+ Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 21

  1. Registriert seit
    17.08.2013
    Beiträge
    28

    WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Hallo, hallo.

    Ich stecke zur Zeit in meiner Masterarbeit und habe irgendwie "verfrüht" das Gefühl, dass ich endlich fertig sein möchte, arbeiten möchte, eine eigene Wohnung möchte und unterscheide mich schon sehr dadurch von Freunden von mir.
    Kennt ihr das auch? Werde ich spießig oder ist es ein normaler Prozess, der möglicherweise einfach irgendwann einsetzt? Sozusagen aus den Situationen und Begebenheiten "heraus"-wachsen und plötzlich erscheinen sie einem nicht mehr als angemessen. Innere Entwicklungen und äußere Entwicklungen laufen nicht gemeinsam, sondern irgendwie unterschiedlich, nacheinander..? Und plötzlich wacht man auf und merkt, dass das Leben, was man gerade hat, mit all seinen Umständen (wie Wohnung, Studium/Arbeit) sich so gar nicht mehr richtig anfühlt. Man sucht nach einem neuen Lebensausdruck, vielleicht?

    Auch habe ich das Gefühl, dass ich nach bald 5 Jahren WG-Erfahrungen einfach keine Lust mehr darauf habe. Während andere noch die letzten Master-Semester in vollen Zügen genießen, fühle ich mich zunehmend unwohl in meiner 4er WG. Alles nette Menschen, aber meine Toleranzgrenze wird scheinbar immer geringer. Alte Menschen gehen auch immer weniger Kompromisse ein, (auch weil sie sich selbst immer mehr kennen und wissen was sie brauchen und möchten) ... setzt dieser Älterungsprozess etwa bei mir ein? ;)
    Ich hätte so gern eine eigene kleine Wohnung für mich, wo ich nur diejenigen reinlassen kann, die ich möchte und wann ich möchte. Wo ich einfach sagen kann, das ist mein kleines Reich.
    Ich weiß, dass WG natürlich auch immer seine Vorteile hat, man hat Gesellschaft, man kann sich viel teilen, sich austauschen.
    Und irgendwie ist der Wunsch eben verfrüht, gerade habe ich noch wenig Geld, eine eigene Wohnung ist beschwerlich, aber das Bedürfnis danach sehr groß. Auch werde ich bald fertig mit dem Studium und man weiß ja nie, wohin es dann einen führt. Und trotz all dem - diesen ganzen plausiblen Gedanken - die dagegen sprechen jetzt schon eine Veränderung zu wagen, sagt mein Herz wirklich etwas anderes.
    Trotzdem ist da natürlich auch Angst, ob ich mich durch eine eigene Wohnung irgendwie "vereinsame".

    Kennt ihr auch solche widerspenstigen Gedanken? Man dreht sich im Kreis, sucht nach allen möglichen Alternativen und kommt zu einer Lösung. So geht es mir jedenfalls gerade.

    Geht es jemanden von euch auch so, dass ihr das Gefühl habt, plötzlich möchte man das Leben ganz enorm voran treiben, weg vom Studentenleben.. ? Man ist irgendwie rausgewachsen, auch wenn es zeitlich mit den logischen Zeitmarkern (z.B. Ende des Studiums, neuer Job etc.) nicht zusammen passt? Und es wird richtig zum Leidensdruck in den bestehenden Strukturen weiter zu leben?

    Würd mich freuen, wenn jemand antwortet und vielleicht von seiner Erfahrung erzählt, wie er das Ende seines Studiums erlebt hat, oder auch das Ende der WG-Zeit.. oder sowieso Zeiten der Veränderungen. :)


    Ps: Ich bin übrigens 25 Jahre.

  2. Avatar von Strunzhuhn
    Registriert seit
    03.10.2013
    Beiträge
    1.141

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Mit "spießig" hat das gar nichts zu tun. WG hatte ich nie gekonnt, wahrscheinlich weil ich zuhause nie ein eigenes Zimmer hatte und wir uns in unserer Familie später zunehmend fürchterlich auf die Nerven gegangen sind (Eltern, zwei fast erwachsene Mädels und ein großer Hund in einer Etagenwohnung - das gibt nur Spannungen). Als Schüler oder Student ist der Mensch permanent am Kommunizieren, und ich will nach so einem Tag einfach mal ab und zu die Klappe halten und alleine sein dürfen, ohne mich "in eine Gemeinschaft einbringen" zu müssen. Das geht nicht in einer WG. Ich hab während meiner Studienzeit wegen Geldmangel in den grauenvollsten Unterkünften gehaust, das war mir egal, Hauptsache, ich hatte mein eigenes Reich und konnte die Tür hinter mir zumachen.

  3. Avatar von Antje3
    Registriert seit
    04.05.2002
    Beiträge
    14.755

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Mh - ich weiß, daß ich nie der WG-Typ war - ich bin demzufolge auch direkt von zu Hause in eine 1 Zimmer-Wohnung gezogen.

    Ich hatte nie das Bedürfnis, mir wohnungstechnisch Ersatz für die Familie zu suchen - mag auch daran liegen, daß meine Familie in geringer Entfernung war, so daß ich die ja sehen konnte, so oft ich das wollte. Ich war da auch eigentlich jede Woche ein oder zweimal.

    Viele Studenten müssen ja den Heimatort verlassen - da kann eine WG auch Familienersatz sein.

    Ich würde mich nicht verschroben nennen und ich habe durchaus reichlich soziale Kontakte - aber ich wohne sehr sehr gern allein.

    Vielleicht bist Du einfach an dem Punkt im Leben angekommen, wo Dir das auch so geht.

    Man möchte vielleicht auch irgendwann nicht jedes tatsächliche oder imaginäre Problem wieder und wieder zu erleben, zu diskutieren etc.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  4. Avatar von Historia02
    Registriert seit
    14.02.2006
    Beiträge
    7.058

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Zitat Zitat von closeenoughtokiss Beitrag anzeigen
    Ich stecke zur Zeit in meiner Masterarbeit und habe irgendwie "verfrüht" das Gefühl, dass ich endlich fertig sein möchte, arbeiten möchte, eine eigene Wohnung möchte und unterscheide mich schon sehr dadurch von Freunden von mir.
    Ich kenne mich nicht so gut aus, aber: Wie lange dauert es denn, eine Masterarbeit zu schreiben? Wenn du mittendrin bist, dann ist doch ein Ende in Sicht, oder nicht? Dann ist es doch ganz normal, dass man "fertig sein möchte, arbeiten möchte, eine eigene Wohnung möchte". Was haben denn deine Freunde für Pläne?

    Das ist doch alles in greifbarer Nähe, oder nicht?

    Hast du ein Studienfach gewählt, bei dem du gute Jobchancen hast? Dann ist doch diese "Aufbruchsstimmung" genau richtig!

    Viel Erfolg bei der Masterarbeit!


  5. Registriert seit
    17.08.2013
    Beiträge
    28

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Danke für eure Nachrichten. :) Ich denk manchmal wirklich, das vielleicht was mit mir nicht stimmt. Alle anderen raten mir z.B. auch in eine kleinere WG zu ziehen. Aber als ich dann letztens bei einer Besichtigung war, dachte ich einfach nur: "Nein, ach man, ich will das einfach nicht mehr."
    Vielleicht erkenne ich jetzt meine Bedürfnisse besser und das ist genau das, was ihr beschreibt: seine Ruhe haben und sich nicht in eine Gemeinschaft einbringen zu "müssen".

    Meine Masterarbeit schreibe ich voraussichtlich noch bis September/Oktober. Es sind also schon noch ein paar Monate. Mein Studienfach hat nicht so optimale Aussichten, ich bin im Kulturbereich. Aber da ich Bafög bekomme, stehe ich auch unter Druck in Regelstudienzeit fertig zu werden.. und will aber auch endlich fertig werden. Nicht aus dem Grund, dass man fertig werden will, weil man mitten drin steckt. Sondern weil ich wirklich Lust habe zu arbeiten. Meine Freunde hängen fast alle noch paar Semester dran.

