+ Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 39

  1. Registriert seit
    03.03.2015
    Beiträge
    8.561

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Liebe claudita, es tut mir sehr leid, dass Du soviele Fehlgeburten erleben musstest!

    Mir fällt es sehr schwer, Dir einen Rat zu geben. Ich selber hatte auch mehrere Fehlgeburten. Danach war die Angst, dass es wieder schiefgehen könnte, zu groß für einen neuen Versuch. Ich habe gehofft, dass die Angst im Laufe der Zeit weniger wird - das war nicht der Fall, jahrelang nicht.

    Im März, kurz vor meinem 43. Geburtstag, haben mein Mann und ich beschlossen, es einfach nochmal auf natürlichem Weg zu versuchen. Seitdem hatte ich zwei sehr frühe Fehlgeburten. Das war für mich auch sehr schlimm, aber wenn ich meine Regel bekomme, bin ich jedesmal tieftraurig.

    Eine künstliche Befruchtung oder Eizellenspende würde sich für mich genauso falsch anfühlen wie eine Pflegschaft oder eine Adoption, aber das muss jede für sich entscheiden.

    Ich habe noch die Kraft, es weiter zu versuchen, obwohl die Angst vor einer neuen Fehlgeburt dauernd da ist. Und solange ich die Kraft habe, versuche ich es. Wenn ich jetzt für mich einen Schlussstrich ziehen würde, würde ich mich nur ewig fragen, ob es nicht doch geklappt hätte.
    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. (Sokrates)

    Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind.
    Wirklich arm ist nur, wer nie geträumt hat. (Marie von Ebner-Eschenbach)

  2. Avatar von neka
    Registriert seit
    25.02.2011
    Beiträge
    5.679

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Das mit der Kraft trifft es.

    Den Rat zu Adoption/Pflegschaft kann ich immer nur begrenzt verstehen. Das ist halt einfach nicht dasselbe. Klar kann man das und ich find das auch grundsätzlich super, wer sich dafür entscheidet. Nur ist es nicht das Allheilmittel. Auch denke ich, dass es anders ist, ob man nicht schwanger werden kann oder es eben schon mehrfach wurde. Im ersten Fall steht man eben vor „vollendeteren“ Tatsachen, vielleicht liegt dann der Gedanke, ein anderes Kind aufzunehmen, doch etwas näher? Ich weiss es nicht, aber es ist halt keine Antwort für jedes Paar.

  3. Avatar von Marta-Agata
    Registriert seit
    12.04.2013
    Beiträge
    12.817

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Was würde für dich denn bedeuten, dass "Schluss" ist?
    Dass wieder verhütet wird?
    Ich hatte das Claudita gefragt, die inzwischen aber nicht mehr hier war - jetzt frage ich auch FrauKlein.

  4. Avatar von neka
    Registriert seit
    25.02.2011
    Beiträge
    5.679

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Ich antworte mal für mich: ich hätte wieder verhütet, ja.


  5. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    12.408

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Wir haben - als unsere Töchter klein waren- einige Jahre lang Pflegekinder aufgenommen. Ich finde es persönlich auch schwierig- wir haben die Kinder nur auf Zeit bis zur Klärung der Perspektive aufgenommen, sie gingen dann entweder zurück oder gingen in Dauerpflege. Die Dauerpflegeeltern kamen oft aus der Kinderwunsch-Ecke.

    Man muss sich einfach im Klaren sein, dass man bei einem Pflegekind nie allein entscheiden kann, sondern das Jugendamt immer mit im Boot ist. Teilweise bestehen regelmäßige Kontakte zu den leiblichen Eltern, die die Pflegeeltern wahrnehmen müssen. Mitunter möchten die leiblichen Eltern an der Einschulungsfeier teilnehmen- es ist anders als bei einem eigenen Kind.

