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  1. Avatar von Carolly
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    Kann man schwindelfrei werden?

    Frage sagt es schon. Mich nervt es total dass ich auf allen 4en auf schmalen Pfaden entlangkrieche wenn sich irgendwo in der Naehe ein Abgrund befindet. Dadurch sind mir schon solch tolle Wanderungen oder Fotogelegenheiten verwehrt gelieben. 2-3m neben mir ein Abgrund und ich schrubbere mit dem Ruecken entlang der anderen Seite des Weges. Leuchtturm mit brusthoher Bruestung im Wind? Ugh! Wie ich vom Monument in London wieder runterkam, und wieviel ich ueberhaupt von oben gesehen habe erzaehle ich lieber nicht. Ich weiss selber dass das total laecherlich ist, aber auch rationell kann ich da nichts gegen tun.

  2. Avatar von toms
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Ich nehme an, dass das geht ... eigene Erfahrungen kann ich nicht beisteuern, aber eine gute Freundin, die früher fast schon auf ner Küchenleiter Höhenangst bekam, kann man, seitdem sie in München lebt und häufig Ausflüge mit Freunden ins Umland unternimmt, nun fast schon als Alpinistin bezeichnen. Sie meint, man muss es einfach trainieren.
    Road-Smell After The Rain


  3. Registriert seit
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Man kann.
    Aber das bedeutet nicht, dass es auch allen gelingt.

    Manche schaffen es alleine durch den bloßen Willen. Andere machen über längere Zeit hinweg immer kleine und kleinere Schritte, wagen allmählich immer mehr.
    Andere wiederum schaffen es nicht ohne eine Therapie.

    Als ich sehr jung war, ich war noch Schüler, hatte ich Ansätze dazu. Es nervte mich und ich stellte mich einmal - zum Entsetzen meiner Freunde - auf die äußerste, schräg herausragende Spitze eines Felsens.
    Nach unten waren es locker 15-20 m (nur Steine). Ich hatte Angst.
    Empfehlen kann ich diese Vorgehensweise niemandem!
    Mir aber hat sie geholfen. Die Angst kam nie wieder.
    Es war vielleicht der Wagemut eines Heranwachsenden. Ob ich es heute auch so wiederholen würde, um mich zu "kurieren"? Ich bezweifle es.

  4. Avatar von Carolly
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Zitat Zitat von putulu Beitrag anzeigen
    Man kann.
    Aber das bedeutet nicht, dass es auch allen gelingt.

    Manche schaffen es alleine durch den bloßen Willen. Andere machen über längere Zeit hinweg immer kleine und kleinere Schritte, wagen allmählich immer mehr.
    Andere wiederum schaffen es nicht ohne eine Therapie.

    Als ich sehr jung war, ich war noch Schüler, hatte ich Ansätze dazu. Es nervte mich und ich stellte mich einmal - zum Entsetzen meiner Freunde - auf die äußerste, schräg herausragende Spitze eines Felsens.
    Nach unten waren es locker 15-20 m (nur Steine). Ich hatte Angst.
    Empfehlen kann ich diese Vorgehensweise niemandem!
    Mir aber hat sie geholfen. Die Angst kam nie wieder.
    Es war vielleicht der Wagemut eines Heranwachsenden. Ob ich es heute auch so wiederholen würde, um mich zu "kurieren"? Ich bezweifle es.
    Tja, ich probiere es immer wieder, aber irgendwie wird es nicht besser. Neulich stand ich mit zitternden Knien auf einer rund 5m breiten Gesteinsbruecke unter der rund 100m Luft war und probierte ein Foto zu nehmen, und kam nach einiger innerer Ueberzeugung noch 2x zurueck weil ich erst vergessen hatte in raw die Fotos zu machen, und dann gesehen hatte dass die Linse dreckig war. Also ich tue es, aber fuehle mich mieserabel obwohl ich selber weiss dass schon seeeehr viel schief gehen muss um so von einem breiten Ding runterzufallen. Aber selbst wenn es nur 5m gewesen waehre haette das keinen Unterschied gemacht. Oder Wandern auf Madeira: alte Leute wandern einfach auf einer Lavada an mir vorbei und ich krieche an einer Felswand lang weil an der anderen Seite ein kleiner Abhang war. Es ist einfach reines Kopfkino: was kann im schlimmsten Fall schief gehen. Solange Wasser drunter ist geht es. Ich springe auch vom 5m Turm, aber so.. tja.. es nervt einfach unglaublich, und irgendwie muesste man das 'umprogramieren' koennen.

