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Thema: Slumdog Millionär
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08.04.2009, 19:58
AW: Slumdog Millionär
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08.04.2009, 20:06Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
Ich war gestern in dem Film und die Bilder gehen mir immer noch nach.
Mir hat der Film sehr gut gefallen, die Oskars sind verdient, finde ich. Besonders die "Kinderschauspieler" haben tolles geleistet!
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10.04.2009, 20:53Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
Dieser Film ist wirklich absolut genial. Schauspieler, Drehorte, Dialoge, Musik alles stimmig. Sogar die schnellen Schnitte, die mich sonst nerven, sind hier passend zum Leben der Kinder, die oft blitzschnell abhauen, blitzschnell entscheiden müssen. Die armen, zahlreichen Slumdogs bekommen ein Gesicht, zeigen was sie können.
Grausam? Ja, für die Kinder und Underdogs, die das täglich mitmachen, aber können wir nicht ein paar wenige Szenen ertragen? Oder man schaut halt mal weg. Bei einer ganz schrecklichen Szene im angeblichen Waisenhaus, ahnte man schon was und ich habe weggeschaut.
Bei der Überfallszene im Slum war mir nicht ganz klar, wer da so brutal vorging, aber hier fand ich, dass es um einen religiös motivierten Angriff auf das muslimische Ghetto ging.
Also ein wichtiger Teil der indischen Geschichte und es wäre geschichtsverfälschend, wenn man die Brutalität dabei ausblenden würde, und man muss doch wissen, was die Hauptfiguren erlebt haben in ihrer Kindheit.
Aber es werden auch viele positive Werte vermittelt und der Humor kommt nicht zu kurz, denn die Slumdogs sind sehr gewitzt bei der Entwicklung neuer Ideen im Kampf ums Überleben.
Hier ein kurzer Ausschnitt für Eisenbahnfreunde. Musik von M.I.A. - Paper Planes.
Für Kinder ab 14 finde ich den Film durchaus geeignet. Ideal wäre vorher eine Einführung und nachher noch darüber zu sprechen.
Filme, die mich als 14-jährige ängstigten und fertig machten, waren eher Thriller, wie "Bei Anruf Mord" mit verstecktem Sadismus und Frau als wehrlosem Opfer.
Bei Slumdog Millionär werden die Rollen manchmal umgedreht und auch das Verhältnis erfolgreicher, arroganter Talkmaster und armer Laufbursche Jamal entwickelt sich anders als erwartet.
Sehr intelligent gemachter Film mit liebevollen Blick auf die Slumdogs.
Geändert von Inaktiver User (10.04.2009 um 21:07 Uhr)
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10.04.2009, 23:20Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
Hallo,
Oskars meiner Meinung nach nicht verdient.
Ist ein typischer Film fuer Hollywood. In Indien, da wo wir bis vor kurzem gelebt haben , wird der Film gar nicht gezeigt.
Der Film ist nichts besonderes, Indien Tag fuer Tag Realitaet. Oskar fuer bestes Drehbuch
Logisch deswege auch, dass meine zahlreichen indischen Feunde hier (Asien) nie auf die Idee kaemen, sich den Film anzuschauen.
Aber ich verstehe, dass vor allem in USA, die ja von Indien nicht wirklich eine Ahnung haben, der Film wohl gut ankommt.
gruss
chrissi
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10.04.2009, 23:41Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
Ist eine UK-Produktion
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11.04.2009, 06:36
AW: Slumdog Millionär
I've seen things you people wouldn't believe...Hm...Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time... like tears... in rain. Time to die.
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11.04.2009, 14:18Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
Ich verstehe deine Argumentation nicht so recht.
Ist es jetzt in deinen Augen "Hollywoodkino" - also eher unrealistisch-beschönigend.... oder ist das, was gezeigt wird, "nichts bsonderes, weil in Indien Tag für Tag Realität"? Find ich jetzt irgendwie widersprüchlich.
Ich würde auch nicht erwarten, dass ein nichtdokumentarischer Spielfim die "reine Realität" zeigt, sondern eher deren Interpretation durch den Regisseur mithilfe eines gelungenen Drehbuchs.
Darum fand ich den Film auch gut und stimmig - ohne vom Leben in Indien tatsächlich eine Ahnung zu haben, das geb ich zu.
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11.04.2009, 15:51
AW: Slumdog Millionär
Mir hat der Film auch sehr gefallen. In wie weit der Film das alltaegliche reale Leben in Indien beschreibt, kann ich nicht einschaetzen. Aber es ist ein Film, kein Dokumentarfilm. Und so Hollywood-maessig fand ich ihn auch nicht.
Ich fand das Bollywood-maessige Ende ganz nett, ein Gruss an das indische Kino.
Was mich sehr beeindruckt hatte, war die Kamerafuehrung. Jedes Bild fuer sich ein eigenstaendiges und ausdrucksstarkes Foto. Und die Idee der Geschichte
Dieser Film hat einen anderen Blickwinkel als "Ghandi" oder "Passage to India" (Auf der Suche nach Indien). Indien ist viel zu kontrastreich, als das dieses Land in einem einzigen Film komplett beschrieben werden koennte.

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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11.04.2009, 19:19Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
Dieses Posting von der selbst ernannten "Indien-Kennerin" Chrissi ist wirklich haarsträubend.
Habt ihr in einem Dorf mit 500 Einwohnern gewohnt? Natürlich wurde der Film in Indien gezeigt. Beweis:Wenige Stunden nach den Feierlichkeiten in Los Angeles begannen hier in Bombay die ersten Mittagsvorstellungen, mit beachtlichen Schlangen vor den 39 Kinos, in denen "Slumdog Millionaire" läuft. Und die Begeisterung derer, die zwei Stunden später aus der Vorstellung kamen, war groß: "Das ist bei weitem Danny Boyles bester Film", sagt Rahul Dasgupta, Student und "filmbuff"Du hast also mitten in den Slums gelebt, in Waisenhäusern gearbeitet, hattest Kontakte zur Mafia, hast den Angriff der Hindufanatiker erlebt... usw.Der Film ist nichts besonderes, Indien Tag fuer Tag Realitaet.
Dann läufst du natürlich auch mit einer Digicam (so geschehen, von wegen Hollywood) durch die Slums und hast zahlreiche Slumdogs kennengelernt.
Deine Freunde schauen lieber Bollywoodfilme, wo alles klinisch sauber zugeht.Oder gehören zur Oberschicht oder Mittelschicht, denen der Pöbel in den Slums unangenehm ist.Logisch deswege auch, dass meine zahlreichen indischen Feunde hier (Asien) nie auf die Idee kaemen, sich den Film anzuschauen.
Artikel "Der Scham der Inder"
Die in "Slumdog Millionaire" dargestellte Armut ist dabei nicht übertrieben. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Vereinten Nationen zur Armut in Indiens Städten stuft ein Viertel der Stadtbewohner als "arm" ein. 22,6 Prozent von Indiens Städtern leben in Slums. Ihre Zahl wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
Doch davor verschließen viele Mitglieder von Indiens Ober- und Mittelschicht die Augen. Die städtische Elite erlebt einen Aufschwung, wie es ihn noch nie gegeben hat.Du hast keine Ahnung.Aber ich verstehe, dass vor allem in USA, die ja von Indien nicht wirklich eine Ahnung haben, der Film wohl gut ankommt.
Einige Slumbewohner fanden sich zu negativ dargestellt und protestierten erst, aber dann....
Wie Pischti schon sagt: es ist KEIN Dokumentarfilm, sondern Kino.Vor allem die Darstellung ihres Viertels als reines Elendsquartier störe sie, erklärten die Demonstranten. "Wir sind bereit, Danny Boyle zu zeigen, worum es bei Dharavi geht", sagte einer von ihnen. Doch die Klagen fanden gestern kein Gehör mehr, seit "Slumdog Millionär" mit acht Oscars ausgezeichnet wurde. Alle Fernsehsender jubelten über den Triumph. Premierminister Manmohan Singh erklärt, das überwiegend indische Filmteam habe Indien "stolz gemacht".
Dieses realitätsferne Argument ein Film entspräche nicht der Wirklichkeit ist mehr als merkbefreit.
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11.04.2009, 19:25Inaktiver User
AW: Slumdog Millionär
GENAU! Es geht ja hier auch um Mumbai und nicht um ganz Indien. Stellt euch mal den umgekehrten Fall vor.
Ein betuchter Inder, Wirtschaftsprofessor, hat in einem Hamburger Villenviertel gewohnt, kommt wieder nach Hause nach Mumbai. Sieht dort einen Film eines dänischen Regisseurs über Neonazis irgendwo im Osten, die Inder verprügeln und ruft:"So ist Deutschland gar nicht. Zu mir waren alle freundlich."




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