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    Jungen in der Schule benachteiligt?

    Beschwerden verzweifelter Väter und Mütter häufen sich, berichtet Regine Schwarzhoff, Vorsitzende des Elternvereins Nordrhein-Westfalen. Fast immer sind Jungen betroffen, und fast immer sind Lehrerinnen in den Konflikt verstrickt. Schwarzhoff weiß von Schulen, wo Eltern regelrecht darum betteln, dass ihre Söhne von einem der wenigen Lehrer unterrichtet werden. „Das hat es früher in dieser Dimension nicht gegeben.“

    Werden Jungen benachteiligt? Für den Bozener Entwicklungspsychologen Wassilios Fthenakis, einen genauen Kenner des deutschen Bildungssystems, ist das keine Frage mehr. „Das ist empirisch nachgewiesen.“ (...) Wird der Entwicklung nicht schnell gegengesteuert, steht mehr auf dem Spiel als die Zukunft vieler junger Männer: Das schrumpfende Reservoir an schlauen Jungs kommt auch die Volkswirtschaft teuer zu stehen, belastet Sozial- und Steuerkassen und gefährdet damit unseren Wohlstand.

    (...) Die Zeitschrift „Emma“, Speerspitze der Frauenemanzipation, forderte vor 20 Jahren: „Wenn wir wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen.“ Für Jugendforscher Hurrelmann ist der Appell auf ungute Weise Wirklichkeit geworden.


    Wirtschaftswoche: Jungen auf dem Abstellgleis

    ***************************

    Warum bleiben die Jungen so zurück? Liegt es einfach nur an der einseitigen Mädchenförderung? Oder sind Mädchen tatsächlich "einfach besser", "zielstrebiger" und sind damit die Jungen selber schuld, wie z.B. Thea Dorn meinte*? Liegt es daran, dass einfach zu wenig Männer im Schulbetrieb unterwegs sind? Oder kann es tatsächlich sein, dass Jungen gezielt benachteiligt werden?

    Meinungen?

    __________
    * in der Sendung "Quergefragt - Wozu brauchen wir noch Männer?" SWR http://www.swr.de/quergefragt/-/id=2...in5/index.html

  2. gesperrt

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    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Das haben wir doch jetzt gerade alles lang und breit in Pelles Strang im Fassungslosforum mit über 600 Posts durchdiskutiert .. ob da jetzt noch viel Neues nachkommt ... ich wage es zu bezweifeln.
    Gruß, B.

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    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Mich macht das teilweise auch fassungslos, denke aber, dass diese Thematik hier besser aufgehoben ist. Zeigt schon, dass ich hier danach gesucht habe und nicht fündig wurde. So, jetzt muss ich mal vieeeeel lesen. Danke für für den Hinweis.

    cu sefi

  4. gesperrt

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    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Er heißt "Jungs auf dem Abstellgleis" .... ich hätte Dir das der Einfachkeit halber auch gerne verlinkt ... aber irgendwie klappt das bei mir heute mal wieder nicht so ganz ... also, lies Dich durch .. und wenn Du bei den Christbaumketten landest, bist Du im falschen Strang.
    Gruß, B.

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    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Drei Dinge:

    1.) Die Jungs bzw. deren Eltern sind "selber Schuld", da sie im Schnitt anders erzogen sind: Sie bekommen weniger konsequente Grenzen, da "wild sein", "sich wehren", "schlägern" heute leider immer noch zum Männlich-Sein dazugehört. Zuhören, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft etc. sind eher weiblich besetzt und wird kleinen Jungs daher nicht so sehr abverlangt - von Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen. Verhalten sich die Jungs dann so, wie sie erzogen wurden, "stören sie".

    2.) Deutschlands Väter arbeiten so viel, dass den Jungs das männliche Vorbild fehlt. Sie müssen sich - in Ermangelung eines realen Vorbildes - also als "Gegenteil" ihrer Mutter definieren. Nicht weiblich, nicht fürsorglich, nicht rücksichtsvoll etc. Das führt wiederum zum "wilden" Jungen, der dann aneckt.
    Mir bekannte Jungs aus Familien mit gleicher Verteilung von Haushalt und Erwerbsarbeit zeigen ein viel besseres Sozialverhalten.

    3.) Die Schulen verweiblichen. Gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, wird gebastelt, was das Zeug hält. Und dabei ist nicht Kreativität gefragt, sondern perfektes ausmalen, falten, schneiden... was kleine, brave, schüchterne Mädels halt so mögen...
    An naturwissenschaftliche Experimente trauen sich die Damen nicht so ran, also fallen die "aus Zeitgründen" leider weg. Arme Jungs.

    Zilpzalp, die einen sehr "angepassten" Buben und ein "wildes" Mädel hat.

  6. Inaktiver User

    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Auch Lehrer bevorzugen gerne Mädchen...und an den Grundschulen gibt es kaum welche.
    Meine Söhne haben auch miterlebt, wie Mädchen eindeutig bevorzugt wurden.
    Zuhören, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft etc. sind eher weiblich besetzt und wird kleinen Jungs daher nicht so sehr abverlangt
    Ich habe meine beiden Söhne so erzogen, aber ich habe den Eindruck, dass das bei den Leuten nicht so gut ankommt. 'Richtige' Männer haben frecher zu sein und mehr Ellbogen zu haben und nicht zu viel Respekt vor anderen.
    Geändert von Inaktiver User (24.11.2007 um 15:04 Uhr)

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    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Hallo,

    bin auch der Meinung, dass Jungs in der Schule benachteiligt werden.

    Ich habe 2 Jungs, einen in der 4. Klasse und einen, der nächstes Jahr eingeschult wird.

    Mit meinem Großen, den ein sehr guter Schüler ist und fast nur 1sen schreibt, gibt es seit der 1. Klasse Probleme mit der Lehrerin. Sie steht auf kleine Mädchen in Rosa mit Zöpfen. Mein Sohn (obwohl er weder hyperaktiv noch aggressiv ist) und übrigesn alle Jungs dieser Klasse ecken immer mit der Lehrerin an. Fast alle wurden schon zur Erziehungsberatung bzw. zum Psychologen geschickt.

    Ein "nettes" Beispiel:

    Im Obtober war Schulanmeldung für die neuen Kinder. Sie wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt. In der Zeit in der die Lehrer sich mit den Kindern unterhielten, gingen die Eltern zum Direktor und haben die Anmeldeformulare abgegeben.

    Die Lehrerin meines Großen kam mit einer Gruppe Kindern aus dem Klassenzimmer, 2 davon ein Junge und ein Mädchen fanden nicht sofort ihre Eltern.

    Das Mädchen wurde von der Lehrerin umarmt, an die Hand genommen, es wurde beruhigend mit ihr gesprochen und die Mutter gesucht. Der kleine Junge, der auch mittlerweile weinte, sich trotzdem traute die Lehrerin anzusprechen und nach seinen Eltern fragte wurde furchtbar angeherrscht !!!! . "Deine Eltern sind schon hier, da musst du halt mal richtig schauen".

    Ich fand es schrecklich....


    Außerdem wird den Mädels in der Klasse meines Sohnes eher geglaubt als den Jungs. Wenn es Konflikte gibt, bekommen sie Mädchen recht, obwohl sie angefangen haben bzw. die Anstifterinnen waren. Die Mädeln wurden von der Lehrerin so erzogen, dass sie bitte gleich kommen sollen und "petzen" , die Jungs halten erstmal den Mund, bis es nicht mehr geht. Und dann wird ihnen nicht geglaubt.

    Grüße
    Sonnenblume

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    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Da kannst Du ja nur drauf drängen, dass Dein kleiner Sohn nicht die selbe Lehrerin bekommt, die den Großem gerade abgegeben hat.

  9. Inaktiver User

    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Ich kenne an dieser Schule auch eine Lehrerin, die keine Jungs mag, aber selbst 2 Söhne hat.
    Und eine Nachbarin (Lehrerin) mag auch keine Jungs. Meine Söhne durften aauch nicht mit ihren tollen Mädchen spielen.
    Die andere Nachbarin, ebenfalls Lehrerin, mag auch keine Jungs. Der Sohn sollte auch möglichst nur mit Mädchen spielen.
    Für meine Jungs war das nicht einfach bzw. hatten die irgendwann sehr wenig bis keine Spielkameraden...
    Geändert von Inaktiver User (30.11.2007 um 16:30 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Jungen in der Schule benachteiligt?

    Zitat Zitat von zilpzalp70
    Drei Dinge:

    1.) Die Jungs bzw. deren Eltern sind "selber Schuld", da sie im Schnitt anders erzogen sind: Sie bekommen weniger konsequente Grenzen, da "wild sein", "sich wehren", "schlägern" heute leider immer noch zum Männlich-Sein dazugehört. Zuhören, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft etc. sind eher weiblich besetzt und wird kleinen Jungs daher nicht so sehr abverlangt - von Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen. Verhalten sich die Jungs dann so, wie sie erzogen wurden, "stören sie".
    Ich glaub eher, dass das Problem darin liegt, dass man Jungen männliches Verhalten aberziehen will, von Lehrerinnen und Erzieherinnen, teils auch von Eltern. Dabei wird vorausgesetzt, dass männliches Verhalten (z.B. größerer Bewegungsdrang) nur anerzogen ist, und nicht aus den Jungen selbst kommt. Da spielen z.T. ganz starke, leidenschaftliche politische Haltungen mit rein. Hinzu kommt, dass gezielte Jungenarbeit sich häufig nur um eines dreht: Respekt vor Frauen, Gefühle zeigen etc...


    Geschlechtersensible Jugendpolitik beschränkt sich häufig immer noch im reinen Weglassen und Ausgrenzen von Jungen und jungenspezifischer Belange, was in der aktuellen Integrationspolitik deutlich wird. Die vorhandene Jungenarbeit konzentriert sich vorwiegend auf antisexistische Sozialisation und weniger auf Bildungsförderung.

    Dr. Bruno Köhler - Jungen und Geschlechterpolitik

    2.) Deutschlands Väter arbeiten so viel, dass den Jungs das männliche Vorbild fehlt. Sie müssen sich - in Ermangelung eines realen Vorbildes - also als "Gegenteil" ihrer Mutter definieren. Nicht weiblich, nicht fürsorglich, nicht rücksichtsvoll etc. Das führt wiederum zum "wilden" Jungen, der dann aneckt.
    Mir bekannte Jungs aus Familien mit gleicher Verteilung von Haushalt und Erwerbsarbeit zeigen ein viel besseres Sozialverhalten.
    Bei berufstätigen Müttern verbietet man es sich, schlechten Einfluss auf Kinder zu vermuten, im übrigen:

    Christine Brinck: Rabenvati ist doch der Beste


    3.) Die Schulen verweiblichen. Gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, wird gebastelt, was das Zeug hält. Und dabei ist nicht Kreativität gefragt, sondern perfektes ausmalen, falten, schneiden... was kleine, brave, schüchterne Mädels halt so mögen...
    An naturwissenschaftliche Experimente trauen sich die Damen nicht so ran, also fallen die "aus Zeitgründen" leider weg. Arme Jungs.
    Da könnte was dran sein, aber besonders bei Kleinkindern war Erziehung (auch in "Kindergärten" und Grundschulen) schon immer ein Domäne der Frauen.

    cu sefi

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