  5. Inaktiver User

    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Zitat Zitat von Carolly Beitrag anzeigen
    Tja, ich probiere es immer wieder, aber irgendwie wird es nicht besser.
    Probierst du das alleine?

    Das Problem ist häufig, dass bereits im Vorfeld die Angst darauf wartet, vom Stapel gelassen zu werden. Und sie kommt natürlich pünktlicher als die Bahn. Self fulfilling prophecy. Ich habe mal eine Frau in so einer Situation zugetextet, die auch glaubte, sie kann das nicht. Beim ganzen Texten hatte sie dann vergessen, Angst zu haben.

  6. Avatar von Carolly
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Probierst du das alleine?

    Das Problem ist häufig, dass bereits im Vorfeld die Angst darauf wartet, vom Stapel gelassen zu werden. Und sie kommt natürlich pünktlicher als die Bahn. Self fulfilling prophecy. Ich habe mal eine Frau in so einer Situation zugetextet, die auch glaubte, sie kann das nicht. Beim ganzen Texten hatte sie dann vergessen, Angst zu haben.
    Tja.. inzwischen erwarte ich es. Deswegen denke ich vor allem dass ich was dagegen tun kann. Ich denke nicht dass ich mit Kletterausruestung an einem Abgrund Angst haben wuerde. Wenn ich dann falle werde ich vom Seil gehalten. Erfahrung lehrt natuerlich auch dass man nicht sooo schnell nahe einem Abgrund stolpert, wobei ein Teil der Angst davon kommt dass ich eben seeeeehr ungeschickt bin und zu ganz bloeden Unfaellen neige. Uff...

  7. Inaktiver User

    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Zitat Zitat von Carolly Beitrag anzeigen
    Deswegen denke ich vor allem dass ich was dagegen tun kann. Ich denke nicht dass ich mit Kletterausruestung an einem Abgrund Angst haben wuerde. Wenn ich dann falle werde ich vom Seil gehalten.
    Hast du schon einmal einen Kurs gemacht?

    Erfahrung lehrt natuerlich auch dass man nicht sooo schnell nahe einem Abgrund stolpert, wobei ein Teil der Angst davon kommt dass ich eben seeeeehr ungeschickt bin und zu ganz bloeden Unfaellen neige. Uff...
    Sich in solchen Situationen unwohl zu fühlen, finde ich natürlich. Die alpinen Unfallstatistiken widerlegen eigentlich die Erfahrung. Was du alleine versuchen kannst, ist das langsame Herantasten an solchen Abgründen/steilen Hängen.

    Bei Pfaden: Ist das Queren für dich schlimmer? Das Heruntergehen oder das Bergauf?


  8. Registriert seit
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Carolly,

    ich kenne das auch und in den Levadas hatte ich auch weiche Knie an manchen Stellen.
    Bei mir ist es so, dass ich in großer Höhe, auf Aussichtspunkten oder Steilküsten, Gratwanderungen... das Gefühl habe der Abgrund "zieht" mich. Ganz merkwürdig.
    Nach einigen Wanderungen - in Folge! - wird es besser. Also, wenn ich mal wieder eine mehrtägige Wandertour mache, dann fange ich wieder bei Null an und nach ein paar Tagen wird es leichter und die weichen Knie etwas fester.... Und danach verliert sich das leider auch wieder.
    Bestimmte Sachen wie Klettersteig könnte ich nicht, hab ich 1x probiert, ich musste umdrehen. Irgendwo ist dann eine Grenze, die ist wohl bei jedem anders, aber Training lohnt sich bestimmt um die Grenze etwas zu verschieben.
    Think before you print.

