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  1. Moderation

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob so einen Plan funktionieren kann bzw. ob ich es schaffe, mich daran verbindlich zu halten.
    Ich bin ein großer Fan von Plänen, wenn sie gut (brauchbar und umsetzbar) sind. :

    Einen Plan zu haben und einzuhalten gibt einem Kontrolle, und es spart Entscheidungen.
    Ihn eingehalten zu haben (jetzt gerade, heute, gestern) ist ein kleines Erfolgserlebnis und stärkt für die Zukunft.

    Ich wünsche dir viel Erfolg, und auch, daß die Umstände, die du, wenn ich dich richtig verstehe, durch Essen-oder-nicht-essen irgendwie zu bewältigen/ertragen/kompensieren versuchst, sich bessern.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Eponine, ich kenne so ein ähnliches Problem. Ich tendiere auch immer dazu, es in alle Richtungen zu übertreiben, und komplett den Überblick und die Kontrolle zu verlieren, und dann bin ich unglücklich, weil ich mich ausgeliefert und/oder ratlos fühle. Deswegen bin ich zu einer Methode gekommen, die sehr kontrolliert ist, aber mehr auf ein "ja" als auf ein "nein" ausgerichtet. ("Ich will X tun", nicht "Ich will Y lassen.")
    Danke, wildwusel. Ja, ich bin eigentlich auch großer Freund von Plänen. Der Bereich Ernährung ist bei mir allerdings so hochemotional besetzt, dass sich da gerade keine Richtung gut anfühlt. Mit einem groben Essensplan bin ich über Jahre eigentlich auch ganz gut klargekommen bis es dann irgendwann sehr schwierig und ich immer restriktiver gegessen habe. Dann hatte absolut keine Lust mehr auf jegliche Art von Plänen/Einschränkungen und wollte einfach nur noch essen. Eine zeitlang habe ich dann „intuitives essen“ ausprobiert, was mich aber völlig überfordert hat und meine Gedanken kreisten nur noch mehr um das Thema.

    Zählst du immer noch Kalorien? Meine Idee war ja, einfach wieder mehr Kalorien zu essen, wenn ich eine Gewichtsgrenze unterschritten habe. Das hat nicht so gut funktioniert. Ich mache sehr viel Sport, meine Bedarf ist also entsprechend hoch. Dann traue ich mich aber nicht so richtig, auch so viel zu essen, spare den Tag über Kalorien für abends auf, die ich dann aber abends gar nicht schaffe. Aber vielleicht muss ich mich auch einfach überwinden. Wobei es zumindest dazu geführt hat, dass ich ohne schlechtes Gewissen auch Schokolade und Kuchen esse, was sich befreiend angfühlt hat.

    Irgendeine Art von Plan muss auf jeden Fall her. Von alleine pendelt sich das wohl nicht ein und ich habe das Gefühl, dass mein Körper auch gerade so gestresst ist, dass ich da nicht auf mein Hungergefühl vertrauen kann. Ich überlege heute nochmal, was für mich aktuell machbar und realistisch ist.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich bin ein großer Fan von Plänen, wenn sie gut (brauchbar und umsetzbar) sind. :
    Einen Plan zu haben und einzuhalten gibt einem Kontrolle, und es spart Entscheidungen.
    Ihn eingehalten zu haben (jetzt gerade, heute, gestern) ist ein kleines Erfolgserlebnis und stärkt für die Zukunft.
    Ja, Kontrolle ist gut und Erfolgserlebnisse kann ich gerade sehr gut gebrauchen (wenn möglich nicht in Form einer weiteren Gewichtsabnahme). Ich glaube, ich habe einfach Sorge, dass meine momentan ständig vorhandenen Versagensängsten sich noch steigern, wenn ich den Plan nicht so einhalte wie ich mir das vorstelle. Aber das Risiko muss ich möglicherweise einfach eingehen.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich wünsche dir viel Erfolg, und auch, daß die Umstände, die du, wenn ich dich richtig verstehe, durch Essen-oder-nicht-essen irgendwie zu bewältigen/ertragen/kompensieren versuchst, sich bessern.
    Danke! Die grundsätzliche Situation wird sich in den nächsten Wochen wohl nicht verändern, aber ich versuche mir in kleinen Schritten ein paar Verbesserungen zu erarbeiten.

