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Thema: Kirschblüten

  1. Avatar von gittifrau48
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    Kirschblüten

    Gestern habe ich den Film "Kirschblüten" von Doris Dörrie gesehen, der mich sehr beeindruckt und berührt hat...

    Ich muss nachträglich noch immer darüber nachdenken, warum mich dieser Film so berührt hat…

    Es ist das tiefe Miteinander, das diesem Ehepaar nach einem alltäglichen Leben zu zweit erst durch den Verlust des anderen bewusst wird…

    Es ist das wunderbare Spiel von Hannelore Elsner, die in ganz kleinen liebevollen Gesten ausdrückt, wie sehr sie diesem ganz normalen alltäglichen Mann verbunden ist…

    Und später nach ihrem Tod, wie genau dieser Mann begreift, was er an seiner Frau verloren hat…

    Es ist ein Film, den nur jemand gestalten kann, der selbst so eine tiefe Verbundenheit erlebt hat…

    Und auch wenn mir manches von dem Erleben in Japan fremd war, hat es doch genau diese Gefühle ausgedrückt…

    Es ist ein Film, der bewusst macht, wie wichtig es ist, den Gedanken an den Tod nicht zu verdrängen, weil man sonst das Leben versäumen könnte...

    Ein sehenswerter Film, der sich für mich in die Reihe solcher Filme wie

    „Das Meer in mir“ oder

    „Wie im Himmel“ einreiht.

    Dieser Film lohnt sich vor allem für Paare, die manchmal im Alltag an der Alltäglichkeit eines Lebens zu zweit verzweifeln und denen vielleicht (so wie diesem Paar) der Mut auch zur Erfüllung eigener individueller Wünsche fehlt…

    Gittifrau
    Das Glück hängt nicht davon ab,
    wie viel wir haben,
    sondern wie viel Freude wir daran haben.

    Otto von Frohnau


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    AW: Kirschblüten

    Zitat Zitat von gittifrau48

    Es ist ein Film, den nur jemand gestalten kann, der selbst so eine tiefe Verbundenheit erlebt hat…
    ...,und der selbst so einen tiefen Verlust erlebt hat....

    merlaine
    Dawn points, and another day
    Prepares for heat and silence.
    Out at sea the dawn wind
    Wrinkles and slides. I am here
    Or there, or elsewhere. In my beginning.

    T.S.Eliot

  3. Avatar von Leeremick
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    AW: Kirschblüten

    Zitat Zitat von gittifrau48
    Gestern habe ich den Film "Kirschblüten" von Doris Dörrie gesehen, der mich sehr beeindruckt und berührt hat...
    ging mir auch so. Ich war auf einer ganz persönlichen Ebene sehr berührt. Ich habe ihn schon vor einem Monat auf der Berlinale gesehen (wo er wirklich euphorisch bejubelt wurde) und ich habe seitdem noch oft an ihn denken müssen.

    Ich finde es absolut bemerkenswert, dass Doris Dörrie die Themen Verlust und Trauer und auch Entfremdung der Generationen so ehrlich schildern kann und den Zuschauer dennoch mit einem positiven Gefühl entläßt.
    Lee
    asa nisi masa

  4. Inaktiver User

    AW: Kirschblüten

    Ich habe diesen Film auch gesehen und war sehr berührt. Die kleine Japanerin hat so zauberhaft gespielt . Sie hat mich mit ihrer Liebe am meisten beieindruckt. Es war ein verstehen zwischen den beiden auch ohne Worte. Beide durch ihren Verlust zueinander gefunden auf einer tiefen seelischen Ebene.Ashley

  5. Inaktiver User

    AW: Kirschblüten

    ich fand ihn auch sehr sehenswert -wenn auch in der ersten halben Stunde soooo arg langatmig.

  6. Avatar von muggl
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    AW: Kirschblüten

    Hallo!

    Ich habe den Film vor gut einer Woche im Kino gesehen und kann nur wiederholen, was Ihr schon gesagt habt.
    Schön, dass ich jetzt hier einen Strang mit Euren Meinungen entdeckte.

    Mich hat er auch sehr berührt - und beschäftigt.
    Und ich habe, zugegebenermaßen, im Kino so viel geheult wie noch nie . Aber so wie es sich angehört hat, ging das wohl allen im Saal so. Ich hab den Film an einem Samstagvormittag gesehen und war noch den ganzen Samstag und fast noch Sonntag ziemlich durch den Wind, huiuiui... Aber glücklich, dass jemand so einen Film gemacht hat!


    Was mir eben auch durch den Kopf ging, weil ich Freunden davon erzählen wollte:
    Ob man den Film anders sieht oder erfasst, wenn man noch nie einen nahestehenden Menschen verloren hat?
    Wir hatten dieses Thema (Angehörige verlieren bzw. noch nie verloren haben) aus gegebenem Anlass kürzlich im Freundeskreis.
    Ich selbst habe den Verlust von zwei nahen Angehörigen inzwischen halbwegs gut verarbeitet und muss sagen, dass "Hanami" die damit verbundenen Gefühle bei mir extrem zurückgerufen hat (was für mich sehr oke war, aber eben sehr intensiv). 'Aktive Trauerarbeit' nennt man das wohl auch.

