Hallihallo...
ich würde gerne eine Kampfsportart machen, da ich mich nicht mehr so sicher fühle und gar nicht mehr abends raus gehen möchte. Ich glaube daher, dass es mir helfen würde (auch wenn bisher nix passiert ist, zum Glück!).
Was macht ihr so? Eigentlich möchte ich nichts machen, dass arg brutal ist, es soll aber schon im Ernstfall auch helfen. Wie ist das mit Judo, ist es auch zur Selbstverteidigung sinnvoll? (Das erscheint immer so harmlos irgendwie...)
Ich sag schonmal Danke für Tipps![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
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24.09.2016, 00:54
Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
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24.09.2016, 06:31Inaktiver User
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Wenn deine Motivation für Kampfsport wirklich ausschliesslich oder grösstenteils der Wunsch nach Selbstverteidigungsfähigkeiten ist, dann lass es. Darum geht es beim Kampfsporttraining nicht bzw. kaum.
Im Judo lernst du, gemäss Judoregeln gegen jemanden zu kämpfen, der ebenfalls Judoregeln befolgt. Gegen jemanden, der Tritte verteilt und zuschlägt und vielleicht noch ein Messer hat, hilft dir das nichts. Leute, die dich überfallen, halten sich an keine Judoregeln.
Wenn du Selbstverteidigung lernen willst, dann besuch einen Selbstverteidigungskurs.
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24.09.2016, 07:43Inaktiver User
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Schließe mich an. Beim Judo geht man mit dem Gegner in sehr engen Körperkontakt, das würde ich bei einem tatsächlichen Angriff auf gar keinen Fall empfehlen.
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24.09.2016, 08:47
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Ich mache Wing Tsun Kung Fu, das ist auf Selbstverteidigung orientiert, und darauf hin, dass eine schwächere/kleinere/leichtere Person eine Chance hat gegenüber einer stärkeren/grösseren/schwereren Person. Also genau die Situation, die bei einem echten Angriff wahrscheinlich ist.
Aus dem Grund gibt's auch keine Wettkämpfe; man lernt und übt die fiesen Tricks, die richtig weh tun. im Training natürlich immer kontrolliert und sachte.
Es braucht natürlich etwas Glück, um eine gute Gruppe zu finden, das ist auch wichtig, dass man den Trainingskollegen vertrauen kann und sich wohl fühlt.
Judo sowie generell alle wettkampfmässig ausgeübten Kampfsportarten sind für Selbstverteidigung nur bedingt geeignet. Weil man da eben, aus einsichtlichen Gründen, alle Fiesheiten weglassen muss.
gruss, barbara
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24.09.2016, 08:50
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Dem würde ich widersprechen; den Kontakt zu suchen, statt ihm auszuweichen (wenn Davonrennen und weiträumiges Ausweichen aus irgend einem Grund nicht mehr möglich ist), gibt einem psychologische Dominanz und die Initiative. Und die Initiative zu haben, ist schon die halbe Miete, oder sogar mehr als das.
Während nicht die Initiative zu haben ein Rezept fürs Desaster ist, da ist man meist einfach zu langsam, wenn man reagiert statt agiert.
gruss, barbara
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24.09.2016, 08:57
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Judo ist schön, aber ich denke, für solche Zwecke zu sanft. Es fehlen die Schläge und die Abwehr von Angriffen mit einer Waffe.
Aber es macht Spaß und verbessert die Fitness recht gut.
Wenn du dich selbst verteidigen willst, solltest du dich mit Selbstverteidigung beschäftigen. Möchtest du Sport treiben, fit werden und Spaß haben, suche dir eine Sportart aus, die dir richtig gut gefällt.
Kompromisse aus beidem sehe ich eher bei Jiu Jitsu oder Kung Fu. Ein bisschen Judo ist nett, hilft dir im Ernstfall aber nur ein bisschen weiter.
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24.09.2016, 09:24Inaktiver User
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Wenn Du es bislang geschafft hast durch's Leben zu kommen, ohne daß Dein Vater, Stiefvater, Mutter, Lebenspartner Dich vertrimmt, wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr in die Situation kommen, Dich verteidigen zu müssen. Mach Autogenes Training gegen Ängste.
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24.09.2016, 10:54
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
@merav, was ist denn das für eine Aussage!?

