Woche Urlaub nehmen.
    das wär natürlich sicher gut um mal zum "durchatmen" zu kommen, nur ist das leider nicht drin u. selbts wenn ich mal urlaub habe, kann ich mir sicher sein dass ich angerufen werde, da wird der kopf einfach nicht frei.

    von der arbeit mal abgesehen ist es im privaten auch nicht wirklich besser, manchmal hab ich das gefühl ich werde gelebt anstatt zu leben u. jeder versuch das nur etwas zu ändern wird als persönlicher angriff aufgefasst u. stösst somit auf unverständnis. selbst die offene aussage dass ich einfach über meinem limit bin (u. das schon lange) will irgendwie keiner hören. man muß immer was wollen, denn mal nichts zu wollen ist ja vergeudete zeit.

    ich will eig. nicht mit den leuten brechen aber immer öfter hab ich das gefühl entweder das od. ich bleib irgendwann auf der strecke. kann das wirklich die einzige mögliche lösung sein? warum ist einsicht od. rücksicht heute nicht mehr zu finden, haben wir uns selbige abgewöhnt? ist der way of life der wirtschaft "höher, weiter, besser u. das immer" schon so auf uns über gegangen dass es normal geworden ist?
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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    Zitat Zitat von punto30 Beitrag anzeigen
    das ist zum teil sicher ein großer zeitfresser, aber der wird von jahr zu jahr größer u. nicht kleiner. wennst am we auch arbeitest dann hast quasi 14 tage am stück keinen tag an dem sich was erledigen liese das in die "normalen" öffnungszeiten fällt und nach einem 10-12 std. arbeitstag ist es mit der lust nach hausarbeit od. hobby auch nicht mehr so weit her.
    Wenn das so ist als Dauerzustand, ist das eindeutig zuviel!

    Wenn du selbständig bist: erhöhe die Preise, damit du gleich viel Geld mit 8 Stunden Aufwand pro Tag reinbekommst.

    Wenn du angestellt bist: sag deinem Chef, dass du viel zu viel arbeitest und es angebracht ist, noch mindestens eine Person 50% einzustellen, damit du auf einem normalen Arbeitstag bist.

    ja, ich weiss, das ist alles nicht leicht, aber wenn du so weitermachst und eines Tages zusammenbrichst und für ein halbes Jahr oder noch länger völlig ausser Gefecht bist und dann noch mit Versicherungen etc gucken kannst, woher ein Minimum an Geld kommen soll, so ist das garantiert noch schwieriger.

    Erspar dir das, bitte.

    das wär natürlich sicher gut um mal zum "durchatmen" zu kommen, nur ist das leider nicht drin u. selbts wenn ich mal urlaub habe, kann ich mir sicher sein dass ich angerufen werde, da wird der kopf einfach nicht frei.
    Telefone kann man abschalten. Es gibt einsame Hütten in den Bergen und Orte, wo es keine Verbindung gibt. Die Welt geht nicht unter, und auch dein Geschäft nicht, wenn du mal eine Woche ausser Reichweite bist, wie es dein gutes Recht ist.

    Bevor du in den Urlaub gehst, stelle sicher, dass alles erledigt ist und dass deine Stellvertretung weiss, wo das Dringende nachgeschaut werden kann - und wo das Nicht-Dringende gestapelt werden kann.




    von der arbeit mal abgesehen ist es im privaten auch nicht wirklich besser, manchmal hab ich das gefühl ich werde gelebt anstatt zu leben u. jeder versuch das nur etwas zu ändern wird als persönlicher angriff aufgefasst u. stösst somit auf unverständnis.
    Unverständnis muss man manchmal aushalten. Mit der Zeit gewöhnen sich die Leute daran, und du erhältst mehr Respekt.


    selbst die offene aussage dass ich einfach über meinem limit bin (u. das schon lange) will irgendwie keiner hören.
    nein, weil du funktionierst ja brav weiter, trotz allem.

    Die Aussage "ich bin am Limit" muss auch mit Handlungen und klaren Ansagen verbunden sein: "Chef, ich soll dieses neue Projekt übernehmen? Gut, kann ich schon machen, dann muss ich aber Projekt X oder Projekt Y um zwei Wochen verschieben, ich kann nicht alle drei zum Termin fertig haben, sondern maximal zwei. Wo sind die Prioritäten?"

    Oder auch "Wochenendarbeit? Tut mir leid, dieses Wochehende bin ich schon ausgebucht. Privat. Nein, telefonisch bin ich auch nicht erreichbar"



    ich will eig. nicht mit den leuten brechen aber immer öfter hab ich das gefühl entweder das od. ich bleib irgendwann auf der strecke. kann das wirklich die einzige mögliche lösung sein?
    Doch, Nein-Sagen ist die einzige Lösung.

    Es wird dann so sein: jene Leute, die dich um deiner selbst willen schätzen, werden weiterhin in deinem Leben sein; jene, die in dir bloss eine Gratis-Dienstleistungsstelle sehen, werden rasch aus deinem Leben verschwinden, und glaub mir, das ist ein Gewinn und kein Verlust.

    grüsse, barbara

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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn das so ist als Dauerzustand, ist das eindeutig zuviel!
    das weiß ich, das gefühl kommt ja nicht von ungefähr u. was zu viel ist, ist sicher für jeden individuell anders.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn du angestellt bist: sag deinem Chef, dass du viel zu viel arbeitest und es angebracht ist, noch mindestens eine Person 50% einzustellen, damit du auf einem normalen Arbeitstag bist.
    ich glaub das ist eher ein genrelles strukturproblem in den meisten firmen. von oben kommt der druck "umsatz rauf, kosten dabei aber runter". das geht aber auf dauer nur wenn man am personal spart u. dabei belastet man das bestehende personal natürlich immer mehr. das ist aus meiner sicht auch den kleineren chefs klar, aber die sind am ende auch teil der maschinerie u. dem druck von weiter oben ausgesetzt. wenn man dann jemand hat dem man den druck weiter reichen kann liegt es wohl i.d. natur der sache das auch zu tun u. selbigen nicht selbst zu tragen. die nächste ebene stellt nicht die frage "wie gehts deinen mitarbeitern?" od. "könnt ihr das schaffen?", sondern nur "ist der umsatz erreicht?"

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ja, ich weiss, das ist alles nicht leicht, aber wenn du so weitermachst und eines Tages zusammenbrichst und für ein halbes Jahr oder noch länger völlig ausser Gefecht bist und dann noch mit Versicherungen etc gucken kannst, woher ein Minimum an Geld kommen soll, so ist das garantiert noch schwieriger.
    für mich ja, für die firma.... zu beginn ein loch, aber relativ schnell würde es gestopft werden.
    da könnte man jetzt natürlich sagen "dann ists doch eig. ok mehr auf sich zu schauen". sicherlich ja, aber wenn ich mich im bekanntenkreis so umhöre dann läuft es überall fast gleich, also was sind die alternativen?
    ein kollege von mir hatte schon burn-out u. ist 4 moante ausgefallen (das war vor knapp 2 jahren). als er wieder kam ging es weiter wie zuvor, trotz des wissens dass er nicht mehr so belastbar ist wurde er wieder mit einem, ich nenn es mal "no chance" projekt, belegt. es folgte der zweite zusammenbruch. man bekommt das mit u. erkennt "ich möchte nicht dass es mir auch so geht", allein man kämpft gegen windmühlen an wenn man versucht seine grenzen aufzuzeigen. es wird zwar immer so getan als würde man das ja eh verstehen, aber am ende hast noch mehr arbeit am schreibtisch liegen u. kommst dir verarscht vor.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Telefone kann man abschalten. Es gibt einsame Hütten in den Bergen und Orte, wo es keine Verbindung gibt. Die Welt geht nicht unter, und auch dein Geschäft nicht, wenn du mal eine Woche ausser Reichweite bist, wie es dein gutes Recht ist.
    stimmt u. es ist auch keine frage des rechtes, sondern eher eine frage der reaktionen u. wenn deine kollegen das spiel alle mitmachen, dann kannst schwer sagen ich nicht, denn dann heißt es schnell du bist nicht bereit leistung zu erbringen (die anderen machens ja). das ist eine art gruppendynamik die einen diesen "zwang" unausgesprochen auferlegt. und selbst wenn du trotzdem dein ding machst, dann bekommst du danach unterschwellig ein schlechtes gewissen gemacht "....weil du ja nicht erreichbar warst".
    vertretung gibts bei uns übrigends keine, weil wir mehr produkte haben als leute, da geht sich rechnerisch eig. nichtmal einer allein aus, geschweige denn ein zweiter. ein gefährliches spiel das die firma da spielt, aber solang es läuft ein lukratives.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Die Aussage "ich bin am Limit" muss auch mit Handlungen und klaren Ansagen verbunden sein: "Chef, ich soll dieses neue Projekt übernehmen? Gut, kann ich schon machen, dann muss ich aber Projekt X oder Projekt Y um zwei Wochen verschieben, ich kann nicht alle drei zum Termin fertig haben, sondern maximal zwei. Wo sind die Prioritäten?"

    Oder auch "Wochenendarbeit? Tut mir leid, dieses Wochehende bin ich schon ausgebucht. Privat. Nein, telefonisch bin ich auch nicht erreichbar"
    hätt ich früher alles unterschrieben, allein logik zählt heute nicht mehr. den leuten ist bewußt dass ihre forderungen so nicht umsetzbar sind, aber anstatt sich ihrer verantwortung bewußt zu werden u. für einen sinnvollen ablauf zu sorgen (was ja die aufgabe eines vorgesetzten wäre), wird dir verantwortung einfach nach unten abgeschoben. wenn man sagt "und wie soll sich das ausgehen", heißt es einfach "da musst dir hald was überlegen" 1+1= 1 u. nicht mehr 2, weil ganz oben 1 million nicht mehr reicht, sondern es 2 sein müssen u. nächstes jahr drei... das wird nach unten durchgereicht u. die leute sollen goldene eier scheissen damit das möglich wird. bist du irgendwann zu ausgebrannt um dem zu folgen, wirst du ersetzt durch jemand der dieses spiel wieder ein paar jahre durchhält, bis er auch aufgibt.
    früher hatte der chef einer firma zu seinen leuten noch einen persönlichen bezug, heute haben wir gesichtslose manager die nur mehr ziele vorgeben, die umsetzung wird einfach delegiert. die manager wechseln ständig, da müssen sie natürlich in der kurzen zeit auf ihren schnitt kommen u. das geld dafür muß irgendwo her kommen, also wird die schraube angezogen u. alles raus gequetscht. es ist ein systemproblem geworden.


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es wird dann so sein: jene Leute, die dich um deiner selbst willen schätzen, werden weiterhin in deinem Leben sein; jene, die in dir bloss eine Gratis-Dienstleistungsstelle sehen, werden rasch aus deinem Leben verschwinden, und glaub mir, das ist ein Gewinn und kein Verlust.
    vielleicht bin ich da einfach zu weich dafür. ich habs oft sanft versucht, ohne harte grenzen zu ziehen, aber die versuche wurden immer damit zu nichte gemacht, dass einfach weiter gemacht wurde wie gehabt.

    am ende bleibt die frage ob es überhaupt einen "richtigen" weg gibt od. ob sich alle schon viel zu sehr dem leistungsdenken unterworfen haben (auch im privaten als folge dessen wie es im job ist) u. daher denken "das ist eben heute einfach so u. damit normal" u. alle die dem nicht folgen wollen sind eben schwach.
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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    Hallo Punto

    u. was zu viel ist, ist sicher für jeden individuell anders.
    10-12 Stunden pro Tag auf regelmässiger Basis halte ich in jedem Fall für Ausbeutung. Sogar dann, wenn man sich diese Ausbeutung freiwillig selbst auflegt. Das geht während einer gewissen Zeit, aber auch nur, wenn entsprechende Ruhezeiten darauf folgen.

    in sehr intensiven Jobs mit Reise heisst das zum Beispiel: 8 Monate auf den Plantagen unterwegs, von Hotel zu Hotel in der ganzen Weld; dann vier Monate Ruhe zuhause. Ich kenne einen, der machte zwei solcher Zyklen, und dann wurde es ihm TROTZ der vier Monate Pause zuviel.

    dabei belastet man das bestehende personal natürlich immer mehr.
    Richtig. Das heisst, diese Kette kann nur unterbrochen werden, wenn die Mitarbeiter das mit sich nicht mehr machen lassen.

    es wird zwar immer so getan als würde man das ja eh verstehen, aber am ende hast noch mehr arbeit am schreibtisch liegen u. kommst dir verarscht vor.
    Dinge, die auf dem Schreibtisch liegen, liegen in der Regel recht gut. Wenn du sie heute pünktlich am Feierabend liegen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit recht gross, dass sie am nächsten Tag immer noch dort liegen. und am übernächsten Tag immer noch. Und auch nächste Woche noch.


    sondern eher eine frage der reaktionen u. wenn deine kollegen das spiel alle mitmachen, dann kannst schwer sagen ich nicht, denn dann heißt es schnell du bist nicht bereit leistung zu erbringen
    ich bin da reichlich stur. Das heisst, mein Vertrag beinhaltet einen Deal: ich stelle meinem Arbeitgeber so-und-so-viele Stunden meiner Zeit zur Verfügung; und in dieser Zeit bin ich fleissig, nehme meine Aufgaben ernst und erfülle meine Pflichten nach bestem Wissen und Gewissen. Das ist sein Recht, das gebe ich ihm. Genau das.

    Manchmal, in Notfällen, bin ich durchaus nett und flexibel und bleib auch mal etwas länger; aber Notfälle sind Notfälle, das heisst so ein oder zwei pro Jahr. Maximal.

    Denn Notfall zur Institution und Gewohnheit zu machen, kommt gar nicht in Frage. Dann kann ich problemlos die Arbeit sich auf meinem Tisch stapeln lassen.

    und selbst wenn du trotzdem dein ding machst, dann bekommst du danach unterschwellig ein schlechtes gewissen gemacht "....weil du ja nicht erreichbar warst".
    Da hab ich eine kalte Schnauze entwickelt. Ich höre genau das, was gesagt wird; auf Unterstellungen udn mitklingende Untertöne steige ich einfach nicht ein. Dafür bin ich taub. "Ja, ich war nicht erreichbar am Samstag, ich war im Hamam, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gut mir das tat! Und nachher gingen wir noch schön essen. Das Telefon? Ach, das hab ich zuhause gelassen, ich mag es nicht, bei solchen Gelegenheiten gestört zu werden." *strahlendes Lächeln*. Ich hab es noch nie erlebt, dass jemand sich traute, die ungeschriebenen Regeln auszusprechen im Sinne "aber du weisst doch, wir erwarten von Mitarbeitern, dass sie das Telefon auch in der Freizeit abnehmen!" - weil das hätte ja unweigerlich Konsequenzen für deinen Lohn und die Kompensation von Freizeit, wenn du verpflichtet bist, Bereitschaftsdienst zu leisten.

    . wenn man sagt "und wie soll sich das ausgehen", heißt es einfach "da musst dir hald was überlegen"
    "Gut. Ich habe mir folgendes überlegt: Aufgabe A ist dringend, dafür brauche ich 20 Stunden; das heisst von heute Montag bis Mittwoch mittag bei meinem Acht-Stunden-Tag. Aufgabe B ist nicht ganz so dringend, dafür brauche ich nochmals zehn Stunden, das heisst ich kann das, wenn nichts dazwischen kommt, bis Donnerstag Abend hinkriegen; das darfst Du, Chef, dem Kunden gern so mitteilen. Aber sagen wir doch besser Freitag mittag, denn es würde mich nicht wundern, wenn nicht Kunde D in der Zwischenzeit noch mit einem dringenden Problem antanzt, das wie immer drei Stunden Zeit in Anspruch nehmen wird, die ich mir schliesslich auch nehmen muss. Das alles unter der Voraussetzung, dass ich nicht noch das Telefon abnehmen muss; wenn das noch dazu kommt, werde ich realistischerweise bis Montag nächste Woche fertig, nicht früher."

    vielleicht bin ich da einfach zu weich dafür. ich habs oft sanft versucht, ohne harte grenzen zu ziehen, aber die versuche wurden immer damit zu nichte gemacht, dass einfach weiter gemacht wurde wie gehabt.
    Stimmt, es geht nur mit klaren Grenzen. Der Arbeitsvertrag ist dein Freund: darin steht, was du liefern musst, und genau das lieferst du. nicht weniger, aber auch nicht mehr.

    Wenn du mehr liefern sollst, muss auch mehr zurückkommen - mehr Freizeit, mehr Geld, mehr irgendwas.

