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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Zitat Zitat von Carolly Beitrag anzeigen
    So, eeendlich durfte ich mich wieder bewegen nach einer kleinen OP. Ich bin heute in herrlichem Herbstwetter rund 18km ueber Heide und durch Wald gewandert.
    Du hast eindeutig besseres Wanderwetter als ich es die Tage hatte!

    Immerhin ist heute endlich nach eine Woche "Irrfahrt" ein Paket angekommen, in dem auch meine neue Regenhose war. Die hätte ich gerne schon Anfang der Woche für das viele Schietwetter gehabt. Aber die Stadt meinte, meiner Straße einen neuen Namen verpassen zu müssen - was aktuell an vielen Stellen für Wirrwarr sorgt. Ich hatte zwar die neue Adresse beim Versand angegeben, aber irgendwie bekam ich dann die Info "Adresse konnte nicht ermittelt werden" vom Zusteller. Dummer Weise waren dann auch gar keine Straßenschilder mehr da - weder die bisherigen noch die neuen, was es wohl nicht einfacher machte.
    Ich werde wohl noch eine Weile Vergnügen damit haben, dass der Straßenname ein anderer ist: an 3 Stellen, wo ich meine Adresse eigentlich komplikationslos direkt online ändern kann, bekam ich auch mehrfach eine Fehlermeldung "Die angegebene Adresse ist falsch/existiert nicht! Bitte melden sie sich telefonisch direkt bei uns" .....man hat ja nix anderes zu tun als den ganzen Umzugsbürokratiekram zu erledigen, obwohl man gar nicht umgezogen ist
    LG WhiteTara

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    2. Tour in Brig:

    Ich sammele im Wallis ja Hängebrücken und es stehen noch einige auf der Wunschliste. Aber schönes Wetter+Ferienzeit+WE+Pandemie --> keine gute Idee zu einer viel beworbenen Hängebrücke aufzubrechen, da sich dort dann vermutlich die Ausflügler stapeln würden. Also hatte ich mir für den Sonntag eine kleine, entsprechend weniger spektakuläre Hängebrücke gesucht.

    Der Plan erwies sich schon am Bhf als geschickt: Es gab doch reichliches Menschengewimmele und im Zug war es etwas voller. Aber jeder schob sich, so gut es eben ging, irgendwo an die Seite, dass doch etwas Abstand zum Nächsten blieb -> alle sehr diszipliniert und umsichtig beim Ein-/Aussteigen Ich konnte dann nach kurzer Fahrt gleich an der nächsten Station in Bitsch wieder raus hüpfen und fand mich einsam mit nur 2 weiteren Aussteigern am Bahnsteig
    Bevor es losging, konnte ich noch schmunzeln: "Bitte nur Drahtesel und keine Vierbeiner!"

    Der Wanderer hat keine Chance, die Highlights zu verpassen -> alles bestens ausgeschildert! Nur wenige Minuten und ich war schon jenseits der Häuser mitten zwischen blühendenWiesen und keinem Wölkchen am Himmel Das wichtigste Wanderutensil bei Sommerhitze: ein nasses Tuch im Nacken oder vorn im Dekoltee! War bei Touren in der Schweiz bisher nie ein Problem: Selbst wenn nur 3 Häuser beisammen stehen, gibt es einen "Dorfbrunnen" (somit auch Trinkwassernachschub) oder immer mal wieder Bäche, wo man ein Tuch neu feucht machen kann.

    Schon nach kurzer Strecke erreicht man die Brücke über die Massa und rauf geht es! Von der Brücke blickt man zum Ende das Massaschlucht - hier kommt das Schmelzwasser vom Aletschgletscher im Tal an und fließt nur wenige Meter weiter dann in die Rhone (dort sagen sie Rotten). Noch schnell ein Blick zurück
    ich hatte die Hängebrücke völlig für mich allein, konnte Ein-/Ausblicke genießen und in aller Ruhe Fotos knipsen Ein Stück weiter gab es auch noch mal einen Ausblick hinüber zur Hängebrücke, wo der Schluchtausgang noch mal gewaltiger wirkt.