  9. Avatar von WhiteTara
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    Hm....für mich ist die falsche Frage in der Überschrift: Du fragst nach "schwindelfrei", aber scheinbar geht es doch eher um eine Art Höhenangst ?

    Schwindel ist für mich ein körperlicher Zustand, auf den ich nur bedingt Einfluss habe. Wenn man nicht schwindelfrei ist, wäre zu klären, woher der Schwindel in den unterschiedlichen Situationen kommt; manchmal gibt organische Ursachen, manche Menschen haben auch sehr komische Schwindelzustände, wo die Ursache nicht zu klären ist.

    Angst vor großer Höhe oder tiefem Abgrund, ist für mich vorrangig eine Sache der Psyche (die dann durchaus auch Schwindel mit sich bringen kann). --> Kann man dran arbeiten! Manche mausern sich vom Schisshasen zum Höhenfanatiker, andere verbessern ihre Situation soweit, dass manche Einschränkungen weg fallen und manch einer ist eine harte Nuss und wird seine panische Höhenangst auch mit einem Therapeuten nicht wirklich los.

    Ich selbst habe prinzipiell erstmal keine Höhnenangst: Türme besteigen und runterschauen, schmale und hohe Brücken über Schluchten, Steilhang und nur schmaler Weg in den Bergen oder solche kuriosen "Skywalks" mit Glasboden oder schmale Hängebrücken --> macht mir alles nichts aus, da habe ich Spaß dran.
    Ich kenne aber durchaus auch so ein aufsteigendes mulmiges Gefühl, wo man dann auch in seinen Bewegungen unsicherer wird, sich leichtes Schwindelgefühl einstellt und es durch den Kopf schießt "Erstmal keinen Schritt weiter!" Das ist mir schon an manchen Wegpassagen auf hochalpinen Pfaden passiert, wenn Wege "schwierig" werden und es dann keine Seile im Fels gibt, wo man sich. vielleicht festhalten könnte. Ist mir auch schon hier zuhause im Schwarzwald passiert an einem besonderen Gratweg, wo ich mir nach 10m dachte "Nee, das machst du jetzt nicht!" und tatsächlich umgedreht bin. Ich werde da irgendwann mit geübten Freunden über den Grat marschieren; die geben meinem Kopf Sicherheit und es hilft, wenn vor mir jemand sagt "Schau, jetzt kannst du hier hintreten oder dich dort festhalten". Als ich dort allein war, hatte ich so eine üble Unsicherheit in meinen Bewegungen und teils Schwindel, dass ich wirklich blöd hätte fallen können.
    Ich kenne das auch aus dem Hochseilgarten, wenn ich die einfachen Routen durch habe und es dann an die abenteuerlicheren Stücke geht: Im Alltag steht man meist direkt auf dem Boden, man ist es nicht gewohnt, dass unter einem viel Luft ist und dann gerät irgendwie unser System im Kopf durcheinander: Ich kann dann im Hochseilgarten ganz unsicher Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen; es fühlt sich schwindelig an, weil es bei jedem Schritt unter einem wackelt und dann bekommt der Kopf irgendwie die Koordination nicht mehr so hin wie gewohnt: sehen+spüren -> umsetzen in zielgerichtete Bewegung. Ja, es gibt dann manche Routen, wo ich auf Schisshase mache und erstmal nicht lang will. Da mir das aber eigentlich Spaß macht, probiere ich halt immer wieder: hangele mich noch mal durch eine einfachere Route und steh dann doch wieder am Start der schwierigeren; manchmal reicht in Tipp von der Kletteraufsicht und schwupps dann geht es doch; manche Routen stehen immer noch auf der Liste "will ich mal schaffen"

