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  1. User Info Menu

    Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Ihr Lieben,

    ich hoffe, Ihr empfindet es nicht als unsensibel oder pietätlos, wenn ich euch eine Frage stelle. (Wenn doch, entschuldigt bitte, das liegt nicht in meiner Absicht! ) Mein Neffe und seine Frau haben bereits ein Kind (4) und nun bei zirka der Hälfte der Schwangerschaft das zweite verloren. Ich fühle total mit und würde ihnen irgendwie gerne Unterstützung signalisieren. Wir sehen und allerdings nur ein paar Mal im Jahr; deshalb empfände ich es als nicht passend, wenn ich anrufe oder so.

    Habt ihr eine Idee, wie ich unaufdringlich vermitteln kann, dass ich fest an sie denke und mitfühle? Was unterstützt, ohne unangenehm zu berühren? Ist eine schöne Postkarte (im Kuvert) mit einigen Worten unangebracht? Gibt es etwas Handfestes, das man tun kann? Ich bin da sehr unsicher, weil unser Verhältnis eben nicht besonders nahe ist.

    Danke herzlich und lieben Gruß
    -Lil-

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Die Zeiten haben sich geändert - ich hätte es damals ziemlich befremdlich gefunden, wenn ich "Beileidsbezeugungen" von Leuten bekommen hätte, denen ich nicht besonders nahe stehe (obwohl ich selbst natürlich höchst traurig war - und auch körperlich ist das mit einem "kleinen Wochenbett" zu vergleichen).
    Aber heute wird das wohl eher als "Trauerfall" gesehen - da wäre eine Karte vielleicht passend.

    Und handfeste Hilfe - da fällt mir nur das Hüten des großen Kindes ein - aber dazu muss man wohl auch näherstehen.

  3. Moderation

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Eine normale Beileidskarte fände ich auch merkwürdig. Wie wäre es, eine schöne Schokolade oder ein paar Pralinen zu schicken, mit einem lieben Gruß und dem Hinweis, dass du an sie denkst?

    Mich hat so etwas immer sehr gefreut.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Wenn mein Kind im Mutterleib stirbt und jemand schenkt mir Schokolade--- ne, das fände ich unpassend.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Eine neutrale Karte

    "Liebe Sophie, lieber Paul, liebes Fritzchen,

    wir denken fest an Euch.

    Wir hätten Euer Kind gerne kennen gelernt.

    Eure Tante Renate"
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    Ist eine schöne Postkarte (im Kuvert) mit einigen Worten unangebracht?
    Ich finde, das ist eine schöne Idee. Und mit einer neutralen Karte (keine Trauerkarte) mit ein paar lieben Worten kannst du, denke ich, nichts falsch machen.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Danke vielmals für eure schnellen Antworten! Ich sehe, ihr seid geteilter Meinung.

    brighid, es könnte ja heute auch sein, dass es jemand als unpassend empfindet. Meinst du, vor einigen Jahren wurde das eher so hingenommen oder nur im ganze Privaten besprochen? Ich sehe heute Eltern, die ihr Kind auch beerdigen... aber sicher nicht alle. Hm.

    Cariad/overknee -ja, so unterschiedlich kann man das wohl empfinden. Man riskiert ja immer etwas, wenn man mit Menschen in schmerzhaften Situationen kommuniziert. Aber gerade das hat mich eigentlich immer dazu bewogen, aktiv zu begleiten - dass so viele Menschen bei schwierigen Momenten aus Angst stumm bleiben und sich der Trauernde/Betroffene dann oft alleingelassen fühlt.

    Alma, deine Worte finde ich sehr berührend. Ich glaube, ich werde es in diese Richtung versuchen. *grübel*

    Alles Liebe, -Lil-

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    brighid, ...


    Meinst du, vor einigen Jahren wurde das eher so hingenommen oder nur im ganze Privaten besprochen? Ich sehe heute Eltern, die ihr Kind auch beerdigen... aber sicher nicht alle. Hm.
    Eine Spätfehlgeburt wurde nicht "einfach hingenommen" - das war eher bei Frühfehlgeburten so, dass das als Lauf der Welt angesehen wurde.
    Eher, dass das als Privates galt und nur unter Nahestehenden besprochen wurde.

    Gerade fällt mir ein, dass das bei mir gar nicht stimmt - ich war nach meiner Spätfehlgeburt 2 Wochen krankgeschrieben und zwei Kollegen haben mich zuhause besucht. Das hat mich gefreut.
    Mitkriegen tun es andere ja, sobald die Schwangerschaft sichtbar war.
    Und es ist schon "ein Kind verloren" - anders als eine Frühfehlgeburt.


    Almas Idee finde ich grundsätzlich gut - ohne Schokolade.
    (und vielleicht auch ohne "wir hätten euer Kind gerne kennengelernt". Ein "wir denken an Euch" genügt. Und vielleicht noch ein Satz über euch, wenn es da gerade etwas zu berichten gibt).

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Marta-Agatha

    Ich hab versucht, mich in die Lage der Eltern zu versetzen (hatte selbst eine FG, aber schon in einem früheren Stadium) und ICH hätte eine schriftliche Beileidsbekundung von jemand, mit dem ich nicht so "eng" bin, eher befremdlich gefunden. Bei einem Anruf merkt man dann doch schneller, wie die Stimmung ist, ob darüber geredet wird oder nicht, und kann dann vorsichtig Anteilnahme signalisieren, wenn es angebracht ist.
    Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben, sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.

  10. User Info Menu

    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Liebe Marta-Agata, naja, euch zwei Urgesteine der Bri kann man schon mal durcheinanderbringen - nein, natürlich nicht, bitte vielmals um Entschuldigung! danke für deine Erläuterungen, sie bringen mir Klarheit. Ich telefoniere heute mit meiner Schwester, da erfahre ich Näheres. Sicher kann sie die Lage / emotionale Stimmung auch ganz gut einschätzen.

    Liebe Sisa04, ich verstehe, das waren ja auch meine Zweifel. Anrufen wäre aber definitiv zu viel, das weiß ich. Ich tendiere jetzt doch wieder dazu, nichts zu tun, da der mir Näherstehende ja der Vater ist, nicht die Mutter. Sie ist also - obwohl wir uns mögen und gut verstehen - nicht blutverwandt, wir kennen uns erst seit 7, 8 Jahren. Ihn schätze ich ebenso, ich kenne ihn natürlich auch viel länger und reden auch sehr offen über vieles. Das ist der Grundcharakter unserer Familie, es gibt kaum Tabus und wir sind sehr geradelinig. Unsere Kinder sind zudem nahezu gleich alt (ich bin spät Mutter geworden), das verbindet.

    Hm. Also doch stillhalten, um nichts falsch zu machen. Dabei wollte ich das ja gerade nicht. Aber vielleicht ist es am klügsten.


    PS. Zur Offenheit meiner Familie fällt mir ein, dass wir am 75. geburstag meiner Mutter zwei Stunden lang am Familientisch darüber gesprochen haben, wer sich vorm Tod oder dem Sterben warum wie fürchtet und wer nicht. Danach haben wir leicht amüsiert festgestellt, dass das Außenstehende vermutlich als ein sehr unpassendes Thema empfänden.

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