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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Ich danke Euch für diesen Strang, so vieles davon kann ich unterschreiben.

    Ich bin sehr groß und war, bis ich 40 Jahre alt war, sehr, sehr schlank.
    Dazu die langen Arme und Beine... Als junges Mädchen hab ich selbst gestrickt und genäht, damit die Klamotten sitzen.

    Ja, bin auch öffentlich angefeindet worden. Eine Erinnerung: Wir stehen in einer großen Gruppe. Plötzlich sagt ein anderes junges Mädchen laut zu mir: "Sag mal, bei Dir geht der Busen wohl nach hinten raus?" Ich war so beschämt, dass ich nicht kontern konnte.... und der Satz - sitzt bis heute. Wo sollte auch Busen herkommen bei 1,76 m und 57 kg?
    Als ich mein erstes Kind hatte und sofort wieder schlank war (ich hatte 10 kg zugenommen und hab voll gestillt, trotz Mini-Busens) fragt mich im Supermarkt eine Kollegin meiner Mutter (die dort arbeiteten!): sag mal, wieso bist Du denn soooo dünn?
    Auch sehr gern und sehr lange: "Sagen Sie mal, wie groß sind Sie eigentlich? Bekommt man bei der Größe auch einen Freund/Mann?"

    Meine Ex-Schwiegermutter, die mich immer abgelehnt hat, vermutete natürlich Essstörungen bzw. überzogene Eitelkeit. Hätte ich ihr sagen sollen, dass ich lediglich aus Anstand von dem umleckeren Kuchen 1 Stück esse?
    Natürlich war klar, dass ich - bei der Figur ! - auch nicht kochen kann. Dass ihr eigener Sohn, auch solange er noch unter Mutters Ernährungsprogramm stand - mindestens genauso dünn wie ich war, wurde ignoriert. Sie hat es gebracht, zu meiner älteren Tochter zu sagen: "Wenn du mal kochen lernen willst, kommst Du zu mir."

    Ja, meine beiden Töchter sind das verjüngte Ebenbild von mir. Die jüngere spielte mal als Komparsin in einem Film mit Veronika Fernes mit. (Wo die Kinder den Eltern/der Mutter weg genommen werden und zwangsweise bei anderen Eltern untergebracht werden.) Kind spielte Grundschülerin, wir haben sie vom Dreh abgeholt.
    Als ich sie dort in den Klamotten sah... ein dejà vu kann nicht anders sein: die langen Arme in einem zu kurzen, gestrickten Pullover, Hochwasserhosen unter denen sehr große Füße hervorschauten...
    Die Schulärztin hat bei dem Untergewicht auch schlechte Ernährung oder Essstörung vermutet - ich stand mit meiner Größe und Gewichtsklasse ja daneben!! und uns dringend zu Kinderärztin überwiesen. Diese kannte Kind von Anfang an, sah mich nachdenklich an (und sagt nicht (!): meine Kollegin ist ein kleines bißchen dumm), sondern: Man muss ja auch die Konstitution der Eltern berücksichtigen. Thema fertig.

    Doch ja, ich hab viele Bemerkungen als äußerst verletzend und beschämend empfunden. Einem Chef gefiel es einmal (!), mich als 'Lange' anzusprechen. Da bin ich 'komisch' geworden, genauso, als ein Junge aus unserer Siedlung meinte, meine Tochter so ansprechen zu müssen.

    Ich hab noch nie Menschen angesprochen, weil sie sehr klein/groß, sehr dick oder sonstwas sind. Ich finde das übergriffig. Ich hab zwei sehr liebe Freundinnen, die sehr kräftig sind. Das geht mich nix an. (Bei der Einen wurde übrigens jetzt endlich eine starke Schilddrüsenunterfunktion festgestellt).

    Für die Gewichtsklasse kann man im schlechtesten Falle etwas. Wer ewig Kortison oder bestimmte Antidepressica nimmt, eher nicht. Die Größe sucht sich keiner aus.

    Aber für Taktgefühl kann man was - unabhängig von Größe und Gewicht.
    Das Böse, das wir tun, wird uns Gott vielleicht verzeihen,
    aber unverziehen bleibt das Gute, das wir nicht getan haben.
    Karl Heinrich Waggerl

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Ich glaube, ein entscheidender Unterschied zwischen Dicken und Dünnen liegt in der Eigenbewertung.
    Ich habe noch nie mit meinem Gewicht gehadert, und ich kenne auch keine schlanke Frau, die lieber dick wäre.
    Aber von den dicken Frauen, die ich kenne, wären alle lieber dünner.

    Das ist natürlich eine Belastung und führt sicher auch dazu, dass Dicke sich schneller diskriminiert fühlen.
    Womit ich nicht sagen will, dass es keine objektive Diskriminierung gibt.
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Mathildchens und Sasapis Schilderungen klingen für mich sehr plausibel.
    Und doch wiederum unbegreiflich.
    Weil: Sehr viele Topmodels zeichnen sich durch groß, knochig-dünn und wenigbusig aus. (Zahlenmäßig nicht ansatzweise vergleichbar mit Oversize-Models). Warum sind bei diesen die Optik Teil ihres Erfolgs, während z.B. Mathildchen und Sasapi deswegen gemobbt werden?

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Auch dünne Promis bekommen oft solche übergriffigen Kommentare wie "iss mal was" oder "sieht ja nicht mehr schön aus", "magersüchtig" etc.

    Dazu muss man nur mal die Kommentarspalten unter irgendwelchen Promi-Artikeln lesen.

    Richtig widerlich finde ich auch sowas wie "nur Hunde spielen mit Knochen" - da schwingt für mich auch immer der Gedanke mit, dass eine Frau ein "Spielzeug" ist.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von Galah12 Beitrag anzeigen
    Mathildchens und Sasapis Schilderungen klingen für mich sehr plausibel.
    Und doch wiederum unbegreiflich.
    Weil: Sehr viele Topmodels zeichnen sich durch groß, knochig-dünn und wenigbusig aus. (Zahlenmäßig nicht ansatzweise vergleichbar mit Oversize-Models). Warum sind bei diesen die Optik Teil ihres Erfolgs, während z.B. Mathildchen und Sasapi deswegen gemobbt werden?
    Es sind Top Models, keine Normalsterblichen.
    Im Übrigen gibt es durchaus Schilderungen bekannter Models, dass sie in jungen Jahren, bevor sie erfolgreich wurden, ähnliches erlebt haben.
    Und wenn man sich die diversen Kommentare unter einigen Fotos mal durchliest - da hat sich wenig geändert..

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Also ich kenne zumindest eine schlanke Frau, die dicker werden wollte:

    Collien Ulmen-Fernandes wurde gerne mehr wiegen - Hamburger Abendblatt
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

  7. Moderation

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von Galah12 Beitrag anzeigen
    Mathildchens und Sasapis Schilderungen klingen für mich sehr plausibel.
    Und doch wiederum unbegreiflich.
    Weil: Sehr viele Topmodels zeichnen sich durch groß, knochig-dünn und wenigbusig aus. (Zahlenmäßig nicht ansatzweise vergleichbar mit Oversize-Models). Warum sind bei diesen die Optik Teil ihres Erfolgs, während z.B. Mathildchen und Sasapi deswegen gemobbt werden?
    Die Kamera packt 5 Kilo drauf?
    Ich denke es geht um Kontext, aus dem die nicht-Durchschnittlichen herausstechen.
    Und ich vermute es geht um den Unterschied zwischen idealisierter Glamour-Welt und „echter“ Welt. Die wenigsten Frauen mit Modelmaßen sehen aus oder wirken wie Models, weil der Filter (Make-up, Frisur, Klamotten, Pose, Kulisse, Beleuchtung) fehlt. Auch Models sehen nicht aus wie ihre Kampagnenbilder, wenn sie nicht entsprechend zurecht gemacht sind, sondern normal, nur eben groß und dünn. Und „normales“ Aussehen plus hervorstechende Merkmale ist ohne die Aura des Topmodeltums halt nur „anders“ und ein Grund für Ausschluss.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, ein entscheidender Unterschied zwischen Dicken und Dünnen liegt in der Eigenbewertung.
    Ich habe noch nie mit meinem Gewicht gehadert, und ich kenne auch keine schlanke Frau, die lieber dick wäre.
    Aber von den dicken Frauen, die ich kenne, wären alle lieber dünner.

    (...).
    ja, kann ich unterschreiben.

    Die "dünnen" hätten evtl. gern mehr Busen - aber jetzt auch nicht von A auf F sondern eher auf B oder C

    Aber tatsächlich wollen alle Dicken, die ich nah genug kenne um ihre Aussagen diesbezüglich zu erinnern (durchaus auch viele Kolleg*innen und Bekannte, aber auch engste Freunde) unbedingt und sehr viel abnehmen. Und schaffen es selten oder kurz.

    Und das führt meiner Wahrnehmung nach oft zu massiven Selbstzweifeln und einem in meinen Augen problematischen Essverhalten: so isst meine beste Freundin im Grunde nie freiwillig in der Öffentlichkeit, weil sie sich ihrer eigenen Aussage nach dafür schämt zu essen.

    Ich hab ja oft auf den in meiner Wahrnehmung nach massiven psychischen Aspekt beim Thema Gewicht hingewiesen, wurde aber überzeugend eines besseren belehrt, dass es da kaum oder nur geringe Zusammenhänge gäbe.

  9. Moderation

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    @
    Was du über die Selbstbeschreibungen schreibst, verstehe ich aber nicht so, ehrlich gesagt.
    Weil, wie soll man sich denn sonst selbst!!!! beschreiben, wenn man sich so empfindet?

    "ich bin schlank, aber ich habe an manchen Stellen Fettröllchen, 5cm weiter liegt das Brustbein unter der Haut."

    Oder wie meinst du das?
    Sorry, übersehen.
    Ich meine, dass dort die „Normalität“ des eigenen Körpers in Abgrenzung zu schlanken Körpern postuliert wird. Ich bin normal/weiblich/whatever. Die Schlanken sind das nicht.
    Dieser Gestus fällt mir in diesem Zusammenhang wirklich häufig auf.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Faszinierend. Ich bin entweder auf einem Ohr komplett taub oder aber habe ein gesegnetes Umfeld.

    Ich habe mit ordentlich Krafttraining inzwischen einen BMI von 19 (vorher 18) und wirke insgesamt sehr schmal (schmale Hüften).

    An blöde Sprüche kann ich mich nicht erinnern. Auch nicht als junge Frau (BMI 17).

    Mein Essverhalten (gerne, gut und oft auch viel) wird zwar durchaus mal kommentiert, aber eigentlich immer positiv.

    Dass Klamotten von Esprit/EDC und anderen Marken riesig ausfallen, beobachte ich zwar auch. Aber zum Glück gibt es ja Jeans in allen Grössen- auch 25/32.

    In den Schwangerschaften hab ich mächtig zugelegt (+ 20 kg). Sah aber dank guter Verteilung immer noch schlank aus. Halt mit Riesenbauch und BHs in Grösse 75 F.

    Abgenommen habe ich immer erst nach dem Abstillen. Dann aber jeweils wieder aufs Ausgangsgewicht.

    Ich bin zufrieden und fühl mich tatsächlich auch privilegiert

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