    Carolly, solche Tücken, wenn du unterwegs von einer Brücke ein Foto machen willst oder der steile Abhang auf einer Seite dich erzittern lässt --> da kann man wirklich dran arbeiten! Mein Liebster ist auch geplagt mit Höhenangst; ganz blöd, wenn man durch den Boden oder das Geländer hindurch schauen kann. Er ist total gerne in den Bergen unterwegs, da gibt es je nach Region dann dusseliger Weise mal weniger und manchmal mehr Brücken; gerne über tiefe Schluchten oder auch solche extra Gebauten Wege am Fels unten in einer Schlucht entlang oder gar längere Hängebrücken. Je nach Wunschstrecke ist es mit Alternativen mau -> also rüber oder ganz weg bleiben und völlig andere Tour gehen! Da hatten wir schon so einige Umwege/Rückwege, weil eine Brücke eben dann doch eine zu heikle Herausforderung war. Aber ich kenne ihn jetzt seit über 25 Jahren und weil er immer mal wieder testet, ob er sich nicht doch etwas mehr traut, ist es mit den Jahren besser geworden! Jetzt marschiert er über feste Steinbrücken, auch mit niedriger Steinbrüstung galant rüber, ohne sich einen Kopf drum zu machen. Er tappst auch über schmalere Brücken, wenn es nur Geländer mit Durchsicht gibt...manche fordern Überwindung, bei den meisten ist es aber nur noch Kopfkino, dass er mit sich selbst ausmachen muss, wovon ich dann nicht wirklich etwas mit bekomme. Manche Türme besteigt er inzwischen auch, das ging früher gar nicht. Bin gespannt, ob ich ihn in diesem Leben noch auf einer schmalen Hängebrücke über tiefem Abgrund erleben werde ??? Seine Motivation auch das mal zu schaffen wäre da: er würde gerne einige Trekkingtouren in Nepal machen; die Wunschrouten haben aber 1-3 Hängebrücken und die sind bei weitem abenteuerlicher als z.B. die vielen Hängebrücken in den schweizer Alpen.

    Was dir ganz bestimmt auch hilft: mit jemand anderem zusammen, der sich sicher fühlt im für dich schwierigen Terrain, gemeinsam gehen und den Zitterpassagen Stück für Stück gehen, beobachten "was macht es mit mir gerade" und üben, wie man sich selbst dann wieder mehr Sicherheit geben kann: Bewusst vorher schon schauen: wo könnte ich mich festhalten? Wie stelle ich mich sicher hin, wenn ich Foto knipsen will? Was hilft mir, wenn es schwindelig wird - in die Ferne gucken, einen Punkt nicht weit weg fixieren oder was auch immer individuell hilfreich ist. Wenn Freunde/Bekannte da nicht gut zu taugen als Begleitung, dann wirklich mal gezielt für so etwas Termine mit einem Therapeuten machen, der vor Ort mit einem in der heiklen Situation übt, wie man die aufkommende Angst selbst besser lenken kann, dass man eben trotz Angst weiter gehen kann.

    Bei Ungeschick und damit verbundener Unsicherheit und aufkommende Angst "Ich stürze da gleich, verknicke mir den Fuß oder ähnliche Tücken" könnte es helfen, einfach in ganz vielen unterschiedlichen Situationen (ohne besondere Höhe) Gleichgewichtsübungen zu trainieren. Für mehr Geschick im Gelände ist auch Parkour-Training in der Halle/draußen sehr förderlich.
    LG WhiteTara

  10. Moderation
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    AW: Kann man schwindelfrei werden?

    @Carolly, ich habe das mal recherchiert, und das Ergebnis war, wenn man keine körperlichen Gründe für Schwindel hat, kann man. Aber man muß sich jede Saison wieder rantrainieren. Es gibt auch Techniken, mit denen man mit der konkreten Situation besser fertig wird. Bei mir ist es, zu wissen, wo ich die Augen "hinstellen" muß (Höhenschwindel ist wohl, wenn der Körper den Raum nicht versteht, weil die Augen keinen Haltepunkt finden), und nicht außer Puste zu kommen. Das reicht aber gerade so für Notfälle. Ich tendiere zu diesem Kopfkino, daß ich über meine Schnürsekel falle und kopfüber ins Nichts fliege.

    Es gibt auch Kurse wo man lernen kann, mit Höhenangst umzugehen oder gegen sie anzutrainieren. Das ist keine Konfrontrationstherapie, wo man nur lernt, auch noch Angst vor der Angst zu haben -- da weiß man inzwischen, daß das so nicht funzt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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