    Ich finde, Doris Dörrie hat die Situationen sehr, sehr gut dargestellt (Tränengarantie auf allen Rängen - aber ernsthafte Tränen, keine Kitschtränen). Ein unheimlich sensibler Film. Man kann gut mitfühlen. Auch bei Kleinigkeiten, Momenten ... - die für andere vielleicht nichtssagend sind?! Wer weiß.
    Plötzliche Heulkrämpfe. Gefühle. Oder alleine die Situation, wo die 'schwarzgekleideten Gestalten' am Tag vom Trudis Beerdigung wie Aliens unter den lustigen Urlaubern am Ostseestrand stehen. Ge-nau solche Aliens waren wir am Tag der Beerdigung meiner Oma am See-Ufer in Omas Ort. Ein seltsames, einzigartiges Gefühl. Die schwarzen Aliens inmitten der sonnenhungrigen Ausflügler, total isoliert von der Welt und doch mittendrin... Wahnsinn. - Da frage ich mich eben, wie Menschen diese Szenen wahrnehmen, denen diese Situationen fremd ist...

    Ich könnte einen Feldversuch im Freundeskreis starten. Eben mit den Leuten, die meinten, sie könnten sich nicht vorstellen, wie es ist, jemanden zu verlieren, und dann fragen, ob sie es vielleicht jetzt - nach dem Film - eher können (harmloser Trockenversuch). Und dann mit denen, die das selbst schon durchgemacht haben. Aber bei einer Freundin ist die Erinnerung so frisch und erst dürftig verheilt, dass ich sie nicht in diesen Film schicken möchte... Heftig.

    Liebe Grüße,

    Muggl

  7. Avatar von muggl
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    AW: Kirschblüten

    P.S.:

    Was ich aus meiner Sicht nicht nachvollziehen kann, ist jedenfalls so ein Kommentar zum Film wie aus der TAZ vom 13.Feb.:
    „Wieder einmal hat Doris Dörrie Figuren erschaffen, die weder sie noch der Rest der Welt sonderlich ernst nehmen muss. Sich deren Auseinandersetzung mit dem Tod vom Leib zu halten fällt etwa so leicht wie die Lektüre der Brigitte im Wartezimmer.“ Aha.
    *wunder*

    Gut, es gibt ja immer wieder Filmkritiker, die sich nie viel überlegen müssen, weil sie grundsätzlich immer verächtlich oder herablassend sind.
    Aber da frag' ich mich, vor welchem Hintergrund der Autor diesen Film wahrgenommen haben mag... .

    ... Upps, jetzt fällt mir erst auf, dass ja auch die Brigitte mit reingezogen wird! *lach* Wie passend hier in diesem Rahmen . *grunz*

  8. Avatar von Pischti_H
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    AW: Kirschblüten

    Jetzt habt Ihr mich echt neugierig gemacht auf den Film. Mal sehen, wie ich ihn mir organisieren kann, denn ich glaube kaum, dass sie ihn hier in den griechischen Kinos zeigen werden oder vielleicht doch Aber vielleicht kann ich mich ja bis zum Sommer gedulden und eine Freundin bringt ihn mir mit.

    @Muggl
    Ich glaube, man kann sich den Verlust eines sehr nahestehenden Menschen schlecht vorstellen, wenn man sowas noch nicht selbst erlebt hat. Vielleicht bestimmte Situationen und bestimmte Gefuehle ... aber gerade dieses Alienfeeling eben nicht.



    Pischti
    Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
    denn das ist ihnen voellig egal.
    Euripides


    Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
    Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"

  9. Avatar von Leeremick
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    AW: Kirschblüten

    @muggl

    Ich glaube wie Du, dass dieser Film den Zuschauer auf einer sehr persönlichen Ebene trifft - oder eben nicht.
    Ich habe bemerkt, dass ich mich nach Sicht des Films verstärkt um meine Mutter (mein Vater ist schon sehr lange tot) bemühe. Das klingt jetzt so, als sei meine Mutter mir egal (gewesen) - so ist es natürlich nicht, aber der Film hat mich daran erinnert, dass meine Mutter ja auch nicht immer auf der Welt sein wird (was ich natürlich weiß, aber im manchmal schwierigen Umgang mit ihr vergesse) und in mir das Bedürfnis geweckt eher das Gemeinsame zu suchen, ihr eine Freude zu machen etc.


    Lee
    asa nisi masa

  10. Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Kirschblüten

    Oh, der Film klingt gut - ich hoffe, dass er hier bald gezeigt wird. Auch wenn er sicher so Einiges aufwuehlen wird.

    Ich hatte eben bei den Trailern schon einen Kloss im Hals - bei dem Familienfoto ... genauso ein Foto haben wir vor ein paar Jahren auf einem meiner Deutschlandurlaube gemacht, auch mit viel Ach und Krach, keiner stand still, die kleinen Schwestern fanden es albern, Bruder flachste, die Hunde zappelten, Vattern dirigierte .. und ein 3/4 Jahr spaeter war mein Bruder tot.

    Dieses Foto ist eines der wichtigsten, das ich habe.

    Seltsam fuer mich, nach 8 Jahren H Elstner und E Wepper wiederzusehen ...

    lg
    frangipani
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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