    Irgendwo hatte ich nicht richtig aufgepasst und war auf einem Trampelpfad gelandet, der gar nicht mehr der ausgeschilderte Wanderweg war und mich abwärts Richtung Naters führte. Aber ich hatte ja den ganzen Tag Zeit und der Pfad durchs schattige Wäldchen war schön zu gehen. Unten angekommen, nahm ich dann gleich die nächste Straße zwischen den Wohnhäusern wieder bergan Man kann ja auch Höhenmeter sammeln nicht nur Brücken So bekam ich etwas Wohnhaus-Sightseeing.
    Irgendwo um die Kurve herum bot sich dann eine kurze Rast an und gegenüber am Fels sprangen mir die nächsten Brücken ins Auge -> musste ich abends auf der Karte schauen, wie diese zu erreichen sind. So nah am Ort vielleicht mal etwas für einen Abendspaziergang?
    Mein Weg führte mich dann weiter aufwärts entlang einer Suone. So nennen die Walliser ihre Wasserkanäle, die auch heute noch zur Bewässerung der trockenen Flächen dienen. Die ersten wurden bereits im 12. Jahrhundert angelegt. In den vergangenen Jahren bemühte man sich, alte Suonen wieder her zu richten. Viele beliebte Wanderwege führen an ihnen entlang, manche dann auch recht abenteuerlich (die kenne ich aber noch nicht und stehen auf der Wunschliste). Nicht alle der Suonen führen zu jeder Zeit Wasser. Wer das Plätschern mag und gerade im Hochsommer gerne Wasser an der Seite hat, kann sich im www informieren; welche Suonen begehbar und mit Wasser sind.
    Ich fand einen schattigen Platz auf Holzbohlen direkt über dem Wasser Suone und sogar mit Ausblick. Immer wieder trifft man auf Stellen, wo der Wasserfluss reguliert und abgezweigt werden kann. Das Wasser in den Suonen ist kein Trinkwasser, aber während der Pause bot es eine gute Kühlung für meine Wasserflasche, deren Inhalt von der Sonne schon reichlich gewärmt war Die Hitze fühlte sich nur noch halb so schlimm an, wenn man jeder Zeit Hände/Arme/Tuch/Gesicht mit dem kühlen Nasse benetzen kann. Manche Abschnitte sind fast grün zugewachsen und andere führen neben dem Weg durch die Steine
    Manchmal rauscht das Wasser auch schnell abwärts.

    Man wähnt sich mitten in der Pampa und dann tauchen doch wieder einige Gebäude auf. Ab und zu gibt es verfallene Stadeln, viele werden aber auch noch genutzt
    Zwischendrin kann der Blick übers Tal schweifen. Bei einer Schutzhütte zweigt der Weg ab hinauf zur Kapelle der Armen Seelen. Ich bin zwar nicht so ein Kirchen/Kapellen-Gucker, aber für eine Kurzpause und Aussicht genießen wollte ich dort schon hoch; obwohl man wieder hinab muss zum Wanderweg.
    Anschließend ging es entlang der Felsen weiter. Der dunkle Stein war von der Mittagshitze kochend heiß, besser man stützt sich nicht mit den Händen ab Der weite Blick übers Tal, aber es ging neben dem Weg auch direkt steil abwärts. Ich musste etwa 100 Höhenmeter über die Felsen bergan und dann tauchte zwischen den Bäumen ein unerwartetes Ufo auf. Das musste die Kapelle St. Laurentius bei Bitschji sein. So etwas futuristisches hatte ich dort oben in den Bergen nicht erwartet! Es dauerte eine Weile, bis ich geblickt hatte, dass dieses Metallding auf der Wiese ein Trinkwasserbrunnen war. Für Pilgernde ist gut gesorgt und für Wanderer damit auch Nicht weit entfernt ist der Bitschji See. Oben von den Felsen hat man wieder herrlichen Ausblick Nur 100 Höhenmeter abwärts erreicht man Geimen. Und da ich vom vielen beran/bergab oftmals in der direkten Sonnenhitze doch erschöpft war, sollte mein Tour hier enden. Bis der Bus kam, schlenderte ich zwischen den alten Holzhäusern.

    Postbus fahren ist nichts für Weicheier, wenn der Fahrer gefühlt Vollgas durch die Serpentinen ins Tal düst
    Geändert von WhiteTara (18.10.2020 um 14:39 Uhr)
    LG WhiteTara

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Danke für die ausführlichen Schilderungen, Tara!
    Ich glaube, wir sind in Brig mal umgestiegen und da dachte ich schon, dass die Gegend dort auch ganz reizvoll aussieht.
    Habe gerade mal den Wanderführer "Oberwallis" durchgeblättert.
    Die Hängebrücke sieht auf jeden Fall toll aus und gut, dass du diese gewählt hast, wo eben keine Menschenmassen unterwegs waren.
    Und auch diese Suonen finde ich beeindruckend, da war mir auch eine Tour im Wanderführer aufgefallen... naja, die Wünsche werden einem nie ausgehen.

    Danke auch für die vielen schönen Fotos!
    Mit dem Postbus, das kann ich mir gut vorstellen ...
    Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Zitat Zitat von Bisasam Beitrag anzeigen
    Ich glaube, wir sind in Brig mal umgestiegen und da dachte ich schon, dass die Gegend dort auch ganz reizvoll aussieht.
    Genau, das ist ein Verkehrsknotenpunkt und oben von den Bergen aus betrachtet, sind die Gleisanlagen in Brig riesig! Als ich dort auch mal zum Zugwechsel war, dachte ich mir: Könnte man doch auch mal kurz durch die Stadt schlendern und einfach den Zug 1 h später nehmen. Daher kannte ich den Ort schon ein wenig und wusste, das passt auf jeden Fall für mich als Logierstandort.

