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    ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Letztens las ich in einem Magazin einen Artikel, wo Literaturverfilmungen vorgeschlagen wurden, durch die man sich das Lesen des Buches spart. Nannte sich "Bildung per TV" o.s.ä. - wie bilde ich mich ohne viel Aufwand?

    Ja nun, Literaturverfilmungen können sehr gut sein, aber auch grottenschlecht, manchmal nah am Buch, manchmal ganz anders.

    Welche Literaturverfilmungen kennt ihr und was fandet ihr besser: Buch oder Film?
    (unter "Literatur" würde ich übrigens alles fassen, was man auf Papier finden kann: Klassiker, Comics, Biografien...)

    Ich fang mal an:

    Die fettesten Literaturverfilmungen, die ich kenne, sind "Herr der Ringe", "Der Hobbit" und "Harry Potter". In allen drei Fällen fand ich die Verfilmung gut und habe die Bücher versucht zu lesen, bin aber einfach nicht reingekommen. Den "Hobbit" und "Harry Potter" habe ich zumindest als Hörbuch gehört, muss aber sagen, dass ich auch danach die Filme besser finde (auch wenn Rufus Beck den Potter im Alleingang absolut genial synchronisiert hat!) Das einzige, was mich genervt hat, war die hinzuerfundene Lovestory im Hobbit, die hätte echt nicht sein müssen. Man hätte das Buch auch nicht auf drei Filme aufblähen müssen.

    Die Zeichentrick-Verfilmungen der Asterix-Comics sind furchtbar schlecht gezeichnet, aber klasse synchronisiert. Was gegenüber den Comics fehlt, sind die beliebten lateinischen Aussprüche, die so mancher von uns noch heute auswendig kann. Die Real-Verfilmungen habe ich bis auf den ersten nicht geschaut, aber Depardieu hat den Obelix sehr süß gespielt, und Laetitia Casta (was macht die eigentlich?) war auch toll besetzt als Falbala.

    Die Verfilmung von "Tim und Struppi" (Animation) finde ich sehr gut gelungen, Kapitän Haddock (Andy Serkis, wer sonst bei motion-capture!) ist genauso knubbelig-brummelig wie in der Vorlage, und Jamie Bell spielt den Tim auch ganz prima. Nichts zu bemängeln!

    Von "Der Name der Rose" kenne ich bislang nur die Verfilmung, besitze aber das Buch und nehme es seit 30 Jahren immer mal wieder zur Hand und schaffe auch die ersten Kapitel, aber es ist - auch wenn man die lateinischen Teile überspringt - doch recht zäh. Aber irgendwann lese ich es durch! *schwör*

    Bei "Das Geisterhaus" weiß ich gar nicht mehr, was ich mir zuerst angesehen habe, das Buch oder den Film (ich glaube das Buch). Hier muss ich sagen, ist die Verfilmung zwar recht nah am Buch, aber beide stehen für mich für sich. Das Buch transportiert eine Stimmung, die im Film nicht ganz rüberkommt; z.B. versteht man im Film überhaupt nicht, warum es "Das Geisterhaus" heißt; die übersinnlichen Fähigkeiten von Clara werden nicht thematisiert. Dies macht aber einen Teil der Faszination der Familiensaga aus.

    Die letzten Verfilmungen, die ich gesehen habe, waren die der Krimi-Reihe um Karl MØerck von Jussi Adler-Olsen. Boah, sind die schlecht! Wenn man die Ankündigungen auf der DVD-Hülle liest ("Nervenzerfetzend!" "Spannung pur!") muss ich sagen: Nö, echt nicht. Die Qualität ist TV-Niveau, obwohl die Filme sogar im Kino liefen. Von den Büchern wurden nur Fragmente genutzt und die Chemie zwischen den Darstellern ist nicht im mindesten die, wie sie in den Büchern dargestellt wird. Einzig die Figur des Assad ist gut besetzt; Fares Fares ist halt einfach ein echter Charmebolzen. Der Darsteller des Karl läuft ständig nur mit muffiger Fischlippe rum und leistet darstellerisch eigentlich sonst gar nichts.
    "Wenn du erstmal Feminismus hast, das wirst du so schnell nicht wieder los."
    (Gerburg Jahnke)

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Das Parfüm

    Ich habe das Buch gelesen und fand es toll. Die Verfilmung war grottenschlecht.

    Twilight Triologie

    Die Verfilmung war für mich brilliant, allerdings fehlten viele Passagen aus den Bücher. Konnte man aber wahrscheinlich aus Zeitgründen nicht unterbringen.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Ich finde es ehrlich gesagt immer etwas komisch, Buch und Film zu vergleichen und dann zu beurteilen, was "besser" ist.

    Ich finde, es sind sehr unterschiedliche Medien, die unterschiedliches "transportieren". Manches, was im Buch vorkommt, lässt sich im Film kaum/schlecht darstellen (was überhaupt nicht schlimm ist) bzw. wird ganz weggelassen (sonst würde so mancher Film 10 Stunden dauern), was auch nicht schlimm ist.

    Ich nenne mal "In Zeiten des abnehmendes Lichts": der Film ist von Matti Geschonnek, das Buch von Eugen Ruge. Der Film hat mir hervorragend gefallen, mit dem Buch kam ich garnicht klar, u.a. viel zu langatmig.

    Dann noch "In den Gängen": der Film ist von Thomas Stuber, die Kurz(!)geschichte von Clemens Meyer. Mir haben Film und Kurzgeschichte hervorragend gefallen ! Allerdings nicht direkt vergleichbar in meinen Augen.

    Eine gut gelungene Verfilmung ist in meinen Augen "Der Vorleser": der Roman ist von Bernhard Schlink, der Film von Stephen Daldry. Ganz tolle Schauspieler !

    Wenn es einem nur um die schnöde "Handlung" eines Buches geht, dann ist dies mit einem Film in plus-minus 90 Minuten deutlich schneller zu erfahren, als sich durch ein Buch zu "arbeiten", keine Frage. Außer bei Clemens Meyer, da liest man die Kurzgeschichte schneller als den Film zu gucken. Aber das ist eher die Ausnahme.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (18.03.2021 um 15:07 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  4. Moderation

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    HdR und Harry Potter mag ich als Filme, finde die Bücher aber noch mal um einiges besser, weil man naturgemäß in der Verfilmung vieles weglassen muss. Dass der Hobbit auf 3 Filme aufgebläht wurde, fand ich ziemlich albern, auch wenn die Besetzung toll war.

    Beim Geisterhaus hat mich der Versuch genervt, die damals schon deutlich dem Jugendalter entwachsene Meryl Streep als Teenager-Clara zu verkaufen. Da habe ich nicht verstanden, warum man sich nicht wie in so vielen anderen Filmen für die ganz junge Clara einer anderen Schauspielerin bedient hat. Ansonsten weiß ich aber nicht mehr allzu viel von dem Film.

    Tendenziell mag ich die Originalromane oft lieber als die Verfilmungen. Es gab aber auch ein paar Bücher, bei denen mir der Stil nicht zusagte (Zusammen ist man weniger allein) oder ich in das Buch einfach nicht reinkam (Der englische Patient), während ich die Verfilmungen großartig fand.

    Ich mag die Klassikerverfilmungen der BBC meistens gerne (Jane Eyre, Middlemarch ...)

    Positiv überrascht war ich von "Anne with an E", der neuen Serie nach "Anne auf Green Gables". Die weicht zwar inhaltlich teilweise erheblich vom Buch ab (was ich ein bisschen schade finde), aber sie fängt den Geist des Buches trotzdem sehr schön ein.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Bei Harry Potter hat man brachial viel weggelassen, das die Story tiefgründiger macht, finde ich. Gerade die Zusammenhänge, die schon trickreich in Band 1 angelegt werden und in Band 7 dann zum Zug kommen - das kriegt man mit Filmen nicht hin. Ich gebe aber zu, dass zumindest die deutsche Übersetzung wahnsinnig langweilig ist (Harry sagte, Hermine sagte, Ron sagte, Harry und Ron gingen, Hermine ging....) - ich hab die Bände vorgelesen und fand Band 5 so ätzend zum Vorlesen, dass wir dafür Jahre gebraucht haben.

    Die unendliche Geschichte fand ich schlimm, das Buch ist so schön, und der Film ist nur die Hälfte der Story aber doch irgendwie das Ende mit reingemixt und einfach nein.

    Die Brüder Löwenherz
    ist mein absolutes Lieblingsbuch (muss immer noch ganz viel weinen dabei), aber da finde ich die Verfilmung genau so berührend.

    Die Eberhofer-Krimis finde ich als Buch grauenhaft, als Hörbuch genial dank Christian Tramitz und als Film wirklich gut gelungen.

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Gefährliche Liebschaften, Briefroman von Cholderlos de Laclos

    fast zeitgleich erschienen die Verfilmungen von Stephen Frears mit Glenn Close und John Malkovitch und Valmont von Milos Formann mit Anette Benning und Colin Firth.

    Die Frears-Verfilmung gefiel mir wesentlich besser, die Romanvorlage gut umgesetzt.
    Geändert von Nefernefer (19.03.2021 um 18:02 Uhr)
    If you see someone without a smile give him yours.

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    EM Foster, Passage to India.
    Reise nach Indien.
    Ein echt schöner Film. Das Buch habe ich mindestens 3 x angefangen.
    Es ist Frühling!

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Die Liebe in Zeiten der Cholera.

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen!
    Beim Lesen entstehen die Bilder im eigenen Kopf, beim Film siehst du die Bilder aus dem Kopf eines anderen.
    Der Film bringt- der leichteren Verständlichkeit wegen- oft nur eine Handlung, schneidet manchmal auch diese noch zusammen. Im Buch können mehrere Handlungen gleichzeitig laufen.

    Ich mag meistens die Bücher lieber! Aber manchmal ist es doch gut, dass es auch einen Film gibt. Dr. Schiwago habe ich 100 x begonnen, aber bis heute noch nicht fertig gelesen! Da komm' ich einfach nicht durch!

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    AW: ... aber ich habe den Film gesehen! - Literaturverfilmungen

    Zitat Zitat von Renate-Alice Beitrag anzeigen
    .....Beim Lesen entstehen die Bilder im eigenen Kopf, beim Film siehst du die Bilder aus dem Kopf eines anderen.....
    Gilt meiner Meinung nach umgekehrt genauso: Gedanken und Gefühle eines Protagonisten entstehen beim schauen eines Filmes in mir, wenn ich lese, werden mir diese durch den Text des Autors "vorgegeben", dafür entstehen die Bilder bei mir.

    Schenkt sich also nix. Deshalb möchte ich Buch und Film nicht vergleichen im Sinne von "was ist besser".

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

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