+ Antworten
Ergebnis 1 bis 5 von 5

  1. Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    13

    Faktor-V-Leiden

    Liebe Leute,

    nach nunmehr vier Fehlgeburten (alle ca. 7. Woche) wurde bei mir jetzt das Faktor-V-Leiden diagnostiziert. Kennt sich jemand mit dieser Gerinnungsstörung aus?

    Wenn ich mir das richtig angelesen habe, kann das Faktor-V-Leiden eher im späteren Stadium der Schwangerschaft Fehlgeburten verursachen (ab ca. 12. Woche), nicht aber schon so früh. Dennoch meinte meine Frauenärztin, dass auch beim Faktor-V-Leiden frühzeitig Blutverdünnungsmittel genommen werden sollten (z. B. Aspirin, Heparin), zumindest vorsorglich. Das würde ja bedeuten, dass meine bisherigen Fehlgeburten möglicherweise hätten verhindert werden können.?

    Wer hat damit Erfahrungen?
    Schönen Dank!
    Metaline

  2. Avatar von Pinguine-haben-Knie
    Registriert seit
    17.07.2018
    Beiträge
    245

    AW: Faktor-V-Leiden

    Guten Morgen Metaline,

    ich dachte, ich reiche dir wenigstens mal ein , auch wenn ich kein Faktor-V-Leiden habe... womit ich allerdings dienen kann ist Antiphospholipidsyndrom, was glaub ich nur eine andere Seite der Medallie ist. Im Prinzip sind, was Schwangerschaften angeht, die Probleme wohl ähnlich.

    Erstmal, ja - wiederholende Fehlgeburten, auch frühe, können an Gerinnungsstörungen liegen. Aber, das heißt ja nicht gleichzeitig, dass sie alle daran liegen müssen und dass eine entsprechende Prophylaxe sie verhindert hätte. Frühe Abgänge können ja die unterschiedlichsten Gründe haben. Und mein Verständnis ist, dass wirklich erst nach multiplen (>3) Fehlgeburten im ersten Trimester überhaupt auf Gerinnungsstörungen getestet wird, wenn kein weiterer Verdacht (vorherige Thrombosen, familiäre Veranlagung etc.) dazukommt.
    Meine APS Diagnose war eher ein Zufallsbefund in der Kinderwunschbehandlung (2x deutlich erhöhte beta-2-Glykoprotein Werte im Abstand von neun Monaten), der inzwischen vom Facharzt auch nochmal bestätigt worden ist. Da ich dank Schilddrüse und PCOS (mein Körper kann sich nicht sonderlich gut leiden) eh fruchtbar wie ein Stein bin, sind mir die damit verbundenen Fehlgeburten zum Glück erspart geblieben.

    Ich bin jetzt, mit täglichem niedermolekularem Heparin, seit heute in der 20. SSW. Die Sorge geht irgendwie auch mit Behandlung nicht weg (ist die Dosis hoch genug? muss ASS dazu wirklich nicht sein? ist die Überwachung wirklich eng genug?) und ich bin froh, wenn der Wurm im Dezember auf der Welt ist... aber, man kann Gerinnungsstörungen in der Schwangerschaft behandeln. Und während APS sonst angeblich in bis zu 90% aller Schwangerschaften zu Fehlgeburten führen kann (auch v.a. späte), steigt die Wahrscheinlichkeit auf eine erfolgreiche Schwangerschaft bei adäquater Behandlung wohl auf etwa 90%. Damit halte ich mich gerade über Wasser.

    Ihr wisst jetzt, was ihr machen könnt! Das ist doch ein riesen Schritt. ASS, Heparin, dazu vielleicht noch Kompressionsstrümpfe... und dann tut ihr doch alles was möglich ist, damit du nicht noch mehr Fehlgeburten durchmachen musst. Es geht ja nicht darum, was ihr hättet tun können. So weh das tut, dafür ist es jetzt zu spät (und ja, ich finde auch, dass da viel früher viel mehr getestet werden müsste). Ihr müsst schauen, dass ihr jetzt und in der Zukunft was tun könnt und das tut ihr jetzt! Ich drücke euch die Daumen, dass es jetzt schnell und komplikationslos für euch klappt.
    Ich und mein Körper wollen schlafen. Aber mein Kopf will wissen, ob Pinguine Knie haben.

  3. Avatar von Alda79
    Registriert seit
    16.10.2008
    Beiträge
    1.108

    AW: Faktor-V-Leiden

    Hallo Metaline,

    ich kann dir nur den Tipp geben, dich mal bei einer Gerinnungsambulanz (meist angesiedelt bei Universitätskliniken) vorzustellen. Dort werden weitere Untersuchungen auch auf andere Gerinnungsfaktoren gemacht und konkrete Empfehlungen gegeben, wie und ob während Schwangerschaft und Geburt prophylaktisch gehandelt werden muss.
    "Aspirin oder Heparin", wie deine Frauenärztin empfohlen hat, hört sich irgendwie ein bißchen schwammig an.

    Bei mir wurde schon lange bevor ich Kinder bekam durch Zufall festgestellt, dass ich diese Mutation habe. (Es heißt übrigens Faktor- V-Mutation und ist kein Leiden ...diese Mutation wurde bloß an der niederländischen Universität in Leiden entdeckt ). Ich bin mal an einen Frauenarzt geraten, der ein Pillenrezept erst ausgestellt hat, wenn keine Gerinnungsstörung vorliegt.

    Als ich das erste Mal schwanger wurde, wurde ich an die Gerinnungsambulanz überwiesen, wo dann festgestellt wurde, dass keine anderen Gerinnungsfaktoren betroffen sind, und da ich noch keine Thrombosen hatte, war die Empfehlung, dass ich ab Geburt zwei Wochen lang Heparin spritzen sollte (ansonsten bei länger andauernder Bettlägerigkeit und langen Reisen in sitzender Position).

    Ich habe aber schon gehört, dass bei bestimmten Faktoren eine dauerhafte Heparingabe während der Schangerschaft empfohlen wird, auch zur Verhinderung früher Fehlgeburten. Ich selbst hatte nach dem ersten Kind auch eine frühe Fehlgeburt, aber man kann nicht sagen, woran das lag.

    Also wie gesagt, den Tipp mit der Gerinnungsambulanz habe ich für dich und ansonsten wünsche ich dir, dass dann bald alles gut geht!


  4. Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    13

    AW: Faktor-V-Leiden

    Vielen Dank, Euch, Pinguine-haben Knie-und Alda!
    Und ja, Faktor-V-Mutation :-)


  5. Registriert seit
    07.03.2014
    Beiträge
    583

    AW: Faktor-V-Leiden

    @Metaline, von mir auch ein
    Ich habe das zwar nicht, wurde aber im Zuge der Kinderwunschbehandlung darauf getestet. Und mein Arzt meinte vorher, wenn es das ist, kriegen wir das gut in den Griff. Will sagen: Doof, ja. Aber doch auch positiv zu wissen, das man was dagegen tun kann! Alles Gute!

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •