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  1. User Info Menu

    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    kann ich so pauschal nicht beantworten @Galah

    Manches finde ich einfach nur distanzlos und ordinär
    Anderes tut mir weh. Was wohl auch so gemeint sein sollte, fürchte ich.

    Da wird es den Dünneren nicht anders ergehen als den Dickeren. Mal so, mal so.

    Das mit dem "Guy Ritchie Zitat" hat mich verletzt.

    Dass ich oft erlebe, dass meine Art zu Essen (kein Fleisch, dafür viel Bio) auch oft zu (abwertenden, nervigen, gar aggressiven!) Kommentaren führt nervt und tut weh.

    Ich hatte früher oft die Situation, dass ich die Einzige war, die nicht das Fleischhauptgericht wollte und es dann zu langen und kontroversen Diskussionen über MICH kam.
    Aber mit dem älter werden, wurde ich da schlauer und die Nicht Fleischesser mehr.

    Was mich verletzt, versuche ich inzwischen selber zu bestimmen.

    Das ist schwer und anstrengend und kommt nicht über Nacht, sondern durch Standing und Üben.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Ich (klein und dünn) war nie verletzt, aber manchmal genervt.
    Genervt hat mich vor allem, dass es Leute in der Verwandschaft gab, die mir unbedingt dauernd stecken wollten, dass es ungesund ist, so dünn zu sein wie ich es bin. Auch das Wort Magersucht fiel.

    Wobei:
    Mein BMI war und ist in der Regel immer am unteren Rand des Normalbereichs. Und ich war immer körperlich deutlich leistungsfähiger als die Verwandten, die meinen Zusammenbruch vorhersahen.

    Jetzt, wo ich alt und immer noch so dünn bin, hat die blöde Rederei aufgehört.
    Wäre ja vielleicht auch bissi arg seltsam. Die Damen, die sich um meine Gesundheit „sorgten“, haben längst alle eine oder mehrere Vorerkrankungen.
    Ich dagegen bin immer noch gesund.
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Jofi, das geht mir ganz genauso!

    Galah: normal nervt es nur, aber du unterstelltest mir ja diesbezüglich Paranoia und ne Magersucht obendrauf. Da nervt nicht nur, das macht mich wütend

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Erlebt Ihr das Messen mit zweierlei Maß, was deplatzierte Bemerkungen angeht, so häufig? Außerhalb vom Forum?

    Ich finde beides unmöglich - und würde sagen: Ja, das trifft „Dünne“ häufiger als „Dicke“. Aber sowas kommt in meiner Wahrnehmung zum Glück von einer echten Minderheit, und das sind dann Leute, die gerne in beide Richtungen auskeilen, gemäß ihrer eigenen Einteilung der Welt in „zu dünn“ und „zu dick“.

    Die Hemmschwelle, den zu Dünnen das gleich mal mitzuteilen, ist aber wohl niedriger.

    Im echten Leben kenne ich aber auch keine Fraktionsbildung in Richtung Dick oder Dünn. Egal ob Freunde, Familie, Kollegen… es gibt immer beides, und blödes Anreden wird in beide Richtungen auch wahrgenommen.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von Galah12 Beitrag anzeigen
    Seid Ihr von den genannten Bemerkungen zu Eurem Gewicht nur genervt, oder verletzt Euch das (sehr)?
    Mich hatte der Lollipop-Kopf-Kommentar verletzt. Ich war depressiv, in Therapie, es ging mir mies!
    Später, als ich mich stärker fühlte, dachte ich über meine damals beste Freundin nach und mir wurde klar, wieso sie das gesagt hatte.

    @Rokeby: Der Knorpel-Spruch von Guy Ritchie war extrem bösartig. So hab ich das damals auch empfunden. Er hat aber mehrere Stiche dieser Art gesetzt - die hat man später nur nicht mehr so mit gekriegt (hier ging er in ihr Mutter-Thema und zwar sehr schmerzhaft).
    Be a voice not an echo.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Magersucht habe ich gewiss noch keinem unterstellt.

    Rokeby: Danke für Deine Antwort.

    Bei Deinen und den anderen hier genannten Beispielen, die nicht nur nervten, sondern verletzten, sehe ich folgenden strukturellen Unterschied zu Übergewichtigen-Diskriminierung:

    Es handelt es sich um Fälle, in denen eine Person A eine Person B aus niederen persönlichen Gründen verletzt, wenn sich eine Gelegenheit bietet, in der man es unter Vorspiegelung von Besorgnis oder Interesse tun kann . Ein "zu dünnes Gewicht" scheint mir in solchen Fällen die passende Gelegenheit gewesen zu sein.
    Was daran verletzt, ist die Motivation des Anderen. Wenn mich jemand bewusst verletzen will, tut bereits diese Absicht weh, unabhängig vom Inhalt.