    Die Jugendämter stehen da auch nicht immer auf Seiten der Pflegeeltern. Teilweise wurden wir mit einem Maulkorb versehen, durften also den zukünftigen Dauerpflegeeltern nicht von Auffälligkeiten berichten. Es gab den Fall, dass uns bekannt war, dass die Mutter in der Schwangerschaft getrunken hat, das Kind war schon in früher Kindheit wirklich auffällig.

    Das Jugendamt hielt oft Infos zurück- damit Bewerber nicht abspringen.
    Auch haben die leiblichen Eltern immer wieder die Möglichkeit, einen gerichtlichen Antrag auf Rückführung zu stellen- bis zur Volljährigkeit.

    Das alles verursacht unglaubliches Leid auf allen Seiten und war ein Grund, warum wir aufgehört haben.

    Wenn jemand ein Pflegekind aufnehmen möchte, dann ist das toll. Aber es sollte mit offenen Karten gespielt werden.


  6. Registriert seit
    03.03.2015
    Beiträge
    8.561

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Was würde für dich denn bedeuten, dass "Schluss" ist?
    Dass wieder verhütet wird?
    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ich hatte das Claudita gefragt, die inzwischen aber nicht mehr hier war - jetzt frage ich auch FrauKlein.
    Wenn ich für mich einen definitiven Schlussstrich in Sachen Kinderwunsch ziehen würde, würde ich wieder verhüten. Aber solange ich noch Kraft habe und bei mir ein Funken Hoffnung da ist, dass es doch noch klappen könnte, möchte ich nicht verhüten.
    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. (Sokrates)

    Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind.
    Wirklich arm ist nur, wer nie geträumt hat. (Marie von Ebner-Eschenbach)


  7. Registriert seit
    19.08.2012
    Beiträge
    5.871

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Wahrscheinlich hätte ich nach mehreren FG nicht den Mut aufgebracht, es weiter
    zu versuchen.Bereits als ich noch ganz jung war, wusste ich das ich gerne Kinder
    haben möchte. Dabei war es mir persönlich nicht wichtig ob es leibliche sind,
    gerne hätte ich auch ein oder zwei Kinder adoptiert. Es kann so viel schief laufen,
    auch mit leiblichen Kindern und manchmal passen Eltern und Kinder einfach nicht
    zusammen- das haben mein Bruder und ich deutlich gefühlt, leider, dabei waren
    wir die leiblichen Kinder unserer Eltern. Meine Freundin und ihr Bruder dagegen wur-
    den als Neugeborenes bzw. Kleinkind adoptiert und hatten bis zum Tod ihrer (Adoptiv)
    eltern ein wunderbares Verhältnis zu ihnen, wie in jeder anderen guten Familie auch.
    Ich war immer ein wenig neidisch als Kind wegen der tollen Eltern, die andere hatten.

    Pflegekinder wären jedoch nicht infrage gekommen, die jederzeit wieder mögliche
    Trennung vom Kind hätte mir zu weh getan, soweit kenne ich mich.
    Mein 1.Mann und ich haben immer mal mit den Gedanken geliebäugelt, zu unseren
    beiden Kindern noch eines oder zwei zu adoptieren, es hätten nicht unbedingt ganz
    kleine sein müssen. Leider kam dann alles anders, mein Mann wurde krank und
    verstarb, einige Jahre nach seinem Tod wurde ich nochmals unverhofft schwanger
    und alles ging gut.
    Es gibt viele Formen "Mütterlichkeit, Väterlichkeit" zu leben, wenn es nicht so kommt
    wie erhofft, ich wünsche Claudita das sich ihr Wunsch dahingehend noch erfüllt.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld


  8. Registriert seit
    19.08.2012
    Beiträge
    5.871

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Zitat Zitat von FrauKlein Beitrag anzeigen
    Wenn ich für mich einen definitiven Schlussstrich in Sachen Kinderwunsch ziehen würde, würde ich wieder verhüten. Aber solange ich noch Kraft habe und bei mir ein Funken Hoffnung da ist, dass es doch noch klappen könnte, möchte ich nicht verhüten.
    Das verstehe ich sehr gut- und drücke die Daumen
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld


  9. Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    16

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ich hatte das Claudita gefragt, die inzwischen aber nicht mehr hier war - jetzt frage ich auch FrauKlein.
    Ja, das würde die Entscheidung bedeuten, ab jetzt zu verhüten. Keine Schwangerschaft mehr zu riskieren. Was sehr schwer ist, wenn man sich eigentlich das Gegenteil wünscht. Aber Angst hat, einen weiteren "Fehlversuch" nicht mehr zu verkraften (ich ringe immer mit den Worten... Fehlversuch hört sich weniger dramatisch an, sportlich vielleicht, ein Trick, um das ganze nicht so schwer zu nehmen und es weiter zu versuchen... aber es ist nicht die ganze Wahrheit... die ganze Wahrheit tut einfach unendlich weh. Vier Fehlgeburten bzw. die Ausschabungen danach fanden in christlich geführten Krankenhäusern statt. Da wird immer von Kind gesprochen, und man muss ankreuzen, welche Art von Bestattung man möchte. Und dann kommt ein paar Monate später, wenn man glaubt, so langsam über den Berg zu sein, die Einladung zur Trauerfeier. Dann sind die Erinnerungen, die Emotionen wieder 100 % da. Alles von vorn. Teilweise genau dann, wenn gerade die nächste Fehlgeburtsdiagnose fest stand. Also mehrfach parallel- Trauerfeier der einen, Diagnose der neuen. Um das nicht nochmals erleben zu müssen, käme Verhütung in Frage.
    Denn Ihr, die Ihr auch mehrfache Fehlgeburten erlitten habt, welchen Umgang findet Ihr damit? Den sportlichen, weniger emotionalen? Oder trauert Ihr um verlorene Kinder? Eine Ärztin riet mir, nicht so emotional zu sein, quasi als Selbstschutz- eine Hebamme fand diese Einstellung hingegen unmenschlich, Gefühle machten doch gerade das Menschsein aus. Ich schwanke hin und her. Irgendwie muss es ja weitergehen, da ist wohl jedes Rezept erlaubt...


  10. Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    16

    AW: Nach wie vielen Fehlgeburten den Kinderwunsch aufgeben?

    "Offenbar soll es nicht sein" sich als Glaubenssatz oder Hilfe zu sagen, ist vielleicht auch einfacher, wenn man nie schwanger wurde?
    So kann ich genauso gut sagen, es soll doch offenbar sein, sonst würde ich nicht so oft schwanger, es will doch ein Kind zu uns kommen, aber irgendetwas steht ihm im Weg. Ja, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, dann hätte ich ggfs. gesagt: dann lieber Adoption. Aber es vergehen ja Monate und Jahre, wenn es immer wieder klappt und scheitert. Irgendwann bist Du dann einfach alt geworden, zumindest zu alt für ein Adoptionsverfahren.
    Das ganze als Schicksal anzunehmen, ist sicher ein (letzter) Weg, auch ein guter, mit dem man seinen Frieden finden kann. Aber auch die Hoffnung ist ein zähes Biest, das immer wieder aus einer Ecke hervorkommt. Und leider häufig die Enttäuschung, die Trauer, die Selbstzweifel- und vorwürfe mit im Gepäck hat.
    Ich denke, dass die Idee, sich ein Limit zu setzen (wie: das wird die letzte Schwangerschaft sein, egal wie sie ausgeht oder meinetwegen auch ein Geburtstag o.ä.) viel für sich hat. Dass man das aber vielleicht nur oder zumindest besser mit therapeutischer Unterstützung schafft, glaube ich auch. Nochmals danke für diesen Austausch hier, ich sauge jede Antwort auf

+ Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •