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  1. Registriert seit
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    Mein Stern schickte einen Bruder

    Hallo,

    ich bin auf dieses Forum aufmerksam geworden und möchte meine Geschichte gerne niederschreiben.

    Mein Sternchen wäre am 20.05 3 Jahre alt geworden,am 04.11.2011 ist es in den Himmel geflogen.

    Ich wurde ungeplant schwanger,es war erstmal eine kleine Katastrophe für mich,mein Mann und ich waren noch nicht lange zusammen,eigentlich wollten wir keine Kinder.

    Aber dann hielt ich diesen Test in der Hand,mit jedem Tag fühlte ich mich besser und habe das kleine Wesen immer mehr angenommen.

    Einzig unschön war das ich von Anfang an geblutet habe.
    Nicht ein bisschen,sondern wirklich Periodenstark.

    Eine Odysee an Arzt-und Krankenhausbesuchen begann,aber meinem kleinen Schatz ging es immer blendend,prächtig entwickelt,super aktiv.
    2 Arme,2 Beine,alles war immer gut.

    In einer Nacht kam ich wieder mit sehr starken Blutungen ins Krankenhaus,man sagte mir das kleine Würmchen wäre nicht mehr am leben,der Oberarzt sollte vor der Ausschabung nochmal schauen...siehe da,das Herzchen schlug und das kräftig.

    Viel habe ich mit dem Mäuschen gesprochen,immer wieder darum gebeten mich nicht zu verlassen.

    Ich hatte dann einen Termin zur genauen Diagnostik,woher diese starken Blutungen kommen.
    Ich lag dort und konnte mein Kind auf einem rießen Monitor betrachten,und das schönste für mich,man gab mir die Chance den Herzton zu hören,es war wunderbar.

    Die Tage vergingen,wir hatten die magischen 12 Wochen überstanden und mein Krümel war immernoch da.

    Aber dieser Tag kam.
    Ich ging am Morgen duschen und verlor etwas Gewebe,in mir zog sich alles zusammen,ich wüsste was es hieß....

    Ich bat meinen Mann mich zum Arzt zu fahren,aber er sollte warten,mich nicht begleiten.

    Der Arzt beruhigte mich,es war alles gut bisher und das wird es auch jetzt sicher sein.

    Dann der Ultraschall,bevor er was sagte,sagte ich es "das Herz schlägt nicht mehr"
    Unter mir tat sich der Boden auf,ich habe es gespürt und doch war es so grauenvoll.

    Ich fuhr mit einer Überweisung in der Hand ins Krankenhaus.
    Ich hatte panische Angst das ich normal entbinden müsste,aber diese Angst hat man mir genommen.

    Dieser Tag endete für mich Abend um 23 Uhr Zuhause auf der Couch.

    Lange,lange kam ich mit dem Verlust meines Kindes nicht zurecht.
    Ich habe sehr darunter gelitten,auch heute habe ich es noch nicht vollständig verarbeitet aber es wurde besser....vorallem weil mir mein Sternchen genau 9 Monate später einen Bruder schickte,fast zum selben Zeitpunkt habe ich wieder positiv getestet.

    Ich habe mein Sternchen fest im Herzen und denke an beiden Daten ganz besonders daran.

    Ich wünsche jeder Frau,die solch einen Vorfall aushalten viel,viel Kraft.

  2. Inaktiver User

    AW: Mein Stern schickte einen Bruder



  3. Registriert seit
    28.11.2013
    Beiträge
    11

    AW: Mein Stern schickte einen Bruder

    Hallo Winterkind,
    habe eben deinen Beitrag gelesen und er hat mich sofort nachdenklich und traurig gemacht.
    Ich habe das gleiche erlebt wie du.
    Dieser Moment, in dem man auf den Monitor schaut und sofort sieht, dass das Herz nicht mehr schlägt. Ich habe es sofort ausgerufen. Meine Ärztin hat gesucht und gesucht …. aber ich wusste es sofort.
    Ich hatte auch die ganze Zeit Blutungen (allerdings sehr leichte). Was mich jetzt nur wirklich erschreckt ist, dass ich alles verdrängt habe. Es ist ein paar Jahre her. Aber ich weiß nicht mehr genau, wann es war.
    Ich meine damit, dass ich es nicht sofort aus dem Kopf weiß, so wie du. Ich müsste nachrechnen und nachschauen. Diese Erkenntnis hat mich eben wirklich erschreckt. Ich denke immer, ich komme schon damit klar und ich habe es verarbeitet. Aber das stimmt nicht. Es kommt immer wieder hoch. Immer, wenn wieder jemand in meinem Umfeld schwanger ist. Oder aber, wenn man etwas ähnliches liest.
    Mir ist das 2 x passiert.
    Ich kann nur von Glück sagen, dass ich schon ein tolles gesundes Kind habe. Dafür bin ich unendlich dankbar. Wenn es auch den Schmerz der "verlorenen Kinder" nicht heilt.
    Alles Gute für Dich!

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