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    Frustessen / Emotional Eating

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    (Für die, die den Anfang vor ein paar Tagen nicht so mitgekriegt haben:
    Scrollt gerne ein bisschen weiter runter; da kommt noch was - von mir und von anderen. )
    Geändert von sweetydivine07 (01.03.2020 um 13:13 Uhr)

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    heisshunger haben oft, sehr oft handfeste gründe.

    schau doch mal unter dem thema: heisshunger attacken bei den mineralien.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Ich sehe da mind. 2 Baustellen

    1. Du bist einsam. Dir fehlt Zuwendung und Liebe.
    Wenn die fehlt, dann versucht JEDER sie mit anderen Dingen zu füllen. Bist also nicht allein
    Du wählst essen, andere anderes.

    2. Was isst du, wenn du isst? Weil abgesehen vom Heißhunger der Seele, wird unendlicher Hunger oft ausgelöst durch Blutzuckerschwankungen. Die wiederum entstehen oft durch den Verzehr von schnellen Kohlehydraten (weiße Mehle, Zucker, die üblichen Verdächtigen ) die treiben den BZ hoch. Das diese KH "schnell" sind sinkt der BZ wieder total ab. Was wieder Hunger auslöst und zwar leider auf genau das Zeug, das diesen Teufelskreis auslöst.

    1 ist ein Langfristthema. Das gibt es keinen "guten Rat"und keine schnelle Hilfe.

    2. kannst du evtl. beeinflussen - zumindest, dass du es durch den beschriebenen Effekt nicht schlimmer machst.
    Iss also, aber vielleicht nicht Croissant, sondern Vollkornbrot mit Käse. Eiweiß und Fett sind viel stabilisierender für den BZ und Heißhunger bleibt aus oder ist milder.
    Aber iss dich unbedingt satt und zwar regelmäßig. Koch für dich. Verwöhne dich. Iss nichts bloß weil "gesund" aber eigentlich bäh. Du magst sicher auch Sachen, die beides sind

    Versuche das Essen vielleicht etwas zu ritualisieren. Ich hab z. B. so Rituale, wenn alles sch. ist:

    Dann koche ich mir mein Lieblingsessen aus der Kindheit. (gehört leider zur Blutzuckerrollercoaster Liga )
    Aber ich koche es mit Liebe und Vorfreude. Als Erwachsene gibts vorher Salat (esse ich gerne) und dann Ketchup.

    Das ist mein Trostessen. Ganz bewusst.

    Ich versuche Kompensationsmaßnahmen ganz bewusst zu machen. Nicht so nebenbei, nicht "eh alles egal", nicht destruktiv
    Nicht einfach, wenn wirklich nass reingeht.

    Bewusstmachen, schönes Ritual finden erschwert in so einen "Sucht-Mechanismus" zu geraten.
    Essen ist immer emotional und immer mehr als satt werden. Das ist ja nix schlechtes! Du solltest darauf achten, dass es neben Essen noch andere auch probate Mittel gibt, sich zu trösten oder zu beruhigen. Im Idealfall nicht Alkohol

    Bau das mit den Massagen doch aus.
    ich kaufe auch gerne Shampoo, wenn ich aus dem letzten Loch pfeife und mir was gönnen will. Riecht gut, ruiniert einem nicht und ist bequem verfügbar.

    Versuche, dir mehrere Optionen zu erschließen. Trinkst du gerne Tee? Es gibt superleckere Tees. Becher Tee, Kerze an, Beine hoch, Wärmflasche auf die Leber, 2 Folgen Crown auf Netflix - in Ermangelung männl. Mitbewohner sogar ohne blöde Kommentare

    oder du bewegst dich - DER Tipp gegen Heißhunger, wenn man grad drin steckt. Hilft immer. Insulin wird durch Bewegung positiv beeinflusst.

    @Brighid hat Recht mit den Mikronährstoffen.
    Wie schaut es mit VitB (alle), Eisen (Speicher Ferritin) und Magnesium aus?
    Überhaupt... Wie schaut es mit der Schilddrüse aus?
    Und wie mit dem Wechsel

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Hallo, ihr beiden,

    danke schön für eure Anworten.

    Und für eure vielen Vorschläge. Körperlich ist, denke ich, alles soweit in Ordnung (lasse mich regelmäßig durchchecken), und meine Ernährung ist soweit auch in Ordnung.

    Stattdessen glaube ich, dass eher Punkt 1 eine Rolle spielt; daran werde ich wohl noch arbeiten müssen.

    Ich könnte hier noch einiges mehr schreiben, aber ich fürchte, dass es dann zu privat wird; deswegen werde ich auch das Eingangspost löschen. Ihr habt mir aber in paar wertvolle Ideen mitgegeben; habt vielen, vielen Dank.
    Geändert von sweetydivine07 (27.02.2020 um 21:02 Uhr)

  5. Moderation

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Hallo sweetydivine07, schade, dass du dein Posting komplett gelöscht hast. Es wären sicherlich noch gute Anregungen gekommen, vielleicht versuchst du es nochmal, mit einer weniger privaten verkürzten Version? Sonst macht der Strang ja hier keinen Sinn. Und die Gedanken der Schreiberinnen waren umsonst. Sowas finde ich auch immer schade. Überleg mal, ja?
    Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit anderen Augen zu sehen.
    Marcel Proust

    Wir glauben Erfahrungen zu machen,
    aber die Erfahrungen machen uns. (Eugène Ionesco)
    ------------------------------------

    Moderation 60+, Kochen für Feinschmecker, BRIGITTE-Diät,
    Essen - Genuss oder Frust? Rücken

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Hallo noch einmal....

    Ja, Anemone, du hast recht, denke ich... Emotionales Essen ist ja auch für andere sicherlich ein Thema, das sich hier im Strang hilfreich entwickeln kann.
    Tut mir leid, falls es so angekommen sein sollte, dass ich die erfolgten Beiträge nicht so wertschätze; das war nicht so gemeint. Ich bin halt mittlerweile eher gewöhnt, mit Therapeuten zu reden als mit anderen Menschen, und vor allem, wenn es um persönlichere Dinge geht, sind die Inhalte da ja unterschiedlich; von daher hab ich ein bisschen Sorge, dass ich hier zu privat werden könnte.
    Ich versuch´s aber trotzdem noch mal.


    Also...

    Die körperlichen Gründe für das Problem, ständig den Drang zu haben, zu essen und dann am liebsten sehr Gehaltvolles, habe ich bereits abchecken lassen: Die Schilddrüse ist in Ordnung, und ich lasse regelmäßig mein Blut etc. untersuchen - da ist auch alles in Ordnung. Ich achte sehr auf meine Gesundheit, von daher hab ich das immer sehr im Blick.
    Andere Dinge wie Nährstoffmangel sind es höchstwahrscheinlich nicht, und ich esse auch genug: Eerst am Anfang der Woche habe ich mal ausgerechnet, was ich so an einem Durchschnittstag an Kalorien zu mir nehme und habe auch im Blick, dass ich abwechslungsreich esse. Mit eingerechnet ist auch, dass ich ein bis zweimal pro Woche moderaten Ausdauersport mache und auch sonst versuche, möglichst genug Bewegung zu bekommen (mit dem Rad zur Arbeit, Einkäufe per Rad oder zu Fuß etc.). V.ieles, was ich koche, stammt auch noch aus der WW Zeit vor einigen Jahren, aber die Portionen sind auf das Halten des Gewichts angepasst.

    Ich schreibe mal auf, was ich an einem Tag so esse:

    Frühstück: sechs Esslöffel zarte Vollkorn-Haferflocken mit Hafer- oder Reismilch und Wasser (Hälfte/Hälfte); dazu Obst (vorzugsweise Beeren oder anderes wenig süßes Obst; hier variiere ich aber auch immer mal wieder, damit es nicht langweilig wird); gelegentlich kommt auch ein Teelöffel Mandel- oder Cashewmus dazu.

    Mittagessen: viel Gemüse und Fisch/Käse/Fleisch/Tofu/...zum Sattessen; dazu eine kleine bis mittlere Portion Vollkornnudeln oder -reis (hab ich ausprobiert von der Menge her und jetzt die Menge Kohlenhydrate gefunden, die sättigt, aber nicht darüber hinaus schon wieder Heißhunger macht - denn das kenne ich auch; trotz Vollkornprodukten wurden die Kohlenhydratmengen immer größer); zum Nachtisch gibt es oft ein Stück Obst oder drei, vier Esslöffel Quark mit etwas Banane oder ein bisschen Stevia (Wenn ich statt Stevia oder auch mal Xylit einfach Zucker nehmen würde, stünde das "Zuckermonster" sofort wieder auf der Matte und ich könnte nicht aufhören.).

    Abends: eine große Portion gedünstetes Gemüse (Rohkostsalate vertrag ich abends nicht so gut), dazu z.B. eine Portion Kräuterquark, als Kohlenhydrate z.B. ein bis zwei Scheiben selbstgebackenes kompaktes Vollkornbrot oder gegarte Dinkelflocken (7 EL) mit Milch und Wasser und Gewürzen/Kräutern.

    Dazwischen esse ich vormittags und/oder nachmittags oft einen (großen) Kohlrabi, weil kein wirklicher Hunger, sondern Appetit auftaucht und die Lust, etwas zu knabbern, oder es gibt einen Apfel oder so etwas. Oder notfalls auch zwei. Diese Zwischenmahlzeiten sind immer ganz gut, um den Blutzuckerspiegel relativ konstant zu halten.

    Das ist also, was ich an einem Tag so ohne Süßigkeiten usw. esse; wenn ich merke, dass ich doch noch Hunger habe, gibt´s auch mal ein Stück Käse oder Aufschnitt zwischendurch oder eine weitere (ganz kleine) Portion Vollkorn.

    Mit Süßigkeiten sieht es so aus, dass ich nach dem Frühstück oft Hunger bekomme, den ich aber einfach aussitze - nach zehn Minuten ist er weg, auch, weil ich mich abgelenkt habe (mit Haarewaschen und Föhnen, Eincremen und ggf. neue Kosmetika ausprobieren..., oder ich überleg mir noch etwas, was ich bei der Arbeit an dem Tag so zu tun habe. ).

    Manchmal halte ich es aber trotzdem nicht aus und dann muss es etwas Süßes sein. An sich habe ich keine entsprechenden Vorräte zu Hause, aber notfalls ziehe ich dann doch los und kaufe besonders zartschmelzende Praliné-Schokolade oder andere Sorten (Da versuch ich inzwischen auf 80%ige Schokolade umzusteigen, hab aber noch nichts gefunden, was da als Ersatz gelten könnte), oder es werden ein, zwei, ... Stück Kuchen. Auch hier vorzugsweise Obstkuchen auf Bisquit, das ist jetzt keine Extremkalorienbombe, obwohl es ja so auch schon reicht, aber manchmal wird es dann Bienenstich mit Vanillecreme. Glücklicherweise bin ich kein großer Fan von Sahnetorten (oder Croissants... Die mag ich so gar nicht), aber ich merke, dass ich anfange, damit zu liebäugeln. Und wenn ich erst einmal angefangen habe, dann kann ich einfach nicht wieder aufhören. ich esse und esse und versuche dabei gleichzeitig mich zu zügenl: langsam essen (GEHT KAUM), jeden Bessen genießen (GEHT AUCH NICHT!!!), was es halt so an Tipps gibt.
    Wenn ich das nicht mehr schaffe zu tun, dann falle ich über alles Süße und/oder über Weißmehlprodukte her mit dem Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben.
    Das ist glücklicherweise in der letzten Zeit etwas besser geworden, aber auch nur, weil ich mit großer Disziplin und Kampfgeist damit umgehe - so sehr, wie mir das möglich ist; auch, weil ich Angst habe vor Diabetes Typ II.

    Zu schlimmen Zeiten (z.B. vor knapp 2 Monaten noch) hatte ich solche Ausfälle fast jeden zweiten Tag; aktuell ist es vielleicht einmal in der Woche - je nachdem, wie es mir gerade geht. Dieses übergroße Verlangen ist aber immer da, ständig, und das ist leider sehr quälend.

    Was mittlerweile ganz gut klappt, ist die Reduktion auf ein Stück Kuchen am Wochenende und ggf. noch eins innerhalb der Woche. Wenn ich darüber hinaus noch Süßhunger bekomme, versuch ich es mit steviagesüßtem Quark oder Skyr und tiefgefrorenren Beeren: Wenn man das durcheinanderrührt, wird es Eis - das ist dann immer ein bisschen was Besonderes und ist nicht so mächtig Wenn es mir aber gerade nicht so gut geht, muss es eben Schokolade sein. Zum Beispiel ein, zwei Tage vor Einsetzen der Periode; das ist dann so und das darf dann auch sein.


    Die Wechseljahre sind bei mir noch nicht so aktuell: Bis jetzt klopfen sie dezent an, sind aber noch nicht vollständig eingetreten. Ich habe den Eindruck, dass das Altern schubweise vor sich geht, denn lange tat sich da quasi nichts. Erst in den vergangenen zwei, drei Jahren bemerke ich Veränderungen, die sich noch in Grenzen halten. Ich hoffe, das bleibt auch weiter so.
    Geändert von sweetydivine07 (29.02.2020 um 12:45 Uhr)

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Hi Sweetydivine07 - darf ich dich bitte "SD" abkürzen?

    Toll, dass du dich überwinden konntest

    Ich hab auch gleich eine Idee!

    Du isst zum Frühstück viel!!!! zu wenig Eiweiß. Und das könnte zur Folge haben, dass du danach nicht satt genug bist/fühlst.

    Versuche, den Skyr zum Frühstück zu essen. Reis/Hafer/Mandelmilch haben leider fast gar keine Proteine.
    ich löse das, in dem ich einen Löffel Erbsenprotein ins glutenfreie Müsli rühre - muss man mögen, sag ich gleich....

    Wenn bei dir Milchprodukte kein Thema ist, dann iss man einen Quark mit Beeren zum Frühstück -und die Cerealieen als Topping. Also "Mengenumkehr"

    Ich bin noch mehr überzeugt, dass bei dir die Krux aus "Emo-Essen" + "KH-Flash" ist. Und die beiden haben sich gesucht und gefunden. Das ist wie Coca + Cola

    Da ist wirklich der ultimative Tipp: iss den Kuchen/Eis was weiß ich (so wie das dann gerade essen "musst" in Tempo und Stil ) und dann steh auf, geh raus und bewege dich. Musst nicht joggen, aber kannst natürlich. Aber walken, radeln etc. genügt vollkommen.

    1. Du unterbrichst das Tun
    2. Die Bewegung levellt den Blutzucker und zwar sofort und von selber!
    3. Du gewinnst wieder die Oberhand. Du brauchst nicht mehr über dem 2. oder 5. Stück hängen und dir denken "oh Gott, jetzt less ich das auch noch "

    Probiere es einfach mal. Trau dich. Steh auf und geh spazieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Heißhungerflash nach 2km in sich zusammenkackt ist bei 80 %.

    Und mehr Eiweiß essen.

    Nimmst du regelmäßig irgendwelche Medikamente?
    Schläfst du gut?

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    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Schlafen tu ich prima - gut und lange.