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Was passiert, wenn du deiner Gefühlslage nach "zuviel" gegessen hast.
    Oder das "Falsche"

    Was fühlst du dann?

    Was fühlst du, wenn du in einen Augen "richtig" (oder nichts) gegessen hast?

    Erbrichst du, wenn du dich nicht "beherrschen" konntest?

    Ich sehe einen massiven Zusammenhang zwischen der gefühlten kontrolllosen Examenslage und dem Versuch über Essen irgend ein Ruder irgendwie in den Griff zu bekommen.

    Sich beherrschen ist meiner Ansicht nach das Stichwort bei Essproblemen aller Arten.

    Also, im Wortsinne: Herrschaft über sich selber. Angst, davor, dass man sich "entgleiten" könnte. Und sich davonlaufen

    Ich glaube, wenn du es aushalten könntest, dass du dich laufen lässt, könnte es der Durchbruch wieder in etwas gesündere Bahnen sein (nach @Marys Modell)

    Aber ich lese aus deinen Posts eine sehr lange Geschichte, die jetzt mal (wieder?) eine besonders krasse Phase erreicht hat.

    Hast du selber das Gefühl, du kommst da noch aus eigener Kraft raus?
    Wenn du studierst, es gibt an Unis psychologische Beratungsstellen für Studis.
    Die Caritas bietet auch in vielen Gegenden Familienberatungen an (auch für Einzelpersonen und die haben auch Erfrahugnen mit Essstörungen)
    In einigen Städten (z. B. München ) gibt es eigene Beratungsstellen für Essprobleme.
    Im Grunde ist das Thema bei allen Beratungsstellen oder Selbsthilfestellen die für Frauen oder Mädchen da sind

    Ich schreibe das, weil es sehr schwer ist, alleine aus Essstörungen zu kommen, gerade, wenn sie schon lange bei einem sind.

    Und es gibt, neben klassisch therapeutischen Hilfen (die es auch gibt, das weißt du, schätze ich) einige etwas niederschwelligere (organisatorisch), die auch beistehen können.

    Du hast keine Parameter genannt, nur angedeutet, dass dir das Abnehmen selber schon suspekt ist
    Nur eins, wenn die Menstruation ausbliebe, ist absolut Gefahr in Verzug. Dann solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe holen, weil die Folgen dessen dich leider viele viele Jahre später noch belasten könnten (Osteoporose)

  4. Moderation

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Zählst du immer noch Kalorien?
    Ja. Dieses leichte Zwangsverhalten ist der Preis der weitgehenden Sorgenfreiheit.

    Sonst passiert genau, was du beschreibst: Ich zerbreche mir den Kopf, ich versuche, mich soweit wie möglich zurückzuhalten, ich esse zu wenig, ich habe Hunger, schlechte Laune, Schmerzen, ich kriege einen Freßanfall und mir geht's wieder gut (körperlich und seelisch), nur das Über-Ich macht mir die Hölle heiß.

    Ich will mich nicht auf Freßanfälle konditionieren. Ich will jeden Tag essen, was mir schmeckt und was ich brauche, um leistungsfähig zu sein und zu bleiben, Muskelmasse auf- oder zumindest nicht abzubauen, und meinen Alltag gelassen zu bewältigen, von sozialen Streßsituationen (Einkaufen, Chefgespräch), über körperliche Herausforderung (ganzen Tag auf Achse gewesen und nicht einmal warm geworden) bis zu frohen Anlässen (mit Streuselkuchen).


    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Dann traue ich mich aber nicht so richtig, auch so viel zu essen, spare den Tag über Kalorien für abends auf, die ich dann aber abends gar nicht schaffe. Aber vielleicht muss ich mich auch einfach überwinden. Wobei es zumindest dazu geführt hat, dass ich ohne schlechtes Gewissen auch Schokolade und Kuchen esse, was sich befreiend angfühlt hat.
    Das ist es auf jeden Fall! Sich ständig etwas zu versagen, weil es "böse" ist, führt, denke ich, unvermeidlich zu Ängsten, da man feststellt, man ist vom "Bösen" umgeben.

    Ein Plan sollte ein anständiges Frühstück und/oder Mittagessen beinhalten, damit du Abends nicht so viel aufzuholen hast.

    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Ich glaube, ich habe einfach Sorge, dass meine momentan ständig vorhandenen Versagensängsten sich noch steigern, wenn ich den Plan nicht so einhalte wie ich mir das vorstelle. Aber das Risiko muss ich möglicherweise einfach eingehen.
    Das kann ich nachvollziehen, und da weiß ich auch keine gute Lösung. Aber so wie's jetzt läuft, ist es auch nicht gut. Kleine Schritte, im Zweifelsfall.
    Ein Plan muß sich erst mal bewähren. Ein Plan, dem der Mensch nicht folgen kann, ist der falsche Plan, nicht der falsche Mensch. Pläne kann man ändern.

    Angemessen einkaufen entspannt gerade die Abende. Wenn man die Wahl hat zwischen einem Apfel oder 30 Minuten am Herd stehen, und man ist ohnehin schon recht alle, dann ißt man den Apfel. Wenn Brot, Butter, Käse, Heringe... da sind, ist die Chance größer, daß man die ißt (zumal wenn im Plan steht: "zum Essen hinsetzen" und "eine Mahlzeit hat drei oder mehr Zutaten und alle Makronährstoffe"). Tiefkühlgerichte, Salat- und Sushitheken im Supermarkt, Dosensuppen, Brot, ... sind nicht böse. Sie sind dazu da, daß man nicht hungert, wenn man nicht viel Zeit und Energie übrig hat.

    ***

    Es gibt hier viele Leute, die mit Intervallfasten gute Erfahrung gemacht haben, ich denke, das kann auch dann funktionieren, wenn man zum zu-wenig-Essen tendiert, aber dazu muß man imstande sein, an den Nicht-Fasten-Tagen ordentlich zuzugreifen und das schlechte Gewissen mit dem Fastentag zu beruhigen. Ich halte mich davon aber fern wie der Teufel vom Weihwasser. Ein zu hungriges Wusel ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt.

    ***

    Klingt jetzt blöd, aber vielleicht hilft hier und da auch eine Umkehr der Betrachtungsweise. Man kann dem gut traininerten Über-Ich nicht einfach sagen, "zunehmen ist gut" wenn das Über-Ich findet, "abnehmen ist gut". Aber man kann vielleicht eine Zahl auf der Waage fixieren und sagen "diese Zahl ist gut". Und dann nicht eine Richtung anpeilen, sondern eine Zahl. (Geht natürlich nur, wenn man sich regelmäßig wiegt, muß man gucken, ob einem das hilft oder schadet.)

    Ein anderer vielleicht denkbarer Perspektivenwechsel: Essen ist, was du tust, damit du die Energie hast, dein Leben zu leben. Es ist die Bezahle, die dein Körper dafür kriegt, daß er seinen Job macht, (ich weiß, das ist inhaltlich völlig verquer), und ohne Bezahle leidet die Arbeitsmoral.

    Wenn du die Zeit dafür hast, versuch, dich mit Leuten zu umgeben (virtuell, zur Zeit), die dir den Rücken stärken und in die gleiche Richtung wollen wie du (für mich waren es Kraftsportblogs). Auch eine Ernährungsberatung hat mir mal geholfen, als das Gewicht zu sehr runterging und ich mich außerstande fand, das nicht cool zu finden, obwohl ich wußte daß es nicht gut war. Das ist aber ein Hochrisikounternehmen: Auch Ernährungsberater sind nicht davor gefeit, immer dünner immer besser zu finden.

    Trotzdem: Ziehe die Möglichkeit in Betracht, daß du eventuell professionelle Hilfe brauchst, um aus dem mentalen Belohnungssystem für "wenig essen" rauszukommen.


    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Die grundsätzliche Situation wird sich in den nächsten Wochen wohl nicht verändern, aber ich versuche mir in kleinen Schritten ein paar Verbesserungen zu erarbeiten.
    Daumen sind gedrückt!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. User Info Menu

    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Vielen Dank für eure Antworten, die helfen mir sehr, meine Situation zu sortieren. Ich versuche noch einmal auf ein paar Sachen einzugehen. Vielleicht noch ein paar relevante Informationen, sonst ist es wahrscheinlich nicht so gut zu verstehen. Ich bin bereits in therapeutischer Behandlung (schon seit 1 1/2) Jahren). Mein Essverhalten war da schon auch immer Thema, aber nicht vordergründig, wir haben eher an den Hintergründen gearbeitet. Das war auch ok, weil ich es dann auch über einen längeren Zeitraum ganz gut im Griff hatte. Jetzt ist es aber eben ganz aktuell schwierig.

    Der Auslöser ist sogar recht offensichtlich. Mein Arbeitsvertrag ist im August ausgelaufen und ich bin seitdem arbeitslos. Das ist zwar grundsätzlich gut (und auch gewollt), weil die Arbeitssituation aus verschiedensten Gründen enorm belastend war und ich mich jetzt besser auf meine Dissertation konzentrieren kann. Auf der anderen Seite hatte die Arbeit lange einen enorm hohen Stellenwert für mich und ich weiß noch nicht so recht, wie es beruflich weitergeht. Diese Leere und Orientierungslosigkeit habe ich wohl mit Sport und wenig essen in den letzten Wochen kompensiert.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Was passiert, wenn du deiner Gefühlslage nach "zuviel" gegessen hast.
    Oder das "Falsche"
    Vordergründig die Angst, davon unkontrolliert zuzunehmen. Das essen löst dann einen depressiven Strudel aus Einsamkeit und Sinnlosigkeit aus, weil ich mein „Ziel“ verfehlt habe. Es ist ok, wenn es geplant mehr essen war (z.B. im Restaurant). Aber wenn ich mir eigentlich vorgenommen habe, erst abends zu essen, dann kann schon eine Banane um 17:00 Versagensgefühle auslösen. Das war zwischenzeitlich aber auch schon viel besser.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Erbrichst du, wenn du dich nicht "beherrschen" konntest?
    Das kam in der Vergangenheit vor und war letztendlich auch der Grund, dass ich mir therapeutische Hilfe gesucht haben. Das habe ich dann aber recht gut in den Griff bekommen und ist auch schon eine Weile her.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich sehe einen massiven Zusammenhang zwischen der gefühlten kontrolllosen Examenslage und dem Versuch über Essen irgend ein Ruder irgendwie in den Griff zu bekommen.
    Ja, den sehe ich auch. Kontrolle um jeden Preis und das gute Gefühl, mich und meine Bedürfnisse im Griff zu haben.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Du hast keine Parameter genannt, nur angedeutet, dass dir das Abnehmen selber schon suspekt ist
    Nur eins, wenn die Menstruation ausbliebe, ist absolut Gefahr in Verzug. Dann solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe holen, weil die Folgen dessen dich leider viele viele Jahre später noch belasten könnten (Osteoporose)
    Anfang August habe ich ungefähr 67 Kg gewogen, heute morgen waren es 58 Kg. Ich bin sehr groß (1.81 m), d.h. das ich aktuell schon im untergewichtigen Bereich bin. Meine Periode hatte ich zuletzt im August und auch ansonsten mit einigen Begleiterscheinungen zu kämpfen. Schlechter Schlaf, häufig Schwindelanfälle, schlechte Wundheilung, Unkonzentriertheit, Reizbarkeit, Überforderung bei nichtigen Anlässen. Das ist zwar nicht immer so, manchmal bin ich auch erstaunlich fit und Leistungsfähig (manchmal sogar fast euphorisch energiegeladen), aber ich habe trotzdem Angst vor den körperlichen (und psychischen) Folgeerscheinungen.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich glaube, wenn du es aushalten könntest, dass du dich laufen lässt, könnte es der Durchbruch wieder in etwas gesündere Bahnen sein (nach @Marys Modell)
    Ja, ich befürchte, ich muss da einfach mehr aus meine Komfortzone raus. Ich wollte mir später mal einen Plan (wie von Mary vorgeschlagen) überlegen, vielleicht poste ich den hier nochmal



    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ja. Dieses leichte Zwangsverhalten ist der Preis der weitgehenden Sorgenfreiheit.
    Von dem Anspruch, wieder komplett unbelastet essen zu können habe ich mich bereits innerlich verabschiedet. Mir geht es tatsächlich darum, akut etwas. Entspannung reinzubringen und nicht weiter abzunehmen. Eine leichte Zwanghaftigkeit ist da für mich momentan das kleinere Übel.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ein Plan muß sich erst mal bewähren. Ein Plan, dem der Mensch nicht folgen kann, ist der falsche Plan, nicht der falsche Mensch. Pläne kann man ändern.
    Ja, daran muss ich mich nochmal aktiv erinnern. Nur weil ich jetzt einen Plan entwickle, um die Situation zu verbessen, muss der nicht so bleiben und darf auch angepasst werden. Ich fühle mich sehr schnell fremdbestimmt (auch wenn es mein eigener Plan ist). Deswegen ist es in der Therapie auch etwas schwierig, hier in einem Forum fällt es mir leichter. Aber ich rede da sonst kaum in meinem Umfeld, mein Essverhalten ist ein sehr geschützter Bereich bei mir.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Es gibt hier viele Leute, die mit Intervallfasten gute Erfahrung gemacht haben, ich denke, das kann auch dann funktionieren, wenn man zum zu-wenig-Essen tendiert, aber dazu muß man imstande sein, an den Nicht-Fasten-Tagen ordentlich zuzugreifen und das schlechte Gewissen mit dem Fastentag zu beruhigen.
    Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Aus dem Bauch heraus bin ich unsicher, ob ich an den Nicht-Fastentage nicht doch (unbewusst) einzusparen.


    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ein anderer vielleicht denkbarer Perspektivenwechsel: Essen ist, was du tust, damit du die Energie hast, dein Leben zu leben.
    Ja, das ist ein guter Ansatz. Ich habe das Essen schon so instrumentalisiert, dass ich die grundsätzliche Bedeutung von Nahrung etwas aus den Augen verloren habe.

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Gestern war ich noch recht motiviert, dass Problem systematisch anzugehen und habe angefangen habe, mir einen Plan zu machen (mit Frühstück, Mittag usw.). Heute ist das dann irgendwie ziemlich gekippt und ich fühle mich von meinem eigenem Plan total erdrückt und überfordert. Der Tag war heute aber auch insgesamt schwierig.

    Ich habe jetzt nochmal überlegt, was mir momentan am Wichtigsten ist:

    - Insgesamt mehr Kalorien zu mir nehmen, um nicht weiter abzunehmen.
    - Mehr Genuss und Spaß am Essen. Ich will mich nicht mit Junkfood vollstopfen und mir alles erlauben, aber auch wieder Kuchen, Schokolade und Nudeln essen und das in Mengen, die mehr Spaß machen (also nicht nur 2 Kekse oder ein Riegel Schokolade)
    - Ich will nicht, dass das Thema meinen Alltag so beherrscht d.h. ich will nicht so viel Zeit in die Planung und Zubereitung von den Mahlzeiten investieren und die täglichen Entscheidungen minimieren.

    Momentan tendiere ich dazu, dass ich mir weiterhin „erlaube“, erst am Nachmittag/Abend zu essen. Ich glaube, grundsätzlich komme ich damit einigermaßen gut klar, es war nur in den letzten Wochen insgesamt viel zu wenig Kalorien. Wenn ich aber am Nachmittag und Abends esse und einfach mehr Kalorien einbaue, dann geht es mir vielleicht schon körperlich besser. Als groben Plan habe ich mir folgendes überlegt:

    Morgens (gegen 8:00): Kaffee mit Milch und Apfelschorle

    Mittags (13:00): Wenn ich zum Sport gehe hinterher einen veganen Proteindrink und wenn ich Lust habe auf etwas salziges eine Brühe oder ein paar Oliven

    Nachmittags: Kaffee mit Milch und dann einen gemischten Snackteller aus Allerlei, was ich gerne mag (Obst, Trockenfrüchte, Kuchen, Kekse, Nüsse, Schokolade)

    Abends (20:00): eine warme Mahlzeit (Gemüseanteil reduzieren und Fett und Kohlenhydrate erhöhen).

    Vor dem Schlafen gehen (ca. 22:30): Einen warmen Kakao oder warme Milch mit Honig (den habe ich mir in den letzten Wochen auch immer gemacht und das tut mir sehr gut).

    Ansonsten habe ich mir überlegt, dass ich einen Wochenplan für mein Abendessen erstelle (Tage austauschbar) und dann gezielt dafür einkaufe. Momentan bin ich nämlich ständig einkaufen, nur um dann überfordert im Supermarkt zu stehen und die Hälfte zu vergessen.
    Das fühlt sich jetzt gerade zumindest einigermaßen machbar an.

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Der gestrige Tag war ziemlich schwierig (körperlich und psychisch). Mit diesen depressiven Überforderungszustände habe ich noch keinen guten Umgang gefunden (außer irgendwie aushalten und durch den Tag kommen) und ich bin dann überfordert von meiner eigenen Überforderung.

    Heute fühle ich mich besser und wieder stabiler. Heute morgen war ich laufen und danach habe ich (wie geplant) einen Proteinshake getrunken und ein paar getrocknete Tomaten gegessen.
    Ich habe mir gestern abend schon eine Einkaufliste für das WE geschrieben, das hat das Einkaufen sehr erleichtert. Nur die Schokoladenauswahl hat mich ziemlich erschlagen. Die Sorte, die ich eigentlich wollte, gab es nicht. ich habe dann einen eine Feinherbe mit Orange mitgenommen (nachdem ich fast 10 Minuten vor dem Regal stand).

    Am Nachmittag gab es dann einen Milchkaffee, eine Birne, ein paar Walnüsse, die Hälfte von einer sehr großen Mohnschnecke und 3 Spekulatiuskekse.

    Für heute Abend habe ich Gnocchi mit einer Steinpilz-Sahne-Sauce, Käse und Rote-Bete-Salat geplant. Ein bisschen Schokolade habe ich ja gekauft, die gibt es vielleicht als Nachtisch. Kalorien habe ich nicht gezählt, das fühlt sich heute irgendwie stimmiger an, aber durch den Kuchen, Käse und Gnocchi sollte es ok sein.

    Ich habe überlegt, ob ich hier regelmäßig schreibe, um das ein bisschen zu dokumentieren Mir hilft es, mich zu sortieren und es schafft irgendwie etwas mehr Verbindlichkeit. Ich habe keine Ahnung, ob es jemanden interessiert (Rückmeldungen jeglicher Art sind natürlich willkommen). Die Vorstellung, dass es evtl. jemand liest, ist für mich trotzdem angenehmer, als es nur für mich aufzuschreiben.

  8. Moderation

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Nur die Schokoladenauswahl hat mich ziemlich erschlagen. Die Sorte, die ich eigentlich wollte, gab es nicht. ich habe dann einen eine Feinherbe mit Orange mitgenommen (nachdem ich fast 10 Minuten vor dem Regal stand).
    Entscheidungsstreß. Gibt es wirklich.

    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    Ich habe überlegt, ob ich hier regelmäßig schreibe, um das ein bisschen zu dokumentieren Mir hilft es, mich zu sortieren und es schafft irgendwie etwas mehr Verbindlichkeit. Ich habe keine Ahnung, ob es jemanden interessiert (Rückmeldungen jeglicher Art sind natürlich willkommen). Die Vorstellung, dass es evtl. jemand liest, ist für mich trotzdem angenehmer, als es nur für mich aufzuschreiben.
    Mach das, wenn es dir hilft!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Zitat Zitat von Eponine Beitrag anzeigen
    - Ich will nicht, dass das Thema meinen Alltag so beherrscht d.h. ich will nicht so viel Zeit in die Planung und Zubereitung von den Mahlzeiten investieren und die täglichen Entscheidungen minimieren.
    Hast du dich schon mal am Vorkochen und Einfrieren versucht? Verkleinert den Aufwand und verringert auch Anzahl der zu treffenden Entscheidungen.

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    AW: Entspannteres und gesünderes Essverhalten (Kalorienzählen, Abnehmgedanken)

    Das, was dich da so quält ist das mehr "keine Lust/Zeit zum einkaufen, groß kochen"

    oder eher

    "Was esse ich. Was esse ich. Was ist das 'ungefährlichste'. Was macht mir am wenigsten Ärger, wenn es es intus habe. Wo habe ich danach das am wenigsten schlechte Gefühl" etc?

    Du scheint ja einige Lebensmittel/Speisen auf "okay" zu haben

    Das ist echt die halbe Miete!

    Du könntest das etwas lindern, wenn du dir tatsächlich eine Art "Pool" zum schöpfen gibst.
    Also nicht immer aufs Neue qualvoll durchdenken müssen "kann ich das essen" oder geht es mir danach mies -sondern so eine Art "grüne Liste" die du für gut befunden und machbar befühlt hast.

    Ich zögere! Sag ich gleich.... Bin nicht sicher, ob das das Problem nicht zementieren könnte, aber @Marys Expertise ging in eine ähnliche Strategie.

    Du isst also planmäßig und 3x am Tag. Wenn z. B. Eier gingen und Brokkoli (Beispiel) dann isst du halt Eier und Brokkoli, lässt es dir schmecken und denkst nicht drüber nach, weil Eier und Brokkoli ja "gehen"

    (nicht nur Eier und Brokkoli - der "Pool" sollte so viele verschiedene wie möglich .....)

    Also nicht mehr so quälend und nervtötend "esse ich jetzt Sellerie oder Fenchel oder Spinat oder Brokkoli???" Ist Spinat auch "okay" (weiß ich das? Riskiere ich da was? "WAS?????")

    Sondern stur auf der "sicheren" Seite.

    Wie gesagt, ich zögere mit dem Ansatz. Meiner Erfahrung nach kann es sein, dass die "sichere Seite" zu noch größeren Restriktionen führen kann.
    Aber, es kann auch dazu kommen, dass man sich auf der sicheren Seite etwas erholen kann und neuen Mut fassen - und dann mal ein paar Schlenker macht, Richtung mehr Freiheit.

    Wie geht es dir, wenn du mit anderen isst? Besser oder stresst dich das total?

    Besprich das mit dem Essen auch unbedingt mit deiner Therapeutin! Auch wenn das bisher nicht so im Fokus der Themen stand. Die Themen bestimmst du

    Dass es immer Tage gibt, wo du das Vorhaben mehr Grund ins Essen zu bringen nicht so glamourös bringst, ist normal! Das lass zu - "Richtung halten" ist das A und O. Paar Runden Kreisen gilt in meinen Augen als Richtung halten

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