  6. Avatar von Historia02
    Registriert seit
    14.02.2006
    Beiträge
    7.058

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Zitat Zitat von closeenoughtokiss Beitrag anzeigen
    Ich denk manchmal wirklich, das vielleicht was mit mir nicht stimmt. Alle anderen raten mir z.B. auch in eine kleinere WG zu ziehen. Aber als ich dann letztens bei einer Besichtigung war, dachte ich einfach nur: "Nein, ach man, ich will das einfach nicht mehr."
    Ich weiß ja nicht, wie es so mit Kündigungsfristen aussieht, aber lohnt es sich, mitten in der Masterarbeit umzuziehen? Bis Oktober ist es ja nicht mehr lange. Oder hast du das Gefühl, dass du Ruhe zum konzentrierten Schreiben brauchst? Dann wäre es vielleicht einen Gedanken wert. (Ich habe sehr viel in der Uni-Bib. gearbeitet, da es dort kein Internet gab ... ;-))

    Allerdings musst du auch bedenken, dass 1-Zimmer-Appartements ziemlich teuer sind (waren sie jedenfalls, als ich studiert habe, ist schon eine Weile her). Das heißt, du musst entweder ziemlich außerhalb wohnen (und brauchst dann eventuell ein Auto) - oder du musst ein ziemlich winziges Appartement nehmen, damit es noch bezahlbar ist.

    Ich bin während meines Studiums aus einer WG in ein winziges 1-Zimmer-Appartement (18 qm) gezogen. Ich habe auch Bafög gekriegt (und für die Magisterarbeit Abschlussförderung beantragt) und weiß noch, wie sehr ich mein Geld zusammenhalten musste. Das Appartement war echt winzig, aber lag so zentral, so dass ich überall (vor allem natürlich zur Uni ;-)) mit dem Fahrrad hinfahren konnte.

    Hast du denn schon Pläne für die Zeit nach dem Abschluss? Wenn du nicht gleich einen Job findest, wovon würdest du leben? Hast du einen Nebenjob? Würdest du in der Stadt bleiben wollen oder würdest du, um Geld zu sparen, vorübergehend wieder zu deinen Eltern ziehen?

  7. gesperrt
    Registriert seit
    20.02.2014
    Beiträge
    6.604

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Du bist ganz normal

    Ich war auch ca. 6 Jahre in diversen WGs und irgendwann ist einfach mal gut.
    Auch wenn man hauptsächlich Spaß dran hat und die Leute nett sind.
    Irgendwann will man einfach mal sein eigenes Reich. Gerade die Gemeinschaftsräume sind ausschlaggebend.
    Eine eigene Küche, die ich so bestücken kann und einräumen, wie ich das will. Genauso beim Bad. Das dazu noch immer frei ist.

    Und dann ist es halt einfach mal ruhig. Man hat einen schlechten Tag und will sich einfach nur auf dem Sofa verkriechen. Und der Mitbewohner hat nicht gerade zufällig 10 Leute eingeladen.

    Es ist auch nicht spießig oder "alt". Sondern eigentlich eher andersrum. Ich bin der Meinung, WG-Zeit ist eine Lebensphase und dann ist auch gut.


  8. Registriert seit
    15.11.2013
    Beiträge
    7.551

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Wenn du mitten in der Masterarbeit bist, sollte ein Umzug nur dann stattfinden, wenn du keine Ruhe zum arbeiten findest. Bedenke, dass ein Umzug eine Menge Unruhe mit sich führt und viel zeit benötigt. Kannst du dir das erlauben?

    Zudem gibt es die finanzielle Hürde. In einer Wg wohnt man oft wegen der finanziellen Aspekte. Kannst du dir eine eigene Wohnung leisten? Wie schaut die nähere Zukunft aus? Bekommst du mit großer Wahrscheinlichkeit eine Stelle?