    Hm... Das mit dem Frühstück hab ich so noch nicht ausprobiert, aber vielleicht wär das was... Ich werd morgen früh mal schauen, wie das so funktioniert. Ich hab immer Sorge, dass ich nur von Quark mit einem bisschen was dabei nicht richtig satt werde bzw nicht für länger, aber falls ich morgen einknicken sollte vormittags, dann merkt´s ja keiner.

    Das Unterbrechen der Essenssituation hat auch was. Wenngleich ich zugeben muss, dass mir die Tränen gekommen sind, als ich von dieser Idee gelesen hab; ich glaube, ich mach zur Zeit ein bisschen zu viel, so dass ich jetzt denke: Ach Gott, so was jetzt auch noch... (Das ist kein gut getarnter Innerer Schweinehund - wenn ich etwas wirklich will, dann geht das auch, aber so langsam komme ich an meine Grenzen; erklär ich gleich. )

    Ja, ich nehme einige Medikamente; das ist auch ein Grund für die häufigen gesundheitlichen Kontrollen. Sie sind alle sehr notwendig, doch keins hat als Nebenwirkung Appetitsteigerung im Beipackzettel stehen. Natürlich kann beim Zusammenwirkungen vielleicht so ein Effekt entstehen, aber meine Ärzte wissen darüber Bescheid, was ich so nehme, und ich habe dieses Essproblem erst seit relativ kurzer Zeit im Vergleich zu der Medikation. Ich werde aber dennoch beim nächsten Kontrolltermin danach fragen. Danke auch für den Tipp!

    Aufgetaucht ist das Thema Essen eher im Verlauf meiner Therapie, in der wir uns - surprise, surprise! - mit meiner Kindheit und Jugendzeit auseinandersetzen.
    Ich will darüber auch gar nicht so sehr viel schreiben; so viel nur, dass ich so aufgewachsen bin wie viele Menschen meiner Altersgruppe: Kind von Kriegskindern, die nie so wirklich erwachsen geworden sind und den Umgang mit Emotionen (vor allem "negativen" Emotionen) nie gelernt haben - was eine Erklärung, aber keine durchgehende Entschuldigung für die große Lieblosigkeit und Geringschätzung bzw. Abwertung in meiner Kindheit sein kann.
    Meine Eltern sind nicht bösartig. Sie haben sich sogar ein bisschen Gedanken gemacht, wie sie mich erziehen wollten, aber dabei ging es immer nur darum, dass sie als gute Eltern dastanden - ein solcher Status sollte eine Menge anderer Dinge kompensieren, die man nicht sehen oder gelten lassen wollte. Meine Mutter ist heute noch stolz darauf, dass sie mich nach einem starren Zeitplan nur alle par Stunden gefütter hat und äußert sich herablassend und gönnerhaft darüber, dass die Mütter heute ihre Kinder quasi "verweichlichen" und "Springen" bzw. sich von den Kindern herumkommandieren lassen, wenn sie ihr Baby nicht erst mal stundenlang schreien und schreien und schreien und schreien und schreien lassen, bis sie dann doch mal hingehen und schauen, was los ist.
    Insofern hat es in meiner Vergangenheit ein durchgängiges, alles durchdringendes Gefühl von Mangel gegeben, und es existiert immer noch: einen Mangel an Materiellem gab es zwar damals, aber das war nicht so schlimm; viel schlimmer war der Mangel an Gesehen- und Vorbehaltlos-geliebt-Werdens. Zwischen meinen Eltern und mir gab es kaum liebevolle Zuwendung einfach so, statt dessen gab es einen Arbeitsvertrag: Wenn ich gute Noten vorzuweisen hatte, gab es im Gegenzug mal ein paar Sätze, die man jenseits von "Und was haben die anderen? Weshalb ist es nur eine 1-?" zu hören bekam.

    Ich habe ständig, bis heute, das Gefühl, ständig arbeiten zu müssen: an mir, an meinen Einstellungen, an meinem Verhalten; ich darf keinem auf die Nerven gehen, ich darf niemanden zu lieb haben. Ich darf dies nicht, ich darf das nicht. Und wenn ich dann mal was darf, dann kann ich erst mal nichts damit anfangen, weil ich gar nicht weiß, wie man damit umgeht. Also muss ich mir auch das erst mal wieder erarbeiten.
    Und ich muss alle möglichen Regeln befolgen, damit ich gesund bin und bleibe - Zähne, Rücken, alles Mögliche. Muss mich genug bewegen, aber nicht zu sehr anstrengen. alles und jedes im Blick behalten. Muss mich gesund ernähren, darf aber dieses und jenes nicht essen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Hautprobleme. Füße, Schilddrüse, alles mögliche.

    Und ich tue das alles - zum Einen, weil ich Angst vor noch größeren Leiden habe, aber auch, weil ich es nicht einsehe, dass ich ein schlechteres Leben haben sollte als andere, bloß, weil ich eben in eine solche Familie hineingeboren worden bin.
    Ich habe für mich auf einem sehr langen Weg schon sehr, sehr viel erreicht, und ich habe den Eindruck, mir geht jetzt dann aber doch so langsam mal ein bisschen die Puste aus.
    Daher dieses Bedürfnis, einfach mal so ein Gefühl von Fülle zu erleben, nicht nur für eine Millisekunde, in der ich etwas Essbares runterschlucke, sondern dauerhaft möchte ich mich entspannen können, oder wenigstens mal verschnaufen. Einfach bekommen, nichts machen, nicht immer alles alleine machen müssen, sondern einfach mal die Welt an mir vorbeiziehen lassen oder wenigstens die unagenehmen Seiten davon, mich geliebt fühlen dürfen. Mich mal wichtig fühlen; gesehen fühlen. Jemanden, der mir über die Wange streicht und sagt: "Leg du mal hier die Füße hoch; ich mach dir ´nen Tee. Oder möchtest du eine Wärmflasche? Ich setz mich gleich zu dir.".
    Selbst das geb ich mir, so weit mir das irgend möglich ist. Ich kann mich gut bemuttern. Aber so langsam kann und mag ich nicht mehr.

    Deswegen eben dieser Gedanke "Ach Gott, das jetzt auch noch..?"
    Geändert von sweetydivine07 (29.02.2020 um 16:52 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Hab heute zum Frühstück statt sechs Esslöffeln Haferflocken mit Hafermilch/Wasser nur drei und dafür zusätzlich drei Esslöffel Magerquark plus einem Esslöffel Kürbiskernöl, ein paar Chiakrümelchen und ordentlich Blaubeeren und ein paar Brombeeren gegessen.

    Geschmacklich noch ein bisschen ausbaubar, aber ok; ich bin bis zum Mittagessen auch relativ satt gewesen (wobei das Mittagessen wegen frühen Aufstehens nicht so sehr weit weg war). War eine gute idee! Danke dafür.
    Morgen werde ich die Anteile noch etwas mehr verändern und dabei den Quarkanteil vergrößern.

  10. User Info Menu

    AW: Frustessen / Emotional Eating

    Du kannst da viel! mehr Quark essen.... und mind. 20%

    muss auch kein Quark sein. Vollfetter Joghurt (200g Becher) mit Löffel Schokonibs und heißen TK Himbeeren und Mandelstückchen wäre eine Alternative

    Oder du machst dir mal ein paar Eier: 3 Rühreier mit mit Mozzarellakügelchen und einem gr. Milchkaffee

    teste da ruhig rum, was dir schmeckt

    Ich wollte dir nicht "noch mehr aufhalsen"
    Ich glaube aber, dass "Tatort" verlassen bei einen nicht so fügsamen Essanfall dir die Kontrolle oder besser die Unabhängigkeit wieder mehr zurückgeben könnte.

    Ist Histamin bei dir ein Thema?

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