Also Judo ist sicher nicht so brutal, wie andere Sportarten. Aber die Frage ist auch was man sich als Ziel setzt: Ist das Ziel 5 Kerle, die jeweils einen Kopf größer sind verprügeln zu können? Wohl sicher nicht, die Kampfsportart soll doch eher dazu befähigen einen Angriff abzuwehren und dann Zeit zur Flucht zu bieten, oder?
Ich habe selbst nur für ein halbes Jahr Judo gemacht, aber man lernt abzuwehren und den Gegner zu Fall zu bringen bzw. die Bewegung des anderen zu nutzen, um ihn zu Fall zu bringen.
"Judo eignet sich durch das Grundprinzip des möglichst geringen Kraftaufwands besonders für Personengruppen, die nur wenig Körpergewicht mitbringen und diese Unterlegenheit durch bessere Technik ausgleichen müssen." Siehe [editiert], daher ist es doch eigentlich genau das richtige - aber wenn es wirklich nur um die Selbstverteidigung geht, solltest du besser einen Kurs besuchen, der genau das im Sinn hat. Da werden auch spezielle Situationen geübt, beispielsweise wenn dich einer von hinten anfässt.
Mal was ganz anderes, wo wohnst du denn, dass du abends gar nicht mehr rausgehen magst?Geändert von mkr (24.09.2016 um 11:35 Uhr) Grund: Werbung entfernt
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24.09.2016, 11:16
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
So ist es.
Selbstverteidigung findet zu allererst im Kopf statt. Der Kopf regelt das sichere Auftreten und Entgegentreten gegenüber einem unliebsamen Belästiger. In guten Selbstverteidungskursen lernst du wie du einen potentiellen Gefährder im Auge behältst ohne ihn zusätzlich zu reizen. Du lernst ihn korrekt zu adressieren „Nehmen SIE ihre Hand weg“, damit einerseits sofort Abstand hergestellt ist und andererseits auch gleichzeitig die Umwelt Bescheid weiß, dass sich hier ein Fremder, nicht etwa der Freund, vergreift.
Natürlich sind auch praktische Übungen dabei, die im Notfall helfen können. Aber wer nicht kontinuierlich trainiert, wird die Befreiungsgriffe schneller vergessen als sie gelernt wurden. Als ehemalige Kampfsportlerin habe ich gesehen, wie Anfänger/innen zuschlagen. Kannst du vergessen. Im Notfall brechen die sich eher das Handgelenk oder die Finger als dem Angreifer Schaden zuzufügen. Korrekte Schlagtechnik lernt man auch nicht in einem 2 Wochen-Kurs. Als Kampfsportler trainierst du das ungezählte Male viele Jahre lang. Erst dann glaube ich daran, dass man das im Notfall abrufen kann und auch die Schlaghemmung überwindet.
Ich würde als Laie auf einen Pocketalarm setzen, der mit 110 Dezibel losheult. Das macht mehr Sinn als mit dem Angreifer in den Clinch zu gehen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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24.09.2016, 11:29
AW: Macht ihr Selbstverteidigung? Judo?
Es gibt durchaus auch für Anfängerinnen nützliche Hinweise. Zum Beispiel den, eher mit Handflächenstössen statt Fäusten zuzuschlagen; das vermindert die Verletzungsgefahr für sich selbst.
Oder auch schnelle Folgen von Schlägen anzubringen, ohne aufzuhören; auch wenn diese Schläge nicht hart treffen, so verwirren sie doch, und geben Zeit, um sich in relativer Ruhe lohnende Ziele zu suchen.
nicht alle haben Schlaghemmungen, doch für jene, die sie haben, lohnt es sich bestimmt, so lange zu üben, bis sie überwunden ist. Das ist etwas, was man allein nicht wirklich üben kann.Erst dann glaube ich daran, dass man das im Notfall abrufen kann und auch die Schlaghemmung überwindet.
... und den Alarm wegwerfen, sobald er ausgelöst wurde.Ich würde als Laie auf einen Pocketalarm setzen, der mit 110 Dezibel losheult. Das macht mehr Sinn als mit dem Angreifer in den Clinch zu gehen.
in de Zwischenzeit mit aller Kraft schlagen, schreien, kratzen, treten ist definitiv auch nicht falsch. Wenn man der Polizei DNA-Spuren liefern kann (die zB unter den Fingernägeln hängen bleiben) oder auch bei der Täterbeschreibung "frische blutende Kratzsspuren im Gesicht" anbringen kann, so hilft das bei der Identifizierung und Bestrafung.
gruss, barbara


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