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  1. User Info Menu

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Hallo Urmel,
    es tut mir leid, dass Du gerade Probleme mit der Schule hast, die Dich privat so belasten.

    Ich rate Dir dazu, nochmal den Dialog mit den Klassenlehrern zu suchen. Den Weg über Direktor und Schulbehörde würde ich noch nicht einschlagen.
    Ich kenne mich in Bayern nicht aus, aber es gibt doch sicherlich einen Elternvertreter in der Klasse Deines Sohnes, der Dich Unterstützen kann. Setze Dich mit dem Elternvertreter ( oder den) zusammen und überlegt, was für Wünsche ihr an die Schule bzw. Klassenlehrerinnen in Bezug auf die Hausaufgabenbetreuung habt. Dann sollten sich Elternvertreter und Du mit den Klassenlehrerinnen zusammen oder ihr beruft eine Klassenkonferenz ein, zu der Ihr aber unbedingt auch die Lehrer einladet. Auf einer solchen Konferenz kann dann sachlich diskutiert und Beschlüsse gefasst werden. Wenn ihr als Eltern eine gangbare Lösung vorschlagt und ohne Vorwürfe argumentiert, werden die Lehrer nicht so einfach ablehnen. Es ist ja auch zu ihrem eigenen Vorteil, wenn mehr Zufriedenheit herrscht.

    Eure Forderungen müssen allerdings realistisch sein und sich mit der schulischen Besonderheiten vereinbaren lassen.
    Die Nachmittagsbetreuung kann wahrscheinlich keine Zusatzaufgaben erteilen, weil sie nicht gleichzeitig Fachlehrerin ist. Sie kann nicht spontan irgendwelche Aufgaben aus dem Hut zaubern (zumal wenn sie fachfremd betreut). D.h. wenn Zusatzaufgaben nötig sind, dann muss diese der Fachlehrer erteilen.

    Die Idee mit dem leise Lesen finde ich auch sinnvoll und praktikabel. Es müsste (oder gibt ?) eine Art Kontrollsystem geben, dass dem Betreuer zeigt, dass alle Aufgaben gemacht wurden und der Schüler nun lesen darf (z.B. eine Liste zum Abhaken).

    Die Idee einer Userin Schüler allein draußen spielen zu lassen, wird aus Gründen der Aufsichtspflicht nicht möglich sein. Schüler unter 16 müssen beaufsichtigt werden, alles andere ist fahrlässig (falls was passieren sollte). Es ist ein Fehler im System, dass für die Kinder wegen Zeit für Bewegung eingeplant wird. Dafür könnenn weder Eltern noch Lehrer etwas.

    Eine Frage habe ich noch. Du hast geschrieben, dass Du deinem Sohn nicht noch einen Schulwechsel zumuten willst. Wie oft musste er denn schon wechseln? (Ich vermute mal erst einmal).

    Gruß gerbara

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    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Hallo,
    sorry das ich mich jetzt erst melde, hatte zuviel um die Ohren.

    Promethea71


    Was du über die Betreuung an der Schule schreibst, ist mir allerdings völlig unverständlich und ich muss nachfragen, ob ich es wirklich richtig verstanden habe.
    Die Kinder sollen dort ihre Hausaufgaben machen, dafür gibt es ein konkretes Zeitfenster. Wenn sie ihre Hausaufgaben fertig haben dürfen sie weder rausgehen, noch andere Sachen machen (wie z.B. ein Buch lesen), sondern müssen still am Tisch sitzen, bis die Zeit vorbei ist ?
    Jein, ich hatte jetzt die Betreuung rausgegriffen mit der es Probleme gibt. 1-2 mal haben sie eine andere Betreuung bzw. noch eine zusätzliche Kraft bei der Dame, und da klappt es. Da gibt es keinerlei Probleme. Nur bei dieser Frau. Und 3-4x betreut sie alleine die Woche, also doch schon oft genug finde ich.

    Hatte vor den Ferien schonmal mit der Elternvertretung gesprochen, diese sagte mir das auch andere Eltern ein Problem mit dieser Lehrerin haben. Und gestern hab ich sie nochmals angesprochen. Sie sagte mir das ab 01.November eine zusätzliche Kraft kommen soll, so das diese Lehrerin dann nur noch 1-2 mal die Woche alleine betreut.


    Monsoon

    Kannst Du Dich nicht in Deinem Verwandten- Bekanntenkreis umsehen? Wäre dort nicht eine alternative Lösung möglich?

    Und Dein Ex? Wäre ev von seiner Seite oder seinem Umfeld her eine Hilfe zu erwarten? Kenne leider die Vorgeschichte nicht, stell daher einfach mal die Frage in den Raum...
    Leider nein, meine Verwandschaft ist "verstreut" in versch. Städten, bzw. arbeiten sie. Und Bekanntenkreis ist zurzeit nicht besonders groß, und auch dort Berufstätige.

    Und zu Ex. Eindeutig NEIN. Ihn interessiert es nicht wie es seinem Sohn geht, auch nicht wie die Schule ist usw. (Ist aber ein anderes Thema) Und seine Verwandschaft schaut mich seit der Trennung von ihm nicht mal mehr mit dem Hintern an. Ich bin in ihren Augen das Allerletzte, wie konnte ich mich auch von ihm trennen.

    gerbara
    Eine Frage habe ich noch. Du hast geschrieben, dass Du deinem Sohn nicht noch einen Schulwechsel zumuten willst. Wie oft musste er denn schon wechseln? (Ich vermute mal erst einmal).
    So ganz war das unverständlich. Ich möchte ihm keinen Schulwechsel zumuten weil er zuviel schon mitgemacht hat. Er hat die Schule noch nicht gewechselt. Er hat zuviel durchgemacht als das ich es ihm jetzt nochmals zumuten will auf Neuerungen einzugehen. Es sollte langsam mal Ruhe einkehren.

    Zur Erklärung: Trennung von seinem Vater (wegen unserer Trennung), bei mir langer Aufenthalt im Krankenhaus, (in dieser Zeit sollte er von seinem Vater betreut werden und wurde von Verwandtem zu Verwandtem durchgereicht), Selbstmordversuch seines Vaters persönlich miterlebt, wieder Krankenhausaufenthalt bei mir, Vater zieht über 500 km weg, kein Kontakt, 1. Schuljahr zwei neue Klassenlehrerinnen da eine umgezogen ist und die andere Übergangslösung war. 2. Schuljahr auch wieder neue Lehrerin.

    Die Zeiten in denen er keine Probleme in der Schule hat bei den anderen Lehrern, sind ja auch unproblematisch. Die Zeiten. die er Probleme hat können nunmal zum Nachmittagsausschluss führen.
    Eine andere Betreuung nachmittags bekommt er nicht, 1-2 mal die Woche hat er sie ja noch (und die schreibt anscheinend gerne Verweise?!) und die 2 AG´s. Und da kommt er ja auch nicht raus.

    Zurzeit wenn ich zu Hause bin, hab ich ihn unter Vorwand schonmal von den AG´s zu Hause gelassen, bzw. seine Ergotermine auf diese Nachmittage gelegt. Aber so geht es ja auch nicht weiter.

    Und mit der Betreuung zu reden bringt nichts. Ich hab es am Montag nochmal versucht. Sie hat an mir rumgeredet das mein Sohn ja ADS hätte und wenn ich das bestätigen lassen würde, dann wäre ja auch verständlich warum er so wäre usw und dagegen könne man ja was verschreiben damit er ruhiger würde. Mir blieb der Mund offen. Ihr zu erklären das dies nicht der Fall ist war aussichtslos. Ich wußte in dem Moment garnicht mehr was ich noch sagen sollte. Und diese Frau kann es schaffen das mein Sohn ausgeschlossen wird.

    Er ist seit 1 1/2 Jahren in Therapie und sein Therapeut und auch der von der Ergo bestätigten mir schon damals das er kein ADS hat.

    Für eure Antworten nochmal herzlichen Dank!!!!!!!

    Gruß Urmel

  3. Inaktiver User

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Und diese Frau kann es schaffen das mein Sohn ausgeschlossen wird.
    Nein, Urmel - das soll sie nicht!

    Nocturna hat es wunderbar gegliedert, was Du tun kannst; druck' Dir das für düstere Stunden aus.

    Ich denke, auch für ein Gespräch "im Kleinen" kann es helfen zu wissen, wie der Weg nach oben weitergehen kann.

    Alles Gute, T.

  4. User Info Menu

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Hi Ihr,
    ich weiss nicht wo ich anfangen soll. Seit meinem letzten Beitrag hier hat sich rapide was getan. Er ist nun nicht mehr nur in der Hausaufgabenbetreuung aufgefallen, es hat sich von Tag zu Tag immer mehr dazu "gesellt". Er ist auffällig in den AG´s geworden, hat angefangen andere Kinder zu schubsen. Aus "harmlosen" Rangeleien mit anderen wurde schnell ernst. Mittlerweile jeden Tag ein Eintrag in seinem Heft.

    Diverse Gespräche mit den Lehrerinnen, diverse Gespräche mit meinem Sohn, Rücksprache mit Therapeut und Ergotherapeut. Schnell hat sich herauskristallisiert wie sein Verhalten dort ist: Er will immer der Gewinnner und Bestimmer sein, hält sich dort an keine Regeln mehr und versucht mit seinem Verhalten Aufmerksamkeit zu erreichen. Die Lehrerin hat die Erfahrung gemacht, dass wenn mein Sohn alleine ist, alles einwandfrei läuft. Sobald eine größere Gruppe da ist, ists rum. Genauso in der Ergo.

    Zuhause, bei Bekannten und unterwegs ists, als ob das was in der Schule los ist garnicht wahr sein. Einwandfreies Verhalten usw.
    Gespräch mit meinem Sohn ob er von der Schule runtermöchte, ob er gerne hingeht. Er will nicht weg da, er ist gern dort.
    Wir lernen Entspannungstechniken, haben ihn zu Sport angemeldet usw. Macht er alles gern, powert sich dort aus. Und in der Schule ist er "ein anderer Mensch".

    Montag wieder Brief nach Hause, er hat einen Schüler geschubst. In der Klasse rumgeschrien und sich mit einem anderen Schüler Schimpfworte ausgetauscht. Zu Hause dafür Privilegienentzug, Gespräch über sein Verhalten gehabt. Er ist der Meinung dass er falsch gehandelt hat und das es ihm leid tut, das er sich anstrengt und es nicht mehr vorkommt. Dienstag wieder ein Schreiben, Androhung bei der nächsten Sache Ausschluss erstmal für ein paar Tage vom Nachmittagsunterricht. Wieder Gespräch geführt.

    Er hat wieder bereut und versprochen das nichts mehr passiert. Heute dann den Ausschluss kassiert. Im Nachmittagsunterricht so laut und aggressiv aufgetreten, dass die Lehrerin ihn rausgeschmissen hat, musste zur Rektorin und ich den Brief das es zum Ausschluss für die nächste Woche kommt. Strafarbeit bekommen. Er sie geschrieben, und ich ihn gefragt ob er denn wisse warum er die bekommen habe. Seine Antwort: Nö!

    Er weiss wie man sich anderen gegenüber verhält und findet es auch nicht gut wenn man schlägt, tritt usw. Aber selbst macht er es dann. Ich habe mit ihm schon oft darüber gesprochen, die letzten Tage vermehrt, er ist dann auch sehr zugänglich und in mir keimt die Hoffnung er hat verstanden. Und am anderen Tag wieder ne Meldung. Wenn man ihn fragt: er weiss nicht wie es passieren konnte.

    Habe ihm heute Zimmerverbot bis auf weiteres verhängt, Taschengeldentzug, DVD schauen und Fernseh gab es seit den letzten Malen schon nicht mehr, keine Erlaubnis für die nächsten 4 Wochen das er Freunde besuchen kann und auch sie ihn nicht.

    Ich sitze hier, weiss nicht was ich falsch gemacht habe, wie ich reagieren hätte sollen, weiss nicht ob ich weinen soll, oder ob ich vor lauter innerer Unruhe ins Kissen schreien soll. Ich weiss nicht ob es richtig war ihn so zu bestrafen oder falsch.

    Selbst die Klassenlehrerin, zu der ich die letzten beiden Wochen einen Draht aufgebaut habe, ist erstaunt darüber wie schnell sich das bei ihm entwickelt hat, sie hätte selbst nicht damit gerechnet. Sie meinte auch das es jeden Tag immer mehr Steigerung gegeben hätte.

    Er ist traurig darüber das er nächste Woche nicht nachmittags dort sein kann, sagt es war falsch, es tut ihm alles so leid. Ich weiss nicht mehr weiter!!!!

    Danke fürs Lesen

    Urmel

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    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Liebe Urmel,

    das ist ja wirklich dramatisch, was sich der kurzen Zeit abgespielt hat. Kein Wunder, dass du nicht mehr weiter weißt.
    Ich habe auch keine Lösung und keine guten Ratschläge, aber ich wollte es nicht nur beim Lesen belassen, sondern dir schon etwas in die lange Nacht mitgeben.

    Es scheint so, dass die Situation für deinen (immer noch) kleinen Sohn schon seit Jahren sehr belastend ist, denn dir geht es wohl nicht so gut . aufgrund der Trennung und der Arbeitslosigkeit, und davor warst du mit einer (Vollzeit-?) Berufstätigkeit wahnscheinlich auch eher am Rande der Überforderung. Nicht böse gemein, aber ich kenne nur ganz, ganz wenige Frauen und Kinder, die das unbelastet überstehen, und wenn, dann meistens mit enormer Unterstützung von Familie oder sonstigem Netzwerk und natürlich Geld im Hintergrund für sonstige Entlastung.

    Dazu kam das Trauma, dass dein Ex-Mann sich etwas antun wollte und dein Sohn das hautnah mitbekommen hat. Mich würde es wundern, wenn ihn das nicht aus der Bahn geworfen hätte. Aus einem anderen Strang weiß ich, dass du bereits Therapie machst oder gemacht hast, ich kenne den aktuellen Stand nicht, aber genau das finde ich auch unbedingt notwendig. Du musst gestärkt werden, um dem kleinen Mann stark bei Seite stehen zu können! Die Aggressivität und das hilflose um-sich Schlagen/Schupsen sind wirklich ein Alarmsignal, und ich möchte jetzt nicht psychologisieren und etwas Falsches sagen. Du brauchst Beratung, wohl auch in Bezug auf das Verhalten bei Regelverstößen und die Aggressivität.
    Vielleicht braucht dein Sohn auch "mehr Mama", nur - bist du zurzeit in der Lage, das zu bieten? Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass bürokratische Argumente der Schule dan Ausschlag geben können, wenn es um das Wohl deines Kindes geht und z.B. therapeutische Begleitung. Letztendlich profitiert doch auch die Schule davon, wenn es ihm besser geht, z. B. weil er mit dir zusammen erst einmal zur Ruhe kommt nach den Turbulenzen.
    Vielleicht wäre eine Mutter-Kind-Kur - ganz, ganz schnell- wegen der Auffälligkeiten und deiner PS eine Möglichkeit, mit ihm und mit dir als Patient. Das würde dich enorm von den alltäglichen Dingen entlasten, er wäre aus der Situation ´raus, die so verfahren ist und könnte vielleicht auch therapeutisch arbeiten/ spielen und neue Verhaltensweisen einüben (hab´noch kein Kur gemacht, aber fast nur positive Erfahrungen im Bekanntenkreis gehört).
    Sag jetzt nicht, du bekommst keine genehmigt - selbst dein Hausarzt müsste davon zu überzeugen sein, dass "Gefahr in Verzug ist" - zumindest für die schulische Laufbahn deines Kindes. Und wenn nicht, dann musst du Therapeuten und Schule und Erziehungsberatung und Pfarrer und alle, die dazu etwas sagen/ schreiben können, einspannen und es durchsetzten!
    Versuch es und bestärke deinen Sohn - immer wieder, für alle Ansätze sozialen Verhaltens und verbringe - sofern es dir möglich ist - unbelastete Zeit mit ihm, viellleicht auch nicht nur allein, sondern in Gruppen.
    Auf jeden Fall suche dir Erziehungsunterstützung, bitte.
    Ich wünsche dir Kraft und Geduld und auch seinem Sohn alles Gute
    Geändert von stille.quelle (20.11.2008 um 22:37 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Zitat Zitat von stille.quelle
    Vielleicht wäre eine Mutter-Kind-Kur - ganz, ganz schnell- wegen der Auffälligkeiten und deiner PS eine Möglichkeit, mit ihm und mit dir als Patient.
    Liebe Urmel,
    das hört sich ja wirklich alles sehr bescheiden an! Ich finde die Idee mit der Mutter-Kind-Kur klasse! Durch Deinen Beitrag habe ich den Eindruck bekommen, dass alles immer mehr "Krampf" wird. Und je mehr an Deinem Sohn von allen Seiten "gezerrt" wird, desto mehr spitzt sich die ganze Sache zu. Vielleicht könnte das alles durch eine Auszeit entkrampft werden??