    Es ist auch so, dass Leute, die sich wehren, mehr Respekt erhalten als Leute, die alles mit sich machen lassen. Es lohnt sich nicht, zu nett zu sein. Die Wirtschaft ist ein Haifischbecken, da musst du selbst zum Haifisch werden. Das ist traurig, aber leider ist es so. Daran führt kein Weg vorbei.

    grüsse, barbara

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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    Bist du glücklich in deinem Job, so allgemein?

    Ich hatte um die 30 eine Phase wo mir auch alles davonzulaufen schien, weil mich der Job so aufgegessen hat. Nicht nur der Arbeitstag von 8:00 bis 17:00 und täglich etwa zwei Stunden Fahrtzeit, sondern viele Überstunden zu Messezeiten, vor Weihnachten, etc.
    Meine Chefs, so nett sie waren, haben genervt ohne Ende, ich habe schlecht geschlafen, konnte nicht abschalten. Das Wochenende war immer zu kurz, vor freien Tagen hab ich Überstunden geschoben, damit dann, wenn ich nicht da war, alles vorbereitet war. Und trotzdem wurde ich angerufen...

    Alles wurde mir hingeschoben, immer mehr verlangt, je mehr ich machte und konnte, desto mehr wurde verlangt.

    Langer Rede kurzer Sinn, ich mache jetzt etwas anderes - da fallen auch manchmal 12 Stunden an, und weniger freie Tage, aber ich kann mir jederzeit Zeitausgleich/Urlaubstage nehmen.

    Ich gehe nachhause und habe meine Ruhe, ich schlafe besser, und habe wieder mehr Zeit für Dinge, die mir einen Ausgleich schaffen.

    Oft arbeite ich mehr als früher, aber es kommt mir nicht so vor, da ich es lieber mache als den alten Job. Abgesehen davon bekomme ich eine fairere Bezahlung.

    So wie dein Job klingt, wird dir damit immer die Zeit weglaufen, die wenige Zeit die dir bleibt kannst du gar nicht reproduktiv nutzen wie es klingt.

    Gibt es da keine Alternativen?

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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    bae und hawaiianstarline, danke für euere antworten!

    ich stimm ich absolut zu u. ich hab auch schon diesen weg eingeschlagen gehabt. aber wenn es auf dauer zu keiner änderung kommt sondern immer wieder versucht wird mehr zu bekommen ist es hald auf dauer mühsam, als müsste man ständig auf der hut sein um mit einem einfachen "ja" nicht mehr zu bekommen als die frage war. wenn immer aufpassen muß was man sagt um nachher nicht zu hören "aber du hast doch zugestimmt". das hört sich jetzt schlimm an, aber es ist im grunde einfach psychologie. wie bringe ich meinen mitarbeiter dazu dass er sich verantwortlich fühlt es zu seiner aufgabe zu machen u. das wird heute überall angewendet.

    ich müsste ja auch nur 8std. bleiben, wenn ich in 8std. alles schaffen würde was ich tun soll, nur ist das im prinzip nicht machbar (für die firma ist man dann eben nicht schnell genug u. selber schuld). darüber hinaus sind viele arbeiten nicht während der normalen zeiten machbar, weil die systeme da genutzt werden (wartungsfenster sind eben nur abends od. am we). lösung wäre das we mo./di. nachzuholen, aber da soll man ja wieder verfügbar sein für die normale arbeit (denn dann arbeiten die leute ja wieder u. möchten unterstützung) u. wenn man keine vertretung hat mit der man sich das teilen könnte, wirds eben eng.

    alternativen hätte ich schon welche gewusst, aber nach abklärung der lage dort (man baut in dem geschäft ja gottseidank über die jahre gute verbindungen zu kollegen dort auf) wäre das vom regen in die traufe kommen, es läuft in dem business überall fast gleich. zum einen sind die strukturen schuld, zum anderen ist der markt kaputt u. die preise im keller (und günstig geht nur mit sparen im eigenen umfeld).

    um mal was positives zu sagen, mir macht mein job im grunde spass. ich werde ja gerne gefordert u. möchte auch immer wieder neues lernen, nur kommen die pausen einfach immer mehr zu kurz u. man verliert dabei am ende die lust, was wiederrum schade ist weil es nicht so sein müsste.
    wenn ein projekt statt dem betrag x am ende für den betrag x-40% vekauft wird (od werden muß), dann heißt das i.d. dienstleistungsbranche hald dass die stunden die man dafür vorgesehen hatte auch -40% werden, man es also plötzlich in etwas mehr als der hälfte der zeit schaffen muß. ob das geht ist nicht von belang. der kunde erwartet zum termin xy dass geliefert wird u. wenn sich das nicht ausgeht ist der schuld der es umsetzt, also wird er gezwungen die zeit reinzuholen. er muß also schneller u. länger arbeiten. das traurigste daran... nachher denkt man "hey, das ging ja doch i.d. zeit", dass man sich dazu aber weit über normale hinaus aus dem fenster gehängt hat wird nicht gesehen, es wird zu normalität u. gedacht "dann können wir das nächste projekt auch so verkaufen, der hat das ja vorher auch gepackt".

    warum hab ich nun eig. mit der midlife-crisis angefangen? nun mit anfang 20 dachte ich wohl ich könnte die welt aus den angeln heben (wobei es damals noch weit nicht so arg war), heute mit mitte 30 fürchte ich wohl eher das die welt mich irgendwann aus den angeln heben wird u. frage mich natürlich wie ich in zukunft weiter machen möchte u. ob ein wechsel zu einem ganz anderem gebiet (z.b. was kreatives) nicht eine option wäre. man klammert sich zwar an seinen lebensstandard, aber wenn einem dieser das leben am ende mehr vermiest als versüsst dann führt das wohl unweigerlich zu sinnfrage.
    ich fürchte einfach ich bin jetzt nicht mehr in der lage das selbe zu leisten wie vor 10-15 jahren u. seh darin auch nicht mehr das selbe wie damals, definiere mich über andere dinge mehr wies scheint.
    vielleicht ist die midlife-crisis ja auch eine midlife-erkenntnis, eine dir vielleicht sogar gut ist?
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  9. gesperrt

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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    ist es hald auf dauer mühsam, als müsste man ständig auf der hut sein um mit einem einfachen "ja" nicht mehr zu bekommen als die frage war. wenn immer aufpassen muß was man sagt um nachher nicht zu hören "aber du hast doch zugestimmt".
    Stimmt, da muss man aufpassen. am besten ist es, zu wiederholen, wozu man zustimmt: "Ja, nächste Woche am Samstag kann ich die Migration machen, dafür mach ich am Freitag von Auffahrt die Brücke. Ich buch auch gleich das Hotelzimmer für die vier Tage von Donnerstag bis Sonntag."

    oder

    "ja, ich mach die Wartung heut abend, das wird frühestens elf Uhr oder noch später. Ich schlaf dafür morgen aus und komm am Mittag. Vertretung? - nun, Chef, das Budget gibt keine Vertretung her, wie du gesagt hattest, ihr werdet euch einen Morgen lang selbst durchschlagen müssen, weil ich hab nun schon drei Zwölf-Stunden-Tage diese Woche gehabt, eigentlich müsste ich gar nicht mehr arbeiten kommen. "

    Das ist auch Psychologie "wie bring ich meinen Chef dazu, mich zu respektieren"

    ich müsste ja auch nur 8std. bleiben, wenn ich in 8std. alles schaffen würde was ich tun soll, nur ist das im prinzip nicht machbar (für die firma ist man dann eben nicht schnell genug u. selber schuld).
    Was nicht machbar ist, ist nicht machbar. Es ist in der Verantwortung der Firma und der Chefs, Aufträge entsprechend zu kalkulieren und auch bei Preisverhandlungen nicht einzubrechen, das ist nicht deine Aufgabe. Deine Aufgabe ist allerdings, das Feedback zu geben, was machbar ist und was nicht, innerhalb welcher Zeit.

    zum einen sind die strukturen schuld, zum anderen ist der markt kaputt u. die preise im keller (und günstig geht nur mit sparen im eigenen umfeld).
    Das ist natürlich blöd, wenn die ganze Branche kollektiven Selbstmord macht.

    Aber immerhin, du als Einzelperson musst nicht mit all den Lemmingen mitrennen, die sich kopfvoran von der Klippe stürzen.

    wenn ein projekt statt dem betrag x am ende für den betrag x-40% vekauft wird (od werden muß), dann heißt das i.d. dienstleistungsbranche hald dass die stunden die man dafür vorgesehen hatte auch -40% werden,
    Da hat die Person, die verhandelt, aber schlecht verhandelt.

    Das A und O vom Geschäftemachen ist nun mal, dass man die eigenen Kosten und Aufwendungen an Material, Zeit und Geld so kalkuliert, dass hinten ein Gewinn rauskommt. Und statt schnell-schnell-billig-billig, wie wär es mal mit Sorgfalt, Seriosität und guter Qualität...? Es gibt immer noch Menschen und Firmen, denen das was wert ist.

    ob das geht ist nicht von belang. der kunde erwartet zum termin xy dass geliefert wird u. wenn sich das nicht ausgeht ist der schuld der es umsetzt, also wird er gezwungen die zeit reinzuholen. er muß also schneller u. länger arbeiten.
    nein, es ist jener verantwortlich, der unrealistisch plant.

    Es kann ja mal dringende Sachen geben, aber in der Regel sind sie es nicht. Und das kann man dem Kunden auch so verkaufen. Ebenfalls kann man regelmässig wiederkommende Arbeiten wie Wartung vernünftig planen, wenn man will, sodass niemand ständig überlastet ist.

    Wenn der Wille da ist, finden sich durchaus Wege. Aber vielleicht doch eher in einer andern Firma?

    grüsse, barbara

  10. gesperrt

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    AW: midlife crisis od. einfach nur ausgelaugt?

    Zitat Zitat von punto30 Beitrag anzeigen

    man klammert sich zwar an seinen lebensstandard, aber wenn einem dieser das leben am ende mehr vermiest als versüsst dann führt das wohl unweigerlich zu sinnfrage.
    Was macht deinen Lebensstandard aus? Geld? Ok, die Fixkosten und ein bisschen extra müssen gedeckt sein, das ist klar, und einfach aussteigen und was "Kreatives" machen ist das andere Extrem.
    Aber was hilft dir das Geld, wenn du dir damit aus Zeitgründen nichts leisten kannst?

    Ich verdiene jetzt meistens so 100 bis 200 Euro weniger pro Monat als früher (variert, da ich jetzt variable Gehaltsbestandteile habe). Und das ist es mir wert - ich war heute morgen beim Yoga, hab jetzt schön gefrühstückt und gehe wenig später mit einer Freundin in der Sonne Kaffee trinken/Eis essen. Ich habe heute auf Zeitausgleich frei genommen.
    Das ist für mich Lebensqualität!

    Und zu den Kalkulationen deiner Chefs - vielleicht solltest du dich bezeiten umschauen, das klingt eher nach sinkendem Schiff.

    Meine Firma davor war ähnlich - vor lauter Wettbewerbsgedanken und Gier, immer größer werden zu wollen und Konkurrenten auszustechen, wurde immer knapper kalkuliert, bzw. den Kunden noch nachgelaufen. Und das, obwohl das Geschäft auch ohne gut genug gelaufen ist, nämlich so gut, dass meine Chefs mit dem Umdenken von Klein- auf Mittelbetrieb gedanklich gar nicht mitgekommen sind.

    Ende vom Lied: Juniorchef hat mich angewiesen, ein Produkt an einen neuen Kunden mit unzureichendem Deckungsbeitrag zu verkaufen. Ich habe mich gewundert, den niedrigen Preis erwähnt, aber auf Anweisung gehandelt.
    Zwei Wochen später wurde ich von Seniorchef und Juniorchef zum Gespräch gebeten, in dem mich der Seniorchef fragte, wie man bitteschön so einen günstigen Preis hergeben kann, bei dem wir noch draufzahlen.
    Der Juniorchef hat sich natürlich abgeputzt und mich als Alleinschuldige hingestellt.

    Der "Gewinn" war, dass ich am nächsten Tag gekündigt habe. Im Nachhinein wurschtelt diese Firma immer noch weiter und verbraucht Personal.

    Dass sich die Branche in der du arbeitest selbst kaputtmacht ist natürlich verheerend, am Ende zahlen aber auch die "Kleinen" drauf, daher würde ich dir wirklich raten, dich umzuorientieren.

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