    Es gibt viele Gedanken die berücksichtigt werden müssen. Das du dich änderst ist ein völlig normaler Prozess. Deine Veränderungswünsche müssen aber auch umsetzbar sein und dürfen deine Master-Arbeit nicht gefährden. Einfach mal eben so reagieren ohne nachzudenken, nur weil du etwas ändern willst, könnte ins Auge gehen.


  9. Registriert seit
    17.08.2013
    Beiträge
    28

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Was ich noch nicht beschrieben habe ist, dass ich in der Wohnung nur sehr schlecht schlafe. Einerseits weil die Wohnung wirklich sehr hellhörig ist + Kneipe unter uns (meine Mitbewohner haben zeitlich gesehen sehr unterschiedliche Tages-Rhythmen), aber auch weil ich mich irgendwie nicht geborgen, sondern ständig gestört fühle. Ich höre leider wirklich alles aus der Küche, bis der letzte ins Bett geht (teilweise eben nachts 2-3 Uhr) und die Erste aufsteht (halb 6/6 Uhr). Manchmal denke ich dann, dass ich vielleicht zu empfindlich bin. Andere können eben auch schlafen, wenn es um sie herum laut ist. Mich belastet das aber schon sehr.
    Ich war auch wegen Schlafstörungen bei einem Arzt, der daraufhin auch feststellte, dass meine Immunwerte enorm schlecht sind, was vermutlich wiederum auf den wenigen Schlaf und den vielen Stress zurück zu führen ist.

    Mein Leidensdruck ist also schon relativ hoch, sodass ich sozusagen in Kauf nehme.. dass ich nochmal umziehe (bin in den letzten 2 Jahren 3x Mal umgezogen wegen Studienortwechsel..) und damit relativ viel Arbeit habe. Auch muss ich nebenbei mehr arbeiten. Mir ist klar, dass ich damit andererseits das Risiko auf mich nehme, ebenso viel um die Ohren zu haben.. aber ich glaube momentan, dass mehr Arbeit und weniger Zeit, dafür aber mehr Ruhe und Entspannung für mich gut wären.

    Ich habe da sehr widersprüchliche Gedanken und hadere auch immer wieder. Die Einwände - die ihr nennt - habe ich alle kalkuliert, immer wieder durch dacht. Ich komme auch nicht so richtig zu einer Lösung. Bis Oktober sind es noch 6 Monate, .. das kann ein kurzfristiger Zeitraum sein (in der Bin bin ich ohnehin schon die ganze Zeit, weil ich nicht zu hause sein mag), sich aber auch sehr lang anfühlen, gerade wenn man sich so unwohl fühlt..

  10. Avatar von Historia02
    Registriert seit
    14.02.2006
    Beiträge
    7.058

    AW: WG-Zeit vorbei? Aus Situationen rauswachsen?

    Zitat Zitat von closeenoughtokiss Beitrag anzeigen
    Mein Leidensdruck ist also schon relativ hoch, sodass ich sozusagen in Kauf nehme.. dass ich nochmal umziehe (bin in den letzten 2 Jahren 3x Mal umgezogen wegen Studienortwechsel..) und damit relativ viel Arbeit habe. Auch muss ich nebenbei mehr arbeiten. Mir ist klar, dass ich damit andererseits das Risiko auf mich nehme, ebenso viel um die Ohren zu haben.. aber ich glaube momentan, dass mehr Arbeit und weniger Zeit, dafür aber mehr Ruhe und Entspannung für mich gut wären.
    Wie sieht denn die Lage auf dem Wohnungsmarkt aus? Kannst du schnell einen Nachmieter für dein WG-Zimmer finden? Und hast du schon irgendein Apartement ins Auge gefasst? Wenn sich das alles kurzfristig bewerkstelligen lässt, dann würde ich wohl tatsächlich einen Umzug wagen.

    Kannst du dir die Wohnung auch noch leisten, wenn das Bafög ausgelaufen ist? Wenn ja: Dann los! Dann würde ich versuchen, jetzt schnell was zu verändern und dann konzentriert an der Masterarbeit zu schreiben.

    Andererseits hat jetzt gerade das Sommersemester begonnen, da wird es vermutlich schwierig, was zu finden, oder?

+ Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •