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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Zitat Zitat von Alma_Svensson Beitrag anzeigen
    Schreib was.


    Freunde hatten eine stille Geburt. Sie sagen, dass der stumme Rückzug um nichts falsch zu machen die schlimmste Reaktion für sie war.

    Dann kamen entfernte Bekannte, die zu Freunden wurden, weil sie dezent (mir kein besserer Begriff ein) Anteilnahme ausgedrückt und so ein Gespräch in Gang gesetzt haben.
    Genau das!
    Diese ganze Angst etwas falsch zu machen ist das Schlimmste.
    Selbst WENN es im Endeffekt nicht ganz gefällt, ist es doch der Gedanke der zählt.

    Meine Freundin hatte eine stille Geburt. Danach haben wir alle eine Trauerfeier gemacht und ich habe ihr eine Trauerkarte überreicht und ihr mitgeteilt, dass sie für mich definitiv Mutter ist auch wenn ihr Sohn jetzt nicht mehr lebt.
    Das hat ihr viel bedeutet. Denn oft leiden die Frauen mit einer Fehlgeburt auch darunter, dass sie dann plötzlich nicht den Mutter-Status haben (sie haben doch aber ein Kind zur Welt gebracht! es lebte ja bereits im Mutterleib!) und vor allem manchmal auch trotzdem eine heftige Geburt durchgemacht haben.

    Als ich in Trauer war, habe ich Freunden und Verwandten immer gesagt "ihr könnt nichts falsch machen".

    Eine Trauerkarte mit einem schönen Text finde ich sehr wohl angebracht.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Es kommt aber schon darauf an, zu welchem Zeitpunkt die Fehlgeburt stattfindet.
    Ich finde immer noch empfehlenswert, in den ersten 3 Monaten möglichst keinem oder nur den allerengsten etwas von der Schwangerschaft zu sagen.
    Bei einer Frühfehlgeburt finde ich aber auch "Trauerfeiern" o.ä. befremdlich.

    Wenn die Schwangerschaft schon sichtbar war, muss man natürlich vielen Leuten irgendwie sagen, dass man das Kind verloren hat. Aber auch da ist noch ein Unterschied, ob es der 5. Monat ist oder ob man wirklich ein ausgewachsenes Kind, das im Mutterleib gestorben ist, auf die Welt bringen muss.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    Ich werde eine WA schreiben (die Mutter ist jung, das ist, glaube ich, die naheliegendere Kommunikation aus ihrer Sicht) und habe schon Bücher für den Bruder herausgesucht, die ihm eventuell helfen.
    Ich denke auch, dass Du in diesem Fall mit einer WhatsApp-Nachricht richtig liegst. Ein paar liebe, einfühlsame Worte kann man durchaus auch auf diesem Weg übermitteln.

    Das mit den Büchern für den Bruder ist zwar nett gemeint, das würde ich aber nicht machen. Die Eltern, die ihr Kind am besten kennen, werden sicher einen guten Weg und Zeitpunkt finden, um mit ihm darüber zu sprechen.

    .

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Ich glaube, es ist nicht so wichtig, ob du jetzt eine Karte, ein Whatapp schreibst oder anrufst.

    Eine liebevolle Geste ist immer eine liebevolle Geste, finde ich.

    Ich hätte angerufen

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Ich glaube, ich würde auch anrufen oder sogar vorbeigehen (wenn sie in der Nähe wohnen). WhatsApp finde ich zu unpersönlich, oder oberflächlich.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Es kommt aber schon darauf an, zu welchem Zeitpunkt die Fehlgeburt stattfindet.
    Ich finde immer noch empfehlenswert, in den ersten 3 Monaten möglichst keinem oder nur den allerengsten etwas von der Schwangerschaft zu sagen.
    Bei einer Frühfehlgeburt finde ich aber auch "Trauerfeiern" o.ä. befremdlich.

    Wenn die Schwangerschaft schon sichtbar war, muss man natürlich vielen Leuten irgendwie sagen, dass man das Kind verloren hat. Aber auch da ist noch ein Unterschied, ob es der 5. Monat ist oder ob man wirklich ein ausgewachsenes Kind, das im Mutterleib gestorben ist, auf die Welt bringen muss.
    Meinst du jetzt das Ausmaß der Trauer oder das Kommunizieren der Nachricht?...

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Zitat Zitat von coryanne Beitrag anzeigen
    Meinst du jetzt das Ausmaß der Trauer oder das Kommunizieren der Nachricht?...
    Du meinst für den Unterschied zwischen 5. Monat und ausgewachsenes Kind?

    Breit kommunizieren muss man ja, wenn die Schwangerschaft schon sichtbar war.
    Trauer kann man sicher nicht vergleichen - aber für mich ist eine (und war meine in der 20. Woche) Spätfehlgeburt natürlich schlimmer als meine Frühfehlgeburten - aber doch immer noch eine schiefgegangene Schwangerschaft und kein Trauerfall. Obwohl ich das Kind tot im Arm gehabt habe.

    Wenn das Kind kurz vor dem Geburtstermin im Bauch gestorben ist (und längst lebensfähig gewesen wäre und monatelang im Bauch Fußball gespielt hat), ist das schon eher ein Trauerfall.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Marta-Agata, wie alt sind Deine Kinder etwa?

    Wenn ich (Ende 30) das eine Ultraschallbild von mir im 7. Monat anschaue, sehe ich nur graue Schlieren. Bei meinen Kindern (ab 2012) konnte man im dritten Monat die Fingerchen zählen und vor Halbzeit das Gesicht gut sehen.

    Ich will sagen, dass durch den Blick in den Bauch heutzutage eine andere (weniger abstrakte?) Verbindung zum Baby besteht, auch bevor es spürbar strampelt.
    .

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Die 10 Jahre, die ich damit zugebracht habe, kein weiteres Kind zu bekommen, waren genau die 90er.
    Du sagst, ein Ultraschallbild im 3. Monat schafft eine starke Verbindung?

    Ich denke eher, es ist das Planen heute. Wir haben ja auch verhütet und und dann Kinder gewünscht - aber so ein Umschalten von "auf keinen Fall" zu "jetzt aber sofort" gab es bei uns nicht. Da war doch mehr Bereitschaft, einfach Phasen zu haben, in denen man die Dinge auf sich zukommen ließ.

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    AW: Fehlgeburt - wie anteilnehmen?

    Ich weiß nicht, ob sie stärker ist. Ich glaube, dass sie anders ist.
    Heutzutage gibt es optional bei jeder Vorsorge Ultraschalluntersuchungen, es entsteht ein Bild im Kopf.

    Und der Verlust einer Schwangerschaft ist doch immer auch der Verlust eines Bildes, einer Vorstellung, eines Wunsches.
    .

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