    Das gibt es auch bei Übergewichtigen, klar.

    Bei Übergewichtigen gibt es aber zusätzlich auch eine strukturelle Diskriminierung, bei denen der Übergewichtige tatsächlich aufgrund des Gewichts abgewertet und abgelehnt wird, und nicht weil das Gewicht lediglich als Mittel zum Zweck herhält, jemanden zu verletzen.
    Das ist eine andere Art der Verletzung. Allerdings nicht unbedingt eine schlimmere - weil ja auch unpersönlicher.

    Die strukturelle Dünnen-Diskriminierung, die es auch geben mag, verletzt m.E. im Gegenzug weit weniger (- sondern nervt nur oder macht wütend), weil Dünne, sofern nicht krank, i.d.R. weitaus weniger mit ihrem eigenen Gewicht hadern und die ganzen negativen Konnotationen (faul, etc.) wegfallen.

    Jedenfalls ist das meine (subjektive) Einschätzung, weswegen mir die Positionierung als Parallel-Strang schief erscheint.

  7. Moderation

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von Galah12 Beitrag anzeigen
    Mal eine Verständnisfrage an alle, die hier geschrieben haben:

    Seid Ihr von den genannten Bemerkungen zu Eurem Gewicht nur genervt, oder verletzt Euch das (sehr)?

    Ich frage das, weil ich diesen Strang in seiner Positionierung als Pendant zum Parallelstrang nicht ernstnehmen kann, da ich in o.g. Aspekt einen entscheidenden Unterschied vermute.
    Ich würde sagen, dass es zur Thematik des Nachbarstrangs den kategoriellen Unterschied gibt, dass es eine systematische gesellschaftliche Diskriminierung von Dünnen meiner (eingeschränkten) Wahrnehmung nach nicht gibt.
    Also was bspw. berufliche Möglichkeiten/Erfolg betrifft, medizinische Versorgung, die allgemeine Vorannahme der Persönlichkeitsmerkmale von Dicken betreffend usw. Diese Problematik wurde im Nebenstrang sehr klar und ich sehe das weniger pauschal bei Schlanken (wenn überhaupt).

    Schlankheit ist ein Ideal und das schlägt sich, m.E. in diesem Unterschied nieder. Bei Berufen, wo Körperlichkei keine Rolle spielt (spielen sollte), ist anzunehmen, dass es für einen Bewerber nicht von Nachteil sein wird, einen niedrigen BMI zu haben, ebenso werden medizinische Symptomatiken wahrscheinlich nicht vor einer Anamnese und Diagnostik auf das Gewicht geschoben (Nebenbemerkung: unabhängig vom Gewicht, "Frau sein" bzw. "einen Zyklus haben" ist bei einer sorgfältigen Diagnostik statistisch auch im Weg, oft wird erstmal eine hormonelle Ursache vermutet und das eigentliche Problem nicht gesucht) und bei einer schlanken Person ist das Vorurteil beim ersten Anblick nicht "faul, bequem, erfolglos", sondern "fleißig, ehrgeizig, erfolgreich".

    Aber: Das Kommentieren und Bewerten von Körpern und körperbezogenem Verhalten wie Essen oder Sport halte ich in keinem Zusammenhang für angemessen und es kann auch für Schlanke tatsächlich verletzend sein.

    Ich zähle mich nicht zu denjenigen Schlanken, die schnell das Objekt von Kommentaren waren, ich habe auch erst seit kurzem deutlich abgenommen.
    Aus meinem beschränkten Erfahrungsschatz kann ich Folgendes sagen:
    Das ist eine Abnahme, die ich nicht steuern kann und die durch eine Medikamenteneinnahme bedingt ist, welche ich nicht jeder*m auf die Nase binden will. Nachfragen "wie ich das gemacht habe" oder gar Gratulation sind da m.E. fehl am Platz. Der HInweis, dass ich mit mehr Gewicht besser ausgesehen hätte, erst recht.
    Ich war mit meinem alten Gewicht zufrieden und muss mich schon neu mit und in meinem Körper orientieren, kann auch nicht abschätzen, wie dauerhaft die aktuelle Körperform ist, mein Essverhalten ist ziemlich durcheinander geraten (Hungergefühl), auch die Lebensqualität leidet ein Stück, wenn essen (was ich immer mit viel Genuss gemacht habe) eher zur Pflichtübung wird. Es liegt viel außerhalb meiner Kontrolle und das zu thematisieren finde ich unangenehm und teilweise verletzend.

    Gewicht und alles drumrum ist ein persönliches Thema, ein privates Thema und in unserer Gesellschaft auch ein in vielerlei Hinsicht überfrachtetes Thema. Es kann immer einen gesundheitlichen Aspekt haben, der außerhalb oder im Kern der Thematik liegt (letzteres bei Essstörungen). Es ist nicht einfach, darüber zu sprechen. Und wenn man es nicht wertschätzend und respektvoll tun kann, sollte man es vielleicht besser bleiben lassen.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Fiktive Stränge:

    Armendiskriminierung vs. Reichendiskriminierung
    Frauendiskriminierung vs. Männerdiskriminierung
    ...

    Ja, es gibt auch Ressentiments gegenüber Reichen und Männern, und Punkte, in denen diese sich diskriminiert fühlen (Steuern, Frauenquoten,...).
    Dennoch... von grundsätzlicher Reichen- und Männerdiskriminierung würde ich nicht sprechen.

    Woran liegt das?

    Vielleicht daran: Reichsein, Mannsein, Schlanksein ist in unserer Gesellschaft mit keinem grundsätzlichen Makel oder Defizit behaftet.

  9. Moderation

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von Galah12 Beitrag anzeigen
    Fiktive Stränge:

    Armendiskriminierung vs. Reichendiskriminierung
    Frauendiskriminierung vs. Männerdiskriminierung
    ...

    Ja, es gibt auch Ressentiments gegenüber Reichen und Männern, und Punkte, in denen diese sich diskriminiert fühlen (Steuern, Frauenquoten,...).
    Dennoch... von grundsätzlicher Reichen- und Männerdiskriminierung würde ich nicht sprechen.

    Woran liegt das?

    Vielleicht daran: Reichsein, Mannsein, Schlanksein ist in unserer Gesellschaft mit keinem grundsätzlichen Makel oder Defizit behaftet.
    Genau das meinte ich in meinem Post oben. ich glaube, wir haben uns überschnitten.
    Systemische Diskriminierung vs. einzelne diskriminierende Akte.
    Nicht vergleichbar.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von Galah12 Beitrag anzeigen
    Mal eine Verständnisfrage an alle, die hier geschrieben haben:

    Seid Ihr von den genannten Bemerkungen zu Eurem Gewicht nur genervt, oder verletzt Euch das (sehr)?

    Ich frage das, weil ich diesen Strang in seiner Positionierung als Pendant zum Parallelstrang nicht ernstnehmen kann, da ich in o.g. Aspekt einen entscheidenden Unterschied vermute.
    Als ich noch sehr dünn war, als junge Frau... Bis etwa Anfang 40 habe ich so 50 bis 55kg gewogen.. Da war es sehr verletzend. Ich hatte auch keine Model Figur, sondern war einfach lang und dürr. Es fühlte sich gefühlt jeder, von der Familie bis zur Kantinenkraft, die mir regelmäßig eine extra grosse Portion auffüllte, bemüssigt, lautstark während des Essens über mein Gewicht zu philosophieren.
    Als ich junge Mutter war, ich habe in jeder Schwangerschaft gut 12 bis 15kg zugenommen, die aber von allein (das Stillen hat bei mir einfach immer ziemlich gezehrt) nach 4 Wochen runter waren, gab es richtig bösartige Kommentare von anderen Müttern, denen es nicht so ging.
    Eine unserer Töchter schlägt in diesem Punkt nach mir, ich weiß nicht mehr, wie oft ich in der Schule Antanzen musste, weil eine besorgte Lehrkraft Magersucht oder Mangelversorgung vermutete, zweimal habe ich ein Attest vom Kinderarzt eingereicht. Eine sehr hartnäckige SozPäd hat eigenmächtig das Jugendamt informiert - da passierte nichts, aber ich bin wie ein Bulldozer in ihr Büro gekracht.

    R. Rokeby, ja, in unserer Gegend werden für Hochzeiten, Silber und Goldhochzeiten, Schützen und Feuerwehrbälle die ganz großen Roben rausgeholt:) Dorfhochzeit halt. Da lohnt so eine Anschaffung schon.

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