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  1. User Info Menu

    AW: Quarterlife crisis

    Neee, die kommen im Mai

    Das mit den pingeligen Anwälten kann ich bestätigen, bin allerdings auch in einer Großkanzlei. Ich neige dazu, grammatikalisch raffinierte Sätze zu schreiben (keine Bandwurmsätze), die sich insbesondere vorgetragen gut anhören (weil ich alles, was ich schreibe, im Kopf höre...).
    Da schrieb ich dann mal ein Memo für einen Anwalt, und der sagte doch ernsthaft zu mir: Die Nebensätze musst Du rausnehmen, die sind generell zu kompliziert. Bitte nur simpel gestrickte Hauptsätze, sonst versteht das kein Mensch!

    Da habe ich an meiner Fähigkeit, Anwalt zu sein, gezweifelt. Auf was für abstruse Ideen manche Menschen hier so kommen! Ich werde auch regelmäßig dafür kritisiert, zu viel Absätze zu machen...
    Also, je nach Gusto hat jeder Anwalt da eine ganz eigene Präferenz. Da muss man sich dann eben anpassen. Mittlerweile fällt es mir auch leichter, weil ich weiß, dass ich früher oder später ohnehin machen kann, was und wie ich es will...
    Avatar made by Betsi!

  2. Inaktiver User

    AW: Quarterlife crisis

    Man kann es auch echt übertreiben mit der Pingeligkeit! Ich mag sowas ja gar nicht. Vorallem wenn man die Nebensätze grundsätzlich weglässt, dann hört man sich doch an als ob man gerade die zweite Klasse abgeschlossen hätte.
    Na ich bin ja mal gespannt, wie ich dann mit den Anwälten klar komme...

  3. Inaktiver User

    AW: Quarterlife crisis

    *Strang nach oben schubs*
    Schönes Thema eigentlich, deshalb "pusche" ich ihn mal
    Ich glaube mit 25 kam ich auch in die Quaterlife crisis und hat sich in den zwei Jahren in einigen Punkten verstärkt.
    Zum einem ist es mein Körper: mein Gewicht schwankt immer ein wenig, mal mehr mal weniger (zwischen 38 - 42), mit 25 hab ich meinen Freund kennengelrnt seit der Zeit gings mal wieder etwas hoch und ich nehme es einfach nicht mehr ab.... "Früher" kam es mir leichter vor, wenn man mal nen Tag fast nichts gegessen hatte (ich weiß- nicht sehr gesund) bemerkte man das am nächsten Tag auf der Waage. Auch wenns meist nicht lange hielt, war das doch sehr förderlich für die Motivation - heute ist alles wie festgebacken, zumal ich das Hungergefühl auch nicht mehr gut aushalte. Außerdem finde ich, ich seh langsam alt aus...
    Kennt ihr solche Gefühle auch?
    Die andere Situation wurde ja schon angesprochen: Ich bin auch fertig mit dem Studium, mache noch Diss und arbeite an 4 Tagen. Irgendwie bin ich noch nicht richtig angekommen, kann mich weder auf die Arbeit noch auf die Diss zu 100% konzentrieren und bin noch nicht in meiner Wunschnische angekommen. Das schöne Studentenleben ist allerdings (fast) vorbei..
    naja, ich hoffe dass ich in einiger Zeit dann mal endlich aus der Krise draußen bin... :)
    PS: HasiII: ich liebe dein Bild, ach ist das Häschen niedlich

  4. User Info Menu

    AW: Quarterlife crisis

    Ich schließe mich der Runde mal an: Ich bin genau 25 und scheine seit mehr oder weniger einem Jahr mittendrin zu stecken in dieser Krise An der Uni war alles noch so schön einfach. Eigene Wohnung, Sicherheit durch die Eltern (bin zwar mit 19 ausgezogen, aber nur ca. 30 km weit weg), hab ziemlich erfolgreich was Spannendes studiert und bin mit meinem Freund zusammengekommen.

    Letztes Jahr wurden wir dann beide fertig, sind zusammen in eine neue Stadt gezogen. Seitdem sitze ich an meiner Promotion, mein Freund hat einen Zusatz-Abschluss drangehangen und wird damit grade fertig. Und ich werde zur Zeit echt unruhig, unzufrieden, unsicher... Ich kann mich für nichts uneingeschränkt entscheiden, das gilt eigentlich in Bezug auf alles:

    Ich bin unsicher, ob die Entscheidung für die Diss richtig war, fühle mich phasenweise echt überfordert, lustlos und verzweifelt, dazu kommt das ständige schlechte Gewissen, weil man soviel mehr machen könnte. Mir fehlt das Gefühl einer "sinnvollen" Beschäftigung, ich würde gerne richtig arbeiten und nicht nur parallel zur Diss jobben (= Lebensstandard gleich 0 ).

    Ich zweifle zur Zeit ziemlich an meiner Beziehung, gerade weil man sich durch diese ganzen Zukunftsüberlegungen viele Gedanken und viel Druck macht... Themen, die mich grade umtreiben: Kinder, Hochzeit... Klar, entscheiden muss ich mich jetzt noch lange nicht, aber irgendwie bringt einen das doch zum Grübeln, ob das alles auf Dauer so passen wird. Mien Freund wird wohl bald im Ausland arbeiten, ich lote grade meine eigenen Perspektiven aus, würde gerne woanders hin und mich "beweisen". Ich habe halt echt Angst, dass es nicht mehr passt und mach mir ständig nen Kopf über jede Kleinigkeit... Das geht soweit, dass ich mich frage, ob ich ihn für eine funktionierende Beziehung noch genug liebe... Zur Trennung kann ich mich aber auch nicht durchringen, weil ich schon Heulen könnte, wenn ich dran denke

    Einerseits will ich einige Dinge gerne unter Dach und Fach bringen, weil mich die Ungewissheit fertig macht (deswegen auch dieses dauernde Grübeln über Hochzeit, Kinder, Zukunft), andererseits setze ich mich damit extrem unter Druck und belaste mich und meinen Partner. Argh

    Weil mich das grade echt beschäftigt: Haben Eure Beziehungen das überstanden, diese Umbrüche und Krisenzeiten? Bei einigen wurde ja Trennung erwähnt und auch bei uns kriselt es sehr zur Zeit. Bei wem ist es denn "gut gegangen"? Wo haben sich Schwierigkeiten gezeigt und wie habt ihr sie "umschifft"?

  5. Inaktiver User

    AW: Quarterlife crisis

    Zitat Zitat von Penelope84 Beitrag anzeigen
    Ich bin unsicher, ob die Entscheidung für die Diss richtig war, fühle mich phasenweise echt überfordert, lustlos und verzweifelt, dazu kommt das ständige schlechte Gewissen, weil man soviel mehr machen könnte. Mir fehlt das Gefühl einer "sinnvollen" Beschäftigung, ich würde gerne richtig arbeiten und nicht nur parallel zur Diss jobben (= Lebensstandard gleich 0 ).

    Ich zweifle zur Zeit ziemlich an meiner Beziehung, gerade weil man sich durch diese ganzen Zukunftsüberlegungen viele Gedanken und viel Druck macht...

    Einerseits will ich einige Dinge gerne unter Dach und Fach bringen, weil mich die Ungewissheit fertig macht (deswegen auch dieses dauernde Grübeln über Hochzeit, Kinder, Zukunft), andererseits setze ich mich damit extrem unter Druck und belaste mich und meinen Partner. Argh

    Weil mich das grade echt beschäftigt: Haben Eure Beziehungen das überstanden, diese Umbrüche und Krisenzeiten? Bei einigen wurde ja Trennung erwähnt und auch bei uns kriselt es sehr zur Zeit. Bei wem ist es denn "gut gegangen"? Wo haben sich Schwierigkeiten gezeigt und wie habt ihr sie "umschifft"?


    Dieser Thread braucht mal wieder einen Schubs nach oben. Habe ihn gerade bei Google entdeckt, als ich über 'quarterlife crisis' recherchiert habe. Diesen Begriff habe ich erst vor kurzer Zeit entdeckt, aber ich fühle mich davon absolut angesprochen. Auch wenn die Unkenrufe à la "Jedes Luxuswehwehchen ist heutzutage gleich pathologisch!" fast genauso zahlreich sind wie die ernst gemeinten Artikel dazu. Auch mein Luxusproblemchen kann mich ganz schön belasten.

    Zu Beginn diesen Jahres habe ich mein Studium abgeschlossen, schon näher an der 30 als an der 20. Und die Zukunftsangst hat mir quasi links und rechts eine geknallt. Während des Studiums konnte ich noch über Sprüche lachen wie "Zu Geisteswissenschaften machst du mal besser gleich den Taxiführerschein dazu!". Ich hatte meine Fächer nach Interesse und Talent ausgesucht, das wird ja auch immer empfohlen, und dann konnte ja auch kein Fach verkehrt sein, nicht wahr? Als dann das Ende der Studentenzeit in Sicht kam, bin ich nächtelang wach gelegen und habe mir überlegt, wie es mit mir wohl weitergehen soll. Inklusive Phasen von "Warum hab ich nur kein MINT-Fach studiert? Das hätte ich schon irgendwie gepackt." und der ernsthaften Überlegung, mich nochmal in ein naturwissenschaftliches Fach einzuschreiben. Unter Ignoranz der Tatsache, dass ich in den Naturwissenschaften immer nur mittelmäßige Noten hatte.

    Die Beobachtung, dass die Leute um mich rum immer jünger werden und noch dazu proportional erfolgreicher sind, kenne ich auch nur zu gut. Auch die Sache, dass man sich neben Gleichaltrigen mit Ausbildung und nun bereits mehrjähriger Berufserfahrung schrecklich weltfern und unbeholfen vorkommt. Den Blick MEINES Bankberaters hättet ihr sehen sollen, als ich ihm vor gut einem Jahr sagte, dass ich noch promovieren will. Und mein Krisen-Ich sagt mir dann, dass er ja auch Recht hat. Was bilde ich mir eigentlich ein, mit Ende 29 immer noch keine feste Stelle zu haben, weil ich immer noch einen höheren akademischen Grad will? Meine Nachbarn haben alle Ausbildungsberufe und hey - die leben gut damit und bringen auch noch ihre Kinder durch. Nur die Frau Doktorandin mit den haushohen Ambitionen und der Liebe zu einem Fachgebiet ohne Jobaussichten, die hüpft immer noch von einer befristeten Hilfskraftstelle zur nächsten. Da macht dann auch das Diss-Schreiben oft keinen Spaß mehr, denn ich kann mir nie sicher sein, ob ich in drei bis fünf Jahren nicht vielleicht doch nur eine promovierte Taxifahrerin bin. Überhaupt bin ich schon so alt; andere sind zu dieser Zeit schon seit zwei Jahren fertige Doktoren etc. etc.

    Das Gefühl, zu viel Auswahl zu haben, kann ich zeitweise sehr gut nachvollziehen. Mein Krisen-Ich ist jedenfalls fleißig dabei, mir einzureden, dass ich mit einem von Eltern oder Staat vorgegebenen Berufsweg auch hätte glücklich werden können, und das ganz ohne dieses Gefühl der falschen Entscheidungen und selbstauferlegten Hürden. Wie kommt es eigentlich, dass sich so viele Leute vor Routine-Bürojobs fürchten? Ich wäre froh, wenn ich einen unbefristeten Job hätte. Mich selbst verwirklichen kann ich immer noch, wenn mal meine Rente gesichert ist.

    Wie sich solche Überlegungen auf meine Beziehung auswirken? Naja, mein Freund hat es sicherlich nicht so leicht mit mir. Ich habe oft schlechte Laune und oft unsicher und ängstlich, was meine Zukunft angeht. Von einem "Mir gehört die Welt!"-Enthusiasmus ist bei mir gerade jedenfalls recht wenig zu spüren. Kinder und Heirat sind bei mir (und bei ihm) aber zum Glück kein Thema. Zumindest hier mache ich mir selbst keinen Druck. Und letztendlich kann jeder in solch einer Krise nur versuchen, einfach immer am Ball zu bleiben. Getroffene Entscheidungen akzeptieren, denn die Vergangenheit ist vergangen. Aus dem schöpfen, was man jetzt ist. Und sich immer wieder sagen, dass das nicht so wenig ist wie man manchmal meinen möchte. Dass jeder, der Erfolg in einem Bereich hat, dafür sicher Sorgen in einem anderen Bereich hat - dass es also das perfekte, sorgenfreie Leben gar nicht geben kann, auch wenn ich mich für etwas angeblich jobsichereres entschieden hätte.

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