    Jetzt im Nachhinein noch mal durch die Fotos stöbern und sich beim Schreiben genau erinnern, wo ich wanderte und was ich dabei entdeckte, das ist so kostbar: Es gab zahlenmäßig dieses Jahr nur wenige, richtig schöne Urlaubstage, aber die waren dafür um so mehr gefüllt mit tollen Erlebnissen, dass es hoffentlich noch eine ganze Weile vorhalten wird und nun auch durch weniger schöne Coronazeiten trägt Ich habe noch einiges zum Schreiben
    LG WhiteTara

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Lieben Dank Tara fuer den ausfuehrlichen Bericht. Das klingt wirklich toll!

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Hach Tara, da bekomme ich direkt wieder Fernweh! So ein bisschen erinnern mich die Suone an die Wahle in Südtirol, allerdings sind diese stilistisch etwas anders, allerdings auch oft mit Wanderwegen daneben.

    Die Hängebrücken scheinen momentan extrem in zu sein, vermutlich wirst du da lange zu sammeln haben, weil es ständig neue gibt!

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Die Waale in Südtirol sind das Gleiche wie die Walliser Suonen

    Von den Suonen gibt es ganz unterschiedliche Arten der Bauweise. Das hängt sicher mit dem jeweiligen Gelände und auch der Zeit zusammen, in der sie gebaut wurden. Bei manchen Abschnitten wurde das Wasser einfach durch legen der Natursteine in eine Richtung gelenkt. An anderen Stellen ein richtiger Kanal aus den Steinen gebaut. Manchmal nur die Erde ausgegraben und vielleicht mit Holzbrettern stabilisiert. Wenn Wasser in der Höhe um einen Fels geleitet werden sollte, wurden Baumstämme zu Rinnen ausgehöhlt. Für einige wurden Tunnel in den Berg gesprengt und ich sah auch schon welche, wo Wasser durch Blechkanäle floss.
    Manche Wanderwege an ihnen sind breiter und gemütlich zu schlendern, weil es nur sanft bergan/bergab geht und andere erinnern eher an einen Klettersteig Letztere kenne ich bisher aber erst von Fotos

    Ja, die Hängebrücken sprießen seit einigen Jahren überall hervor. Allerdings ist es häufig so, dass sie einfach auch als Touristenattraktion gebaut werden. Bei uns in D kenne ich auch nur welche, wo das Betreten Geld kostet. Hier wollen sie jetzt auch eine bauen über den Todtnauer Wasserfall....ich weiß noch nicht wie ich das finde. Schauen wir mal, wie es dann ist, wenn sie steht.
    Die Walliser Hängebrücken waren bisher alle kostenfrei und viele entstanden dort, wo es sowieso schon Wege gab: Man musste ohne Brücke eben mühsam steil hinabsteigen, bis man einen Wasserlauf überqueren konnte und auf der anderen Seite dann steil wieder hinauf. Schneeschmelze und mitgerissenes Gestein ruinierten dann jedes Frühjahr den vorhandenen Weg. Da ist Hängebrücke oben drüber doch praktischer. Aber wenn es dumm läuft, können Murgänge auch die Brücken mitreißen.

    Aber die Schweizer können auch reine Touri-Attraktion-Hängebrücke z.B. im Kanton Waadt hoch oben in den Bergen zwischen 2 Gipfeln. Die kenne ich auch nicht persönlich, der Liebste wollte dort eigentlich den Bergmarathon bis hinauf zur Hängebrücke rennen. Es war mit den Höhenmetern aber mühsamer als er vermutet hatte und das Wetter dermaßen bescheiden, dass man oben an den Gipfeln nur in den Wolken stand. Für ihn und somit auch mich, war das trübe Vergnügen dann schon bei der Mittelstation beendet - Hängebrücke nicht mal aus der Ferne gesehen.
    LG WhiteTara

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Zitat Zitat von tuerkisblau Beitrag anzeigen
    So ein bisschen erinnern mich die Suone an die Wahle in Südtirol
    Weißt du noch, an welchen du gewandert bist ?
    LG WhiteTara

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Ja, das war oberhalb von Algund, und in der Nähe von Schloß Juval, beide Vinschgau. Allerdings würde ich das eher als Spazierengehen bezeichnen, dort tummelt sich alles, was eher bequem unterwegs ist.

    Allerdings gibt oder gab es solche Systeme auch in Mals (Nähe Reschensee) kann ich mich aus Kindertagen erinnern. Sie wurden tatsächlich benutzt um die Obstbäume zu wässern.

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    AW: Wandern - eine Entdeckung der Langsamkeit

    Zitat Zitat von tuerkisblau Beitrag anzeigen
    Ja, das war oberhalb von Algund, und in der Nähe von Schloß Juval, beide Vinschgau.
    Da muss ich irgendwann auch mal hin *träum*, ist eine schöne Gegend
    Bist du auch im Schloss gewesen?
    LG WhiteTara

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