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  1. Inaktiver User

    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Klara: Jepp, das mit zweierlei Maß messen, das ist nervig. Warum darf mir jemand sagen, ich sei ja so dünn, das sei ja nicht mehr schön? Warum darf mein Ess- und Bewegungsverhalten kommentiert werden, das von Dicken aber nicht?
    jegliche Kommentare dieser Kategorie/den Körper betreffend halte ich für respektlos und übergriffig

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Ich wog stressbedingt (Scheidung, Kind, Vollzeit berufstätig) mal 50 kg bei 1,70 m. Seinerzeitige Diagnose: Untergewicht von mindestens 10 kg.

    Meine Ärztin fragte mich, ob ich Ess-Störungen hätte.

    Weit gefehlt, war schon immer eine gute Esserin und werde es wohl bleiben.

    In der Hochzeit muss ich aber zugeben, habe ich das Essen schlicht vergessen. Irgendwann meldete sich mein Magen und mir wurde bewusst, dass ich noch gar nichts gegessen hatte.

    Jedenfalls saß ich mit 35 im Kurpark zur Päppelkur. Beiwerk an meinem Tisch (zur Hauptmahlzeit), Kuchen, Pudding und ich durfte so lange nachnehmen, bis die Töpfe leer sind. In den 3 Wochen habe ich ca. 5 kg zugenommen.

    Die Ärztin dort meinte, ich würde eben zu denen gehören, die schlecht zunehmen. 60 kg hatte ich für mich mal anvisiert, aber in den inzwischen vergangenen 27 Jahren habe ich wenigsten 8 bis 9 kg zugenommen.

    Die 60er-Marke knacke ich einfach nicht.

    Als ich damals wirklich spindel-dürr war, war der Klamottenkauf ein Graus. Da waren die Leggins gerade "in" und ich wurde in die Kinderabteilung geschickt, weil in der Damenabteilung nichts Passendes für mich da war. Die Pullovermode war entsprechend angepasst, sprich sehr lange Teile und wenn ich heute so drüber nachdenke, muss ich schrecklich ausgesehen haben. So dünn und dann diese Säcke von Pullovern.

    Schlimmes gesagt oder gar "betitelt" hat mich aber niemand. Wenn überhaupt ging es eher in die Sorgenschiene: Du bist ja so dünn, geht's Dir gut, ist irgendwas? Damit konnte ich aber leben und soooo oft ist das auch nicht passiert. Wäre es vermutlich ständig gekommen, hätte es mich sicherlich auch genervt.

    Und ja, nur ein einziges Mal fühlte ich mich diskriminiert : Wer nur 50 kg wiegt, darf kein Blut spenden. Prangerte ein Schild auf dem Flur eines Krankenhauses, wo ich jemanden besuchte. War und ist mir nicht klar, warum. Wird gedacht, dass die Dünnen dann aus den Latschen kippen?

    Inzwischen bin ich mehr als zufrieden mit mir.

    Und vielleicht schaff ich die 60 noch, wenn ich in Rente bin.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Eben @Blue

    Ich erinnere gut eine Zeit, als es nur S, M und L gab.
    Dann kam XL für Männer. Wäre damals nie auf die Idee gekommen, dass Frauen, Mädchen XL tragen könnten außer für totale Oversize Stile oder so.

    Auf XS wäre ich auch nie gekommen.

    Auch so Größe 32 gab es nicht. Warum auch? 36 war 36 und ich trug auch oft 38er Sachen (bei geringerem Gewicht als heute...)

    Frage mich, was damals wirklich dicke Menschen trugen? Irgendwie hat das doch bei 48 aufgehört oder täusche ich mich jetzt echt so?

    In meiner ehem. Abiklasse war ein Mädchen, das dicker war. Die hatte wohl einen BMI von 26 schätze ich nachträglich.
    BMI war damals eh nicht das Maß, sondern die Broca Formel.

    Es hat sich schon gewaltig was verändert die letzten Jahrzehnte bei den Körpermaßen und Kleidergrößen finde ich.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Dein Eingangsposting ist klasse, Klara Kante! Vielen Dank! Ironie und Sarkasmus mit einem Schuß schwarzen Humor kannst Du sehr gut.

    Vergessen wurde bisher die Abteilung "Abendmode." Das ist auch ein Drama.

    Ich habe zu meinen dünnsten Zeiten (1,75kg, 60kg) keine guten Erfahrungen gemacht. Was ich wollte, wurde ignoriert - mit 75A gibt's keinen Ausschnitt und wenn die Kundin noch so tobt, da kommt die geballte Ladung Chiffon und Spitzen auf den Oberkörper. Und ordentlich Breite um die Hüften.
    Ich wurde in ein Kleid im Federstil gesteckt, was mich völlig die Fassung verlieren ließ.
    Zum einen war es vanillepuddinggelb, was zu kupferroten Haaren unmöglich aussah und dann diese Federn - ich sah aus wie Bibo in der Mauser. Ungelogen.

    Schlussendlich streikte Ich, kramte ein altes Maxi Kleider meiner Mutter aus den 60gern raus, in grün - und trug das.

    Zum BH Problem - mittlerweile habe ich mich wechseljahresbedingt auf B hochgearbeitet. Da ist die Auswahl besser.

    Früher habe ich zwangsweise ein Vermögen für BHs ausgegeben, die aber sehr gepflegt und betütelt - und wurde sehr oft in der Boutique Bizarr auf der Reeperbahn fündig.
    Klingt komisch, aber dort gibt es so ziemlich alles, und eben auch Dessous und Co. in allen Größen.
    Und die Verkäuferinnen sind sehr nett, beraten gut und verstehen ihr Handwerk.

    Ich war seit Corona nicht mehr dort, aber seitdem Eintritt kassiert wurde - wofür man ein Kondom in die Hand gedrückt bekam. Markenprodukt. Kann man immer brauchen :) - der an der Kasse abgezogen wird, halten sich die durchziehenden "Sehleute" in Grenzen. Und wer sonst nichts findet, kauft halt für den Eintritt eine Tüte Fruchtgummis. Die Brüste mit Johannesbeer/Waldfrucht sind sehr zu empfehlen.
    Geändert von Sasapi (28.09.2021 um 16:56 Uhr)

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Anlass?

    Komisch das Problem hatte ich noch nie - ein ungewohntes Gefühl

    Abendkleider trag ich eher nicht so.... Ich hab ein schlichtes schwarzes Holderneck (wie Meghans 2. nur halt schwarz) und das trag ich, wenn ich eins trag.

    Corsagen mag ich nicht. Da hab ich immer Angst, dass das Ding ...


    Ich hab noch eins: eins mit Spaghetti Trägern knielang im Charleston-Stil aber ohne Fransen.
    dkl. lila Samt

    Wo ist das?

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Der Anlass war die silberne Hochzeit meiner Schwiegis. Normalerweise ist meine Schwiegermutter eine liebe, bescheidene Person, aber steht eine Hochzeit o. Ä. an dreht sie auf, als ginge es um eine königliche Vermählung. Da kann jeder Weddingplanner einpacken :)
    Und abgelaufen bin ich, die aufgedrehte mother - in-law im Schlepp insgesamt 4 Fachgeschäfte. Inkl zweien, die schon mal beim NDR in einer "Tüll und Tränen" ähnlichen Sendung zu sehen waren. 2000 Kleider und ein Nervenzusammenbruch, quasi.

  7. Moderation

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    Mein letzter Klamottenkauf war ein Regenmantel von Vaude. Drin steht 38/S. Passt mir, obwohl ich noch 40/L als "meine" Größe verinnerlicht habe. Ist aber in der losen Passform. Einzig die Ärmel könnten 2-3 cm länger sein.

    Irgendwann meine ich gelesen zu haben, dass man die Konfektionsgrößen ab und zu anpasse, da sich der Durchschnittskörper bzw. die Verteilung von Körperformen und -maßen, mit der Zeit verändert.
    Das ist m.E. schon sinnvoll.
    Leider werden die Ergebnisse der Messungen nicht veröffentlicht und die Hersteller setzen die jeweils neuen Infos so um, wie es ihnen passt.

    Grundsätzlich hatten die Konfektionsgrößen mal einen zahlenmäßigen Anker in der Wirklichkeit: der halbe Brustumfang (ausgerechnet Brustumfang!), bei Frauen noch minus 6. Also: Mann mit BU 88 = Gr. 44 (88/2), Frau mit BU 88 = Gr. 38 (88/2-6). Das habe ich mir mal angeguckt, als es mich mit der Näherei interessierte und ich beim Vermessen festellte, dass ich trotz eines größeren Gewichtsverlusts von den Maßen her eigentlich eine 42 wäre statt einer 40, die ich eigentlich schon immer trage. Aber 40/38 passt trotzdem besser als 42.

    Wie dem auch sei.

    Ich finde das Kommentieren von Gewicht und Nahrungsaufnahme (Menge, Art, Häufigkeit...) egal in welchem Zusammenhang und egal wie die kommentierte Person aussieht, unpassend, unhöflich und unnötig.

    Meine Beobachtung ist auch, dass Schlanke das öfter in der direkten Ansprache erleben.
    Was dahinter steht, darüber kann ich nur spekulieren
    Vielleicht glauben Leute, dass selbst Unverschämtheiten durch den Kontext der Schlankheit gesellschaftlich akzeptabel und sagbar werden? Dass Schlankheit ausreichend erstrebens- und beneidenswert ist, dass es Gemeinheiten cancelt bzw. diese dann hingenommen werden müssen?
    Oder vielleicht steckt dahinter die Annahme, Schlankheit sei immer eine persönliche und hart erarbeitete Körperform, die sich ganz leicht verändern ließe, wenn man die Disziplin schleifen lässt?

    Mir ist insbesondere aufgefallen, dass das Framing von schlanken Körpern oft in Abgrenzung von einer Norm passiert. Gerade in der Selbstbeschreibung. Da wird dem einen Körper die Norm zugeschrieben, die dem schlanken Körper abgesprochen wird.
    "Ich bin nicht dünn, sondern habe so meine Pölsterchen. Normal halt..." Ja, das ist normal. Aber es ist auch normal dünner oder dicker zu sein.
    Oder:
    "Ich habe eine weibliche Figur/weibliche Rundungen/einen fraulichen Körper." Ja. Aber Frauenkörper oder weibliche Figuren sind alle anders und mehr oder weniger Rundungen ändern daran nichts.

    Versteht ihr, was ich meine?

    Ich habe in diesem Sommer unwillentlich 10 Kilo abgenommen, so langsam pendelt es sich hoffentlich ein.
    Außer meiner Mutter hat das dankenswerterweise niemand direkt kommentiert. Sie hat mir gratuliert zum Gewichtsverlust, das sei ja toll, und dann gesagt, ich solle aufhören damit, ich würde zu dünn (die Veränderung ging vom oberen zum unteren BMI-Normalgewichtsspektrum).
    OK, sie sagt eigentlich immer das Falsche, daher will ich das nicht als allgemeinen Maßstab anlegen, ich finde es aber generell problematisch, das überhaupt in diesen Kontexten anzusprechen.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    wow! @Sasapi

    Ich hätte auch noch einen Abendanzug von Armani wenn es total edel sein sollte....

    Aber ich geh nie auf sowas

    Und seit ich unter die Camper gefallen bin, kauf ich in Paris einen C-Platz tauglichen Jogging Anzug beim Uniqlo um künftig auch im Kühleren vom Van zur Dusche hatschen zu können.

    hast du das Kleid dann noch öfter getragen? Feiert ich aufwendiger? Es gibt ja Landstriche und Freundeskreise, die das total schön leben.

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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    @Lunete

    Ich vermute auch, dass das Raushauen von Körper_Ess_Kommentaren gegenüber "Dünneren" als weniger pejorativ oder demütigend empfunden wird, von den Raushauern.

    Was du über die Selbstbeschreibungen schreibst, verstehe ich aber nicht so, ehrlich gesagt.
    Weil, wie soll man sich denn sonst selbst!!!! beschreiben, wenn man sich so empfindet?

    "ich bin schlank, aber ich habe an manchen Stellen Fettröllchen, 5cm weiter liegt das Brustbein unter der Haut."

    Oder wie meinst du das?

  10. 28.09.2021, 17:44


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    AW: Schlanke im Abseits - werden Dünne diskrimiiert?

    kann ich so pauschal nicht beantworten @Galah

    Manches finde ich einfach nur distanzlos und ordinär
    Anderes tut mir weh. Was wohl auch so gemeint sein sollte, fürchte ich.

    Da wird es den Dünneren nicht anders ergehen als den Dickeren. Mal so, mal so.

    Das mit dem "Guy Ritchie Zitat" hat mich verletzt.

    Dass ich oft erlebe, dass meine Art zu Essen (kein Fleisch, dafür viel Bio) auch oft zu (abwertenden, nervigen, gar aggressiven!) Kommentaren führt nervt und tut weh.

    Ich hatte früher oft die Situation, dass ich die Einzige war, die nicht das Fleischhauptgericht wollte und es dann zu langen und kontroversen Diskussionen über MICH kam.
    Aber mit dem älter werden, wurde ich da schlauer und die Nicht Fleischesser mehr.

    Was mich verletzt, versuche ich inzwischen selber zu bestimmen.

    Das ist schwer und anstrengend und kommt nicht über Nacht, sondern durch Standing und Üben.

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