    Alles Gute für Dich!

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    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Zitat Zitat von Urmel26
    Hallo,

    Er ist seit 1 1/2 Jahren in Therapie und sein Therapeut und auch der von der Ergo bestätigten mir schon damals das er kein ADS hat.

    Für eure Antworten nochmal herzlichen Dank!!!!!!!

    Gruß Urmel

    Oh, sorry, das habe ich jetzt erst gelesen. Was sagen die denn, "was er hat", wenn sie sagen können, was er nicht hat?
    Dein Bestrafungen finde ich überzogen. 4 Wochen keine Freunde - das ist ein unüberschaubar langer Zeitraum. Versuch´, ohne dass es wie unberechenbar wirkt, ihm für Kooperation und "Wohlverhalten" und Friedlichkeit oder kleine Hilfen im Haushalt wieder einige der Vergünstigungen oder der Verabredungen zukommen zu lassen. Was hat er denn jetzt noch zu verlieren, wenn ihm so viel gestrichen wurde? Was macht ihm denn dann überhaupt noch Freude?
    Ich bin ganz sicher davon überzeugt, dass bei einem Achtjährigen noch ganz viel Positives zu erwarten ist und dass er sich danach sehnt, Anerkennung, aber auch Sicherheit und Zuverlässigkeit zu bekommen. Gibt es einen Opa, der unbelastet mit seinem Enkel etwas unternehmen kann oder einen anderen vertrauenswürdigen Mann, der "Männersachen" mit ihm machen kann?

    Mehr fällt mir heute abend nicht ein.
    Schlaf gut, ich mache für heute den PC aus.

  8. Inaktiver User

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Zitat Zitat von Urmel26
    Er will nicht weg da, er ist gern dort.
    Wir lernen Entspannungstechniken, haben ihn zu Sport angemeldet usw. Macht er alles gern, powert sich dort aus. Und in der Schule ist er "ein anderer Mensch".

    Montag wieder Brief nach Hause, er hat einen Schüler geschubst. In der Klasse rumgeschrien und sich mit einem anderen Schüler Schimpfworte ausgetauscht. Zu Hause dafür Privilegienentzug, Gespräch über sein Verhalten gehabt. Er ist der Meinung dass er falsch gehandelt hat und das es ihm leid tut, das er sich anstrengt und es nicht mehr vorkommt. Dienstag wieder ein Schreiben, Androhung bei der nächsten Sache Ausschluss erstmal für ein paar Tage vom Nachmittagsunterricht. Wieder Gespräch geführt.

    Er hat wieder bereut und versprochen das nichts mehr passiert. Heute dann den Ausschluss kassiert. Im Nachmittagsunterricht so laut und aggressiv aufgetreten, dass die Lehrerin ihn rausgeschmissen hat, musste zur Rektorin und ich den Brief das es zum Ausschluss für die nächste Woche kommt. Strafarbeit bekommen. Er sie geschrieben, und ich ihn gefragt ob er denn wisse warum er die bekommen habe. Seine Antwort: Nö!

    Er weiss wie man sich anderen gegenüber verhält und findet es auch nicht gut wenn man schlägt, tritt usw. Aber selbst macht er es dann. Ich habe mit ihm schon oft darüber gesprochen, die letzten Tage vermehrt, er ist dann auch sehr zugänglich und in mir keimt die Hoffnung er hat verstanden. Und am anderen Tag wieder ne Meldung.
    [...]
    Er ist traurig darüber das er nächste Woche nicht nachmittags dort sein kann, sagt es war falsch, es tut ihm alles so leid. Ich weiss nicht mehr weiter!!!!
    Hallo Urmel,

    wenn ich diese lange Folge lese - "falsches" Verhalten - angedrohte Konsequenz - Reue - gelobte Besserung - wieder daneben - zeitweiliger Ausschluss - Einsicht ... und über allem schwebt, dass man ihn nicht mehr dort haben will

    dann habe ich das Gefühl, dass er vielleicht Angst hat!
    Wie ein Arbeitnehmer, dessen Stellung bedroht ist, und der daraufhin Fehler um Fehler macht.
    Vielleicht aus Nervosität - vielleicht hat er aber auch das Gefühl, auf einem "spitzen Zaun" zu sitzen, und sehnt sich irgendwie danach, endlich auf die eine oder andere Seite herunter zu fallen ... gehöre ich nun dazu oder nicht?

    Vielleicht provoziert er unbewusst das Runterfallen.

    Ich würde aus den Strafen unbedingt das Verbot, Freunde zu treffen, streichen.
    Ich würde sogar eine Zeitlang alle "Reuegespräche" streichen - es ist so quälerisch beim Lesen.

    Ja, (ich lese es jetzt bei stille.quelle, hab' mich selber nicht zu fragen getraut - ist das nicht blöd?): weshalb ist er denn in der Ergotherapie? Was ist die "Arbeitshypothese" dort?

    Ich hoffe, es geht Dir morgen besser!! T.

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    ja, ich denke auch, an dem was tarasjugina schreibt ist was dran ... zum einen wirkt es unheimlich komprimiert ... als ob Den kind irgendwo leicht pansich reagiert, weil ihm die Felle irgendwo schon davongeschwommen sind ... und ab und an hat man den Endruck, er regairt auch gefrustet mit jetzt erst recht, ist eh schon zu spät ...


    Gruß, B.

  10. User Info Menu

    AW: Ausschluss aus Nachmittagsangebot (sorry lang)

    Hi Ihr,
    also die Nacht war bescheiden, habe kaum geschlafen, sehr viel nachgedacht und nicht wirklich ein Ergebniss bekommen.

    Hatte heute morgen nochmal ein Gespräch mit der Klassenlehrerin. Sie meinte, (und bei ihr hab ich das Gefühl das ist ehrlich) das sie in den kommenden Tagen, wenn sie nachmittags die "Größeren" betreut, meinen Sohn einfach mitnimmt und ihn nicht in seine " gewohnte" Nachmittagsbetreuung gibt. Um einfach mal einen Cut zu machen und ihn aus der Situation herauszunehmen. Das sie den Ausschluss leider nicht mehr verhindern kann, aber sie hofft das wir gemeinsam an der Situation was ändern können. Sie würde gerne, wenn es geht, mal mit zu einem Ergotermin um Lösungsansätze zu finden, die sie in der Schule umsetzen kann.

    Sie sagte auch, das mein Sohn, wenn er alleine für sich ist, ein absolut unauffälliges Kind ist, das er sich benimmt, umgänglich ist und sehr gute Leistungen bringt. Doch sobald er in der Gruppe ist, er sich versucht immer in den Vordergrund zu stellen. Er wird laut, ist kaum mehr zu bändigen und schwer zu beruhigen. Das aggressive Verhalten gegenüber seinen Mitschülern trete nur selten auf, dann aber mit voller Wucht. Das Laut sein und sich nicht Bändigen lassen wäre das Hauptproblem. Er aber nicht der schlimmste in der Klasse wäre. Ob es etwas gäbe das ihn beruhige.

    Ja, malen. Wenn er malt fährt er runter. Wird ruhig und ist in sich versunken. Sie meinte das sie jetzt mal den Versuch starten werde, ihn in solchen Momenten aus der Situation rauszunehmen und ihn einfach mal 10 min malen zu lassen. Zufällig kam die Lehrerin vom Nachmittag vorbei und die KL hat gleich nach ihr gerufen. Sie hat nachgefragt wie genau und was sich mein Sohn zu "Schulden" kommen lässt. Fast die gleiche Erklärung. Die KL sagte, bevor ich etwas sagen konnte zu ihr: Dann nehmen sie ihn doch mal für ein paar Minuten aus der Situation heraus, lassen sie ihn was malen. Da ist die Nachmittagslehrerin hochgefahren: Das wäre ja noch schöner, ne Extrawurst gebraten zu bekommen, für sein Verhalten auch noch belohnt werden. Sie wäre ganz froh wenn der Kleine mal ne Weile nicht kommen würde. Und zack, weg war sie.

    Die KL und ich haben uns nur ganz "doof" angeguckt. Die KL meinte dann sie rede nochmal mit ihr, ich solle damit noch warten. Das ist zurzeit der Stand in der Schule.

    Und ja das mit der "Bestrafung" gestern hab ich mir auch noch mehrmals durch den Kopf gehen lassen. War es wirklich richtig so hart zu reagieren. Ich habe ihm gestern, so wie mir hier vorgeschlagen wurde, ihm auch gesagt, dass er sich nach und nach wieder Privilegien dazuverdienen kann, dass, je nach Benehmen von ihm immer mehr wieder dazukommt. Aber ich fand es schon hart. Er tut mir auch leid. Ich würde ihm so gern helfen, denn ich hab auch oft das Gefühl das es ein Hilfeschrei ist. Das es seine Art ist, sich bemerkbar zu machen. Aber auf was aufmerksam?

    Er will unbedingt im Nachmittag bleiben, auch auf dieser Schule (ich hatte Beendigung des Nachmittagsangebot überlegt, aber auch Schulwechsel) Er möchte da nicht weg.
    Ich weiss nicht was in der Schule ist, was ihn so "werden lässt".
    Bei den Eltern der Schulkameraden und bei der Mutter seines besten Freundes ist er ein gern gesehener Gast und herzlich willkommen. Er wäre sehr gut erzogen und würde sich einwandfrei benehmen. Wäre höflich und sehr hilfsbereit. Er passe sogar mit drauf auf, das die anderen dann keine Dummheiten machen würden.
    Überall klappt es, nur nicht in der Schule. Es ist mir ein absolutes Rätsel. Auch der KL. Denn sie hat ihn jetzt "schärfer" beobachtet um mir Rückmeldung zu geben und sie sagte wie oben geschrieben. Sie kann sich das auch nicht erklären, was den Anreiz oder der Auslöser dafür sein könnte.

    Eine richtige Diagnose hat er vom Therapeuten nicht. Die Ergotherapie macht eine funktionelle psychische Ergotherapie wegen psychischer Auffälligkeiten im Kindesalter.
    Als ich den Therapeuten heute morgen angerufen habe um schnellstmöglich nochmal einen Termin zu bekommen, hat er sich das alles nochmal angehört und meinte dann nur: Wir sollten darüber nachdenken ob wir ihm Medikamente geben eine zeitlang um einen weiteren Ausschluss zu vermeiden.
    Da kam mir die Frage: Ist das der richtige Therapeut für meinen Sohn?! Medikamente damit er ruhig ist, Ursache wird nicht gesucht.

    Die Ergotherapeutin rief mich eben zurück. Ich erzählte ihr den gestrigen und heutigen Tag. Sie meinte das sie gegen die Medikamentation wäre. Das man schauen müsste was der Auslöser wäre, sie in den nächsten Stunden bei ihr mit ihm seine "Gefühlswelt" durchforstet und schaut woran es liegen kann. Sie sagte mir, dass sie die Gruppenergo mit anderen Kindern mehr in den Fokus nehmen würde um zu schauen wie dort sein Verhalten ist.

    Die Mutter Kind Kur ist mir auch in den Sinn gekommen. Es würde mich viel Überwindung kosten, hatte als der Kleine 1 1/2 Jahre alt war eine Mutter Kind Kur auf Anraten meines Hausarztes, um eine Auszeit zu bekommen, und die hatte mir damals überhaupt nicht gut getan. Aber ich denke ich muss über meinen Schatten springen, hier geht es um meinen Sohn.

    Und ich denke schon das er "viel" von mir hat. Ich habe abends ein Ritual eingeführt, bei dem ich uns beiden Tee koche, mich mit ihm auf die Couch unter die Decke kuschel, ruhige Musik höre und wenn er dazu Lust hat, ihn einfach reden lasse, oder einfach nur Quatsch mache oder oder oder. Was uns beiden in dem Moment gut tut einfach.

    Wenn ich wüsste, was der Auslöser ist, was ihn so beschäftigt, was bei ihm los ist in der Schule (also aus seiner Sicht) könnte man da ansetzen. Aber da kommt nur Schulterzucken und weiss nicht, und ist mir egal.

    Vielleicht habt ihr Recht und ich sollte eine Weile ihn aus dem Ganzen rausnehmen, vielleicht auch wirklich mal nachmittags nicht mehr teilnehmen lassen, da dann die Probleme auftreten. Morgens ist er umgänglich.
    Sorry das es wieder so lang wurde.

    Grüße Urmel

    Wenn ich was vergessen habe zu beantworten bitte nochmal aufmerksam machen.

    Achso, ich bin weiterhin in Therapie und habe das Problem dort auch zum Thema gemacht. Mein Therapeut überlegt sich was bis zur nächsten Stunde, aber da er meinen Sohn nicht in Therapie hat kann er dazu nicht soviel sagen, nur eventuelle Lösungsansichten. Er ist kein Kindertherapeut.

    Und zu männlicher Bezugsperson. Ja die hat er, der auch, sag ich mal, neutral auf das Ganz schaut. Der mit ihm was unternimmt, heimwerkelt usw. Der mit ihm auch schon im Gespräch war aber auch nicht rankommt.

    Wenn er mit seinem Vater telefoniert erzählt er rein garnichts. Da sagt er immer nur: Bei mir ist alles ok, es ist alles super. Er erzählt keinen Piep darüber was zurzeit los ist. Das hat er von mir erfahren. Und sagte dann bei einem anderen Telefonat zu unserem Sohn nur: Du musst mir aber ganz dolle Versprechen das nicht mehr zu machen. Damit war für ihn die Sache vom Tisch. Und als er gestern vom Ausschluss hörte meinte er nur: Hmhm, was macht der nur für Sachen, das ist aber nicht gut.
    Geändert von Urmel26 (21.11.2008 um 09:30 Uhr)

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