Mein 14 Monate alter Sohn war nie ein "guter" Esser. Die Einführung von Beikost lief so, dass er das zwar alles interessant fand, aber immer nur die Hälfte der "üblichen" Mengen gegessen hat. Habe ich ihn hinterher noch gestillt bzw. später (nach Abstillen mit 8,5 Monaten) noch ein Fläschchen gegeben, hat er bis zur nächsten Mahlzeit durchgehalten. Habe ich das nicht getan, gab's spätestens nach 1,5 h wieder Theater oder er ist des Nächstens mit Hunger aufgewacht.
Seit er ca. 11 Monate ist, weigert er sich ohnehin, gefüttert zu werden und will alles selbst machen (bis vor 2 Wochen hat er sich immerhin mit Joghurt füttern lassen, weil er den so liebt - jetzt will er auch den selbst essen, kann es aber noch nicht so recht). Brei verweigert er seitdem. Also isst er bei uns mit und ich koche möglichst stückiges Essen, das er mit der Gabel oder den Händen essen kann, das sich aber "auf der Felge" (er hat noch keine Backenzähne, aber alle Schneidezähne) gut kauen lässt.
Seit ca. 2-3 Wochen isst er nun auch kein Brot mehr, nur winzige Mengen an Kartoffeln und Nudeln, dafür jedes beliebige Obst, was man ihm vorsetzt, und trinkt pro Tag zwischen 700-1000 ml Milch (ein Gemisch aus Kuh- und 2-er Folgemilch). Er sitzt dann wirklich halbverhungert am Tisch und verweigert jede Nahrung, bis er ein Milchfläschchen bekommt. Manchmal isst er dann danach tatsächlich noch ca. 50 g feste Nahrung (schätzungsweise, ich wiege das natürlich nicht). Fällt die Milch am Nachmittag oder so aus, wird er nachts wach und schreit danach (obwohl er sonst durchschläft).
Mein Sohn ist für sein Alter relativ klein und leicht (9 kg, 74 cm), und ich frage mich nun, ob er im Moment einfach einen Wachstumsschub hat und die Milch dafür braucht oder so. Ich mag es in dem Alter noch nicht auf "austricksen der Eltern" oder so schieben. Es ist auch so, dass in den letzten Tagen sämtliche Feststoffe der Milch in unserem Kind zu verschwinden schienen (wie ich das noch aus Stillzeiten manchmal kannte - mehrere Tage kein Stuhlgang), alles was an "Feststoffen" aus ihm rauskam waren die winzigen Mengen, die zu dem passten, was er sonst noch gegessen hat.
Hat jemand etwas ähnliches erlebt und kann mich beruhigen, dass sich das irgendwann legt? Kann ich etwas daran ändern?
Bitte keine Ratschläge des Typs "einfach mal hungern lassen", das scheint mir hier nicht die Lösung. Evtl. liegt's auch an seinem Drang, unbedingt selbst essen zu wollen - das geht dann zu langsam, und dann muss was anderes her. Er isst auch immer mit uns am Tisch, wird also nicht extra abgefüttert - wenn er sich allerdings weigert zu essen, und nur mit dem Essen spielt, geht's runter vom Hochstuhl zum Spielen in Küche/Wohnzimmer, während wir essen. Gibt auch selten Protest deshalb.
Irgendwelche Ideen oder ähnliche Erlebnisse?
fragt Tigerente
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08.10.2007, 12:59Inaktiver User
Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
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08.10.2007, 13:20Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Mach dir keine Gedanken: er nimmt halt noch das zu sich, was ihm schmeckt - im Moment die Milch.
In dem Alter würd ich mir keine Sorgen machen.
Du hast auch recht: er trickst dich nicht aus (das kommt irgendwann später).
Meine Tochter hat in dem Alter eigentlich fast nur Breiiges aus dem Glas (wenig) oder etwas Milch oder Kinderbrei gegessen.
Alles nur in homöopathischen Dosen.
Im Gegensatz dazu ist dein Sohn der Gourmet schlechthin.
Jetzt ist sie 15 und doch ganz gelungen.
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08.10.2007, 13:26Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Auch von mir der Rat, Tigerente, das Thema Essen wirklich gelassen zu nehmen. Sobald ein Kind merkt, dass sich, wenns ums Essen geht, Deine Aufmerksamtkeit um ein Vielfaches steigert und Dein Focus voll auf das Kind gerichtet ist, sobald das geschieht, wird das Kind alles tun, um diese ungeteilte Aufmerksamkeit möglichst oft zu erhalten.
Mach aus der Esserei ein nettes Happening, aber nicht eine todernste Angelegenheit. Dein Kind wird instinktiv das essen, was es braucht, wenn du es lässt.
Brava
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08.10.2007, 13:26Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Achhja, ich glaube, ich stresse mich nur so, weil praktisch die gesamte Familie meines Mannes diverse "Essmacken" hat und ich verhindern will, dass mein Sohn auch solche entwickelt. (Mein Mann und meine Schwiegermutter sind dabei noch die harmlosesten Exemplare der Familie.)
Aber wahrscheinlich kann ich das tatsächlich nur durch Gelassenheit verhindern.
Das Nötigste wird er schon kriegen, mit Obst, Milch und winzigen Mengen an Kartoffel, Nudel, Dinkelbrezeln (die liebt er, dh. kann eine ganze aufessen, ohne aufzugeben) und ab und an einem bisschen Fleisch und Wurst. Trotzdem, irgendwie nervt es, bei so einem alten Kind immer noch ständig Fläschchen zu spülen und mitzuschleppen - wobei das Selberessen ja mehr Arbeit verursacht...
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08.10.2007, 13:28Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Der Tag wird kommen, an dem Du Dich vielleicht an diese Zeit zurück sehnst. Wer weiss?
Zitat von Inaktiver User
Brava
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08.10.2007, 13:59Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Brava, ja, wenn er sich dann doch bequemt, mitzuessen, und entsprechende Sauerei entsteht, denke ich jedes Mal "wieso habe ich mir das gewünscht?"
Danke für Euer Mutmachen, ich denke ja auch, es geht von selbst vorbei, wenn ich kein Aufhebens drum mache (und diesen Hunger auf Milch, das kenne ich von mir selbst - in Schwangerschaft und Stillzeit war ich oft erst dann satt, wenn ich einen Joghurt oder Quark gegessen hatte - vorher konnte ich essen, was ich wollte, ich bin nicht satt geworden - deshalb denke ich, vielleicht braucht er die Milch auch einfach).
Man hört halt bloß so selten, dass Kinder so drauf sind. Dass sie total viel essen, oder total wenig, ja, aber dass eines so hartnäckig weiter auf flüssiger Nahrung besteht (außer Joghurt nimmt er ja auch keine weiteren Milchprodukte zu sich), d.h. recht große Nahrungsmengen zu sich nimmt, aber nur in Form von Milch, das hört man dann doch selten.
Naja, vielleicht braucht jedes Kind eine Macke, meiner ist dafür was Schlafen, Motorik, Spielverhalten etc. angeht total pflegeleicht.
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08.10.2007, 14:17
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
mein großer war auch ein milchjunkie. noch heute mit fast 4 trinkt er abends seine milchwasserflasche.
er war vom 8. - 18. lebensmonat immer wieder schwerkrank und sollte viel trinken. nichts ist in den bub reingegangen außer milch. also gab es dünne milchflaschen, brei - gemüse, getreide oder obst und joghurt. diverses obst ging auch in stücken, ansonsten durfte im brei ja nichts stückiges sein.
er ist groß, schmal und dürr und hat täglich eine neue essensmacke. bei uns gilt 'ich bestimme was gegessen wird, das kind wieviel'. zwischendurch gibt es fressflashs, da wandern dann 15 fischstäbchen ins kind oder 3 stück erdbeerkuchen.
mein kleiner ist zur zeit krank und da zieht er auch die milchflasche dem festen essen vor.
ansonsten isst dieses kind so gänzlich anders wie mein anderes: schon früh mit stücken und am besten selbst, leberwurst, lachs (von papas brot geklaut), brot an sich, käse (auch den stinkigen von papas brot), er hat - bis jetzt - keine vorlieben und isst immer gut (was die großeltern glücklich macht).
dieser ist groß, breit und dünn.
jedes kind is(s)t eben anders. da hilft nur: cool bleiben - besonders im angesicht der vertickten verwandschaft.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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08.10.2007, 18:38Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Xanidae, jetzt aber genau die Frage: wenn ich bestimme, was das Kind isst, und das Kind, wieviel (das wäre eigentlich auch mein Credo), dürfte ich das mit der Milchflasche statt essen ja nicht machen. Ist ja auch nichts anderes als dem Kind stattdessen 'nen Keks zu geben (jedenfalls vom Prinzip her). Es würde das Essen geben, und wenn er nichts davon isst, dann eben nichts. Und das schaffe ich im Moment eben nicht.
Ab welchem Alter kann man das durchziehen?
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08.10.2007, 19:36
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
erstmal: ziehe nichts durch, bei dem du ein schlechtes gefühl hast.
zum anderen thema 'ich bestimme was mein kind isst':
ich bestimmte in der zeit auch, dass es milch zum essen gab, zuerst im kleineren fläschchen, also statt der 250 nur noch 150 und dann wechselte ich zur tasse. quasi als nachtisch oder beigetränk zum wasser.
der wechsel zur milch aus der tasse hat die milchmenge tagsüber reduziert. komischerweise war wasser oder apfelschorle im glas kein problem.
eins ist sicher: in der milch ist, was dein kind benötigt. auch weil du folgemilch und kuhmilch mischst.
er muss nichts anderes essen.
du hast also die wahl - entweder du lässt ihn oder aber du findest einen weg dein und sein bedürfnis zu befriedigen.
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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08.10.2007, 20:47Inaktiver User
AW: Kleinkind (14 Monate) ernährt sich fast nur von Milch
Hallo Tigerente, vielleicht liege ich da falsch, aber für mich "schreit" diese Situation nach Essen, das er in die Hand nehmen kann.
Zitat von Inaktiver User
(Von der Brezel hast Du ja schon erzählt.)
Vielleicht kannst Du damit dieses Alter "zu selbständig zum Gefüttertwerden/noch ungeschickt mit Löffel und Gabel" irgendwie überbrücken?
Natürlich bei Euch am Tisch...
irgendetwas "Längliches", das er gut halten kann?
Gruß, T.


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